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Heftige Gewitter in der Schweiz
quelle: az / leserreporter
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Hagel wie Schnee und 700 Feuerwehreinsätze: So heftig war der Gewitterabend

Unwetter haben am Mittwochabend in Zürich, im Aargau und in der Ostschweiz grosse Schäden angerichtet. In zwei Gemeinden wurde das Trinkwasser verschmutzt. 



Starke Gewitter haben am Mittwochabend Strassen sowie Häuser überflutet und zu unzähligen Feuerwehreinsätzen geführt. Von den Unwettern mit Hagel und kräftigem Niederschlag besonders betroffen waren die Kantone Aargau und Zürich sowie die Ostschweiz.

In Baden haben die bis zu eiswürfelgrossen Hagelkörner die Strassen in ein winterliches Weiss getaucht und den Strassenverkehr gehörig beeinträchtigt. 

Riesige Hagelkörner

Teilweise seien die Hagelkörner so gross wie Murmeln oder Eiswürfel gewesen, erklärt Martin Rupf, Ressortleiter des «Badener Tagblatts». «Der Verkehr kam zum Erliegen, Autofahrer suchten Schutz unter Vordächern.» Der Metroshop und die Coop-Vitality-Apotheke im Untergeschoss des Bahnhofs seien knöcheltief im Wasser gestanden. Viele Passanten hätten die Schuhe ausgezogen, um sich durch die Fluten im Bahnhof-Untergeschoss zu bewegen.

So wütete das Gewitter in Baden

Video: kaltura.com

In der Region Baden-Lägeren im Osten des Kantons Aargau fiel am meisten Regen. Innerhalb von einer halben Stunde gab es in Ehrendingen AG 53 Millimeter Regen und insgesamt über 70 Millimeter. Das sind zwei Drittel der Menge, die sonst im gesamten Mai fällt.

Viel Wasser in Ennetbaden

Grosse Wassermengen in Ennetbaden.

700 Einsätze im Kanton Zürich

Im Kanton Zürich kam es zwischen 18.30 Uhr und 23.00 Uhr zu über 700 Feuerwehreinsätzen, wie Zürcher Notfallorganisation Schutz & Rettung in der Nacht auf Donnerstag mitteilte.

Besonders betroffen war das Zürcher Unterland, wo mehrere hundert Notrufe eingingen. So traten mehrere Bäche über die Ufer, und Bäume stürzten um. Es seien an einzelnen Orten ganze Strassenzüge überflutet worden, heisst es in der Mitteilung. Wasser sei in hunderte Wohnungen, Keller und Tiefgaragen eingedrungen.

Stillstand am Flughafen

Am Flughafen Zürich-Kloten ging am Abend für 30 Minuten nichts mehr um die am Boden stehende Flugzeuge herum, wie ein Sprecher der Nachrichtenagentur SDA auf Anfrage sagte. Wegen der Gefahr durch Blitzeinschläge hätten sich weder Personal noch Passagiere den Flugzeugen nähern dürfen.

Deshalb sei weder Einsteigen noch Aussteigen noch Beladen und Entladen möglich gewesen, sagte der Sprecher. Auch das Betanken der Flugzeuge war nicht erlaubt. Mehrere Maschinen mit Ziel Zürich wichen auf andere Flughäfen aus.

Sirenenalarm wegen Verschmutzung

Im Nordwesten des Kantons Zürich wurde in Schöfflisdorf und Oberweningen gegen 22.30 Uhr ein Sirenenalarm ausgelöst, wie die Zürcher Kantonspolizei mitteilte. In den beiden Gemeinden war das Trinkwasser nach dem Unwetter stark verschmutzt.

Die Bürger müssen auf Anweisung der Behörden Wasser sparen und dieses vor dem Gebrauch abkochen. Für wie lange, war zunächst unklar. Die beiden betroffenen Gemeinden wollen am Donnerstagmorgen informieren.

Stark vom Regen getroffen wurde auch Dielsdorf. Dort wurde laut Polizei ein Hallenbad wegen eines Wassereinbruchs im Keller evakuiert. Zudem drang Wasser in einen Chemiebetrieb ein, und Fässer mit Chemikalien schwammen in den Fluten, wie ein Sprecher von Schutz & Rettung der SDA sagte. Für die Bevölkerung bestand laut Angaben der Polizei keine Gefahr.

Behörden: «Massive» Schäden

Ausserdem legte das Unwetter eine S-Bahn-Strecke im Nordwesten Zürichs lahm: Weil in Dielsdorf und Steinmaur Weichen unter Wasser standen, konnten die Züge der Linie 15 zwischen Dielsdorf und Niederweningen nicht mehr verkehren.

Ersatzbusse seien aufgeboten worden, sagte ein Sprecher der SBB zu einer Meldung der Bahnverkehrsinformation. Die Reisenden mussten etwas längere Fahrzeiten in Kauf nehmen. Am späten Mittwochabend wurde die Strecke der Bahnverkehrsinformation zufolge wieder für den Verkehr freigegeben.

Auch im Kanton Aargau kam es zu Schäden. In der Region Baden, im Zuzibiet und im Mettauertal standen laut Angaben der Aargauer Kantonspolizei vom Donnerstag auf Twitter elf Feuerwehren im Einsatz. Bei der Notrufzentrale gingen über hundert Meldungen ein.

Die Behörden rechnen mit «massiven» Schäden, wie es in der Mitteilung von Schutz & Rettung Zürich heisst. Über verletzte Personen war in der Nacht zunächst nichts bekannt. Um die Situation zu entschärfen, sei neben der Feuerwehr auch der Zivilschutz aufgeboten worden. Die Aufräumarbeiten dauerten am Donnerstag an. Für die Feuerwehren sei es der grösste Unwettereinsatz seit dem Sturmtief Burglind Anfang Jahr gewesen.

Zehntausende Blitze

Wie SRF Meteo mitteilte, zog die Gewitterline am Nachmittag und Abend über die Schweiz hinweg. Sie brachte neben den Überschwemmungen auch bis zu vier Zentimeter grosse Hagelkörner und zehntausende Blitze. (sar/wst/sda)

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