Schweiz
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Seit 300 Jahren kommen Flüchtlinge in die Schweiz: Wirklich willkommen war bislang vor allem eine Gruppe



Die Schweiz ist ein Einwanderungsland und das schon seit geraumer Zeit. Aus allen Herren Ländern flohen über die Jahrhunderte Menschen vor Verfolgung und hofften, hier Aufnahme und Schutz zu finden. Ein Blick zurück zeigt: Ob sie wohlwollend oder mit Argwohn oder gar nicht aufgenommen wurden, hatte und hat nur beschränkt mit ihnen selbst zu tun. Aber viel mit der politischen Grosswetterlage. Und wer nach ihnen kam.

Hugenotten – erwünscht

Bild

Bartholomäusnacht des Jahres 1572, gemalt von François Dubois (1529–1584). bild via wikimedia

Ende des 17. Jahrhunderts flohen rund 200'000 protestantische Hugenotten und Waldenser in die Schweiz, um der Verfolgung durch die katholischen Machthaber in ihrer französischen und italienischen Heimat zu entgehen. Eine geradezu gewaltige Zahl, denn die Schweiz zählte damals nur rund 1,2 Millionen Einwohner. In manchen Städten übertrafen die Flüchtlinge die Einwohner zahlenmässig. Obwohl die reformierten Kantone an ihre Grenzen stiessen, war die Solidarität mit den Glaubensbrüdern und -schwestern gross. Man einigte sich gar auf eine gemeinsame Flüchtlingspolitik – die erste in der Geschichte der Schweiz.

Juden – unerwünscht

Historian Beate Kosmala from the Memorial to the German Resistance holds an identification card used during the Third Reich in Berlin, April 17, 2007. More than 60 years after the Holocaust, Germany is building its first museum for Germans who hid Jews in their homes during the Third Reich. The

Der berüchtigte Judenstempel diente den Schweizer Behörden dazu, jüdische von nicht-jüdischen Flüchtlingen zu unterscheiden. Bild: AP

Wurden die Hugenotten aus konfessionellen Gründen mit offenen Armen empfangen, stiessen die Juden aus demselben Grund auf Ablehnung, als sie ab 1920 von den Pogromen in Osteuropa und später im Zweiten Weltkrieg vor der Vernichtung durch die Nazis flohen. Bis 1938 gelangten noch rund 10'000 jüdische Flüchtlinge aus Deutschland und Österreich in die Schweiz, dann schloss der Bundesrat die Grenze. Mindestens 30'000, darunter viele Juden, wurden in den Kriegsjahren abgewiesen. Dazu heisst es im sogenannten Bergier-Bericht über die Rolle der Schweiz im Zweiten Weltkrieg: «Es ist bekannt, dass im Eidgenössischen Justiz- und Polizeidepartement (EJPD) starke fremdenfeindliche und antisemitische Tendenzen herrschten und die Polizeiabteilung ihre Kräfte auf die Abwehr der Flüchtlinge konzentrierte.»

Ungarn – erwünscht

Eine ungarische Fluechtlingsfamilie aus einer Gruppe von 118 Fluechtlingen, die mit einem Transport eintrafen, bei der Verpflegung an der Schweizer Grenze in Buchs SG, aufgenommen am 8. November 1956. (KEYSTONE/Str)

Eine ungarische Flüchtlingsfamilie an der Schweizer Grenze in Buchs (SG), aufgenommen am 8. November 1956.  Bild: KEYSTONE

1956 schlug die Sowjetunion den Volksaufstand in Ungarn nieder, Hunderttausende ergriffen die Flucht nach Westeuropa. Nicht zuletzt in Erinnerung an das Versagen im Zweiten Weltkrieg brach die Schweiz radikal mit ihrer bisherigen Asylpolitik und nahm bis 1957 insgesamt 14'000 ungarische Flüchtlinge auf. Die grosse Anteilnahme in der Schweizer Bevölkerung begünstigte den Kurswechsel. «Die mit Sonderzügen eintreffenden Flüchtlinge wurden auf den Bahnhöfen von grossen Menschenmengen empfangen. Wohltätigkeitskonzerte und Theateraufführungen wurden veranstaltet, Kerzenaktionen durchgeführt, Geld wurde gesammelt», schrieb der ehemalige stellvertretende Chefreadaktor der NZZ, Alfred Cattani.

