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Switzerland's players cheer their supporters after beating Belarus, during the IIHF 2018 World Championship preliminary round game between Switzerland and Belarus, at the Royal Arena, in Copenhagen, Denmark, Wednesday, May 9, 2018. (KEYSTONE/Salvatore Di Nolfi)

Freudenfest: Die Schweiz holt sich gegen Weissrussland den dritten Sieg im vierten Spiel. Bild: KEYSTONE

Eismeister Zaugg

Ein klarer Sieg – aber die grosse Frage bleibt unbeantwortet: Ist Berra besser als Genoni?

Gegen die Kleinen im Stile der Grossen siegen. Nach dem 5:2 gegen Weissrussland ist nur noch eine grosse, wichtige Frage offen: Wer ist im Viertelfinale unsere Nummer 1 im Tor?



Es sind die operettenhaften Voraussetzungen für eine Überraschung. Weissrusslands Nationaltrainer Dave Lewis wird vor der Partie gegen die Schweiz gefeuert und durch den bisherigen Assistenten Sergei Puschkow ersetzt. Der «Lukaschenko-Effekt» (so genannt, weil in Weissrussland die wichtigen Hockey-Entscheidungen vom Staatsoberhaupt kommen) sorgt für einen Energieschub. Und auf der anderen Seite der Favorit Schweiz, der die Partie womöglich nicht ganz so ernst nimmt.

Die Überraschung ist ausgeblieben. Am Ende steht ein nie gefährdeter Sieg der Schweizer. Sie haben den «Kleinen» (Weissrussland) im Stile der Grossen besiegt. Die Grossen siegen gegen die «Kleinen» auch im Werktagsgewand. Offensiv sind wir bei einer WM erstmals so gut, dass gegen einen «kleinen» Gegner alle defensiven Nachlässigkeiten kompensiert werden können.

Switzerland's forward Joel Vermin, left, celebrates his goal with teammates forward Nino Niederreiter #22, forward Timo Meier #28, defender Mirco Mueller #41 and defender Raphael Diaz, right, after scoring the 3:2, during the IIHF 2018 World Championship preliminary round game between Switzerland and Belarus, at the Royal Arena, in Copenhagen, Denmark, Wednesday, May 9, 2018. (KEYSTONE/Salvatore Di Nolfi)

Gleich fünf Treffer durfte die Schweiz gegen Weissrussland bejubeln. Bild: KEYSTONE

Am Anfang waren die Schweizer schon ein bisschen nachlässig. Aber nie verunsichert. Auch nicht nach dem vorübergehenden 1:2-Rückstand im Startdrittel. Sie haben die Selbstsicherheit, die Sieger auszeichnet, gegen die fleissigen Weissrussen nie verloren. Bereits nach dem 3:2 durch Joël Vermin 100 Sekunden vor der ersten Pause ist vollendet, was von allem Anfang an nie in Frage stand: der Sieg der Schweizer. Die Überlegenheit war so gross (45:24 Torschüsse), dass wohl nicht einmal der Hockeygott im Tor der Weissrussen die Niederlage verhindert hätte.

Das 3:2 durch Vermin.

NHL-Stürmer Timo Meier hat sich bereits ins Team eingefügt. Mit einem Tor (zum 5:2) und zwei Assists (zum 2:2 und zum 3:2) hat er im 2. Sturm neben Joël Vermin und Sven Andrighetto in seinem ersten Länderspiel viel zum Erfolg beigetragen.

Die Schweiz hat nun 9 Punkte. Das kann unter günstigen Umständen bereits fürs Viertelfinale reichen. Sonst benötigen wir halt im letzten Spiel am Dienstag (12:15 Uhr) noch einen Sieg gegen Frankreich. Die Rechnerei gehört der guten Ordnung halber nun dazu, ist aber in diesem Fall keine ernsthafte Wissenschaft. Sondern Spielerei. Wenn nicht noch die steinerne kleine Meerjungfrau im Hafen von Kopenhagen ertrinkt, wird die Schweiz die Viertelfinals erreichen.

Bild

Erkenntnisse und Erleuchtungen gibt es aus dem sicheren Pflichtsieg gegen den 11. der Weltrangliste keine. Eine Antwort auf die grosse, wichtige Frage werden wir erst in den nächsten beiden Partien gegen Russland am Samstag (20:15 Uhr) und am Sonntag gegen Schweden (20.15 Uhr) erhalten. Diese Frage lautet: Wer ist unsere Nummer 1 im Tor?

Wir haben seit dem Wiederaufstieg von 1998 nur ein einziges Viertelfinale gewonnen: 2013 in Schweden. Nach einem 2:1 gegen Tschechien rückten wir ins Halbfinale vor. Martin Gerber hielt 33 Schüsse. Er war die Schlüsselfigur auf dem Weg ins Halbfinale.

