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Die dunkle Seite des Fortschritts: Smartphones und Facebook machen uns depressiv und gefühllos

Alle reden von der vierten industriellen Revolution. Die Psychologin Sherry Turkle hat untersucht, welche Wirkung die neuen Gadgets auf uns haben.



Vor rund zwei Jahren wurde die Psychologin Sherry Turkle von einer renommierten Privatschule im Bundesstaat New York um Hilfe gebeten. Die Lehrerinnen und Lehrer hatten eine signifikante Verhaltensänderung ihrer Schüler festgestellt: «Die Kinder sind nicht grausam», erklärte die Rektorin, aber sie seien emotional unterentwickelt:

«Zwölfjährige verhalten sich auf dem Spielplatz wie Achtjährige. Sie können sich nicht mehr in die Lage von anderen versetzen. Sie können nicht mehr zuhören und wissen nicht mehr, wie man sich gegenseitig in die Augen schaut.»

Rektorin

Turkle arbeitet seit Jahrzehnten am Massachusetts Institute of Technologoy (MIT) in Cambridge USA und ist Expertin auf dem Gebiet der künstlichen Intelligenz. Sie wollte mehr über das veränderte Verhalten der Teenager erfahren. Was hat die permanente Verfügbarkeit von Smartphones und die konstante Verbundenheit mit sozialen Medien wie Facebook für Auswirkungen? Diesen Fragen ist Turkle nachgegangen. Die Resultate hat sie kürzlich im Buch Reclaiming Conversation veröffentlicht.  

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Die beschriebenen Kinder gehören zur ersten Generation, die von Kindsbeinen an mit Smartphones und Tablets aufgewachsen ist. Auch ihre Eltern benutzen diese Gadgets, heute sieht man gar Mütter, welche ihre Babys stillen und gleichzeitig texten. Ob am Familientisch, in der Schulklasse oder in der Freizeit, das Smartphone ist allgegenwärtig und ein Leben ohne diese Geräte undenkbar geworden.

«Heutzutage kontrolliert der durchschnittliche Amerikaner sein Smartphone alle sechseinhalb Minuten.»

Sherry Turkle

Und weiter schreibt Turkle: «Wir fangen früh damit an. Es gibt heute bereits Kinderwagen mit Haltervorrichten für Smartphones. Ein Viertel der amerikanischen Teenager greifen fünf Minuten nach dem Erwachen zu ihrem Handy. Die meisten Teenager versenden täglich rund 100 Texte. 80 Prozent können ohne Smartphone nicht mehr einschlafen. 44 Prozent stellen das Gerät nie ab, auch während des Gottesdienstes nicht oder wenn sie Sport betreiben.»

Auch am Arbeitsplatz sind wir permanent online. Turkle beschreibt das Beispiel einer Anwaltskanzlei in Boston. Dort haben die jungen Anwälte ihren Arbeitsplatz in ein Cockpit verwandelt. Sie sind umgeben von Laptop, Tablet und mehreren Smartphones. Ein älterer Partner schildert das Ganze wie folgt:

«Sie haben auch Kopfhörer an, richtig grosse, wie Piloten.»

In diesem Büro geht es sehr ruhig zu und her, Gespräche finden kaum statt und gelacht wird ebenfalls selten.

Nicht nur in der Schule oder am Arbeitsplatz ist das Smartphone omnipräsent. Es liegt auch auf dem Tisch, wenn die Familie zusammen ist, wenn man mit Kolleginnen und Kollegen im Ausgang ist. Es soll Paare geben, die es selbst ins Bett mitnehmen.  

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gif: giphy

Warum tun wir uns das an? Smartphones machen süchtig. Sie geben uns das Gefühl, stets mit allem verbunden zu sein und alles im Griff zu haben und schmeicheln so unseren Allmachtsphantasien. Sie verändern allmählich auch unser Gehirn. «Leute, die chronisch multitasken, trainieren ihr Gehirn, sich nach Multitasking zu sehnen», stellt Turkle fest.  

«Wer viel Multitasking betreibt, kann es zwar nicht besser, er will nur immer mehr davon.»

Sherry Turkle

Wie jede Sucht fordert auch die Multitasking-Sucht ihre Opfer. Wer permanent am Smartphone textet, der verliert die Fähigkeit, eine normale Konversation zu führen. Viele Jugendliche vermeiden es sogar, ihr Smartphone für den eigentlichen Zweck dieses Gerätes zu verwenden, das Telefonieren. Sie texten stattdessen. Telefonieren ist ihnen zu intim geworden.

