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Teaserbild Pacman: Sunrise frisst UPC

Der Sunrise-UPC-Deal ist noch längst nicht in trocken Tüchern.

Sunrise steht mächtig Ärger ins Haus – ausgerechnet der grösste Aktionär blockt UPC-Kauf

Der wichtigste Sunrise-Aktionär will die Fusion mit UPC verhindern. Der Kaufpreis sei zu hoch. Freenet wird deshalb gegen den Deal stimmen. Die Fusion steht auf der Kippe.



Sunrise-Grossaktionär Freenet stemmt sich gegen den Kauf von UPC durch Sunrise. Der Kaufpreis von 6.3 Milliarden Franken für die Kabelnetzbetreiberin sei zu hoch, erklärte Freenet-Chef Christoph Vilanek am Freitag der Nachrichtenagentur AWP. Freenet werde auf der ausserordentlichen Sunrise-Generalversammlung im Herbst gegen die geplante Kapitalerhöhung von 4,1 Milliarden Franken zur Finanzierung des Kaufes stimmen, erklärte Vilanek weiter.

Damit könnte der Deal auf der Kippe stehen. Denn die deutsche Freenet hält rund ein Viertel der Sunrise-Aktien. Das alleine reicht nicht, um den Deal scheitern zu lassen. Aber weil auf einer Generalversammlung nie alle Aktionäre anwesend oder vertreten sind, hat das Freenet-Votum eine beträchtliche Macht.

Das deutsche Unternehmen erachtet die aktuellen Transaktionsbedingungen als sehr unausgewogen und nachteilig für alle Sunrise-Aktionäre. Der Kaufpreis und die zugrunde gelegte Unternehmensbewertung für UPC Schweiz seien zu hoch, insbesondere angesichts des angespannten Marktumfeldes, dem die Kabelnetzbranche ausgesetzt sei.

Auch die operative Entwicklung von UPC rechtfertige den Kaufpreis nicht. «Im Sinne einer für alle Sunrise Aktionäre fairen Transaktion sollte der Kaufpreis reduziert werden», forderte Freenet.

Sunrise entgegnet, man sei «nach wie vor davon überzeugt, dass die Übernahme von UPC Schweiz eine stärkere und wertvollere Sunrise schafft, die von einer überzeugenden strategischen Logik profitiert.» Man werde anlässlich der Publikation der Geschäftszahlen am 22. August 2019 über die Übernahme von UPC Schweiz informieren.

Liberty erhält zu viel Geld

Auch die Verteilung der Synergien bei der Transaktion seien falsch, sagte Vilanek von Freenet. Der Kaufpreis impliziere, dass potenzielle Synergien in Höhe von 1,3 Milliarden Franken im Vorfeld an die bisherige UPC-Besitzerin Liberty Global gezahlt würden.

Die Aktionäre von Sunrise seien gezwungen, die Risiken einer Trendwende der Performance von UPC Schweiz und die damit verbundenen Integrationsrisiken zu tragen. Dabei müssten sie jedoch einen Grossteil des möglichen Wertschöpfungspotenzials abgeben, schrieb Freenet in einem Communiqué: «Im Sinne einer für alle Sunrise Aktionäre fairen Transaktion sollte Liberty Global Aktionär des fusionierten Unternehmens werden und einen geringeren Anteil an den zu erzielenden Synergien erhalten.»

Zudem forderte Freenet eine Reduktion der Kapitalerhöhung. Die geplante Bezugsrechtsemission übersteige die Marktkapitalisierung von Sunrise und belaste die bestehenden Sunrise-Aktionäre in einem unangemessenen Umfang. «Im Sinne einer für alle Sunrise Aktionäre fairen Transaktion sollte der angestrebte Fremdkapitalanteil deutlich erhöht werden», verlangte Freenet.

