Schweiz
Wirtschaft

Referenzzinssatz in der Schweiz bleibt im Juni bei 1,75 Prozent

Mieten werden vorerst nicht teurer – Referenzzinssatz bleibt bei 1,75 Prozent

Die Mieterinnen und Mieter in der Schweiz können aufatmen. Der Referenzzinssatz für Wohnungsmieten bleibt erneut unverändert.
03.06.2024, 10:30
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Hypotheken auf Einfamilienhäusern wie diesem werden in der Schweiz vorerst nicht teurer. Bild: Shutterstock

Das Bundesamt für Wohnungswesen (BWO) belässt den hypothekarischen Referenzzinssatz bei 1,75 Prozent, wie es am Montag in einem Communiqué bekannt gab. Damit hält die Verschnaufpause bei den Mieten an.

Im vergangenen Jahr war der Referenzzinssatz in zwei Schritten von 1,25 auf 1,75 Prozent geklettert. Manche Vermieter nahmen dies zum Anlass, um die Mieten markant zu erhöhen – zum Teil um über 10 Prozent.

Durchschnittswert unverändert

Bei der Ermittlung des Referenzsatzes stützt sich das BWO auf den vierteljährlich erhobenen Durchschnittszinssatz der inländischen Hypothekarforderungen von Schweizer Banken. Dieser verharrte nun laut dem BWO mit 1,72 Prozent auf dem Stand des Vorquartals.

Der Referenzzinssatz wird jeweils auf den nächsten Viertelprozentwert auf- oder abgerundet. Der Abstand zum nächsten Schwellenwert von 1,87 Prozent ist damit immer noch sehr gross. Erst, wenn dieser Wert überschritten würde, erfolgt die nächste Erhöhung. Allerdings käme es erst bei einem Durchschnittszinsatz von 1,63 Prozent zu einer Senkung.

Weiterhin Stabilität?

Experten hatten im Vorfeld nicht mit einer Veränderung des Referenzzinssatzes gerechnet. Denn bei den Hypothekarzinsen, auf deren Basis der Referenzzinssatz erhoben wird, gab es zuletzt eine Entspannung. Hintergrund waren sinkende Inflationsraten und die erste Zinssenkung durch die Nationalbank.

Die Experten der Grossbank UBS kamen kürzlich in einer Studie sogar zum Schluss, dass auch bei den nächsten Beurteilungen im kommenden September und Dezember nicht mit einer Veränderung des Referenzzinssatzes zu rechnen sei.

Grundsätzlich dürfen Vermieter bei einem Anstieg des Referenzzinssatzes um 0,25 Prozentpunkte den Mietzins um 3,0 Prozent erhöhen – sofern sie frühere Senkungen weitergegeben haben. Zudem dürfen sie 40 Prozent der aufgelaufenen Teuerung sowie «allgemeine Kostensteigerungen» überwälzen. (awp/sda)

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61 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
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loquito
03.06.2024 08:18registriert September 2017
Verschnaufpause? Was heute eine Miete Kostet ist nicht zum verschnaufen... Sondern einfach beschämend... Gleicher wohnraum wie vor 20 Jahren kostet bald das doppelte, weil? Ja genau, die Besitzer es einfach tun können...
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P. Etter
03.06.2024 08:17registriert Dezember 2021
Hätte mich auch gewundert, wenn der Referenzzinssatz steigt, während der Leitzins sinkt.
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HerbertBert
03.06.2024 09:03registriert Juni 2018
Das auf und ab ist absolut beschissen.
Wegen "allgemeine Kostensteigerungen" und dem Punkt mit der Inflation bringt es kaum was wenns runter geht.

Als Mieter hat man einfach immer verloren. Wenns jetzt wieder auf 1.50 runtergehen würde, würde ich z.B. mehr Zahlen, als ich vor 4-5 Jahren bei 1.25 bezahlt habe. 👍
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