Image

bild: imgur

«Studenten haben keine Probleme, miteinander ins Bett zu steigen, aber sie sprechen nicht miteinander» schreibt Turkle. «Sie wissen über die sexuellen Vorlieben ihrer Partner Bescheid, aber sie haben keine Ahnung, ob er einen verwitweten Vater oder eine autistische Schwester hat. Vielleicht wissen sie nicht einmal, ob er überhaupt Geschwister hat.»  

Was macht texten so viel attraktiver als miteinander zu sprechen? Beim Texten hat man alles unter Kontrolle. «Wenn ich online bin, dann will ich als witzige und intelligente Person wahrgenommen werden, welche die richtige ironische Distanz zu sich selbst hat», erklärt eine Studentin.

«Auf Twitter und Facebook zeige ich mich von meiner besten Seite und bin unverwundbar.»

Studentin

Image

bild: avoka

In den sozialen Medien gibt niemand seine Schwächen preis. Facebook kennt keinen Daumen, der nach unten zeigt. Gerade Teenager lernen so falsche Lebenslektionen: Negative Emotionen sind etwas für erfolglose Kids, und du darfst eine Unterhaltung jederzeit unterbrechen, wenn du die Kontrolle verlierst.  

Auch, oder gerade Liebe und Partnerschaft sind vom Kontrollwahn betroffen. Partner lernt man nicht mehr im Klassenlager oder der Disco kennen, sondern online. Und dort müssen strenge Codes gelernt und eingehalten werden. Wie viel Zeit muss man verstreichen lassen, um einen Flirt zu beantworten? Wo muss man Ausrufezeichen oder Sonderzeichen setzen? Um sich ja nicht lächerlich zu machen, lassen sich Teenager mittlerweile von Kollegen beraten und schicken ihre Antwort erst ab, wenn sie sorgfältig geprüft worden ist.

Das Liebesleben wird auf diese Weise zum Marketing in eigener Sache. Wer jung ist, passabel aussieht und einen anständigen Job hat, der hat dank Facebook, Tinder & Co. auch keine Mühe, einen Partner zu finden. Die scheinbar unlimitierte Auswahl wird jedoch zum Problem. Wer weiss, dass er jederzeit seinen Partner wechseln kann, der ist auch nie sicher, ob er den richtigen gefunden hat.

«Die unendliche Auswahl macht uns unglücklich, weil wir keine definitive Wahl mehr treffen können.»

Sherry Turkle

Die scheinbare Effizienz der Online-Kommunikation schlägt im Geschäftsleben in ihr Gegenteil um. Wem als Jugendlicher das Telefonieren schon zu intim ist, der will auch im Büro nicht direkt mit Menschen zu tun haben. Turkle fasst das Resultat wie folgt zusammen: «Viele Studien zeigen, dass ein Gespräch von Angesicht zu Angesicht zu mehr Produktivität führt und den Stress vermindert. Call-Zentren sind produktiver, wenn die Angestellten gemeinsame Pausen haben; Softwareteams machen weniger Fehler, wenn sie mehr zusammen sprechen.»

Im öffentlichen Leben schliesslich führt die virtuelle Kommunikation in eine Blase von Gleichgesinnten. Ein Jugendlicher schildert dies wie folgt: «Wir schauen uns nur noch die Filme an, die uns von unseren Kollegen empfohlen werden. Wir sind immer mit Freunden zusammen und erkunden niemals auf eigene Faust neue Ideen. Das gilt nicht nur für Filme, sondern auch für Bücher, das Surfen im Netz und selbst für das Denken.»  

Diskussionen mit Andersdenkenden werden so vermieden, genauso wie Konfrontationen mit politischen Gegnern. Auf Facebook werden nur Dinge veröffentlicht, von denen man weiss, dass sie ein «Like» von den Gleichgesinnten erhalten. So entsteht allmählich eine öde Monokultur in den Köpfen der Betroffenen.

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bild: imgur

Die Abhängigkeit von Smartphones und anderen Gadgets führt zu einem Paradox:

«Wir behandeln Maschinen, als ob sie beinahe Menschen wären, und Menschen, als ob sie beinahe Maschinen werden.»

