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Manchmal trifft er auch: Janis Moser feiert sein Tor gegen Dänemark.
Manchmal trifft er auch: Janis Moser feiert sein Tor gegen Dänemark.Bild: keystone

Janis Moser – der «Josi-Klon» kann Grosses erreichen

Dem 21-jährigen Schweizer Verteidiger Janis Moser ist es zuzutrauen, einen ähnlichen Weg wie Roman Josi einzuschlagen. Es gibt viele Parallelen. Doch zunächst gilt nun seine volle Konzentration dem WM-Viertelfinal am Donnerstag gegen die USA – das Land, in dem er sein Geld verdient.
25.05.2022, 18:56

Roman Josi ist unbestritten einer der besten Verteidiger der Welt. In der vergangenen NHL-Qualifikation gelangen ihm in 80 Partien sagenhafte 96 Skorerpunkte (23 Tore). Die Chancen stehen gut, dass er zum zweiten Mal nach 2020 die Norris Trophy, die Auszeichnung zum wertvollsten Verteidiger der Regular Season in der NHL, erhält.

Von daher braucht es viel, um mit ihm verglichen werden zu können. Moser kann das jedoch, auch weil er genau das gleiche Profil wie Josi hat. Der im Schweizer Nationalteam als Videocoach tätige Benoît Pont, der einen Abschluss in Sportwissenschaften hat, erstellt solche.

Konkret bewegt sich Moser gleich wie Josi, schiesst gleich, hat die gleichen visuellen Vorlieben – er ist schlichtweg der gleiche Eishockey-Typ, was auf dem Eis zu sehen ist. Von daher macht es bei ihm mehr als nur Sinn, beim Vorbild abzuschauen.

«Er weiss, wie Eishockey funktioniert»

Auch sonst gibt es viele Parallelen: Er ist trotz seines jungen Alters schon sehr reif, liebt es Verantwortung zu übernehmen und ist ein begnadeter Schlittschuhläufer. Und beide haben eine enorme Spielintelligenz. «Er liest das Spiel, weiss wie Eishockey funktioniert», sagt Nationaltrainer Patrick Fischer im Gespräch mit der Nachrichtenagentur Keystone-SDA. «Viele andere können das Spiel zwar ebenfalls lesen, es fehlt ihnen aber an der nötigen Technik. Er dagegen ist so gut, dass er wie Josi seine Ideen umsetzen kann. Das ist ein riesiges Geschenk.»

Zudem verfügt Moser über einen enormen inneren Drive. Er ist neugierig. Wenn er beispielsweise weniger Eiszeit erhält, will er wissen warum, um sich dort zu verbessern. Nicht von ungefähr interessiert er sich für Psychologie, vor allem für jene Elemente, die ihn im Eishockey weiterbringen. Nach dem Motto: «Von nichts kommt nichts».

NHL-Debüt früher als erwartet

Moser hat sich wie Josi zuerst in der Schweiz (bei Biel) zu einem Leader entwickelt, ehe er den Schritt nach Nordamerika wagte, das war vor einem Jahr der Fall. Dort gelang ihm, im Gegensatz zu Josi, gleich in der ersten Saison der Sprung in die NHL. Nach 18 Partien in der AHL für die Tucson Roadrunners debütierte er am 15. Dezember bei den Arizona Coyotes im Heimspiel gegen die New York Rangers (2:3) in der besten Liga der Welt.

Moser im Dress der Coyotes.
Moser im Dress der Coyotes.Bild: keystone

«Ich hatte eher damit gerechnet, mindestens einen grossen Teil der Saison in der AHL zu spielen», blickt Moser zurück. Am Ende bestritt er 43 Partien für die Coyotes mit einer durchschnittlichen Einsatzzeit von 18:41 Minuten. Er wurde sowohl im Power- als auch im Boxplay eingesetzt und erzielte vier Tore sowie elf Assists. Die Adaption an die NHL bereitete ihm keine grosse Mühe, er sagt selber von sich, dass es ihm nicht so schwerfalle wie anderen, sich an ein neues Level zu gewöhnen.

Beeindruckt von Crosby

Den Sprung von der AHL in die NHL bezeichnet er als gross, beispielsweise sei die Spielintelligenz deutlich höher. «Die dortigen Spieler können dich viel besser lesen, sehen eher, was du probierst, versuchen dich, in eine Falle zu locken.» Am meisten beeindruckt hat ihn Sidney Crosby, «wie stark er am Stock ist, wie gut er den Puck schützen kann.»

Dass seine neue Heimat in den USA in der Wüste liegt, stört Moser nicht, im Gegenteil: «Das Wetter ist etwas vom Schönsten. Es ist cool, in kurzen Hosen, T-Shirt und Flip-Flops ins Training zu gehen.» Ausserdem habe die Wüste viele Hügel und daher auch seine schöne Seite. Hat er sich dort also gut eingelebt? «Das ist immer relativ. Es war nicht ganz einfach, aber es ging einigermassen gut. Man hat wie keine Referenzen, da man alles zum ersten Mal macht. Man weiss nicht, ob man einen guten Entscheid getroffen hat oder nicht. In zwei, drei Jahren sehe ich dann vielleicht, dass ich gewisse Sachen hätte besser machen können.»

Auftrag: An Masse zulegen

Viel falsch gemacht haben dürfte er nicht. Jedenfalls waren die Verantwortlichen der Coyotes zufrieden damit, wie er sich integriert hat. Für den Sommer, den er in der Schweiz verbringt, gaben sie ihm den Auftrag, an Masse zuzulegen, was bei einem angegebenen Gewicht von etwas mehr als 78 kg bei einer Grösse von 1,85 m nicht erstaunt.

«Das hilft in jedem Bereich des Spiels», ist sich Moser bewusst. Diesbezüglich ist von Vorteil, dass er nach der WM die Sportler-RS in Magglingen absolvieren und dort von optimalen Bedingungen profitieren wird. Zuerst einmal will er aber mit der Schweiz in Finnland eine Medaille gewinnen – mit Gold hätte er Josi etwas Weiteres voraus. (ram/sda)

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