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epa07456124 Switzerland's head coach Vladimir Petkovic attends a training session at the Boris Paitchadze Dinamo Arena in Tbilisi, Georgia, Friday, 22 March 2019. Switzerland will face Georgia in their UEFA Euro 2020 qualifying Group D soccer match on 23 March 2019.  EPA/ENNIO LEANZA

Vladimir Petkovic bleibt auch nach der EM 2020 Trainer der Schweizer Fussball-Nati. Bild: EPA/KEYSTONE

Analyse

Warum es richtig ist, den Vertrag von Nationaltrainer Vladimir Petkovic zu verlängern

Vladimir Petkovic darf bis mindestens Ende 2021 Schweizer Nationaltrainer bleiben. Er hat sich das Vertrauen der Fussball-Schweiz verdient. Eine Analyse.

etienne wuillemin / ch media



Heute um 14:30 wird der Schweizer Fussballverband über die «Trainerfrage des A-Nationalteams» orientieren. Die Botschaft wird keine Überraschung sein. Vladimir Petkovic darf weiter Nationaltrainer sein. Er erhält vorzeitig einen neuen Vertrag. Gültig bis Ende des Jahres 2021. Mit automatischer Verlängerung um ein Jahr, falls sich die Schweiz für die WM 2022 in Katar qualifiziert.

Die Zukunft des Nationaltrainers, es war das wichtigste Thema für die Fussball-Schweiz in diesem Frühjahr. Nati-Direktor Pierluigi Tami hat in seiner Analyse anfangs Januar ziemlich klar gesagt, dass er sich auch künftig eigentlich nur einen Nationaltrainer vorstellen könne: Petkovic. In den letzten Tagen haben nun auch die Swiss Football League und der Zentralvorstand des Schweizer Fussballverbands ihren Segen zu Tamis Plänen gegeben.

Pierluigi Tami,  Nationalteam-Direktor des Schweizerischen Fussballverbands SFV, zieht nach rund fuenfmonatiger Amtszeit ein erstes Fazit und spricht ueber seine Vision zur Organisation des Schweizer Fussballs, anlaesslich einer Pressekonferenz in Muri bei Bern, am Donnerstag, 9. Januar 2020, in Bern. (KEYSTONE/Marcel Bieri)

Pierluigi Tami kommt zum deutlichen Schluss: Petkovic muss Nati-Trainer bleiben. Bild: KEYSTONE

Der beste Punkteschnitt der Geschichte

Nach der WM 2014 hat Petkovic die Schweizer Nati übernommen. Als Nachfolger von Ottmar Hitzfeld stand er von Tag 1 an unter besonderer Beobachtung. Seine Bilanz in den fünfeinhalb Jahren ist gut. Der Punkteschnitt von 1,87 ist besser als jener sämtlicher seiner Vorgänger. Alle drei Qualifikationen für EM 2016, WM 2018 und EM 2020 hat die Schweiz geschafft. Dazu kam bei den beiden bisherigen grossen Turnieren die Achtelfinal-­Qualifikation. Dass diese Spiele gegen Polen (EM 2016, 5:6 nach Penaltyschiessen) und Schweden (WM 2018, 0:1) verloren gingen, ist aus sportlicher Sicht der kleine Makel im Arbeitszeugnis von Petkovic.

Noch wichtiger als die nackten Resultate ist in der Trainerfrage jedoch die sportliche Entwicklung des Teams. Und diese ist erfreulich. Das Nationalteam hat über die letzten zwei Jahre spielerische Fortschritte gemacht. Es tritt taktisch flexibel und dominant auf, gegen Mannschaften auf Augenhöhe oder schwächere sowieso. Gegen Grossmächte ist stets der Mut zu sehen, sich in Szene zu setzen anstatt nur zu verteidigen. Zudem scheint in diesem Schweizer Team etwas zu wachsen. Das Gefüge stimmt und der Trainer geniesst einen breiten Rückhalt. Das wurde rund um die letzten EM-Qualifikationsspiele sehr deutlich, als sich Führungsspieler wie Granit Xhaka oder Stephan Lichtsteiner deutlich für eine Vertragsverlängerung aussprachen.

