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Die Schweizer Eishockey Nationalspieler Roman Josi, links, und Luca Sbisa nehmen an einem Training teil, am Freitag 11. Mai 2012, in einer Nebenhalle der Hartwall Arena in Helsinki. (KEYSTONE/Peter Schneider)

Zwei der Betroffenen: Roman Josi (links) und Luca Sbisa werden der Schweiz 2018 wohl fehlen. Bild: KEYSTONE

Nati-Verteidiger Sbisa zur Olympia-Absage der NHL: «Es ist ein Fehler»

Die NHL-Stars sind bei beim Olympischen Turnier 2018 in Südkorea nicht dabei. Die beste Liga der Welt hat sich gegen die Teilnahme entschieden. IIHF-Präsident und IOC-Mitglied René Fasel akzeptiert den Beschluss, kann ihn aber nicht verstehen.



Die Verhandlungen über die sechste Olympia-Teilnahme der NHL führten, wie immer, die zwei politischen Hockey-Weltgrössen. Der Schweizer René Fasel, der Präsident des internationalen Hockeyverbandes (IIHF), seit 1994 im Amt, und der Amerikaner Gary Bettman, der NHL-General, seit 1993 im Amt.

Graham Parks, left, moderates a news conference with NHL Players' Association Executive Director Don Fehr, second from left; International Ice Hockey Federation President Rene Fasel; second from right, and NHL Commissioner Gary Bettman, right; at the 2014 Winter Olympics, Tuesday, Feb. 18, 2014, in Sochi, Russia. (AP Photo/Mark Humphrey)

Hohe Eishockey-Tiere: Fasel und Bettman in Sotschi. Bild: Mark Humphrey/AP/KEYSTONE

Fünf Mal (1998, 2002, 2006, 2010 und 2014) hat René Fasel gewonnen – nun hat er zum ersten Mal den olympischen Verhandlungs-Poker verloren. «Das tut mir weh. Weil der Sport verloren hat.» Wann hat er gewusst, dass die NHL «No» sagen wird? «Am Montag. Als wir den Wortlaut der offiziellen Erklärung ausgehandelt haben.»

Geahnt hatte es Fasel lange vorher und er sagt: «Gary Bettman gab Olympia gar nie eine Chance. Das ist das Gefühl, das bei mir im Laufe der Verhandlungen immer stärker geworden ist.» Wenigstens seien die Regeln des Fairplay eingehalten worden. «Ich hatte Gary letzte Woche einen weiteren Gesprächstermin vorgeschlagen. Er sagte mir: ‹René, wir telefonieren am Montag, ich möchte nicht, dass du umsonst nach Manhattan kommst.›» An eben diesem Montag folgte die Absage der NHL.

Vancouver Canucks defenseman Luca Sbisa (5) skates with the puck during the first period of an NHL hockey game against the Buffalo Sabres, Sunday, Feb. 12, 2017, in Buffalo, N.Y. (AP Photo/Jeffrey T. Barnes)

Bild: ASSOCIATED PRESS

«Das ist absolut schade. Ich bin enttäuscht. Es ist ein Fehler. Das Ganze wird in den nächsten Tagen noch ein grosses Thema sein.»

Luca Sbisa, Schweizer NHL-Spieler sda

Fasel akzeptiert den Entscheid. «Ich habe meine Hausaufgaben gemacht und alles getan, was möglich war. Ich habe das Geld aufgetrieben, um die Kosten zu übernehmen, die der NHL durch die Teilnahme entstanden wären.» Es ging um etwas mehr als 20 Millionen Dollar.

Verstehen kann Fasel den Entscheid nicht. Die NHL verzichte auf eine weltweite Präsenz. Es sei ihm klar, dass die NHL am Ende des Tages immer «Big Business» sei und sich die Olympia-Teilnahme aus der Sicht von Gary Bettman offenbar nicht rechne. «Aber Sport ist mehr als Geld. Es geht auch um Emotionen, um das Erlebnis Sport.» Bei diesen Verhandlungen hat offensichtlich einer der letzten Romantiker des Weltsportes gegen einen der hartgesottensten Realisten im Sport-Business verloren.

