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Soll man das Langsamsein und Robel Kiros Habte zelebrieren

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Wurde Letzter, aber gefeiert wie ein Olympiasieger: Robel Kiros Habte.Bild: EPA/AAP

Soll man abgeschlagene Verlierer bei Olympia zelebrieren? «Robel der Wal» spaltet das Internet

Der äthiopische Schwimmer Robel Kiros Habte ist zurzeit in aller Munde. Wieso? Weil er über 100 m mit Abstand der Langsamste war. Soll man das feiern?
11.08.2016, 12:0411.08.2016, 17:46

«Dabei sein ist alles» hat sich heutzutage als olympisches Motto etabliert. Das ist schön und gibt den Spielen einen fröhlichen und ungezwungenen Touch. Doch der eigentliche olympische Gedanke ist ein ganz anderer, er steht im direkten Widerspruch dazu: «Gewinnen ist alles.»

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Robel Kiros Habte: Ob gewinnen für ihn alles ist? Nein.Bild: EPA/AAP

In der Antike, bei den originalen Olympischen Spielen in Griechenland, wurden die Sieger in ihrer Heimat jeweils als Helden empfangen und wie Götter verehrt und gefeiert. Wer die Heimreise von den Wettkämpfen jedoch ohne Lorbeerkranz antreten musste, der wurde bei seiner Ankunft höchstens verspottet.

Olympische Münze mit dem Motto eingeprägt.
Olympische Münze mit dem Motto eingeprägt.bild: wikipedia

Und auch Pierre de Coubertin, der Gründer der Olympischen Spiele der Neuzeit wählte nicht zufällig «citius, altius fortius» (lat.: schneller, höher, stärker) als das offizielle olympische Motto.

Mit Abstand Letzter

Nun aber wurde Robel Habte ein olympischer Held – ohne gewonnen zu haben, ohne schneller, weiter oder stärker geschwommen zu haben als die Konkurrenz. Im Gegenteil: Der 24-jährige Äthiopier wurde über die 100 m Crawl 59. von 59 Schwimmern, mit Abstand Letzter.

Das Resultat aus dem Vorlauf.
Das Resultat aus dem Vorlauf.bild: rio2016.com

Robel blieb in 1:04.95 als einziger Athlet über einer Minute und musste sich wegen seines nur ansatzweise austrainierten Körpers (1.76 m/81 kg) den Übernamen «Robel the Whale» (Robel der Wal) gefallen lassen. Man munkelt auch, dass seine Olympiateilnahme in direktem Zusammenhang mit der Tatsache steht, dass sein Vater der Präsident des äthiopischen Schwimmverbands ist.

«My new hero»

Trotzdem wurde Habte vom Publikum in der Schwimmarena von Rio frenetisch gefeiert. Erinnerungen an «Eric the Eel» (Eric der Aal) kommen auf. Eric Moussambani aus Äquatorialguinea benötigte bei den Sommerspielen 2000 in Sydney gar 1:52.72 für dieselbe Distanz, wurde aber ebenfalls von den Zuschauern gefeiert und ging dadurch als olympischer Held in die Geschichte ein.

2016 Rio Olympics - Swimming - Preliminary - Men's 100m Freestyle - Heats - Olympic Aquatics Stadium - Rio de Janeiro, Brazil - 09/08/2016. Robel Kiros Habte (ETH) of Ethiopia competes. REUTERS/D ...
Robel Kiros Habte. Nicht ganz ein Adonis-Körper.Bild: DOMINIC EBENBICHLER/REUTERS

Habte selbst schätzte sich glücklich: «Ich bin so happy, weil das mein erster olympischer Wettbewerb ist», sagte er gegenüber der Nachrichtenagentur Reuters. Für ihn spiele es keine Rolle, welchen Platz er nun belege.

«Ich wollte etwas anderes machen für mein Land.»
Robel Kiros Habte

Seine Pläne seien andere gewesen: «Ich wollte etwas anderes machen für mein Land. Jeden Tag, wenn du aufwachst in Äthiopien, rennst du. Du schwimmst nicht. Aber ich wollte nicht rennen, ich wollte Schwimmer werden.»

Im Internet entstand ein kleiner Hype um den Afrikaner. Grösstenteils wird Habte gefeiert für seine Leistung, seinen Mut auch ohne jegliche Chancen auf Erfolg die Herausforderung anzunehmen. Aber es gibt natürlich auch das andere Lager, welches sich ob der läppischen Performance aufregt oder das Bäuchlein des Athleten belächelt.

Hater, aufgepasst!
Das Beleidigen von dicken Athleten kann einem den Job kosten, wie ein italienischer Journalist am eigenen Leib erfahren musste. Giuseppe Tassi, Chefredakteur der Zeitung «Quotidiano Sportivo» bezeichnete drei italienische Bogenschützinnen im Titel als «Pummelchen», was einen Skandal nach sich zog. Mit der Folge, dass Tassi entlassen wurde.
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Habte deutete indes an, dass dies wohl sein einziger olympischer Auftritt bleiben wird. Er plane nicht, noch einmal bei Sommerspielen anzutreten, denn er sei jetzt ja für immer ein Olympiateilnehmer. Dabei sein ist eben alles. (drd)

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