Bern – Zug 4:1 (3:1, 0:0, 1:0)
Das Bild, welches für das gesamte Spiel spricht: Der SCB überragend, die Zuger am Boden.Bild: KEYSTONE
Der SC Bern hat im Playoff-Final der National League den ersten Heimsieg gefeiert und auf 2:1 vorgelegt. Mit 4:1 setzten sich die Berner nach einem bärenstarken und überaus souveränen Auftritt durch.
16.04.2019, 22:4316.04.2019, 23:09
Die Fussballer der Young Boys haben am Wochenende vorgelegt. Am Dienstag lieferte der SCB gute Argumente dafür, dass auch der Meistertitel in der zweitwichtigsten Schweizer Mannschaftssportart in Bern gefeiert wird. Unter den Augen von YB-Captain Steve von Bergen lieferten die Berner Eishockey-Profis eine abgeklärte Leistung ab.
Die Differenz schufen die Berner, die erst ihren vierten Heimsieg in diesen Playoffs feierten, bereits im ersten Abschnitt herbei. Dank zweier Powerplay-Treffer aus zwei -Möglichkeiten und einem Weitschuss von Mark Arcobello - nur 88 Sekunden nach dem zwischenzeitlichen Zuger Ausgleich zum 1:1 - führte das Team von Trainer Kari Jalonen nach 20 Minuten wegweisend mit 3:1.
Die ersten beiden Treffer glichen sich aufs Haar. Arcobello schoss jeweils aus der Distanz, Simon Moser nahm dem Zuger Goalie Tobias Stephan vor dem Tor jeweils die Sicht. Beim 1:0 lenkte er den Puck zudem noch leicht ab. Der Captain hatte an den Toren mindestens so viel Anteil wie der PostFinance-Topskorer, der seine Leistung mit einem Schuss ins leere Tor krönte und damit auch gleich den Schlusspunkt setzte.
Nach dem nahezu perfekten ersten Abschnitt liess Bern nichts mehr anbrennen. Es kontrollierte die Partie über weite Strecken und riegelte die eigene blaue Linie rigoros ab. Die Zuger fanden keine Lücken; Bern raubte ihnen mit seinem unspektakulären, aber effektiven und fehlerlosen Defensivspiel die Energie. Und wenn der EVZ doch einmal zu einer Chance kam, dann brillierte Leonardo Genoni oder das Glück stand auf Seiten des SCB. So nach 38 Minuten, als Reto Suri einen Pfostenschuss zu beklagen hatte.
Suri hatte sich im ersten Vergleich nach dem brutalen Check von Adam Almquist Verletzungen im Gesicht zugezogen und kehrte nun nach nur einem Spiel Pause in die Zuger Aufstellung zurück. Ebenfalls rechtzeitig zurück war Dennis Everberg, der am Montag Vater wurde und dafür kurzfristig nach Schweden geflogen war.
Erstmals setzte Zugs Trainer Dan Tangnes in diesem Final auf den Ausländerpositionen auf David McIntyre, der den bisher blassen Brian Flynn ersetzte. Die Massnahme zahlte sich nicht aus. McIntyre, einst einer der wichtigsten Zuger Stürmer, vermochte zwischen Suri und Reto Martschini ebenfalls keine entscheidenden Akzente zu setzen.
«Wir waren nervös. Und wir waren nicht schnell genug – das, was unser Markenzeichen ist.»
Dan Tangnes, EVZ-Coachsrf
Der Zuger Express, der zuvor so souverän die Viertel- und Halbfinals überstanden hatte, ist arg ins Stocken gekommen. Am Samstag hatte Zug dank dem starken Powerplay (zwei Treffer) bis in die Verlängerung auf einen Sieg hoffen dürfen. In Spiel 3 erhielten die Zentralschweizer erst im zweiten Abschnitt die erste Gelegenheit auf ein Überzahl-Spiel. Dario Simion machte die Chance aber mit einer unnötigen Strafe in der Offensivzone gleich wieder zunichte.
Auch auf der Seite von Bern gab es im Vergleich zu Spiel 2 Änderungen in der Aufstellung. Der zuletzt verletzte Verteidiger Calle Andersson gab sein Comeback - früher als angekündigt. Dafür muss Kari Jalonen für den Rest der Serie auf Daniele Grassi verzichten. Der Stürmer, der Bern in den Viertelfinals mit drei Treffern «gerettet» hatte, verletzte sich Samstag gröber an der Schulter.