Switzerland head coach Vladimir Petkovic, right, and Switzerland's Stephan Lichtsteiner, left, at the end of the match during the group E match between Brazil and Switzerland at the 2018 soccer World Cup in the Rostov Arena in Rostov-on-Don, Russia, Sunday, June 17, 2018. (AP Photo/Darko Vojinovic)

Captain Lichtsteiner setzte sich für Trainer Petkovic ein. Bild: AP/AP

Ja, es gab auch viele Krisen unter Petkovic

Natürlich, es gab seit Mitte des Jahres 2018 immer wieder Krisen rund um das Schweizer Nationalteam. Stichworte Doppel-Adler, Doppelbürger. Es waren Themen, bei denen auch der Nationaltrainer keine gute Figur abgab. Es gab Misstöne rund um den Rücktritt von Valon Behrami nach der WM, genau so wie um die rätselhafte Nati-Absage von Xherdan Shaqiri aus Motivationsgründen ein Jahr später.

Zudem wusste Petkovic lange Zeit nie so richtig, ob er nun noch auf den Captain Lichtsteiner setzen soll oder nicht. Und als in den EM-Qualifikations-Spielen plötzlich ziemlich viele späte Gegentore dazukamen, äusserten sogar mehrere ranghohe Funktionäre Zweifel und Vorbehalte gegen Petkovic. Es waren die Momente, in denen man sich fragte, ob dieses Schweizer Gebilde mit Petkovic an der Spitze nicht doch ziemlich fragil ist.

Trotzdem gilt: Es gibt genügend Gründe für eine Vertragsverlängerung

Was dann folgte, vom Team, aber auch von Petkovic selbst, war ziemlich überzeugend. Auf dem Platz gelang die Qualifikation für die EM 2020 doch noch souverän. Und neben dem Platz signalisierte Petkovic intern mehrfach die Bereitschaft, sich selbst zu hintersinnen – und sich zu öffnen. In der Kombination waren das für sämtliche Interessensvertreter des Schweizer Fussballs genügend Gründe für eine Vertragsverlängerung.

epa08007122 Players of Switzerland celebrate after the UEFA EURO 2020 qualifying group D soccer match between Gibraltar and Switzerland at the Victoria Stadium in Gibraltar, 18 November 2019.  EPA/ANTHONY ANEX

Auf Gibraltar holte sich die Schweiz die EM-Qualifikation. Bild: EPA

Ja, Petkovic hat sich das Vertrauen für eine weitere Amtsperiode verdient. Es ist ihm zuzutrauen, dass er mit dieser Schweizer Mannschaft die nächsten Herausforderungen meistert. Die nächste grosse Reise steht mit der EM in ganz Europa im kommenden Juni bevor. Wales, Italien und die Türkei sind die ersten Gegner. Der Achtelfinal ist das Minimalziel. Und vielleicht gelingt es Petkovic ja tatsächlich, den ewig währenden Traum des Viertelfinals an einem grossen Turnier zu erfüllen. Man sollte jedoch nicht den Fehler machen, ihn nur daran zu messen. Dafür ist die Reserve an Schweizer Weltklasse-Fussballern schlicht zu klein.

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15Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Matti_St 25.02.2020 12:16
    Highlight Highlight Für mich spielt nicht die letzten Jahre eine Rolle, ob man den Vertrag verlängert. Eher wie sich die Mannschaft weiter entwickelt. Und hier sehe ich die Probleme bei Petkovic.
    • Miracoolix 25.02.2020 17:21
      Highlight Highlight Wieso denkst du das?
  • jeffo56 25.02.2020 11:53
    Highlight Highlight wir werden immer an Vladimir Petkovic denken wie er unsere Nati gegen die gross fussball mächte Färöer Ungarn Lettland Andorra Georgien Gibraltar und Irland mit überirdischem taktischem coaching an die WM/EM brachte
    • Miracoolix 25.02.2020 17:23
      Highlight Highlight Unter Hitzfeld hat man gegen Luxemburg verloren und sogar ein Turnier verpasst, hat halt kein -ić am Ende...
  • GenerationZ 25.02.2020 10:30
    Highlight Highlight Es ist aber auch nicht verwunderlich, dass Herr Petkovic den besten Punkteschnitt aller Trainer hat, er hat auch um längen das beste Team das die Fussballschweiz in der Neuzeit hatte.
    • Amboss 25.02.2020 11:09
      Highlight Highlight Wie kommst du denn darauf, dass die aktuelle Nati das "um Längen" Beste Team sein soll?