Tibeter – erwünscht

Eine Anschrift am Eingang des Tibetischen Institut in Rikon, am Donnerstag, 15. August 2002. Das Kloesterliche Tibet-Institut ist eine Gruendung zum Zweck der geistigen und kulturellen Betreuung von Exiltibetern in der Schweiz, sowie der Erhaltung und Pflege der tibetischen Kultur fuer nachfolgende Tibeter-Generationen. (KEYSTONE/Franco Greco)

Eingangsschild zum Tibet-Institut in Rikon im Tösstal. 
Bild: KEYSTONE

Wenig später, im März 1959, kam es in Tibet zu einem Volksaufstand, der von den chinesischen Machthabern blutig niedergeschlagen wurde. Der Dalai Lama floh ins nahe Ausland, Zehntausende seiner Anhänger folgten ihm. Indien, Nepal und Bhutan waren überfordert und baten die UNO, neue Aufnahmeländer zu finden. In der Schweiz wurden zunächst vor allem Private aktiv und nahmen tibetische Kinder auf. 1961 gewährte der Bundesrat ein Kontingent von 1000 tibetischen Flüchtlingen. Die antikommunistische Stimmung, die schon den Ungarn zugute gekommen war, half auch den Tibetern. Zudem wurden sie als «Bergvolk wie wir Schweizer» romantisiert. Interessant: Behördlichen Integrationsdruck gab es keinen, im Gegenteil: Die Tibeter lebten unter sich, 1968 durften sie in Rikon im Tösstal sogar ein Kloster bauen.

Tschecheslowaken – erwünscht

Russische Panzer am 21. August 1968 auf dem Prager Wenzels-Platz.  Bundeskanzlerin Angela Merkel hat dazu aufgerufen, den

Russische Panzer fahren auf dem Prager Wenzels-Platz auf (21.08.1968).  Bild: AP

Zum Zeitpunkt der Niederschlagung des Prager Frühlings befanden sich bereits zahlreiche Touristen aus der CSSR in der Schweiz. Sie machten von der Reisefreiheit Gebrauch, welche die Reformer um Alexander Dubcek eingeführt hatten. Als die Truppen des Warschauer Pakts Prag besetzten, bot die Schweiz diesen Menschen unkompliziert Asyl an. Insgesamt kamen 12'000 Tschechoslowaken. Zwar war die Euphorie in der Bevölkerung nicht ganz so gross wie bei den Ungarn, doch auch diesmal war klar, dass den Opfern sowjetischer Aggression geholfen werden musste.

Chilenen – zuerst unerwünscht

Leftists who were arrested following the coup against President Salvador Allende's government are taken as prisoners in the National Stadium, Santiago, Chile, Sept. 1973. (KEYSTONE/AP/Str)

Anhänger des gestürzten chilenischen Präsidenten Salvador Allende gefangen im Nationalstadion von Santiago (September 1973). Bild: AP

Als 1973 General Pinochet die demokratisch gewählte Regierung von Salvador Allende stürzte und dessen Anhänger systematisch einsperren und ermorden liess, flohen Tausende. Als Allende-Anhänger galten sie als Marxisten und standen in der Kalter-Krieg-Optik der Schweiz somit auf der falschen Seite der Geschichte. Gemäss dem Historischen Wörterbuch der Schweiz entschied sich der Bundesrat zuerst einzig zur Aufnahme von 200 chilenischen Flüchtlingen. Nach heftigen Protesten lockerte er die restriktive Praxis. In den folgenden 10 Jahren sollen 1600 Chilenen als politische Flüchtlinge anerkannt worden sein.