Auch an der Struktur der Finanzschulden stören sich die Deutschen: Die Übernahme der UPC-Anleihen könne zu erheblichen Risiken für Sunrise und ihre Aktionäre führen. «Im Sinne einer für alle Sunrise Aktionäre fairen Transaktion sollte Liberty Global die UPC-Anleihen nach der Transaktion behalten.»

Sunrise ohne UPC besser dran

Zudem sei Sunrise ohne UPC besser dran: «Sunrise ist hervorragend im Markt positioniert und verfügt über exzellente Perspektiven als eigenständiges Unternehmen», schrieb Freenet: Vor diesem Hintergrund sei es für Sunrise nicht notwendig, die genannten Zugeständnisse zu machen, die für Sunrise-Aktionäre nachteilig seien, was bereits an der negativen Kursentwicklung seit Bekanntgabe der Transaktion beobachtet werden könne.

Ohne den Kauf werde die Sunrise-Aktie wieder das Niveau vor Bekanntgabe des Deals am 27. Februar erreichen, sagte Vilanek. Damals war die Sunrise-Aktie über 80 Franken wert, stürzte aber danach ab.

Die Investoren reagieren am Freitag positiv auf die Absichten von Freenet. Im frühen Handel seigt die Sunrise-Aktie um 2 Prozent auf 75,10 Franken. (oli/awp/sda)

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7Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Hansjuerg Wuethrich 16.08.2019 17:10
    Highlight Highlight Immer geht es nur ums Geld :-(
  • BoomBap 16.08.2019 14:34
    Highlight Highlight Ich finde ja, dass UPC das Glasfaserzeitalter verschlafen hat. Zumindest in der Ostschweiz, wo ich tätig war gibt es kaum Fiber to the Building oder ...to the Home. Selbst in Neubauten wird oft noch Coax installiert. Coax reicht zwar für den normalen Bürger völlig aus. Trotzdem sollte man mit der Zeit gehen und den Kunden die Möglichkeit anbieten können. Ich arbeite jetzt bei einem mittelgrossen regionalen Kabelnetzprovider. In der "Hauptgemeinde" wird Glasfaser bis zu jedem Haus gezogen, auf Kosten des Providers und das Coaxnetz wird zurückgebaut. Nicht alle Kabelnetze haben also Probleme.
    • bebby 17.08.2019 08:19
      Highlight Highlight Sehr gute Analyse. Ich sehe zusätzlich das Problem, dass der Wert des TV Anschlusses abnimmt. Eigentlich brauchen die Kunden nur noch das Internet. Und zwar ein schnelles, deren Kapazität nicht mit dem Nachbar geteilt werden muss.
      Die Frage stellt sich aber, ob Sunrise wirklich ein genügend grosses und starkes Festnetz hat, um in 5G mithalten zu können. Ich nehme an, das war auch ein Grund wieso sunrise UPC übernehmen will.
  • My Senf 16.08.2019 13:49
    Highlight Highlight Ja
    Das ist endlich jemand aufgewacht und hat das Geschäftsmodell von Liberty „durchschaut“
    Die haben enorme Gewinne durch den Verkauf von Kabelnetzen in Europa gemacht die sie vorher für 🥜 gekauft haben.
    • bebby 17.08.2019 08:20
      Highlight Highlight Plus sie haben noch die Kosten heruntergefahren und die Kabelnetze mit Fremdkapital aufgepumpt.
  • bytheway 16.08.2019 11:18
    Highlight Highlight Eine schlagkräftige Konkurrenz zu Swisscom wäre zwar begrüssenswert, als Kunde bin ich aber weder von UPC noch von Sunrise überzeugt.
  • Turicum04 16.08.2019 11:16
    Highlight Highlight Der Kaufpreis ist eindeutig zu hoch. Zudem ist die neue TV-Box einen Dreck wert! Online-Aufnahmen gehen auf dem Server "verloren" oder sind kaum abspielbar (Ruckeln, Abbrüche etc.). Da müsste man viele Mio. in das Netz investieren! Sunrise wäre gut beraten, auf diesen Deal zu verzichten.

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