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In den nächsten Tagen werden in Dubai zwei Köpfe rauchen.
In den nächsten Tagen werden in Dubai zwei Köpfe rauchen.Bild: Shutterstock

Die 7 wichtigsten Fragen und Antworten zur Schach-WM

Um 13.30 Uhr wird Jan Nepomnjaschtschi zu einer weissen Figur greifen und damit die Schach-Welt in helle Aufregung versetzen: Dann eröffnet der Russe die erste WM-Partie gegen Titelverteidiger Magnus Carlsen.
26.11.2021, 06:2627.11.2021, 09:20

Wer sind die zwei Konkurrenten?

Bild: keystone
Bild: keystone
Magnus Carlsen
– Aus Norwegen 🇳🇴
– Wird am Dienstag 31 Jahre alt
– Weltmeister 2013, 2014, 2016, 2018. Dazu neunfacher Weltmeister in den Formaten Chess960, Schnell- und Blitzschach
– Aktuelle Elo-Zahl: 2855
– Nummer 1 der Weltrangliste​ (seit 2011)
Jan Nepomnjaschtschi
– Aus Russland 🇷🇺
– 31 Jahre alt
– Sieger des Kandidatenturniers zur Ermittlung des Herausforderers
– Aktuelle Elo-Zahl: 2782
– Nummer 4 der Weltrangliste

Wer ist der Favorit?

Ganz klar Magnus Carlsen. Wer auf seinen Sieg setzt, erhält etwa beim Buchmacher Bwin nur die Quote 1,22. Wer dagegen auf Jan Nepomnjaschtschi setzt, kann seinen Einsatz bei einem Erfolg vervierfachen.

Der Vorsprung von Carlsen in der Weltrangliste auf Rang 2 ist so gross wie der Abstand zwischen Rang 2 und Rang 17. Das sagt einiges über seine Dominanz aus.

Carlsen mit dem WM-Pokal 2018.
Carlsen mit dem WM-Pokal 2018.IMAGO / Bildbyran

Im Head-to-Head der beiden Spieler liegt allerdings Nepomnjaschtschi vorne: Vier Siege und eine Niederlage stehen aus Sicht des Russen zu Buche. Es ist ein Fakt, der Beobachter hoffen lässt, dass das WM-Turnier keine einseitige Sache wird.

Viel könnte davon abhängen, wie mutig Nepomnjaschtschi spielt. Bei Carlsen verhält es sich ein wenig wie bei Roger Federer zu seinen besten Tagen: Viele Gegner hatten schon verloren, wenn sie den Tennis-Court betraten. Von Carlsen heisst es, er sei besser als ein Computer, weil er im Gegensatz zu diesem die Schwächen der Gegner und ihre allfällige Nervosität genau spüre. Weil Carlens Widersacher dies wissen, agieren sie vielleicht erst recht zu defensiv und spielen dem Favoriten damit in die Karten. Das Problem dabei: Je länger eine Partie dauert und je weniger Figuren auf dem Brett sind, desto brillanter agiert Carlsen oft.

Wo wird gespielt?

In Dubai. Austragungsort ist eine Messehalle der Weltausstellung, die dort seit dem 1. Oktober und noch bis am 31. März stattfindet.

Blick übers Expo-Gelände in Dubai.
Blick übers Expo-Gelände in Dubai.Bild: keystone

Solange wird die Schach-WM aber nicht dauern. Spätestens am 16. Dezember wird sie beendet sein.

Wie ist der Modus?

Es sind 14 klassische Partien angesetzt. Für einen Sieg gibt es einen Punkt, für ein Remis erhalten beide Konkurrenten einen halben Punkt. Wer am Ende mehr Punkte auf dem Konto hat, ist Weltmeister.

Die Ausrichter haben die Anzahl der Partien auch deshalb von 12 auf 14 erhöht, weil Carlsen und Fabiano Caruana an der WM 2018 das Risiko scheuten und sämtliche 12 regulären Partien unentschieden endeten. Mit der höheren Anzahl Partien hofft man, dass die Spieler dieses Mal etwas mehr riskieren werden, anstatt mit einem Remis auf Nummer sicher zu gehen.

Sollte es dennoch nach 14 Partien unentschieden stehen, wird die WM verlängert. Dann stehen zunächst vier Schnellschach-Partien auf dem Programm, sollte immer noch kein Sieger gefunden sein, folgen maximal fünf Blitzschach-Partien. Als letzte Entscheidung würde eine Armageddon-Partie über den Weltmeistertitel entscheiden.

Was gibt es zu gewinnen?

Einerseits die Siegertrophäe: Sie ist rund fünf Kilogramm schwer und besteht aus Sterlingsilber und Gold sowie den Gesteinen Dolerit und Obsidian.

Andererseits geht es natürlich auch um viel Geld. Im Pott liegen zwei Millionen Euro. Der Sieger erhält 1,2 Millionen Euro, der Verlierer 800'000 Euro. Sollte die WM erst im Tie-Break entschieden werden, lauten die Preisgelder 1,1 Millionen Euro für den Sieger und 900'000 Euro für den Verlierer.

Wie ist das Verhältnis der beiden zueinander?

Man kann der Öffentlichkeit kein Duell zwischen Rocky und Ivan Drago vermitteln, dazu kennen und mögen sich Carlsen und Nepomnjaschtschi zu gut. Der Russe wirkte 2013 in Beraterfunktion im Sekundantenteam des Norwegers mit, als dieser den WM-Titel errang.

Die norwegische Post gab nach dem ersten WM-Titel diese Sonderbriefmarke heraus.
Die norwegische Post gab nach dem ersten WM-Titel diese Sonderbriefmarke heraus.Bild: Shutterstock

Doch egal, wie gut man sich kennt und wie sehr man befreundet ist: Letztlich gilt eine einfache Weisheit, die Nepomnjaschtschi an der Medienkonferenz vor der WM in Dubai wiederholte: «Sobald du am Brett sitzt, gibt es keine Freundschaft.» Klingt immerhin ein bisschen nach Ivan Drago.

Damit du nicht danach suchen musst: der Kampf zwischen Rocky und Ivan Drago in Rocky IV.Video: YouTube/Gioxis

Was hat Schach mit Sport zu tun?

Schach ist hoch offiziell eine vom Internationalen Olympischen Komitee anerkannte Sportart. Olympisch war es nie, die zuletzt angestrebte Aufnahme ins Programm der Sommerspiele 2024 in Paris scheiterte.

Es wird niemand bestreiten, dass es sich bei Schach um eine das Hirn stark fordernde Tätigkeit handelt – es wird daher als Denksport eingeordnet. Die körperlichen Voraussetzungen sind allerdings nicht zu unterschätzen. Magnus Carlsen gilt auch in dieser Hinsicht als herausragend, der Norweger ist topfit. Seine gute Physis hilft ihm dabei, in den entscheidenden Phasen einer Partie konzentriert zu bleiben. Und so ist Schach wohl eben doch mehr als reiner Denksport, sondern eine Verbindung von Körper und Geist.

Carlsen, hier mit Landsmann Erling Haaland, gilt als grosser Fussballfan. Im Dezember 2019 führte er die Fantasy Premier League an, eine Online-Simulation mit rund 7 Millionen Teilnehmern.

Über Jan Nepomnjaschtschi schrieb die «NZZ am Sonntag», dass er bezüglich der Fitness als unstabil gelte. Das habe ihn schon manches Turnier gekostet. Allerdings hiess es zuletzt, dass der Russe daran gearbeitet habe und bei ihm in den vergangenen zwei Jahren ein Lebenswandel hin zu mehr Seriosität stattgefunden habe.

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