Sherry Turkle

Das ist verständlich und verführerisch zugleich. Roboter sind verlässlich. Sie lügen und betrügen nicht und lassen einen nicht im Stich. «Es kann nichts Schlimmes passieren, wenn man einen Roboter als Freund hat», sagen die Betroffenen.  

Doch Roboter sind keine Menschen, sie haben keine Gefühle. Sie gaukeln eine scheinbare Sicherheit vor. Menschen hingegen sind zwiespältig und oft mühsam. Sich mit richtigen Menschen zu unterhalten, kann langweilig sein. Aber letztlich können nur Menschen andere Menschen verstehen.

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bild: imgur

Turkle fordert keinen Verzicht auf Smartphones, Laptops und die sozialen Medien. Sie sind eine grosse Chance für uns Menschen, aber nur dann, wenn wir dabei die Kunst der menschlichen Konversation nicht verlernen.

In dieses Dilemma hat uns der technische Fortschritt geführt. Aus diesem Dilemma kann uns aber der technische Fortschritt nicht führen. «Sollten wir vergessen haben, einander zuzuhören, dann wird es vielleicht eine App geben, die uns hilft, wieder aufmerksamer zu werden», schreibt Turkle. «Aber zu glauben, dass die Technik unsere Empathie-Lücke wird schliessen können, ist unfreiwillige Ironie, denn sie hat uns ja das Problem eingebrockt.»

(Gestaltung: Anna Rothenfluh)

Passend dazu: 21 Comics, die zeigen, wie das Smartphone unser Leben verändert hat

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    Alle Leser-Kommentare
  • barmi 25.01.2016 01:07
    Highlight Highlight @Rendel ... das nennt man Rücksicht auf die Anderen
  • dracului 24.01.2016 14:44
    Highlight Highlight Soziale Medien machen höchst unsozial. Mir scheint, dass alles viel direkter, aber auch oberflächlicher wird. Kennenlernen und Freundschaft sind extrem schwierig in Zeiten von Tinder, Parship und Pornhub. Selbst wenn man jemanden (physisch) trifft, ist das Gegenüber oft an mehreren anderen Orten.
    Ich versuche nur noch mit Menschen Zeit zu verbringen, die ihr Smartphone für ein paar Stunden stecken lassen wollen und bereit sind, für eine reale, menschliche Begegnung. Achtsamkeit auf genau den aktuellen Moment und 100% Präsenz ist ein Luxusgut geworden - There is no app for everything!
  • koks 24.01.2016 14:30
    Highlight Highlight Amüsant. Gleichzeitig stellt Watson 3 Apps vor, mit denen man noch weniger miteinander kommunizieren muss, die App tuts. Mir kommts manchmal vor, als hätten manche Menschen 5 Minuten Nachdenk-Phase am Tag, und die restliche Zeit ist das Gehirn dann wieder abgeschaltet...
    User Image
  • zombie woof 24.01.2016 14:21
    Highlight Highlight Ich bin nach wie vor ein Facebook Verweigerer und bevorzuge das direkte und persönliche Gespräch. Und ich hasse es, wenn ich mit jemandem rede und die Person dann dauernd aufs Handy schauen muss, nur um irgendwelche Statusmeldungen oder was auch immer, zu checken. Und wenn ich dann mal Auszüge aus Facebook lesen kann.....nein Danke, da verpass ich wirklich nichts!
  • guby 24.01.2016 14:11
    Highlight Highlight Interessant. Ich hab mich schon des Öfteren gefragt warum mich die meisten Menschen und der belanglose Smalltalk langweilen. Interesse heucheln kann ich auch nicht. Deshalb habe ich etwa 3 Freunde mit denen ich tiefgründiger sprechen kann. Texten tue ich aber auch nicht oft. Ich denke Watson ist schuld, hier wird nie Smalltalk betrieben und kommentieren ist schnell zugänglich😉
  • therandompanda 24.01.2016 14:10
    Highlight Highlight Ich sehe da positiv in dir Zukunft und vergleiche das jetzt mal mit dem rauchen in der Schwangerschaft früher. Man wusste nicht welche Folgeschäden es für das Kind haben könnte. Jeder machte es. Smartphones sind ja relativ neu. Und den "gesunden" Umgang damit muss man lernen. Steve Jobs liess seine kleinen Kinder zbsp. nie an Smartphones und Tablets ran, er wusste um die "Gefahren" Meine Generation. hat den Übergang zum Smartphone gerade mitbekommen und behandelt es in Zukunft mit eigenen Kindern (hoffentlich) verantwortungsvoll.
  • Yes. 24.01.2016 13:49
    Highlight Highlight Ja, ich will meinen Freunden ein möglichst guter/angenehmer Freund sein, das stimmt. Aber das jetzt mit Angst gleichzusetzen finde ich falsch. Es ist jetzt konkret beim Telefonieren nicht so, dass wir es nie tun und wenn doch, dass es eine erwähnenswerte Sache wäre. Ich habe es halt allgemein selbst lieber, wenn ich nicht ständig durch Anrufe gestört werde und verhalte mich entsprechend auch so. Du wirst wahrscheinlich auch nicht bei den meisten Deiner Freunde unangekündigt in die Wohnung eintreten, obwohl der andere dann ja sagen könnte, dass es gerade unpassend sei.
  • Adrian Schwarz (1) 24.01.2016 13:12
    Highlight Highlight "Zu viel Smartphone-Konsum macht einsam/gefühllos/stumpf" ist eine Aussage ähnlich wie "Fastfood macht fett", "Alkohol bedingt Schizophrenie" und "Ego-Shooter verursachen Amok-Läufe".

