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Du findest Unspunnenstein-Werfen komisch? Dann schau mal, was sonst noch so geworfen wird.
Du findest Unspunnenstein-Werfen komisch? Dann schau mal, was sonst noch so geworfen wird.Bild: KEYSTONE

Handy, Bierfass und Gummistiefel – der Unspunnenstein ist nicht das seltsamste Wurfobjekt 

Einem nicht mit der Tradition des Unspunnenfests vertrauten Menschen mag der Anlass seltsam vorkommen. Die Menschen drücken sich nicht nur gegenseitig ins Sägemehl, sie werfen auch noch einen verdammt schweren Stein. Doch der Unspunnenstein ist nicht allein. Das sind die neun schrägsten Wurfsportarten der Welt. 
27.08.2017, 08:47

Gummistiefelweitwurf

Die spinnen, die Finnen. Gummistiefelweitwurf wird in Finnland seit 1975 als offizieller Mannschaftssport ausgetragen. 1992 fand die erste Weltmeisterschaft in dieser Disziplin statt. Seitdem gibt es sie jährlich und zusätzlich diverse Weltcupturniere. In Deutschland gibt es mehrere Gummistiefelweitwurf-Vereine. Diese tragen klingende Namen wie: 

  • 7-Meilenstiefel
  • Gib Leder 04 Döbeln
  • TWG Schlabbeschubser 

Die Weltrekorde liegen bei 68,03 Metern bei den Männern (Antti Ruusuvirta, 2012) und 49,35 Metern bei den Frauen (Elina Uustalo 2008).

Und so sieht es dann aus, wenn die Fetzen Stiefel fliegen. Video: YouTube/saapasnainen

Baumstammwerfen

Das Baumstammwerfen hat in Schottland grosse Tradition und ist Teil der Highland Games. Die verwendeten Stämme sind üblicherweise fünf bis sechs Meter lang und wiegen zwischen 35 und 60 Kilogramm. Dabei ist es nicht das Ziel, den Gegenstand möglichst weit zu werfen, sondern in einer möglichst geraden Linie. Bleibt der Baum schräg liegen, gibt es Punkteabzug für den Werfer.

Baumstammwerfen aus der Sicht des Zuschauers ... Video: YouTube/John Yates
... und aus der Perspektive des Baumstamms.Video: YouTube/criticalmassmedia

Eierwerfen

Die spinnen, die Finnen zum Zweiten. Auch das Eierwerfen hat seinen Ursprung im hohen Norden. Dieser Wettbewerb wird im Team ausgetragen. Zwei Teilnehmer werfen sich dabei jeweils ein Ei über eine möglichst grosse Distanz zu. Ein Wurf ist nur dann gültig, wenn das Ei vom Gegenüber auch gefangen wird und ganz bleibt. Mittlerweile gibt es Weltmeisterschaften mit einem internationalen Teilnehmerfeld

Auch in der Schweiz gibt es eine Eierwurf-Tradition. Jedes Jahr am Ostermontag wandern Menschen in der Romandie auf den Mont Vully und halten auf dem Gipfel ein Eierwerfen ab.

Gewisse Leute sehen Eierwerfen als anspruchsvolleren Sport als Speerwerfen.Video: streamable

Weihnachtsbaumwerfen

Dieser Sport kommt aus Irland und ist eigentlich mehr Tradition denn Wettbewerb. In Deutschland haben sie allerdings einen Sport daraus gemacht. Im Januar sammeln sich die wurfbegeisterten Menschen und werfen die alten Weihnachtsbäume entweder möglichst hoch oder möglichst weit. 

Teilweise sind sogar noch Kugeln dran.Video: streamable

Handywerfen

Die spinnen, die Finnen zum Dritten. Weil Gummistiefel und Eier nicht genug sind, haben sich die Finnen entschlossen, auch noch Handys zu werfen. Ob da Frust dahinter steckt, dass Nokia mit dem Aufkommen des Smartphones aus dem Handymarkt verdrängt wurde? Wir können nur spekulieren. Es gibt auf jeden Fall mehrere Disziplinen: 

  • Traditionell: Hier geht es um die Distanz. Mit einem Überschulter-Wurf wird versucht, das Telefon möglichst weit zu werfen.
  • Team: Drei Teilnehmer bilden ein Team. Die Distanzen der jeweiligen Würfe werden addiert.
  • Freestyle: Kreativität ist gefragt. Teilnehmer kriegen von einer Jury Punkte für Ästhetik und Choreographie des Wurfs.
  • Junior: Für Kinder bis und mit zwölf Jahren.

