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Lidl, Aldi und Denner auf dem Vormarsch – Warenhäuser schwinden rasant



Die Discounter Lidl, Aldi und Denner sind letztes Jahr am stärksten gewachsen. Die Umsätze im gesamten Schweizer Detailhandel dagegen schrumpften gegenüber dem Vorjahr erneut, wie das Marktforschungsinstitut GfK am Donnerstag mitteilte.

Lidl ist mit einer Umsatzzunahme von 10 Prozent auf 960 Millionen Franken letztes Jahr schneller gewachsen als alle Konkurrenten. Der deutsche Discounter schneidet damit auf Platz 9 (2015: Platz 12) unter den Top 10 Schweizer Detailhändlern ab.

Migros und Coop unangefochten an der Spitze

«Es ist sofort ersichtlich, dass die Discounter am besten arbeiteten», schreibt GfK in einer Mitteilung anlässlich ihrer Handelstagung. Der drittplatzierte Denner wuchs um 1,9 Prozent auf 3,2 Milliarden Franken. Aldi auf Platz vier legte 3 Prozent auf 1,9 Milliarden Franken zu.

Die Umsätze der unangefochtenen Marktleader Migros und Coop gaben laut Berechnung von GfK um 0,2, respektive 0,3 Prozent nach. Insgesamt schrumpfte der Schweizer Detailhandel um 1,5 Prozent. 2015 war der Rückgang mit 2,2 Prozent aber drastischer. Der Umsatz lag 2016 mit 92,5 Milliarden Franken so tief wie letztmals 2007.

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Enormer Preisdruck bei Non-Food

Zwischen 2010 und 2016 schrumpfte der Detailhandel jährlich durchschnittlich um 0,4 Prozent. In der Periode 2000 bis 2009 betrug das jährliche Durchschnittswachstum noch 1,6 Prozent.

Die guten Jahre sind laut GfK vor allem für den Non-Food-Bereich vorbei. «Der Preisdruck ist immer noch enorm, und die Marktbereinigung setzt sich fort», heisst es weiter.

Die Top 10 der beliebtesten Schweizer Unternehmen 2017:

Dipl. Ing. Fust und Ikea legen zu

Nicht zurückgegangen sind die Verkäufe allerdings bei der Coop-Tochter Dipl. Ing. Fust (plus 2 Prozent) sowie bei Ikea (plus 1,4 Prozent). Der Elektronikspezialist Interdiscount rückte zwar von Platz 15 auf 10 vor, büsste aber trotzdem 1,1 Prozent Umsatz ein.

Laut den Marktforschern ist das «Lädelisterben» auch im Non-Food-Sektor angekommen. Zu kleine oder unklar positionierte Firmen und Marken kämen unter die Räder.

Seit 2010 sind laut GfK 5000 stationäre Verkaufsstellen verschwunden. Dafür entstanden 10'000 Schweizer Online-Shops. Der Verdrängungskampf wird sich 2017 weiter fortsetzen, wie GfK schreibt. In den ersten fünf Monaten büsste der Detailhandel 0,3 Prozent ein.

Warenhäuser schwinden rasant

Allerdings gab es die letzten sieben Jahre auch Gewinner. Dazu zählen die Händler im Bereich Parfümerie/Körperpflege (plus 31 Prozent mehr Verkaufsstellen) und Optiker/Hörgeräte (plus 30 Prozent). Deutlich an Verkaufsstellen verloren haben die Postfilialen (minus 30 Prozent) sowie Lebensmittel-Filialisten (minus 21 Prozent) und auch die Warenhäuser (minus 12 Prozent).

Zusätzlich zum Einkaufstourismus, der auf hohem Niveau stagniere, gehöre die Digitalisierung zu den grossen Herausforderungen der Branche. Im Distanzhandel (Online- und Versandhandel) seien letztes Jahr 7,8 Milliarden Franken umgesetzt worden – plus 8 Prozent gegenüber dem Vorjahr. (whr/sda)

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