    Es liegt doch an mir selbst, wie ich dieser Thematik begegne, wieviel Einfluss ich ihr gewähre und wie ich sie in mein Leben integriere.

    Warum das Medium verteufeln, nur weil der Konsument sich nicht ausreichend selbst reflektiert. Wer Probleme damit hat, soll sich eben kein Smartphone zulegen und weiter vor Glotze und PC hocken.

    Notabene: Ohne Smartphones kein Arabischer Frühling etc.
    • Skianto 28.01.2016 06:15
      Highlight Highlight Arabischer Frühling ? Wohl eher Geheimdienst Frühling...
  • Gipfeligeist 24.01.2016 13:01
    Highlight Highlight Guter Artikel!
    Die jetzige Generation der Eltern sollte unbedingt aufgeklärt werden. Es darf nicht sein, dass in der 1. Primarschule 90% der Kinder ein iPhone besitzen!
  • dä dingsbums 24.01.2016 12:37
    Highlight Highlight Das mit dem Multitasking ist tatsächlich war. Hatte vor ein paar Jahren ein Job wo ich zum Multitasking gezwungen war. Im folgenden Job wo ruhiges konzentriertes Arbeiten wieder angesagt war, hab ich dann sehr lange gebraucht um mich wieder umzugewöhnen.

  • lifepeanut 24.01.2016 12:37
    Highlight Highlight Dank Facebook erfahren wir von herzerwärmenden Geschichten von Einzelpersonen aus anderen Ländern. Wir werden weltoffener.Wir spenden mehr, lernen unsere Nachbaren besser kennen, wir setzen Ideen in die Wirklichkeit um. Lustige Videos lockern unseren strengen Alltag auf. Wir sind politisch engagierter &können durch Teilen von Bildern auf Defizite aufmerksam machen. Wir können sogar Solidarität zeigen. Dank des Smartphones sind Fernbeziehungen erträglicher und der Kontakt zu unseren Freunden im Ausland hält besser. Wir können Gruppenchats kreieren und uns gegenseitig helfen und
    austauschen.
    • lifepeanut 24.01.2016 16:05
      Highlight Highlight Ja, die kenn ich gut. Ich wollte nur sagen, dass es auch eine positive Seite gibt. Natürlich alles mit Mass.
      Egal ob Fernsehen, Internet oder Smartphone- alles hat tolle Vorteile mit sich gebracht aber auch Nachteile.
    • reamiado 24.01.2016 17:41
      Highlight Highlight Natürlich hat es auch Vorteile, ansonsten würden diese Medien auch nicht genutzt werden. Das Problem ist, dass gleichzeitig auch Nachteile durch die Nutzung mit dabei sind, die aber nicht offen ausgesprochen werden. Der versprochene Vorteil des jeweiligen Mediums ist letzten Endes immer das Glücklichsein.
  • NWO Schwanzus Longus 24.01.2016 12:27
    Highlight Highlight Durch das ständige benutzen von Elektronik Geräten werden wir Gefühlslos, wir kommunizieren ja nicht mehr direkt, sondern über Smartphones, man verliert immer mehr das Gespühr für Soziales Verhalten, man verhält sich immer mehr gereizter, es fehlt denn Leuten das Gespühr für Menschliche Emotionen.
  • stadtzuercher 24.01.2016 12:25
    Highlight Highlight wer von euch smartphönler und facebookler würde jetzt nur im entferntesten dran denken, dass er durch gebrauch dieser gadgets kommunikativ handicapiert wäre, einem menschen ohne it-gadgets gebenüber? nicht wirklich, oder? es sind bloss die anderen, wie immer.
  • Yes. 24.01.2016 12:02
    Highlight Highlight Ich finde den Artikel masslos übertriben. Bin 18 und habe natürlich auch seit längerem ein Smartphone wie alle meine Freunde. Ja, wir schreiben uns und telefonieren wenig, aber das ist für niemanden ein Ersatz von in der Gruppe Zeit miteinander zu verbringen und schon gar kein Ersatz für tiefgründige Gespräche, die man zu zweit hat (und sich dabei tief in die Augen schaut).
    • Yes. 24.01.2016 12:31
      Highlight Highlight Spannend wie all die "Blitzler" sich scheinbar besser in meinem Leben auskennen als ich mich selbst. Das wenige Telefonieren hat übrigens nicht damit zu tun, dass man kein Gespräch mehr führen kann, sondern dass man beim Anruf selbst Angst hat, dass man die Privatsphäre des anderem verletzt. Dieser könnte ja am Arbeiten,Essen,Schlafen oder auf dem WC sein. Beim schreiben gibt man dem Gegenüber etwas Raum und überlässt es ihm zu antworten wenn er Zeit hat/will.
  • Pater Noster 24.01.2016 12:01
    Highlight Highlight Sehr spannender Artikel, danke dafür!