Vietnamesen – erwünscht

Vietnamesische Fluechtlinge treffen am 3. Dezember 1978 als

Vietnamesische Boat People erreichen die britische Kolonie Hongkong (03.12.1978).  Bild: KEYSTONE

1975 marschierte das kommunistische Nordvietnam in Saigon ein. Hunderttausende flohen über das Meer. Die Schweiz nahm zwischen 1975 und 1983 rund 8200 dieser «Boat People» auf. Wieder war die Anteilnahme an Opfern des Kommunismus in der Schweizer Bevölkerung gross: «Bei der Schweizerischen Flüchtlingshilfe gingen damals zahlreiche Telefonanrufe von Schweizer Bürgern ein, die wissen wollten, wann diese Flüchtlinge denn endlich kommen würden», sagte Beat Meiner, früher Generalsekretär der Schweizerischen Flüchtlingshilfe, in einem Interview.

Tamilen – unerwünscht

Ein Plakat der Stiftung gegen Rassismus und Antisemitismus (GRA), das ab Montag, 6. Oktober 2003 in einer landesweiten Kampagne aufruetteln soll. Die Plakate, zusammen mit Inseraten und Spots erinnern an antisemitische Klischees und rassistische Vorurteile. Im Text:

Plakat gegen rassistische Vorurteile (2003). Bild: GRA - STIFTUNG GEGEN RASSISMUS

Die meisten der heute rund 50'000 Menschen sri-lankischer Abstammung in der Schweiz waren in den 1980er und 1990er-Jahren vor dem Bürgerkrieg in ihrer Heimat geflohen. Sie stiessen zunächst auf Ablehnung, in der Boulevard-Presse wurden sie als «Heroin-Tamilen in Lederjacken» karikiert. Dann erwiesen sie sich als «mustergültige» Einwanderer, die hart arbeiten und nicht auffallen. Zwischenzeitlich fiel die Beurteilung wieder etwas weniger euphorisch aus, weil Tamilen auffallend oft in der Kriminalstatistik auftauchten.

Jugoslawen – unerwünscht

A column of Serb refugees from Croatia blocked main Banja Luka to Belgrade road in northwestern Bosnian Serb stronghold near Banja Luka, some 100 miles (160 kms) northwest of Sarajevo Tuesday August 8 1995. More than 200,000 Serb refugees fled after the Croatian government army launched a multifront offensive to regain territories in Krajina occupied by rebel Serbs four years ago. (AP PHOTO/Srdjan ILIC)

Serbische Flüchtlinge in Bosnien (08.08.1995). Bild: AP

Der Bürgerkrieg nach dem Zerfall Jugoslawiens und anschliessend der Kosovokrieg trieben Zehntausende Flüchtlinge in die Schweiz. Heute leben hier über 300'000 Menschen aus Ex-Jugoslwaien. Auch diese Einwanderergruppe hatte (und hat) es bisweilen schwer. Raser und Schläger unter ihnen brachten den gesamten Balkan in Verruf. Noch heute gelten Nachnamen, die auf -ic enden, als Nachteil auf dem Arbeitsmarkt. Inzwischen hat sich die Lage etwas beruhigt.

Eritreer – unerwünscht

Eine Fluechtlingsfamilie aus Eritrea freut sich ueber die Nahrungsmittel-Lieferung der Organisation

Eine Flüchtlingsfamilie aus Eritrea in der Schweiz erhält gespendete Lebensmittel (01.05.2015). Bild: KEYSTONE

Die aktuellen Buhmenschen im Schweizer Asylwesen. Der Bundesrat und sämtliche Regierungen Westeuropas vertreten die Ansicht, dass in Eritrea ein Unrechtsregime herrscht und den Flüchtlingen deshalb politisches Asyl oder zumindest vorläufige Aufnahme gewährt werden muss. Rechtskonservative Kreise in Medien und Politik hingegen bezeichnen Eritreer als «Wirtschaftsflüchtlinge», die zurückgeschafft gehören.

Syrer – erwünscht, aber ...