Wird in der Finalserie nicht mehr zum Einsatz kommen: Daniele Grassi.Bild: KEYSTONE
Weil sich andere mittlerweile gesteigert haben und Berns vierte Formation nach dem Comeback von Gaëtan Haas mittlerweile zwei WM-Silberhelden (Haas und Matthias Bieber) beinhaltet, kann Bern den Ausfall Grassis ohne Probleme verkraften - vor allem wenn es weiterhin so stark auftrumpft.
Das Telegramm
Bern - Zug 4:1 (3:1, 0:0, 1:0)
17'031 Zuschauer (ausverkauft). - SR Wiegand/Stricker, Wüst/Kaderli.
Tore: 4. Moser (Arcobello, Untersander/Ausschluss Diaz) 1:0. 8. (7:12) Klingberg (Everberg, Roe) 1:1. 9. (8:40) Arcobello (Andersson) 2:1. 13. Scherwey (Mursak, Haas/Ausschluss Roe) 3:1. 58. Arcobello 4:1 (ins leere Tor).
Strafen: 2mal 2 Minuten gegen Bern, 6mal 2 Minuten gegen Zug.
PostFinance-Topskorer: Arcobello; Roe.
Bern: Genoni; Untersander, Burren; Krueger, Blum; Andersson, Beat Gerber; Colin Gerber; Rüfenacht, Arcobello, Moser; Boychuk, Mursak, Ebbett; Sciaroni, Heim, Scherwey; Berger, Haas, Bieber; Kämpf.
Zug: Stephan; Diaz, Morant; Thiry, Alatalo; Schlumpf, Zgraggen; Zryd; Klingberg, Roe, Everberg; Martschini, McIntyre, Suri; Lammer, Senteler, Simion; Leuenberger, Albrecht, Schnyder; Zehnder.
Bemerkungen: Bern ohne Almquist (gesperrt), Kamerzin, Grassi (beide verletzt), Marti und Brügger (beide überzählig), Zug ohne Flynn, Widerström und Stadler (alle überzählig). Pfostenschuss Suri (38.). Tor von Scherwey nach erfolgreicher Coaches Challenge wegen Offsides aberkannt (57.). Zug von 57:48 bis 57:57 ohne Torhüter. (sda)
Der Liveticker zum Nachlesen:
«Ich bin nicht wütend, wir waren einfach nicht auf unserem gewohnten Level heute. Es wird noch eine lange Serie werden, deshalb müssen wir jetzt den Fokus auf Donnerstag legen. Wir waren etwas nervös und unser Spiel war nicht schnell genug, das was uns die ganze Saison über ausgezeichnet hatte.»
Bild: KEYSTONE
Der SCB gewinnt dank einer überragenden Leistung das dritte Finalspiel mit 4:1 und legt damit in der Finalserie erstmals vor.
Die Sache ist gegessen! Arcobello trifft ins leere Tor!
Die Zuger sind komplett – damit stellt sich die Frage: Wie lange bleibt Tobias Stephan noch auf dem Eis?
Denkste – kein Tor! Tangnes hat mit der Coaches-Challenge Erfolg. Die Scheibe war schon über der blauen Linie und damit ist Offside die korrekte Entscheidung.
«Zugerbueb» Zehnder leistet sich dieses Beinstellen an Arcobello. Folgt jetzt der Nackenschlag für den EVZ?
Der SCB spielt die Zeit souverän herunter, lässt hier nichts mehr anbrennen. Die Zuger verzweifeln an der Berner Mauer.
Das Spiel hat etwas abgeflacht. Die Partie ist geprägt von vielen Unterbrüchen, doch Emotionen wollen keine aufkommen. Torgefahr ist zur Zeit Mangelware.
Die Mutzen sind wieder komplett. Aus Überzahlspielen hatten die Zentralschweizer auch schon mehr gemacht.
Nach ca. 40 Sekunden steht das Powerplay der Zuger, doch Roe zerbricht beim Abschluss den Stock. Entlastung für den SCB.
Wechselfehler! Zwei Minuten gegen den SCB wegen zu vielen Spielern auf dem Eis, Bieber sitzt die Strafe ab. Jalonen stehen die Haare zu Berge.
Was Dan Tangnes und sein Assistent Josh Holden ihrem Team wohl gesagt haben während der Pause?
