DE | FR
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.
Kevin Fiala (Mitte) bringt die Nasvhille Predators zum Jubeln.
Kevin Fiala (Mitte) bringt die Nasvhille Predators zum Jubeln.Bild: Mark Humphrey/AP/KEYSTONE

Kevin Fiala – vom Talent zum Problemstürmer zum Playoff-Helden

Kevin Fiala gilt als eines der grössten Stürmertalente des Schweizer Eishockeys. Undiszipliniertheiten und fragwürdige Entscheide liessen die Euphorie in der Schweiz und Nordamerika jedoch zwischenzeitlich verstummen. In dieser Saison ist der 20-Jährige aber in der NHL angekommen – ein Porträt.
18.04.2017, 18:3918.04.2017, 20:10

Es gibt gewisse Parallelen zwischen Mathias Seger und Kevin Fiala – obwohl zwischen den beiden 19 Jahre Altersunterschied liegen und sie auf unterschiedlichen Positionen spielen. Beide spielen in ihrer Jugend in der Ostschweiz beim EHC Uzwil. Beide wechseln im Verlauf ihrer Karriere in die Organisation der ZSC Lions. Doch da hört es dann auch auf mit den Gemeinsamkeiten.

«Gitterbueb» Fiala macht bereits in jungen Jahren auf sich aufmerksam.
«Gitterbueb» Fiala macht bereits in jungen Jahren auf sich aufmerksam.Bild: KEYSTONE

Während Seger bei den Lions blieb, seine Karriere dort vermutlich auch beenden wird und seit Jahren als Musterprofi gilt, schlägt Fiala einen anderen Weg ein. Im Alter von 16 Jahren verlässt er die Schweiz und wechselt nach Schweden in die Juniorenabteilung der Malmö Redhawks. Ein Jahr später absolviert er für HV71 Jönköping bereits die ersten Spiele in der höchsten schwedischen Liga und weiss zu überzeugen – in 25 Spielen erzielt er vier Tore und 13 Assists.

Ein Spieler wie Damien Brunner

Im selben Jahr absolviert Fiala als erster Schweizer überhaupt Weltmeisterschaften mit drei verschiedenen Nationalteams. Nach der U18- und der U20-WM bietet Sean Simpson den damals 17-Jährigen auch für die A-Weltmeisterschaft in Minsk auf. Der Flügel begeistert die Hockeyschweiz mit seiner Kreativität und seinen technischen und läuferischen Fähigkeiten. Der eher kleine und leichte Stürmer mahnt vom Spielertyp her an Damien Brunner. Seine grössten Stärken sind die Puckkontrolle, Abschlussstärke und seine Schnelligkeit. Das Körperspiel ist eher bei den Schwächen anzusiedeln.

Nicht nur auf dem Eis, auch auf Instagram ist Kevin Fiala aktiv und zeigt sich mit seinem Schatz.

Den Lohn für die starke Saison kassiert Fiala beim NHL-Draft 2014. Die Nashville Predators ziehen den Ostschweizer an elfter Stelle in der ersten Runde und machen aus Fiala damit den zu diesem Zeitpunkt am zweithöchsten gedraftete Schweizer nach Nino Niederreiter (5. Stelle). Dennoch muss sich er sich auf sein NHL-Debüt gedulden. Die «Preds» schicken ihn zunächst zurück nach Schweden zu HV71.

Die Disziplin als Problem

Eine Entscheidung, mit welcher der Schweizer mit tschechischen Wurzeln offenbar Mühe hat. Bei Jönköping gibt es Differenzen zwischen ihm und seinem Trainer. Daraufhin wird er für mehrere Spiele suspendiert. Nach der U20-WM 2015 holen ihn die Predators zurück nach Nordamerika und wollen ihn im Farmteam von Milwaukee an das dortige Hockey heranführen. Aber auch in der AHL macht Fiala vor allem durch Undiszipliniertheiten von sich reden.

Trotz seines ersten NHL-Goals: 2015/16 überzeugt Kevin Fiala nicht.Video: streamable

Der Uzwiler beleidigt einen Schiedsrichter und wird dafür erneut suspendiert. In 66 Spielen für Milwaukee sammelt er zwar 50 Punkte aber auch 78 Strafminuten. Sein schlechtes Defensivspiel wird scharf kritisiert. In der Schweiz sorgt er für Kopfschütteln, als er dem damaligen U20-Nationaltrainer John Fust eine Absage für die Junioren-WM in Finnland erteilt. Trotz fünf Spielen für Nasvhille und einem Tor, ein grosser Teil der Fans der Predators glaubt: Dieser Kevin Fiala hat in der NHL keine Zukunft.

Der geläuterte Teenager

Doch der Stürmer ist zu diesem Zeitpunkt immer noch ein Teenager. Ins Vorbereitungscamp der Predators für die Saison 2016/17 rückt der heute 20-Jährige scheinbar geläutert ein. «Meinen grössten Schritt habe ich neben dem Eis gemacht. Ich hoffe, diese Saison menschlich reifer zu sein», gibt Fiala damals zu Protokoll. Aber auch körperlich hat er dank diszipliniertem Sommertraining grosse Fortschritte erzielt.

Und tatsächlich: Der Flügel darf die Saison in der NHL beginnen. Als er im November erneut ins Farmteam abgeschoben wird, nimmt er das als Ansporn und drängt sich wieder für die NHL auf.

Stammspieler in Nasvhille: Kevin Fiala ist in der NHL angekommen.
Stammspieler in Nasvhille: Kevin Fiala ist in der NHL angekommen.Bild: X02835

Seit Februar spielt Fiala nur noch für die Predators und er wird immer besser. Headcoach Peter Laviolette schenkt dem Uzwiler immer mehr Vertrauen und Fiala bezahlt dieses Vertrauen zurück. In den letzten beiden Playoffspielen gegen Chicago traf er je einmal – in der Nacht auf heute erzielte er gar den vielumjubelten Game-Winner in der Verlängerung.

Fiala trifft in der Overtime und in «Smashville» ist die Hölle los.Video: streamable

Die Fans in Nashville haben sich getäuscht: Dieser Kevin Fiala hat eine Zukunft in der NHL. Dieser Kevin Fiala hat sich gewandelt. Vom Supertalent, zum Problemstürmer, zum Playoff-Helden.

Die besten NHL-Rookies – die Gewinner der Calder Memorial Trophy seit 2006

1 / 18
Die besten NHL-Rookies – die Gewinner der Calder Memorial Trophy seit 2006
quelle: keystone / david zalubowski
Auf Facebook teilenAuf Twitter teilenWhatsapp sharer

Unvergessene Eishockey-Geschichten

Alle Storys anzeigen
DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
twint icon
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

Kloten ist «Fünfliber-Favorit» – und dann wie Ajoie oder wie die Lakers?
Kloten gewinnt den Spitzenkampf in Olten 6:3. Aber mehr als ein «Fünfliber-Favorit» sind die Zürcher im Kampf um den Aufstieg nicht. Die drei letzten Plätze der nächsten Saison sind in der höchsten Liga schon vergeben.

Am 23. Dezember hatte Kloten gegen ein Olten ohne Ausländer in Olten 0:2 verloren. Nun ist die Revanche mit einem 6:3 gelungen. Kloten und Olten sind die beiden Kronfavoriten für den Aufstieg in die National League. Es ist der letzte «Gratis-Aufstieg»: Die letzte direkte Promotion des Siegers der Swiss League. Ab 2023 gibt es wieder eine Liga-Qualifikation.

Zur Story