Migrants storm into a train at the Keleti train station in Budapest, Hungary, September 3, 2015 as Hungarian police withdrew from the gates after two days of blocking their entry.      REUTERS/Laszlo Balogh

Syrische Flüchtlinge am Bahnhof Keleti (03.09.2015). Bild: LASZLO BALOGH/REUTERS

3500 Flüchtlinge aus dem syrischen Kriegsgebiet will der Bundesrat über drei Jahre verteilt aufnehmen und gezielt integrieren. Alle anderen, die es bis hierher schaffen, werden vorläufig aufgenommen. Gemäss Angaben des Staatssekretariats für Migration hat die Schweiz seit Ausbruch des Krieges im März 2011 etwa 8450 Asylgesuche von syrischen Staatsbürgern entgegengenommen (Stand Ende Mai 2015). Angesichts des Ausmasses der humanitären Tragödie – im Libanon, in Jordanien und in der Türkei fristen Millionen Flüchtlinge ein trauriges Dasein in unterfinanzierten Lagern, Tausende ertrinken auf der Flucht über das Mittelmeer – ein bescheidener Beitrag.

Update: Aufgrund mehrerer Leserrückmeldungen ist zu präzisieren, dass mit der «Gruppe» im Titel keine spezifische Volksgruppe gemeint ist, sondern die Kategorie jener, die vor kommunistischer Aggression flohen.

