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Bundesratspräsident Guy Parmelin (Mitte) spricht an der Seite von Bundesrat Alain Berset (links) und Bundesratssprecher Andre Simonazz (recht).
Bundesratspräsident Guy Parmelin (Mitte) spricht an der Seite von Bundesrat Alain Berset (links) und Bundesratssprecher Andre Simonazz (recht).Bild: keystone

Du hast die Pressekonferenz des Bundesrates verpasst? Das sind die wichtigsten 3 Punkte

Die Spitäler sind kurz vor Weihnachten stark belastet und die Zahlen sind hoch. Oder wie Alain Berset es formulierte: «Wir sind in einer kritischen Phase».
10.12.2021, 16:3910.12.2021, 17:43

«Belastung der Spitäler nimmt wieder zu»

Bundespräsident Guy Parmelin hätte «allzu gerne das Ende der Pandemie und aller Massnahmen ausgerufen». Doch es sollte anders kommen, das Gegenteil ist eingetreten: Mit neuen Massnahmen will der Bundesrat den Negativtrend durchbrechen. «Wir konnten lange Zeit zuversichtlich sein», sagte Parmelin am Freitag vor den Medien in Bern. Nun nehme die Belastung in den Spitälern aber weiter zu:

  • 41 Prozent aller Personen, die derzeit in der Schweiz auf einer IPS (Intensivpflegestation) behandelt werden, sind Covid-19-PatientInnen.
  • 140 IPS-Betten hat die Schweiz noch in Reserve
  • 30 IPS-Stationen haben keine zertifizierten IPS-Betten mehr
  • In der Zentralschweiz ist die «Triage» bereits Realität: Das Pflegepersonal muss entscheiden, wer einen IPS-Platz bekommt, und wer nicht.
Bild: keystone

Aufgrund dieser Entwicklungen seien neue Massnahmen nötig: «Wir sind es uns allen schuldig, aber insbesondere dem Arzt- und Pflegepersonal sowie den kranken Personen», sagt Parmelin. Die kommenden 24 Tage seien entscheidend.

Ein Land sei genauso stark wie seine Bevölkerung, sagte der Bundespräsident. Deshalb bleibe der Bundesrat optimistisch. «Wir werden die Krise auch in den nächsten Wochen gemeinsam meistern.» Das Ziel sei es nun, allen ruhige Festtage zu ermöglichen.

>> Coronavirus: Alle News im Liveticker

Zwei mögliche Massnahmen-Päckli

Gesundheitsminister Alain Berset sagt an der Medienkonferenz, dass der Bundesrat vorsichtig, aber nicht übervorsichtig sein wolle – auch mit Blick auf die Omikron-Variante. «Die Lage ist nicht einfach, man muss mit allen Beteiligten diskutieren, welche Möglichkeiten wir haben.» Die 2G-Regel erscheine als ein guter Mittelweg, um die Spitäler zu entlasten und einen Lockdown zu verhindern.

Bild: keystone

Diese beiden Massnahmen schlägt der Bundesrat deshalb den Kantonen vor (Vernehmlassung bis 14. Dezember 2021):

Vorschlag #1

  • 2G für Innenräumen, wobei die Maskenpflicht und die Sitzpflicht bei Konsumation weiterhin gelten
  • 3G im Freien ab 300 Personen
  • 2G+ an den Orten, an denen Maskentragen nicht möglich ist (Bars, Discos, Chor etc.)

Vorschlag #2

  • 2G-Prinzip und Teilschliessungen (z.B. Innenräumen von Restaurants geschlossen).
  • Fernunterricht für Unis und Hochschulen
  • Maskenpflicht ab Sekundarstufe II
  • Private Treffen: Maximal fünf Personen, wenn jemand der Anwesenden nicht geimpft ist
  • Homeoffice-Pflicht: Man müsse jede Schliessung verhindern.

PS: U-16-Jährige sind von den obigen Massnahmen ausgenommen. Der Bundesrat möchte damit auf die Jugendlichen Rücksicht nehmen.

Zudem ruft Alain Berset zur Corona-Impfung beziehungsweise zum «Booster» auf – letzteres wird sechs Monate nach der zweiten Impfung empfohlen. Das Impfen sei eine persönliche Entscheidung. Aber: «Die Freiheit des einen endet dort, wo die Freiheit des anderen beginnt.» Jeder müsse in sich gehen und überlegen, was er für das Land tun könne.

Reisequarantäne durch Tests ersetzt

Man habe wegen der Omikron-Variante ursprünglich eine Quarantäne vorgesehen, sagt Alain Berset. Jetzt habe man einen anderen Weg eingeschlagen: Je ein Test vor und nach der Einreise. Man wolle so die Kontrolle über die Situation nicht verlieren.

Sind diese Einreiseregelungen überhaupt kontrollierbar? Michael Gerber, Jurist beim Bundesamt für Gesundheit (BAG) antwortet: «Es gab etliche Probleme, beispielsweise Personen, die vor der zweiten Testpflicht wieder abreisen.» Man prüfe aktuell, ob weitere Anpassungen von Nöten seien.

Omikron, oh Omikron:
Die Omikron-Variante des Coronavirus dürfte nach Einschätzung des Bundesamts für Gesundheit (BAG) auch in der Schweiz dominant werden. Für eine Prognose, wann dies geschehen werde, sei es aber zu früh.

Vieles deute darauf hin, dass Omikron sehr ansteckend sei und sich rasch ausbreiten werde, sagte Patrick Mathys, Leiter der Sektion Krisenbewältigung und internationale Zusammenarbeit im BAG, am Freitag vor den Medien in Bern. Die derzeitigen Pläne des Bundes basieren auf der Annahme, dass es ab Januar mehr Ansteckungen mit der Omikron- als mit der Delta-Variante geben wird. Für eine genaue Vorhersage fehlten in der Schweiz die Daten, so Mathys.
sda

(adi/sda)

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238 Kommentare
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 24 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
Die beliebtesten Kommentare
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Macca_the_Alpacca
10.12.2021 16:51registriert Oktober 2021
Das sind die wichtigsten 3 Punkte:

1. Wir haben nichts Beschlossen

2. Wir warten noch ein wenig

3. Omikorn (Verdopplungszeit 3.5 Tage) wuselt munter weiter
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Enibasnehl
10.12.2021 16:52registriert Dezember 2020
Wir können so viele Regeln aufstellen, wie wir wollen. So lange sich die Menschen nicht daran halten freut sich das Virus ein Loch in den Bauch. Also geht doch gopfnomal impfen, boostern und nehmt Rücksicht. Es gibt zu viele verschwurbelte Leute. Wir alle haben genug.
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Evangelina
10.12.2021 16:50registriert November 2015
Möglich, kann geschehen, mir Luege was passiert, entscheiden uns dann und danach müssen wir nochmals abwarten und dies unter Experten besprechen bis eine Entscheidung nach der Abstimmung getroffen werden kann… seriously? Mir geht dies echt auf den Senkel.. mein Papa liegt im Krankenhaus..
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