Sport
Eismeister Zaugg

SCL Tigers: Bleibt Erfolgscoach Heinz Ehlers – oder zieht er nach Lugano?

Tigers Head Coach Heinz Ehlers gibt Anweisungen, waehrend dem Meisterschaftsspiel der National League, zwischen den SCL Tigers und den ZSC Lions am Dienstag, 30.Oktober 2018 in der Ilfishalle in Langn ...
Bleibt er bei Langnau? Erfolgscoach Heinz Ehlers und sein «Spektakelteam».Bild: KEYSTONE
Eismeister Zaugg

Heinz Ehlers in Lugano? Ein reizvoller Gedanke

Langnaus Trainer Heinz Ehlers (52) ist der Vater der grössten Überraschung seit Einführung der Playoffs. Aber wenn er auch nächste Saison in der Schweiz arbeiten will, bleibt ihm eigentlich nur eine Vertragsverlängerung in Langnau – oder ein riskantes Pokerspiel.
03.11.2018, 07:5603.11.2018, 08:28
Folge mir
Mehr «Sport»

Er ist der meistunterschätzte Trainer der letzten zehn Jahre. Heinz Ehlers hat Biel in die NLA gebracht, Langenthal den NLB-Titel beschert, mit Liga-Neuling Lausanne auf Anhieb die Playoffs erreicht und nun Langnau zum Spitzen- und bestorganisierten Spektakelteam der Liga gemacht. Noch nie seit Einführung der Playoffs (1985/86) hat ein Coach aus so wenig so viel herausgeholt wie Heinz Ehlers.

Sein Vertrag läuft nach der Saison aus. Eigentlich müsste Heinz Ehlers der «heisseste» Trainer auf dem Markt sein. Die Eishockey-Antwort auf Lucien Favre. Eigentlich. Aber eine kuriose Marktsituation führt dazu, dass er in der Schweiz nur sehr wenige Optionen hat.

Sein Agent André Rufener sagt auf Anfrage, er habe bis heute keine Jobangebote für nächste Saison bekommen. «Wenn es welche gäbe, dann wüsste ich es…»

Hohe Löhne 

Der Grund ist einfach: Die interessanten Jobs für einen Spitzentrainer sind für nächste Saison vergeben. Oder die Sportchefs wagen es noch nicht, hinter dem Rücken ihres aktuellen Trainers Heinz Ehlers ein Angebot zu unterbreiten.

In Bern, Zug, Lausanne, Zürich, Fribourg, Genf und Biel laufen die Trainerverträge weiter. Ambri will unbedingt Luca Cereda behalten und Davos ist für einen Spitzentrainer so wenig eine Traumdestination wie Rapperswil-Jona.

Die Schweiz zahlt den Trainern die höchsten Löhne ausserhalb der NHL und der KHL. Anders als im Fussball gibt es für einen Eishockeytrainer ausserhalb unseres Landes in West- und Mitteleuropa im Klubhockey keinen attraktiven Markt. Unsere höchste Liga ist für einen Trainer durch eine weltweit einmalige Kombination aus schönem Salär, hoher Lebensqualität und gutem sportlichen Niveau sogar die beste ausserhalb der NHL.

Ehlers hat zwei Möglichkeiten

Die Chancen, den Vertrag mit Heinz Ehlers verlängern zu können, stehen für Langnaus Sportchef Marco Bayer also sehr gut. Bis Ende Monat möchte er prolongieren. Zu einer Lohnerhöhung ist er bereit. Heinz Ehlers verweigert im Moment jeden Kommentar zu seiner Zukunftsplanung.

Die neuen NL-Ausländer 2018/19

Will er auch nächste Saison in der Schweiz als Klubtrainer arbeiten, dann bleiben ihm eigentlich nur zwei Möglichkeiten: Langnau oder ein riskantes Pokerspiel: Warten, bis in Lugano Trainer Greg Ireland in Ungnade fällt.

Heinz Ehlers in Lugano? Ein reizvoller Gedanke. Nicht mehr. Aber auch nicht weniger.

Saisonvorschau mit «Zöggeler»

Video: nico franzoni, adrian bürgler
DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet, um die Zahlung abzuschliessen.)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
twint icon
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.
Das könnte dich auch noch interessieren:
15 Kommentare
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 24 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
Die beliebtesten Kommentare
avatar
Ironiker
03.11.2018 10:14registriert Juli 2018
Der Heinz lebt mit seiner Familie in Biel. Das war in seiner Bielerzeit so, das war während er in Langenthal trainierte so, und das ist auch jetzt als Trainer von Langnau so.

Irgendwas scheint ihm an Biel zu gefallen. Da ist Lugano etwas zu weit weg. Ich gehe auch davon aus, das punkto Erwartung in Langnau das etwas bessere Klima herrscht als im Tessin.

Ich tippe auf eine Vertrsgsverlängerung im Emmental!
1444
Melden
Zum Kommentar
avatar
Aetzki
03.11.2018 09:16registriert April 2015
Um Himmels Willen, Chlöisu. Schreib uns nicht den Hagu-Heinz ins Tessin runter.
886
Melden
Zum Kommentar
avatar
Peter von der Flue
03.11.2018 08:14registriert Januar 2015
Ist nicht der charismatische Motivator Schläpfer Kandidat in Lugano oder ersetzt er den Hockey Messias in Davos?
736
Melden
Zum Kommentar
15
Mujinga Kambundji will es vor Olympia noch einmal wissen
EM-Gold und Beinahe-Schweizer-Rekord: Kurz vor den Olympischen Spielen will Mujinga Kambundji heute ihre Topform vor Heimpublikum beweisen.

«Nicht so, wie ich erwartet habe», sprudelt es aus ihr heraus, als sie gebeten wird, ihr bisheriges Jahr zusammenzufassen. Der Saisonbeginn sei kompliziert und etwas frustrierend gewesen. Bei den ersten Wettkämpfen «hat es noch nicht Klick gemacht, obwohl eigentlich alles da war». Mit ihrem sensationellen Sieg über 200 Meter an den diesjährigen Europameisterschaften in Rom dann die grosse Erlösung – endlich passte alles. Mujinga Kambundji nahm den Schwung mit und bestätigte vor wenigen Tagen ihre gute Verfassung: Mit 10,90 Sekunden blieb sie in La Chaux-de-Fonds nur eine Hundertstelsekunde über ihrem eigenen Schweizer Rekord.

Zur Story