Bild: KEYSTONE
Ganz wichtige Parade von Tobias Stephan! Schnyder vertändelt die Scheibe, Mursak zieht sofort los und bedient Boychuk, der völlig frei an Stephans Stockhand scheitert. Wahnsinn.
Das Schlussdrittel läuft! Arcobello hat gerade das gefühlt hundertste Bully gewonnen.
Viel Zeit scheint der 20-Jährige nicht zu haben: «Wir wollen es mehr, wir sind zu Hause, wir geben Vollgas!» Und tschüss.
Das Mitteldrittel endet torlos! Auch viele Überzahlspiele brachten keinen Erfolg.
Den Mutzen schien gegen Drittelsende langsam die Energie auszugehen, umso besser für das Heimteam, können sie nun 18 Minuten durchschnaufen. Vielleicht gerade auch deshalb kamen die Zuger besser in die Partie, doch schliesslich machte auch noch Glücksgöttin Fortuna dem EVZ einen Strich durch die Rechnung: Suri scheiterte kurz vor der Pause am Pfosten.
Zwei Tore beträgt der Rückstand also auch für das Schlussdrittel aus Sicht der Gäste aus Zug. Dan Tangnes braucht einen Masterplan.
Pfosten! Leuenberger zieht in die Mitte und bedient dann Suri im Slot – doch der scheitert an der Torumrandung! Pech für den EVZ.
Das Spiel bleibt intensiv, das passt den Zugern. Die Berner hingegen wirken momentan, als würden sie den Vorsprung in die Pause retten wollen.
Der EVZ ist wieder komplett, noch immer ist kein Tor gefallen.
Wie dumm ist das denn? Kaum spielen die Zuger überzahl, leistet sich Simion ein Beinstellen in der Offensive. Vier gegen vier also jetzt!
Bild: KEYSTONE
Jetzt trifft es auch einmal ein Berner: Sciaroni, Übeltäter vom Dienst, muss für ein Beinstellen zwei Minuten zuschauen.
Haas legt wunderbar Blum in den Lauf, doch der verfehlt das Tor. Der EVZ ist wieder komplett, doch die Gäste sind immernoch stark unter Druck.
Und gleich noch ein Zuger muss raus, 7 Sekunden vor Ablauf der Strafe gegen Everberg. Zgraggen hat die Scheibe aus dem Spielfeld befördert.
Das Powerplay der Berner steht, mit Ebbett wurde auch schon ein gefährlicher Abschluss abgegeben. Noch eine Minute Überzahl.
Die dritte Strafe, zum dritten Mal triffts einen Zuger. Everberg fällt Heim – und wie die letzten beiden Strafen für den EVZ endeten, müssen wir hier glaube ich nicht erläutern.
Zug wehrt sich, jetzt können die Gäste doch ein paar Angriffe fahren. Wirklich gefährlich wirds nicht, doch immerhin senden die Zentralschweizer Lebenszeichen.
Immer wieder Scherwey. Der Stürmer lässt ein Zuger nach dem anderen stehen und zieht schliesslich selbst ab, doch Stephan ist auch dieses Mal zur Stelle.
Scherwey strotzt heute nur so von Energie! Der Berner kurvt wie wild ums gegnerische Tor und findet schliesslich Heim, der aus aussichtsreicher Position an Stephan scheitert. Da war mehr drin!
Weiter geht's mit dem Mitteldrittel!
Lino Martschini: «Tja, eben nicht so viel. Wir hatten gut reagiert auf den Rückstand, standen dann jedoch sofort wieder unter Druck. Dann kam nochmals eine Strafe und wieder nützten dies die Berner kaltblütig aus. Wir müssen mehr unser Spiel spielen, schneller am Puck sein, sonst wird dies nichts.»
Das war's vom ersten Drittel! Der SCB überfährt die Gäste aus Zug. Das Unheil nahm seinen Lauf bereits nach nicht einmal vier Minuten, als Captain Raphael Diaz eine 2-Minuten-Strafe absitzen muss und von Mark Arcobello ein erstes Mal eiskalt bestraft wird.
Trotz Überlegenheit der Hausherren konnte der EVZ reagieren und durch ein Schlitzohr-Tor von Carl Klingberg und seinem Legionären-Sturm-Block ausgleichen.
Doch Arcobello münzte die Berner Spielfreude fünf Minuten später wieder in ein Tor um – dieses Mal ging schlechte Zuger Verteidigungsarbeit dem Tor voraus.