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Die Highlights der Partie im Video. Video: YouTube/IIHF Worlds 2018

Weissrussland hätten wir auch mit unserer Nummer drei (Gilles Senn) besiegt. Der Torhüter war in dieser Partie kein entscheidender Faktor. Aber im Viertelfinale muss unser hinterster Mann die Differenz machen. 2013 hatten wir mit Reto Berra und Martin Gerber zwei gleichwertige, formidable Torhüter. Reto Berra hat damals die WM 2013 mit einer Fangquote von 96,72 Prozent beendet (die höchste eines Schweizer WM-Goalies), Martin Gerber mit 92,31 Prozent. Nationaltrainer Sean Simpson konnte bei der Torhüterwahl fürs Viertelfinale eine Münze werfen.

Hier in Dänemark ist es nicht so einfach. Die Fangquote von Leonardo Genoni – er spielte gegen Österreich (3:2 n.P) und Tschechien (4:5 n.P) beträgt 85,11 Prozent. Reto Berra – er stand gegen die Slowakei (2:0) und nun Weissrussland (5:2) im Tor – steht bei 95,92 Prozent. Alles klar?

Switzerland's goaltender Reto Berra, right, tries to stop the puck past Belarus' forward Pavel Razvadovsky, left, and Switzerland's defender Mirco Mueller, center, during the IIHF 2018 World Championship preliminary round game between Switzerland and Belarus, at the Royal Arena, in Copenhagen, Denmark, Wednesday, May 9, 2018. (KEYSTONE/Salvatore Di Nolfi)

Gegen Weissrussland stand Berra zwischen den Pfosten. Bild: KEYSTONE

Nein. Noch nicht. Diese Prozent-Statistik sollten wir nicht überbewerten. Im wilden Spektakel gegen Tschechien war Leonardo Genoni im letzten Drittel und in der Verlängerung viel, viel besser, als es die Zahlen vermuten liessen. Und Reto Berras Einsatz gegen Weissrussland ist eigentlich ohne Aussagekraft. Die zwei Gegentreffer sind der Nachlässigkeit seiner Verteidiger geschuldet. Joël Genazzi war nicht ganz bei der Sache und hat die Partie mit der miserabelsten Minus-Bilanz aller Schweizer beendet (-2).

Genazzis Nachlässigkeit ermöglichte den Weissrussen das 1:1.

Reto Berra wirkte bisher stilsicherer, dominanter, charismatischer als Leonardo Genoni. Er war bei einem Titelturnier seit dem WM-Halbfinale von 2013 (3:0 gegen die USA) nie mehr so gut wie jetzt. Die Nummer 1 also?

Ob er das wirklich ist, wird sich erst bei einem Einsatz in den nächsten Partien gegen Russland oder Schweden zeigen. Gegen einen Titanen also. Bewährt er sich da, dann ist er der Goalie, der uns ins Halbfinale hexen kann – nach dem Grundsatz: Sage mir, wie Reto Berra in Form ist, und ich sage dir, ob die Schweiz um eine Medaille spielen wird.

Patrick Fischer, head coach of Switzerland national ice hockey team, during a friendly game between national ice hockey teams of Switzerland and Norway ahead of the IIHF 2018 World Championship, at the Ice stadium Schoren, in Langenthal, Friday, April 20, 2018. (KEYSTONE/Alexandra Wey)

Trifft Fischer die richtige Entscheidung auf der Torhüter-Position? Bild: KEYSTONE

Die grosse Kunst eines Coaches ist es, zu «spüren», welcher Torhüter «heiss» ist. Patrick Fischer ist gefordert.

Wenn Hockey-Vereine beim Samichlaus wären

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Video: watson/Angelina Graf

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    Alle Leser-Kommentare
  • Mia_san_mia 10.05.2018 08:18
    Highlight Highlight Berra muss die Nummer 1 werden.
  • lecra 10.05.2018 07:57
    Highlight Highlight Für mich wirkt Berra einiges sicherer als Genoni.
  • mukeleven 10.05.2018 00:20
    Highlight Highlight spielt in diesem fall keine rolle, denn die entscheidenden goali-learnings und die hauptentwicklung haben alle 3 goalies beim HCD unter den fittichen von marcel kull erlernt. 😜
    bei einer zwingenden wahl wuerde ich persoenlich auf berra setzen - aber wie gesagt: eigentlich ein luxus-problem...
  • bibaboo 09.05.2018 23:48
    Highlight Highlight Zaugg begründet die Stärke der Goalis an der WM 2013 mit deren Fangquote, relativiert aber deren Aussagekraft im nächsten Abschnitt. Auch wenn er mit seiner Schlussfolgerung richtig liegen mag, ist seine Argumentation ungenügend.
    Des Weiteren reduziert er die Erfolgsaussichten einzig auf das Abschneiden der Torhüter, genau so wichtig erscheint mir jedoch, ob Josi und Fiala noch zum Team stosse werden.
    Der Eisneister daher einmal mehr viel zu polemisch und unsachlich, weshalb ich in Zukunft seine Artikel ignorieren werde.
    • Mänu Renfer 10.05.2018 07:25
      Highlight Highlight Dieser Beitrag wurde gelöscht. Bitte beachte die Kommentarregeln.
  • Mike Mueller 09.05.2018 22:29
    Highlight Highlight Es kommt darauf an, welcher von den beiden Goalies sich zuerst entscheidet Weltmeister zu werden :-)
    • FloRyan 10.05.2018 04:07
      Highlight Highlight Dies Spruch ist mittlerweile so ausgelutscht wie Rocco Siffredis Zauberstab....
  • Vord Lader 09.05.2018 22:15
    Highlight Highlight Ja ist er.
  • MyPersonalSenf 09.05.2018 21:59
    Highlight Highlight Schwierige Frage. Trotzdem ist mein Bauchgefühl eher Richtung Berra (nicht wegen der Fangquote), rein wegen der Ausstralung. Wenn ich an eine 1vs0 Situation denke gegen die Schweiz, wen sehe ich da in dem Moment eher im Tor den Schuss halten?!

