Schweiz
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.

Mehrere Razzien wegen Verdachts eines Baukartells im Kanton Bern



Die Innenraeume des Kultur Casino Bern waehrend eines offiziellen Besuchs auf der Baustelle des Kultur Casino Bern, am Dienstag, 28. August 2018, in Bern. Die Denkmalpflege der Stadt Bern laedt am Samstag, 1. September, anlaesslich der Europaeischen Tage des Denkmals gemeinsam mit der Burgergemeinde Bern und CampanileMichetti Architekten zum Baustellenbesuch ins Casino Bern ein. Die Besucherinnen und Besucher erhalten dabei Einblicke in die erste umfassende Sanierung des 110 Jahre alten Gebaeudes und lernen die denkmalpflegerischen Aspekte der Umbauarbeiten kennen. (KEYSTONE/Anthony Anex)

Bild: KEYSTONE

Im Kanton Bern besteht der Verdacht auf ein weiteres Baukartell. Die Wettbewerbskommission (Weko) hat eine Untersuchung gegen zwei Belagswerke und deren Aktionäre eröffnet, wie sie am Donnerstag mitteilte.

Die beiden Firmen haben womöglich Gebietsabsprachen getroffen und vereinbart, sich nicht zu konkurrenzieren. Die Weko prüft nun, ob tatsächlich kartellrechtlich unzulässige Wettbewerbsbeschränkungen vorliegen.

Die Untersuchung dürfte etwa zwei Jahre dauern, wie der stellvertretende Weko-Direktor Frank Stüssi auf Anfrage sagte. Die Namen der betroffenen Firmen werden in zwei Wochen bekanntgegeben, wenn von Amtes wegen im Schweizerischen Handelsamtsblatt (SHAB) und im Bundesblatt über die Untersuchung informiert wird.

Zusammenhang mit Kies-Affäre

Der Fall steht in Zusammenhang mit den Untersuchungen der Weko in der Berner Kiesbranche. Seit 2015 laufen dort Ermittlungen, letzte Woche gab es ein erstes Urteil gegen die Kästli- und die Alluvia-Gruppe.

Ist der Kies abgebaut und sortiert, wird er von Beton- und Belagswerken verarbeitet. Belagswerke erstellen vorwiegend Strassenbelag.

Die Wettbewerbshüter stiessen im Zuge der Kies-Ermittlungen auf die zwei Belagswerke, wie Stüssi sagte. Am Dienstag eröffnete die Weko ihre Untersuchung - und führte bei mehreren Unternehmen Hausdurchsuchungen durch.

Laut Wettbewerbskommission bestehen nicht nur Anhaltspunkte, dass es Gebietsabsprachen gab. Es existierten auch Indizien dafür, dass eines der Belagswerke über eine marktbeherrschende Stellung verfüge und diese missbraucht habe. Diese Unternehmung soll seine Aktionäre bevorzugt behandelt und zum Nachteil anderer Belagswerke einen langanhaltenden Mechanismus der Kundenbindung aufgebaut haben.

Neuhaus konsterniert

Stark vom Fall betroffen ist womöglich der Kanton Bern, der pro Jahr 60'000 bis 90'000 Kubikmeter Strassenbelag bezieht. Der bernische Baudirektor Christoph Neuhaus reagierte konsterniert auf die neuste Untersuchung.

Für ihn stellt sich wie schon beim Kieskartell die Frage, ob dem Kanton Schaden durch überhöhte Preise entstanden sind und ob Ersatzansprüche geltend gemacht werden können. Neuhaus will aber der Untersuchung nicht vorgreifen. «Es gilt die Unschuldsvermutung.»

Wie bei den Kies- und Deponiebetreibern ist der Kanton auch bei den Belagswerken kein Direktbezüger. Er bestellt die Leistungen bei Bauunternehmungen. Entsprechend schwierig ist es, den konkreten Schaden durch Kartelle nachzuweisen.

Beispiel Tessin

Der Weg zu gerichtlich durchgesetzten Ersatzansprüchen ist jedenfalls steinig. Das zeigt der 2012 beigelegte Asphalt-Skandal im Tessin. 17 Strassenbaufirmen hatten über Jahre hinweg illegale Preisabsprachen getroffen. Der Kanton Tessin und die Stadt Lugano forderten Schadenersatz.

Schliesslich entschieden sie sich für den aussergerichtlichen Weg, um hohe Kosten und lange Verfahrensdauern bei geringen Erfolgsaussichten zu vermeiden. Die Unternehmen erklärten sich im Rahmen eines Vergleichs bereit, eine Abfindung von insgesamt knapp fünf Millionen Franken zu zahlen. (aeg/sda)

Das ist der fleischgewordene Alptraum für Drogenhändler

abspielen

Video: srf

Das könnte dich auch interessieren:

Warum wir bald wieder über den Schweizer Pass reden werden

Link zum Artikel

«Ich hatte Sex mit dem Ex meiner besten Freundin…»

Link zum Artikel

Die amerikanische Agentin, die Frankreichs Résistance aufbaute

Link zum Artikel

Matheproblem um die Zahl 42 geknackt

Link zum Artikel

Wie gut kennst du dich in der Schweiz aus? Diese 11 Rätsel zeigen es dir

Link zum Artikel

«In der Schweiz gibt es zu viel Old Money und zu wenig Smart Money»

Link zum Artikel

So schneiden die Politiker im Franz-Test ab – wärst du besser?

Link zum Artikel

Röstigraben im Bundeshaus: «Sobald ich auf Deutsch wechsle, sinkt der Lärm um 10 Dezibel»

Link zum Artikel

So erklärt das OK der Hockey-WM in der Schweiz die Ähnlichkeit zum Tim-Hortons-Spot

Link zum Artikel

Die Geschichte von «Ausbrecherkönig» Walter Stürm und seinem traurigen Ende

Link zum Artikel

«Informiert euch!»: Greta liest den Amerikanern bei Trevor Noah die Leviten

Link zum Artikel

Keine Angst vor Freitag, dem 13.! Diese 13 Menschen haben bereits alles Pech aufgebraucht

Link zum Artikel

Der Kampf einer indonesischen Insel gegen den Plastik

Link zum Artikel

«Ich bin … wie soll ich es sagen … so ein bisschen ein Arschloch-Spieler»

Link zum Artikel

Alles, was du über die neuen iPhones und den «Netflix-Killer» von Apple wissen musst

Link zum Artikel

15 Bilder, die zeigen, wie wunderschön und gleichzeitig brutal die Natur ist

Link zum Artikel

Shaqiri? Xhaka? Von wegen! Zwei Torhüter sind die besten Schweizer bei «FIFA 20»

Link zum Artikel
Alle Artikel anzeigen

Abonniere unseren Newsletter

0
Bubble Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 48 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
0Alle Kommentare anzeigen

Heute kommt die neue 100er-Note in den Umlauf – was du dazu wissen musst

So:

Nein. Das ist Wasser in seinen Händen. Die neue 100er-Note zeigt die humanitäre Seite der Schweiz, die gestalterisch durch das Wasser repräsentiert wird. Dargestellt wird das unter anderem durch eine Suone. Oder eben mit zwei Händen, die Wasser schöpfen.

Die neue 100er-Note ist somit ebenfalls blau, wie auch die bisherige Note, die Bildhauer, Maler und Grafiker Alberto Giacometti gewidmet war. Zudem ist die neue Note etwas kleiner als ihre Vorgängerin.

Bei der Schweizer Nationalbank. Vorerst. …

Artikel lesen
Link zum Artikel