Die verwendeten Handys dürfen bis zu 220 Gramm wiegen. Je nach Wettbewerb bringt man sein eigenes Wurfgerät mit oder es wird vom Veranstalter zur Verfügung gestellt. Der aktuelle Weltrekord der Männer liegt bei 110,42 Metern (Dries Feremans, 2012). Bei den Frauen beträgt die Rekordweite 53,52 Meter (Jan Singelton, 2006). Der Schweizer Rekord steht übrigens bei 84,25 Metern und wurde aufgestellt von Dino Roguljic im Jahr 2005. 

Vielleicht hat auch die Freundin nicht zurückgeschrieben.Video: YouTube/The Telegraph

Besenwerfen

Besenwerfen ist eine norddeutsche Sportart. Dabei treten zwei Mannschaften gegeneinander an und versuchen, mit möglichst wenigen Würfen eine vorgegebene Strecke zurückzulegen. Das Wurfgerät ist ein Reisigbesen ohne Stiel, der immer genau von dort geworfen werden muss, wo er gelandet ist. 

Besenwerfen braucht anscheinend auch bunte Kostüme.Video: YouTube/NWZplay

Bierfasswerfen

Das Bierfasswerfen kommt ursprünglich aus Irland. Dabei wird ein etwa zwölf Kilogramm schweres, leeres Bierfass in die Höhe geworfen. Der Teilnehmer, der sein Fass am höchsten wirft, gewinnt. 

So lief der Weltrekordversuch im Bierfasswerfen ab. Video: YouTube/Guinness World Records

Kleinwüchsigen-Weitwurf

Eine «Sportart» die heute verständlicherweise sehr umstritten ist. Dabei packt ein kräftiger Mann einen kleinwüchsigen Menschen, der eine spezielle Schutzkleidung trägt, und wirft oder schleudert ihn auf eine gepolsterte Matte. Daraus haben sich in Australien regelrechte Wettkämpfe und Meisterschaften entwickelt. 

Verschiedene Menschenrechtsorganisationen und vor allem Organisationen kleinwüchsiger Menschen haben in vielen Ländern erreicht, dass das «Zwergenwerfen» als eine die Menschenwürde verletzende Veranstaltung verboten wurde. Dabei entstehe der Eindruck, dass kleinwüchsige Menschen lediglich Objekte seien, die man einfach wegwerfen könne.

Ein Video von vor acht Jahren.Video: YouTube/TheKaosAngel

Axtwerfen

Hier geht es für einmal nicht um Weite oder Kraft, sondern um Genauigkeit. Die Teilnehmer versuchen dabei, eine Axt möglichst in die Mitte einer Zielscheibe zu werfen. Entstanden ist die Sportart bei Wettbewerben unter Förstern. Mittlerweile gibt es aber beispielsweise in Kanada, den USA oder Grossbritannien kommerzialisierte Meisterschaften.

Bullseye! Mit der Axt voll ins Schwarze getroffen. Video: YouTube/LumberjacksOnline

Bonus: Kürbisweitwurf 

«Wurf» ist hier nur mit Einschränkungen die richtige Wortwahl. Denn geworfen werden die Kürbisse hier nicht von Menschen. Eher werden sie von mechanischen Geräten geschleudert oder wegkatapultiert. Dennoch ist es ein ziemliches Spektakel.

Bei den alle zwei Jahre in den USA stattfindenden Weltmeisterschaften versuchen Teams mit ihren selbstgebauten Maschinen Kürbisse möglichst weit zu werfen. Der Rekord liegt bei 1382,7 Metern.

Riesige Maschinen werden beim «pumpkin chunkin» verwendet. Video: YouTube/Smithsonian Channel

Immer beliebt bei Weitwurf-Wettbewerben: etwas Rückenwind

Video: watson/Emily Engkent

Ein Rekord der anderen Art: Kalifornier verzehrt bei Fressorgie 72 Hotdogs

1 / 7
Kalifornier verzehrt bei Fressorgie 72 Hotdogs
quelle: ap/ap / richard drew
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