      Aktuell haben wir ein Team, das aus Spielern besteht, die fast ausnahmslos in den grossen Ligen spielen. Dort aber meist bei Mittelfeldvereinen, wobei viele auch nur Ergänzungsspieler sind.

      Und sorry: Das haben wir schon seit Jahren.

      Eher ist es doch so, dass momentan doch einige wichtige Spieler eine ziemliche Krise im Verein haben.

      Das mit der "besten Nati" kann ich wirklich nicht nachvollziehen.
  • FischersFritz 25.02.2020 09:36
    Highlight Highlight Nun denn, wird die Nati also weiter so auftreten wie bisher. Schnöselig und abgehoben. Aber erfreuen wir uns weiter am Punkteschnitt. Oder eben auch nicht.
  • RiiseHolzchopf 25.02.2020 09:14
    Highlight Highlight " Es tritt taktisch flexibel und dominant auf, gegen Mannschaften auf Augenhöhe oder schwächere sowieso."

    Dem kann ich nicht wirklich zustimmen. Vor allem gegen vermeintlich schwache Gegner oder Gegner, welche das Spiel gerne dem Gegner überlassen, zeigte die Nati oft sehr bedenkliche, unansehliche Spiele.

    Ob das mit einem anderen Trainer besser werden würde, steht jedoch in den Sternen.

    Auch muss gesagt sein, dass wir jeweils recht zahmen Qualifikations-Gruppen zugelost wurden.

    Trotzdem ist eine fast permanente Platzierung in den Top-15 ein Nachweis für gute Arbeit.
    • Amboss 25.02.2020 09:56
      Highlight Highlight Naja, "Dominant" ist wohl etwas übertrieben.
      Du musst aber mal ein bisschen zurückdenken, an die Anfangszeit von Petkovic oder an die Hitzfeld-zeit.
      Damals war es gegen kleine noch viel mehr ein Geknorze, da hat die Nati doch eine Entwickung durchgemacht. Man hat Wege gefunden, Spiele sowohl gegen Kleine letztlich doch stilsicher und erfolgreich zu bestreiten.
      Und gegen Grosse mehr als nur einigeln und zu kontern.

      Letztlich finde ich, anhand der Qualität unserer Spieler, holt Petkovic schon sehr viel aus der Mannschaft raus, da müssen und dürfen wir schon realistisch sein.
  • Mr.Pliänzboy 25.02.2020 08:34
    Highlight Highlight Gab es aktuell überhaupt vernünftige Alternativen zu ihm? Leider nicht.... aber der Punkteschnitt gibt ihm genügend Gründe für eine Verlängerung.

    Mir persönlich würde Urs Fischer als Nati Coach sehr gefallen.
  • luegeLose 25.02.2020 08:27
    Highlight Highlight Sportlich die richtige Entscheidung. Passt dem Blick nicht.
    • MarGo 25.02.2020 10:50
      Highlight Highlight Dann ist die Entscheidung sicher richtig. Böni hat von Fussball so viel Ahnung wie ich von Teilchenphysik...
    • Tonib 25.02.2020 19:22
      Highlight Highlight Die Presse der deutschschweiz generell schiesst ja seit Jahren unfair auf ihn-man fragt sich schon, wie er die Schreiberlinge so beleidigt hat..
  • Glenn Quagmire 25.02.2020 08:25
    Highlight Highlight Hey Etienne, letzten Herbst hast du im Windschatten der beiden Bs vom Blick aber auch arg gegen den besten Natitrainer aller Zeiten geschossen! Woher der Sinneswandel?
    • *sharky* 25.02.2020 09:52
      Highlight Highlight Hab ich mir auch zuerst gedacht, irgendwie Kreide ge...gessen. Aber wenn ich den Teil "Ja, es gab auch viele Krisen unter Petkovic" lese, doch nicht so ganz.
      Über die Hälfte davon 'journalistisches' Geschwurbel im Fahrwasser vom Blick, keine 'echten' Krisen.
      Ich schätze mal, sobald es irgendwo wieder etwas holprig rund um die Nati wird, wird wieder in die altbekannte gleiche Kerbe gehauen. Ach ja... Hopp Schwiiz und Hopp mit Vladi!

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