Gleich zwei Topmöglichkeiten jetzt: Zuerst scheitert Arcobello an Stephan, praktisch im Gegenzug kommt Senteler nach einem Pass quer durch den Slot am zweiten Pfosten zum Abschluss, doch auch er scheitert am Torhüter.
Bild: KEYSTONE
Die Gastgeber machen genau so weiter, wie sie begonnen haben – was nur der richtige Weg sein kann. Die Zuger Aktivitäten beschränken sich momentan auf's Verteidigen. Wo bleibt das Power-Eishockey, welches das Team von Dan Tangnes die ganze Saison über zelebriert hat?
3:1 nach knapp 13 Minuten: Scherwey erhöht für den SCB! Jetzt müssen die Zentralschweizer vorsichtig sein, wollen sie nicht komplett untergehen. Mursak zündet auf rechts den Turbo und bedient dann Scherwey in der Mitte, der eiskalt versenkt.
Roe hält den Stock zwischen die Beine eines Berners und wird folglich die nächsten zwei Minuten auf der Strafbank verbringen.
Riesen-Chance für Lino Martschini! Der Zuger kommt völlig unbedrängt zum Abschluss, schiesst jedoch direkt auf Genonis Bauchnabel!
Das gibt's nicht! Mark Arcobello trifft schon wieder! Etwas glücklich kommt die Scheibe zum Topskorer, der sich Klingberg zum Vorbild nimmt und einfach mal abschliesst!
Roe, Everberg, Klingberg, Genoni – drin! Das ist der Ausgleich für den EVZ! Klingberg bringt die Scheibe einfach mal auf's Tor und von Genonis Schlittschuh kullert das Spielgerät über die Linie.
Die Berner erweisen sich eiskalt im Abschluss und diese Führung ist – wenn auch sehr früh – verdient. Der SCB ist in diesen Startminuten aufsässiger und spielfreudiger.
Mark Arcobello eröffnet das Skore! Die Mutzen machen kurzen Prozess im Überzahlspiel. Nach dem Bullygewinn drückt der Berner Topskorer direkt ab und so segelt die Scheibe ins kurze hohe Eck. Da sah Tobias Stephan etwas unglücklich aus.
Erstes Powerplay für den SCB! Diaz hält Boychuk unnötig zurück und darf dafür zwei Minuten in die Kühlbox.
Der zweite Abschluss der Partie kommt ebenfalls von einem Berner – und wieder ist es ein Verteidiger. Mit schnellem Direktpassspiel kombinieren sich die Mutzen in das Drittel der Gäste, Untersanders Schuss wird jedoch abgelenkt.
Erstes Ausrufezeichen des Heimteams! Andre Heim legt quer auf den völlig vergessen geratenen Eric Blum, sein Abschluss ist nicht von Erfolg gekrönt. Der EVZ befindet sich hier noch im Tiefschlaf.
Schwalbenkönig Garret Roe hat das gelbe Trikot von Lino Martschini übernommen.
Mark Arcobello gewinnt das Startbullly!
Arbitriert wird die Partie von Daniel Stricker und Marc Wiegand. In Kürze wird der Puck eingeworfen – zuerst aber noch Francine Jordi mit dem Schweizerpsalm!
«Wenn nun ausgerechnet der Schiedsrichterchef beim Sportchef des Finalisten EV Zug zum Jobgespräch antreten muss, so ist das, um es freundlich auszudrücken, politisch nicht klug.»
Hier geht's zum Bericht.Quelle: MySports
Daniele Grassi vom SC Bern wird im laufenden Playoff-Final gegen Zug nicht mehr zum Einsatz kommen. Der Stürmer erlitt am Samstag im zweiten Duell zwischen dem EVZ und dem SCB (2:3 n.V.) eine Schulterverletzung und muss möglicherweise operiert werden. Auf jeden Fall ist die Saison des dreifachen Playoff-Torschützen zu Ende, wie SCB-Sportchef Alex Chatelain eine Meldung der «Berner Zeitung» bestätigte. (sda)
Bild: KEYSTONE
... zum Liveticker der dritten Partie des Playoff-Finals. Das Heimrecht hat der SCB nach der Auftaktniederlage in der PostFinance-Arena mit dem Auswärtssieg in der Overtime am Samstag zurückerobert. Nun soll der erste Heimsieg dieser Serie fallen.
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