Dieser Super Bowl ist eine Warnung an Patrick Mahomes und Co.
Die Seattle Seahawks sind Super-Bowl-Sieger 2025/26! Das Team von Trainer Mike Macdonald setzte sich dank der überragenden Defensive 29:13 gegen die New England Patriots durch und sandte damit eine Warnung an den Rest der NFL. Viele Stars der Seahawks sind noch mindestens eine weitere Saison unter Vertrag, das Team kann also vorerst zusammenbleiben.
Trainer Mike Macdonald hat im Super Bowl und auch schon über die Saison gezeigt, dass seine Defense jedem Quarterback das Leben schwer machen kann. Zudem geniesst John Schneider den Ruf als einer der besten General Manager im American Football. Sowohl im Draft als auch bei den Free Agents findet er regelmässig hervorragende Verstärkungen.
SEAHAWKS DEFENSIVE TOUCHDOWN FOR UCHENNA NWOSU OMG
— NFL (@NFL) February 9, 2026
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Dabei hilft ihm auch, dass Quarterback Sam Darnold in der ersten Saison seines Dreijahresvertrags, den er im letzten Frühling in Seattle unterschrieben hat, gemäss Spotrac nur gut 14 Millionen US-Dollar verdient. In den nächsten beiden Jahren belastet er das Gehaltsbudget deutlich mehr. Auch sein Gegenüber im Super Bowl – Drake Maye – ist für einen Star auf seiner Position sehr günstig. Der 23-Jährige ist seit 2024 in der NFL und spielt daher noch mit seinem Rookie-Vertrag, der ihm in dieser Saison gut 8 Millionen US-Dollar einbrachte.
Dass zwei Quarterbacks im Super Bowl standen, welche die Gehaltsbudgets ihrer Teams nicht übermässig belasten, kommt nicht von irgendwoher. Nur drei der zehn Teams, die gemäss Over The Cap am meisten Geld für ihre Quarterbacks ausgaben, erreichten überhaupt die Playoffs. Einzig die Los Angeles Rams mit Matthew Stafford schafften es über die Viertelfinals hinaus. Auf der anderen Seite standen sieben der elf sparsamsten Teams in Bezug auf die wichtigste Position des Sports in den Playoffs – und zwei davon im Super Bowl.
Gerade Maye zeigt, wie nützlich es ist, einen talentierten Quarterback mit einem Rookie-Vertrag im Team zu haben. Dann ist nämlich mehr Geld für die restlichen Mannschaftsteile vorhanden. Die Patriots haben eine teure Defensive und geben auch für die Passempfänger viel Geld aus. Schon im letzten Jahr gewann mit Philadelphias Jalen Hurts ein günstiger Quarterback den Super Bowl, der das Gehaltsbudget mit nicht einmal 14 Millionen US-Dollar belastete.
Das sollte auch Star-Quarterbacks wie Josh Allen, Joe Burrow (beide 55 Millionen US-Dollar pro Jahr), Lamar Jackson (52. Mio Dollar) oder Patrick Mahomes (45 Mio. Dollar) eine Lehre sein. Mahomes gewann schon dreimal den Super Bowl, in der letzten Saison waren seine Kansas City Chiefs den Philadelphia Eagles im Final in puncto Talentlevel aber klar unterlegen und verloren 22:44. In diesem Jahr schwächelten die Chiefs schon vor Mahomes' schwerer Verletzung und drohten bereits da, die Playoffs zu verpassen.
Dass Kansas City abgesehen vom wohl besten Quarterback der NFL nicht mehr dieselbe Qualität im Team hat wie noch zu Beginn der Ära Mahomes, liegt einerseits daran, dass die Chiefs wegen des anhaltenden Erfolgs im Draft in den letzten Jahren nie früh wählen durften. Dies macht es schwierig, sich mit frischen Talenten zu versorgen. Andererseits liegt es aber auch an den teuren Verträgen von Mahomes sowie der alternden Stars wie Travis Kelce und Chris Jones. Da hilft es auch nicht, dass der 30-jährige Spielmacher mit dem Team jeweils den Vertrag umstrukturiert, um wieder mehr Geld unter der Gehaltsobergrenze zur Verfügung zu haben. Denn am Ende verdient er immer noch Lastwagenladungen voll Geld.
In Zukunft müssen sich die Quarterbacks also fragen, ob ihnen das persönliche Gehalt wichtiger ist als der sportliche Erfolg. Bei Mahomes stellt sich die Frage nur bedingt, er hat schliesslich schon drei Super Bowls gewonnen. Wollen Superstars wie Allen, Burrow oder Jackson aber nicht ohne Titelgewinn bleiben, müssen sie sich gut überlegen, ob sie bei den nächsten Vertragsverhandlungen auf etwas Geld verzichten. So wie es Tom Brady Zeit seiner Karriere tat. Der gilt mit seinen sieben Super-Bowl-Triumphen bekanntlich als grösster Football-Spieler der Geschichte – und ist damit sicher kein schlechtes Vorbild.
Sam Darnold, aber auch Drake Maye haben es mit ihren Teams vorgemacht.