    Ich erlebe dieses Phänomen auch oft bei meinen Studenten.

    Ich kann den TED Talk von Dr. Brené Brown dazu empfehlen:
    https://www.ted.com/talks/brene_brown_on_vulnerability?language=en

    Diese Thema gilt allgemein und ich bin der Überzeugung, dass es uns allen Menschen gut tun würde zu unseren Schwächen zu stehen und dadurch Stärke zu gewinnen.
  • reamiado 24.01.2016 11:21
    Highlight Highlight Der Aspekt der vorgegaukelten Sicherheit scheint immer mehr an Bedeutung zu gewinnen; wir leben in einer "Gesellschaft der Angst": Angst vor dem Verlust von Besitz, Zugehörigkeitsgefühl & Kontrolle.
    • poga 24.01.2016 13:31
      Highlight Highlight Ich denke das liegt vor allem daran, dass wir uns gegen jede mögliche Sache absichern. AHV IV ALV Krankenkassen Sozialwesen andere Versicherungen. Diese haben neben ihren positiven Effekten auch die Negativen. Diese sind eben die Verlustängste, und eine Absonderung gegenüber der Gesellschaft. Man ist von Ihr nicht mehr abhängig. Hier in der Schweiz denke ich geht das Hand in Hand mit dem Smartphone und seiner eigenen perfekten Welt.
  • monospace 24.01.2016 10:43
    Highlight Highlight Bin ich eigentlich mit meinem Glück alleine?
    In meinem Freundeskreis haben fast alle ein Smartphone. Sobald wir einander sehen, verschwindet das Telefon in der Tasche und bleibt in aller Regel auch dort. Somit verlernen wir wohl die "Kunst der menschlichen Konversation" nicht - obwohl wir vor allem Quatsch von uns geben ;-)
    • 有好的中国老虎 friendly chinese Tiger 24.01.2016 10:57
      Highlight Highlight bei mir ist es auch so. wenn wir uns rreffen, bleibt das Handy in Tasche. aber es kann auch sein, dass wir auch eine andere Generation sind. Wir sind alle Ende 80er und Anfangs 90er Jahre geboren.
    • Commi 24.01.2016 11:01
      Highlight Highlight Bin 99 geboren und bei uns ist das nicht anders. Sobald wir zusammen sind ist das Smartphone eigentlich immer in der Hose.
    • Leo Helfenberger 24.01.2016 11:37
      Highlight Highlight @Commi: Darum nennt man euch ja auch die Generation Sexting ;)
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  • Calvin Whatison 24.01.2016 10:09
    Highlight Highlight richtiger wäre wohl Einsam...die Folgen: egoistisch und gefühlskalt... aktueller Zeitgeist : mehr Schein als sein...

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