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33Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • herschweizer 04.09.2015 17:53
    Highlight Highlight kann es sein dass wir hier zuwenig Geburten haben um in 10-20 Jahren die Altersvorsorge zu finanzieren? Oder wird die in absehbarer Zeit privatisiert?
  • boexu 04.09.2015 14:41
    Highlight Highlight Mein Gott, hat es die SVP Propagandamaschine jetzt schon bis in die Kommentarspalte bei Watson geschafft? Und niemand empört sich darüber? o.O
    • Gulli 04.09.2015 18:41
      Highlight Highlight Ja, es scheint tatsächlich leider so.
    • Andi Amo 05.09.2015 11:23
      Highlight Highlight Ihr seid lustig! Kaum gibt es Leute, die sich vielleicht eher sogenannt konservativ äussern (gibt's das überhaupt in der Flüchtlingsdebatte..??), sind die gleich SVP? Wie sagt man nochmals...immer schön alle in den selben Topf rein ;-)
  • NonplusUltra 04.09.2015 13:55
    Highlight Highlight Man sollte bei den ic's unterscheiden, die Serben Bosnier Montenegriner sind zu 90% ähnlich wie die Schweizer, bei den Kosovaren und Albaner fehlt hier der Wille zum sich integrieren man hat was gegen den Schweizer und dies obwohl man sie noch schützt, in keinem Land wäre dies auch nur denkbar.... Sie sollten dankbar sein und nicht diese Scheiss Schweizer auch noch verprügeln... Dies wird irgendwann zurückkommen ich hoffe die sind sich das bewusst...
    Aja Free Tibet ein gutes Volk mit guten Menschen!
    Ungarn und Chilenen ebenfalls ein Volk vor dem ich riesen Respekt habe!
    • Amanaparts 04.09.2015 14:33
      Highlight Highlight So du hast also einfach etwas gegen Albaner/Kosovaren?!
    • olga 04.09.2015 15:20
      Highlight Highlight bist du dir eignetlich bewusst, wie rassistisch das ist, was du hier gerade geschrieben hast!?
    • Jol Bear 04.09.2015 15:40
      Highlight Highlight Die Herkunft von Flüchtlingen ist nicht von Bedeutung. Wir hatten in unserer zürcher Agglogemeinde einige Schulkinder von Tibetern, später Leute aus Sri Lanka, dazu Gastarbeiter aus der Türkei, Spanien. Das war unproblematisch, niemand hatte was gegen die, im Umgang mit Lehrern und Behörden half man diesen Leuten bei der Verständigung in Deutsch usw. Problematisch wird es, wenn die Anzahl der "Fremden" gross wird. Einheimische beginnen sich, begründet oder nicht, ob dem fremdartigen bedrängt zu fühlen, generieren Ängste. Und die Einwanderer selber stehen, wenn sie eine grosse Gruppe darstellen, weniger unter Druck, sich mit den Einheimischen abzugeben. Betätigen sich einzelne dazu im illegalen Bereich, stellen selbstbewusst fremdartige Sitten und Unsitten zur Schau, dann ist es um ihr Image geschehen.
    Weitere Antworten anzeigen
  • loadmaster 04.09.2015 13:26
    Highlight Highlight ich dachte bei der erwünschten Flüchtlingsgruppe im Titel zuallererst an die Steuerflüchtlinge ;-)
  • dä dingsbums 04.09.2015 12:21
    Highlight Highlight Die Bourbaki Armee würde auch noch in die Liste Passen.
  • thompson 04.09.2015 12:17
    Highlight Highlight erwünscht katholiken:
    rest ausschaffen!☺
    vitus neuer chef
  • Wilhelm Dingo 04.09.2015 12:00
    Highlight Highlight Interessanter Bericht, danke. Aus heutiger Sicht gibt es Bedenken wenn folgende Umstände gegeben sind:
    - Sehr viele auf einmal
    - Flüchtende bringen starke Religiöse Gefühle
    - Flüchtende sind nicht unmittelbar durch Kriege und Terror an Leib und Leben bedroht..
    • boexu 04.09.2015 14:32
      Highlight Highlight Was sind denn genau deine "Bedenken" in diesen 3 Fällen?
    • Chili5000 04.09.2015 16:08
      Highlight Highlight Würde mich auch interessieren. Was sind den deine "Bedenken" in diesen 3 Fällen?
  • da vi de 04.09.2015 11:48
    Highlight Highlight Ich finde den Bericht sehr Treffend, vor allem das die Fehler vom 2. WW spuren hinterlassen haben.
    Allerdings vermisse ich bei der ganzen Integrations und Flüchtligsfrage das Tema wie es eigentlich mit jenen von unserer Wirtschaft, die ja bitte stetig wachsen soll, geforderten Fachkräfte aussieht. Werden die auch Integriert, man spricht Englisch, aber das scheint ja niemanden zu kümmern weil es dient ja unserem Wohlstand.
  • sonic 04.09.2015 11:30
    Highlight Highlight Ihr habt die italienischen Saisonniers vergessen.
    • sonic 04.09.2015 16:35
      Highlight Highlight @sound:
      Besonders erwünscht waren sie zu Beginn aber ja von der Bevölkerung wohl auch nicht. Heute gehören die zweiten und dritten Generationen einfach dazu und sind meistens bestens integriert.
  • Lumpirr01 04.09.2015 11:04
    Highlight Highlight Lieber Kian, dieser Bericht sollte leicht überarbeitet werden: 1) Im Titel steht, dass nur eine Gruppe willkommen war, aber im Bericht ist von mehreren Gruppen die Rede, welche willkommen waren. 2) Bitte auch etwas zu den Auswanderungen nach USA nach den Missernten wegen einem Vulkanausbruch erwähnen. 3) das Wort heisst "Verfolgung" (nicht Verflogung). Danke & Gruss
  • Philipp Burri 04.09.2015 10:53
    Highlight Highlight Im Titel steht "willkommen war bislang nur eine Gruppe"... bei der Aufzählung siehts dann aber beinahe diametral anders aus.. (Hugenotten, Ungarn, Vietnamesen, Tschechoslowaken, Tiberter..alle angebliche willkommen)

    Kian, was soll der Scheiss? :-)
    • Kian 04.09.2015 11:00
      Highlight Highlight Sorry Philipp, dass das nicht klarer rüberkommt. Ich meinte keine bestimmte Volksgruppe, sondern alle, die vor kommunistischer Aggression flohen.
    • Philipp Burri 04.09.2015 11:26
      Highlight Highlight McCarthy lässt grüssen :-)
    • pun 04.09.2015 11:28
      Highlight Highlight Ging mir gleich wie Philipp. Alternativer Titel
      "[...] Wirklich willkommen waren bislang nur jene, die vor dem Kommunismus flüchteten."