Nashville Predators' Yannick Weber, left, of Switzerland, passes the puck as he is defended by Anaheim Ducks' Ryan Garbutt during the first period of an NHL hockey game Wednesday, Oct. 26, 2016, in Anaheim, Calif. (AP Photo/Jae C. Hong)

Bild: Jae C. Hong/AP/KEYSTONE

«Es ist nicht einfach für die Liga, eine Pause zu machen. Der Spielplan ist sehr eng.»

Yannick Weber, Schweizer NHL-Spieler sda

Für René Fasel hat die Olympia-Absage keine sportpolitischen Folgen. Er ist als Vorsitzender des Welteishockeyverbandes unbestritten. Es geht höchstens um eine kleine Beule im Ego. Und eine schlaflose Nacht. Der Entscheid fiel in New York, als bei uns die Sonne schon untergangen war. «Ich hatte während der Nacht wohl um die 50 Anrufe, an Schlaf war nicht zu denken.» Ausschlafen konnte er heute auch nicht – er sitzt bereits im Flugzeug für den nächsten Termin in Südkorea. Gut, dass er nicht Economy-Klasse fliegen muss.

Nashville Predators defenseman Roman Josi (59), of Switzerland, celebrates after scoring a goal against Washington Capitals goalie Philipp Grubauer, upper right, of Germany, and left wing Daniel Winnik (26) during the second period of an NHL hockey game Saturday, Feb. 25, 2017, in Nashville, Tenn. (AP Photo/Mark Humphrey)

Bild: Mark Humphrey/AP/KEYSTONE

«Olympische Spiele sind der grösste Sportevent nach der Fussball-WM.»

Roman Josi, Schweizer NHL-Spieler sda

Und was sind die langfristigen Auswirkungen? IIHF-Präsident René Fasel sagt: «Ich bin in dieser Sache Partei und meine Einschätzung ist persönlich gefärbt. Aber ich frage mich, ob sich Gary Bettman langfristig einen Gefallen getan hat. Der Unmut bei den Spielern ist nicht zu unterschätzen und die Medien beurteilen die Absage kritisch. Bald stehen für Gary die Verhandlungen mit der Spielergewerkschaft für die Erneuerung des Gesamtarbeitsvertrages an ...»

«Alle Spieler sind der gleichen Meinung, wollten in Südkorea unbedingt dabei sein. Vancouver 2010 war das Highlight meiner Karriere. Es war ein unglaubliches Erlebnis.»

Luca Sbisa, Schweizer NHL-Spieler sda

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    Alle Leser-Kommentare
  • Jekyll & Hyde 05.04.2017 23:27
    Highlight Highlight Ich glaube Bettman und die Teambesitzer haben sich mit diesem Entscheid selber ins Knie geschossen.
    Bald muss der neue Gesamtarbeitsvertrag ausgehandelt werden, könnte mir vorstellen das die Spieler-gewerkschaft die Olympia-Teilnahme drin haben will. Einen neuerlichen Lock-Out kann sich die NHL fast nicht Leisten.
    Der Fussball wächst in der USA stetig und schnell, behaupte mal das in 6-8 Jahren die MLS mit der NHL gleichziehen kann ! Wenn man die Fans so verärgert geht es schneller......
  • Staal 04.04.2017 15:14
    Highlight Highlight Logo hat der Sport verloren aber das ist den Nordamerikaner gleich. Warum.sollte das nicht gehen mit einer Pause? Hat doch immer funktioniert bisher. Vielleicht sollten die Europäer bei einer Olympiade in Übersee auch mal zuhause bleiben.
  • MaxHeiri 04.04.2017 14:22
    Highlight Highlight Wenn ich Rene wäre, würde ich Eishockey aus dem Olympia Programm ausschliessen. Ich könnte mir vorstellen, dass dies am Ende auch auf die Reputation der NHL durchschlagen würde.
    Auf der anderen Seite gibt es viele tolle, eher unbekanntere Sportarten, die eine Olympiateilnahme extrem schätzen.
    • Schreiberling 04.04.2017 14:36
      Highlight Highlight Der Wintersportbereich ist da schon ziemlich ausgeschöpft...
    • Coliander 04.04.2017 14:37
      Highlight Highlight Dann würdest du deinen Job verlieren.
    • MaxHeiri 04.04.2017 14:47
      Highlight Highlight Ich finde es schade, wenn Eishockey auf ein Niveau fällt wie Olympia-Fussball. Klar ist es tragisch, dass die NHL ihre besten Spieler nicht freigibt.

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