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Dopingfall Mathias Flückiger: Der Verband sucht nach Informationen

epa10073042 Mathias Flueckiger from Switzerland in action during the UCI Cross Country Mountain Bike World Cup Short Track Men Elite race, XCC, in Vallnord, Andorra, 15 July 2022. EPA/MAXIME SCHMID
Vorsorglich gesperrt: Mountainbiker Mathias Flückiger.Bild: keystone

«Wir sind sprachlos» – der Verband sucht im Dopingfall Flückiger nach Informationen

19.08.2022, 07:2919.08.2022, 11:48

Nachdem gestern Abend bekannt wurde, dass der Schweizer Mountainbiker und Vize-Olympiasieger Mathias Flückiger eine positive Dopingprobe abgeliefert hat, gibt es vor allem eines: jede Menge offener Fragen. Auch der nationale Verband Swiss Cycling wurde von der Meldung überrumpelt.

Es sei alles ganz schnell gegangen, sagt Thomas Peter, der Geschäftsführer von Swiss Cycling, beim Schweizer Fernsehen. «Am frühen Nachmittag im Training war die Welt noch heil. Um 14.45 Uhr wurden wir von Swiss Sports Integrity über den positiven Test informiert.» Dem Verband sei es dann darum gegangen, zuerst Flückiger zu informieren und danach den weiteren Ablauf transparent zu gestalten.

Auch bei Swiss Cycling herrsche Ungläubigkeit und Verwirrung vor. Stand jetzt wisse man nicht, wie die Substanz in Flückigers Blut gelangt sei. «Ich weiss nicht einmal, was das für eine Substanz ist und in welchen Medikamenten sie vorkommt. Wir sind alle sprachlos», sagt Peter. Der Verband wisse Stand jetzt auch nicht mehr als die Öffentlichkeit: «Es fehlen uns noch viele Informationen.»

Eine offene Frage ist auch, warum es fast zweieinhalb Monate dauerte, ehe die positive Probe bekannt wurde. «Wir wissen auch nicht, warum es so lange dauerte und warum es genau einen Tag vor der EM passierte», sagte Peter. «Es hätte sicher bessere Zeitpunkte gegeben.»

Der Fahrer selbst habe geschockt auf die Nachricht reagiert. Peter gehe es nun vor allem darum, Flückiger in dieser schwierigen Zeit auch zu schützen: «Seine Psyche war schon vorher ziemlich stark belastet, nach dem Rencontre mit Nino Schurter auf der Lenzerheide. Er war nicht in einer so guten mentalen Verfassung, wie man das normalerweise sein müsste als Sportler.» Deshalb habe der Verband dafür gesorgt, dass der 33-Jährige, der sich mittlerweile wieder in der Schweiz befindet, professionelle Betreuung erhält.

Für die restlichen Mitglieder der Schweizer Rad-Equipe an der Europameisterschaft in München sei die Nachricht ebenfalls ein Schock gewesen. Die Mannschaft sei am Donnerstagabend über den Vorfall informiert worden. Bei den Mountainbikern steht heute das Rennen der Männer und morgen das Rennen der Frauen an.

Wie es im Fall Flückiger weitergeht, ist derzeit ebenfalls noch unklar. «Das hängt davon ab, ob Flückiger eine B-Probe eröffnen will und ob er eine allfällige Sperre akzeptieren wird», erklärt Peter. (abu)

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