    Bei mir ist es spontan Berra. Aber ich bin ja auch nicht in Kopenhagen
    • Tim-titig 10.05.2018 08:31
      Highlight Highlight In etwa sehe ich das auch wie du. Ohne Genoni zu kritisieren, aber ich sehe ihn auch eher als Risikofaktor. Frag mich aber nicht weshalb.
  • Chatzegrat Godi 09.05.2018 21:38
    Highlight Highlight Endlich der Chlöisu ohne Bashing. Auch er scheint langsam Freude am Auftritt der Nati zu bekommen.
    Aber, wie er richtig schreibt, die grossen Bewährungsproben kommen noch!
  • manolo 09.05.2018 21:25
    Highlight Highlight Ja,ja,ja und nochmals ja, Berra ist eindeutig der bessere Torhüter!
  • Guido Kluge 09.05.2018 21:21
    Highlight Highlight Ist doch kein Problem, egal wer den Vorzug erhält, es wird ein guter Goalie im Tor stehen...
    • ta0qifsa0 10.05.2018 02:03
      Highlight Highlight Will die Schweiz aber sportlich endlich mal wieder in höhere Sphären aufsteigen, braucht sie aber einen herausragenden, um nicht zu sagen unbezwingbaren Goalie.
    • Mia_san_mia 10.05.2018 08:20
      Highlight Highlight @Guido: Gut reicht aber nicht.
  • Wagner 09.05.2018 21:13
    Highlight Highlight Genoni war nicht der Rückhalt, wie man sich es erhoffte, nicht bei Bern und nicht bei der Nati! Überteuert und überschätzt, die guten Jahre sind durch er lebt nur noch vom Namen. Dies ist wohl der grösste Fehleinkauf der Bern je getätigt hat, mahnt so an das frühere Lugano. Viel Geld für grosse Namen. Zum Glück hat Lugano gelernt und wirtschaftet seit Jahren hervoragend und kauft Spieler mit steigerungpotenzial! Ich glaube man sollte aufhören die Leistung von Genoni schön zu schreiben...
    • chara 10.05.2018 00:05
      Highlight Highlight ? Klaus Zaugg ?
    • hockey_guru 10.05.2018 00:26
      Highlight Highlight Hey, Genoni hat nicht sein bestes Jahr, aber ihn so darzustellen? Wo bleibt da deine Kompetenz?
      Durchzogene Saison, unglücklich an Olympia.. und immerhin befriedigende Leistung bis anhin an der WM...
      Lass mal die 5 gerade sein ;-)
    • mukeleven 10.05.2018 04:30
      Highlight Highlight @wagner, hast du wieder geraucht?!
  • sansibar 09.05.2018 21:06
    Highlight Highlight 2013 hatte Simpson dieses „Gespür“ im entscheidenden Moment aber nicht... Mal schauen!
  • 2sel 09.05.2018 20:55
    Highlight Highlight Der Torhüter trägt nur einen Teil zum Spiel bei. Wenn der Rest des Teams nicht harmoniert, spielt es eigentlich keine Rolle, wer im Tor steht...
  • marak 09.05.2018 20:44
    Highlight Highlight Und das habe ich vergessen zu sagen: Toll, dass sie aus dem Gewürge als Sieger hervorgingen. Das ist nicht so selbstverständlich. Auch wenn man das als Aussenstehender Fan im Grunde erwartet.
  • marak 09.05.2018 20:43
    Highlight Highlight Nun, ich bin froh, dass man den Sieg nach einigem Mühsal eingefahren hat.
    Wegen der Schlussmänner bin ich eigentlich relativ gelassen. Keiner ist fiel ab. Einige Tore fielen aufgrund der Defenisvarbeit der Vordereute. Dieser Bereich macht mir eher Sorgen. Aber heute ist kein Gradmesser. Die Mannschaft war verständlicherweise vor allem mental müde, was sich auf die Konzentration auswirkte.
  • Patrick59 09.05.2018 20:29
    Highlight Highlight Und am Ende ist wieder Fischer schuld. Oder Genoni, oder Berra, oder der Eurokurs und der Wellengang im Pazifik. Fakt ist, Eishockey ist ein Mannschaftssport und Fischer und sein Staff werden sich für einen Torhüter entscheiden. Abgesehen davon war es seit Jahren nicht mehr so toll, der Nati zu zuschauen. Es macht richtig Spass.

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