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«Kultiviertes Fleisch» soll bald aus einem Labor der Migros kommen

15.09.2021, 11:04

«Kultiviertes Fleisch» und Fleischersatzprodukte auf pflanzlicher Basis liegen im Trend. Darum soll in Kemptthal bei Zürich nun das Innovationszentrum «Cultured Food Innovation Hub» die Entwicklung von Produkten auf pflanzlicher Basis und die zellulärer Landwirtschaft vorantreiben .

Das Innovationszentrum soll Start-Ups unterstützen, die Ersatzprodukte für herkömmliches Fleisch, Fisch und Meeresfrüchte sowie weitere Alternativen auf pflanzlicher Basis entwickeln. Das Labor in Kemptthal werde auch mit Zellkultur- und Biofermentationskapazitäten ausgestattet sein.

Dazu legen mit dem Detailhandelsriesen Migros, dem Aromen- und Riechstoffkonzern Givaudan sowie dem Maschinenbauer Bühler drei Unternehmen ihre Expertise zusammen, wie am Mittwoch durch die Unternehmen mittgeteilt wurde.

Bühler bringe in die Kooperation seine Lösungen für die Produktion von Lebensmitteln ein. Givaudan steuere seine Expertise im Bereich Geschmack und Biotechnologie bei und die Migros sei für die Marktbearbeitung verantwortlich.

«Diese einzigartige Partnerschaft hat bahnbrechendes Potenzial, einen unglaublichen, positiven Einfluss auf die Welt zu haben», sagte Matthew Robin, Geschäftsleiter Elsa-Mifroma bei der Migros-Industrie dem Ostschweizer Wirtschaftsportal «Leader».

Der «Cultured Food Innovation Hub» soll den Betrieb bereits im nächsten Jahr aufnehmen.

Ein Burger aus dem Labor: 2013 präsentierte Mark Post von der Maastricht University den ersten Burger mit «kultiviertem Fleisch». Um das Fleisch im Labor züchten zu können, wurden zuvor Muskelstammzellen eines lebenden Rinds mittels einer Biopsie entnommen.
Ein Burger aus dem Labor: 2013 präsentierte Mark Post von der Maastricht University den ersten Burger mit «kultiviertem Fleisch». Um das Fleisch im Labor züchten zu können, wurden zuvor Muskelstammzellen eines lebenden Rinds mittels einer Biopsie entnommen.
Bild: keystone

Die Nachfrage nach Lebensmitteln auf pflanzlicher Basis sei in den vergangenen Jahren deutlich angestiegene, begründen die drei Firmen den Schritt. Zudem habe «kultiviertes Fleisch» eine deutlich bessere Klimabilanz, komme ohne den Einsatz von Antibiotika, Schlachtung oder Massentierhaltung aus und leiste einen Beitrag zur Ernährungssicherheit.

Auch die zu Coop gehörende Bell-Gruppe ist an «Laborfleisch» interessiert. Die Fleischverarbeiterin hatte sich dafür in den vergangenen Jahren über zwei Finanzierungsrunden an der niederländischen Mosa Meat beteiligt, die bis 2022 ein «kultiviertes Fleischprodukt» an den Markt bringen will. (yam/sda/awp)

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