      Oder sprengt das die möglich Zeichenanzahl?
    Weitere Antworten anzeigen
  • Denk-mal 04.09.2015 10:38
    Highlight Highlight Watson: Macht mal eine Aufstellung der Schweizer. "In welchen Ländern wir als Flüchtlinge" erwünscht wären.
    • Kian 04.09.2015 11:03
      Highlight Highlight Das wäre sehr hypothetisch. Glücklicherweise haben wir das Privileg, in Frieden und Wohlstand hineingeboren zu werden und nirgendwohin fliehen zu müssen.
    • blueberry muffin 04.09.2015 12:18
      Highlight Highlight @ Spielverderber wir flohen in die USA und haeufig auch Argentinien. Hat ziemlich gut geklappt.
    • RFC 04.09.2015 13:29
      Highlight Highlight Noch besteht Personenfreizügigkeit mit der EU.
      Heisst Schweizer können in jedes EU Land zügeln.
      Sollte hier also Krieg ausbrechen hast Du mindestens 27 Länder zur Auswahl.
  • MarGo 04.09.2015 10:30
    Highlight Highlight Klingt ein bisschen nach "die Guten ins Töpfchen, die Schlechten ins Kröpfchen"!
    Menschen in Not muss geholfen werden - egal welcher Nationalität und Religion sie angehören!
    • atomschlaf 04.09.2015 11:15
      Highlight Highlight @MarcoG: Das ist angesichts der steigenden Flüchtlingszahlen auch absolut sinnvoll, denn allen zu helfen rein wird mathematisch nicht möglich sein ohne selbst im Chaos zu versinken.
      In meinen Augen wird künftig auch bei Flüchtlingen eine Selektion notwendig sein, wobei insbesondere auch die Integrationsfähigkeit zu berücksichtigen sein wird.
      Auch wäre IMHO ein stärkere Konvergenz zwischen Asyl- und Einwanderungspolitik anzustreben, in deren Rahmen nicht zuletzt das rassistische 3-Kreise-Modell abgeschafft oder modifiziert werden sollte.
    • MarGo 04.09.2015 13:17
      Highlight Highlight Sie meinen die 500'000 Flüchtlinge, die auf 500 Millionen Menschen in der EU verteilt werden? Oder meinen Sie die 3000 Flüchtlinge, die die Schweiz aufnehmen wird? Natürlich kann jedem geholfen werden - nein, es muss jedem geholfen werden! Immerhin sind die wohl betuchten Nationen Schuld an der Misere in den minder bemittelten Ländern... Wie sagte dazu Gregor Gysi: "Wir leben auf Kosten der dritten Welt und wundern uns, wenn das Elend anklopft."

In Deutschland waren die Flüchtlinge nicht mal willkommen, als es Deutsche waren

Wer glaubt, für Fremdenfeindlichkeit brauche es Menschen aus fremden Ländern, irrt. Nach dem verlorenen Krieg drängten sich Millionen Flüchtlinge und Vertriebene aus den deutschen Ostgebieten in Rest-Deutschland. Heute gilt ihre Aufnahme als vorbildlich – doch in Wahrheit schlugen ihnen damals Hass und Verachtung entgegen und der offen ausgesprochene Gedanke, nicht nach Westdeutschland, sondern nach Auschwitz zu gehören.

Der Volkszorn kocht, und der Redner weiss genau, was die Leute hören wollen: «Die Flücht­lin­ge müs­sen hin­aus­ge­wor­fen wer­den, und die Bau­ern müs­sen da­bei tat­kräf­tig mit­hel­fen», ruft Josef Fischbacher. Der Kreisdirektor des bayerischen Bauernverbandes giesst kräftig Öl ins Feuer und nimmt sogar das Nazi-Wort «Blutschande» in den Mund.

Was hier nach Sachsen im Jahr 2016 klingt, ist Bayern im Jahr 1947. Und die Flüchtlinge, die Fischbacher hinauswerfen will, kommen nicht aus …

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