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Bob Hawke: Politiker im Ruhestand und Weltrekordtrinker.
Bob Hawke: Politiker im Ruhestand und Weltrekordtrinker.Bild: bt sport

«One for the country!» – Australiens Ex-Premier beweist auch mit 88, dass er trinken kann

Stell dir vor, alt Bundesrat Samuel Schmid sitzt bei einem Spiel der Schweizer Fussballnati auf der Tribüne und stürzt zum Gaudi des Publikums eine Stange Bier herunter. Sein australisches Pendant Bob Hawke (88!) hat genau das getan – schon wieder.
05.01.2018, 13:2505.01.2018, 14:01

Dass Australier das Leben ein wenig lockerer nehmen als andere, weiss jeder, der mal da war. Bob Hawke bildet da keine Ausnahme. Dabei ist er weder ein Surferboy von der Gold Coast noch ein Schafscherer im Outback. Sondern immerhin langjähriger Premierminister des Landes und mittlerweile 88 Jahre alt.

Noch bevor Hawke ein berühmter Politiker wurde, stellte er als Student einen Weltrekord auf: Er kippte 1,4 Liter Bier (ein «Yard Ale») in lediglich elf Sekunden hinunter. In seinen Memoiren vermutete Hawke, dass dieser Fakt mehr Einfluss auf seine politischen Erfolge gehabt habe als alles andere. Die Wähler hätten ihn dank seiner Liebe zum Bier als einen der ihren betrachtet.

Die Weltrekord-Zeiten sind mittlerweile passé, doch Bob Hawke hat immer noch einen ordentlichen Zug drauf. Das stellte er heute Freitag wieder einmal öffentlich unter Beweis – zur grossen Freude der Fans. Als Zuschauer bei den Ashes, der ruhmreichen Cricket-Länderspielserie zwischen Australien und England, exte er auf der Tribüne eine Stange.

«Schauen Sie, wie schnell er ist!»

Hawke stellte sein Talent nicht zum ersten Mal vor grossem Publikum zur Schau. Als ihn deshalb die Kameras im Sydney Cricket Ground einfingen und auf den Stadion-Leinwänden zeigten, setzte gleich ein Johlen ein – und der 88-Jährige enttäuschte die Massen nicht. Er setzte das Bierglas an und TV-Reporter Shane Warne kommentierte anerkennend: «Er nimmt nicht nur einen Schluck, er schafft das in einem Zug. Schauen Sie, wie schnell er ist!»

Vom einst vorhandenen Speed hat Hawke offensichtlich ein wenig eingebüsst. Jedenfalls musste der Regisseur wegschneiden, um eine Spielszene zu zeigen. Co-Kommentator Michael Vaughan, ehemaliger Captain der Engländer, mäkelte: «Man muss es so sagen: Das ist ein ziemlich schwacher Versuch.»

Doch kaum schaltete der Regisseur wieder auf die Ehrentribüne, vollendete Bob Hawke sein Tagwerk. «Sehr gut Bob, tolle Arbeit, super gemacht Bob!», lobte ihn der Reporter überschwänglich.

Die Gedenktafel in der Turf Tavern im englischen Oxford, wo sich Bob Hawke ins Guinness Buch trank.
Die Gedenktafel in der Turf Tavern im englischen Oxford, wo sich Bob Hawke ins Guinness Buch trank.bild: tripadvisor

Australiens Antwort auf Kanzler Schmidt

Natürlich kommt die Qualität des ehemaligen Premierministers nicht in ganz Australien gut an. Es gibt durchaus Stimmen, welche diese Verherrlichung des Alkoholkonsums kritisieren. Viele Australier sind allerdings der Meinung, dass dies einfach absolut typisch für ihr Land und seine Bewohner sei.

Angefeuert von einer Horde als Reporter verkleideten Fans stürzt Hawke ein Bier hinunter.Video: YouTube/bennowallace

Es dürfte sich ähnlich verhalten wie beim ehemaligen deutschen Bundeskanzler Helmut Schmidt. Der wurde in unserem Nachbarland oft dafür gefeiert, dass er rauchte wie ein Industriekamin und trotzdem 96 Jahre alt wurde. Altersmilde nennt sich dieses Phänomen – wer alt genug ist, darf sich anscheinend alles erlauben.

«One for the country, Robert!», ruft der Fan. Eine Aufforderung, die man nicht ignorieren kann.Video: YouTube/Glenn Brandon

Die fünfteilige Ashes-Serie 2017/18 ist übrigens bereits entschieden. Die ersten drei Begegnungen gingen an Australien, die vierte Partie endete unentschieden. Nun führt zum Abschluss England nach dem zweiten Tag mit 346 zu 193 Runs.

Für 100 Liter Bier brauchst du nur 8 Kilo altes Brot und …

Video: srf

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Schlamm­schlacht auf dem Rad
Ein Streifzug durch die Geschichte des Radquer. Eine Sportart, die in den 1970er- und 1980er-Jahren Schweizer Sportstars hervorbrachte, danach beinahe vollständig in Vergessenheit geriet und heute ein kleines Revival erlebt.

Radquer entstand an der Wende vom 19. zum 20. Jahrhundert im Süden Frankreichs. Strassenrennfahrer weilten im Winter zur Saisonvorbereitung an der sonnigen Côte d’Azur, wo sie neben etlichen Kilometern auf der Strasse auch über Stock und Stein fuhren, falls nötig ihr Fahrrad schulterten, oder einen steilen Anstieg mal rennend in Angriff nahmen. Erste Rennen in dieser neu entstandenen Sportart fanden 1902 statt.

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