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Olympia 2026: Ein Schweizer revolutionierte das Skispringen in Cortina

Andreas Daescher, ski jumper, in February 1956 in Cortina d'Ampezzo in action at the Olympic Winter Games. (KEYSTONE/PHOTOPRESS-ARCHIV/Str)

Andreas Daescher, Skispringer, im Februar 1956 in Cort ...
Andreas Däscher revolutionierte den Skisprung-Stil.Bild: PHOTOPRESS-ARCHIV
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Der vergessene Schweizer Revolutionär, der das Skispringen für immer verändert hat

Gregor Deschwanden sorgte mit Bronze von der Normalschanze für eine grosse Überraschung, am heutigen Samstag könnte der Skispringer von der Grossschanze nachlegen. Vor 60 Jahren gelang es einem Schweizer in Cortina aber auch ohne Medaille Geschichte zu schreiben. Was Andreas Däscher bewirkt hat, ist heute noch zu sehen.
14.02.2026, 10:2314.02.2026, 10:23

Andreas Däscher aus Clavadel bei Davos gewinnt an einer WM oder bei Olympischen Spielen nie eine Medaille. Seine beste Klassierung auf der Olympischen Bühne ist der 6. Rang bei den Spielen von 1956 in Cortina. Aber er hat auf seinen Sport mehr Einfluss genommen als der vierfache Olympiasieger Simon Amman.

Er revolutionierte in den 1950er Jahren die Sprungtechnik grundlegend. Bis dahin war es üblich, die Hände im Flug nach vorne zu strecken. Andreas Däscher aber erkannte, dass eine aerodynamischere Haltung – mit eng am Körper angelegten Armen – den Luftwiderstand reduziert und zu stabileren und weiteren Sprüngen sowie zu einer sichereren Landung führt.

Swiss ski jumper Conrad Rochat jumping at the 1956 Winter Olympics in Cortina d'Ampezzo. (KEYSTONE/PHOTOPRESS-ARCHIVE/Str) (autotranslated)

Der Schweizerische Skispringer Conrad Rochat im Sprung ...
Conrad Rochat, auch er Schweizer, flog 1956 noch im alten Stil.Bild: PHOTOPRESS-ARCHIV

Dieser neue Stil, der sich später als «Däscher-Stil» weltweit durchsetzt, ist ein Meilenstein in der Geschichte des Skispringens.

Andreas Däschers Revolution ist also die Basis des heutigen Skispringens. Er hatte seinen Stil durch Beobachtungen und einem Gespür für Aerodynamik entwickelt – lange bevor die Sportwissenschaft sich mit dem Thema befasste und Windkanaltests im Skispringen Einzug hielten.

Aber dieser neue Stil widersprach den damals gültigen ästhetischen Vorstellungen des Skispringens. Die Wertungsrichter beurteilten Sprünge nicht nur nach Weite, sondern stark nach «Haltung», «Schönheit» und «Tradition» und die Punkte für die Weite wurden mit den Punkten für die Bewertung des Stils addiert.

Der Schweizer Skispringer Andreas Daescher beim Skispringen in Le Brassus im Jahre 1956. (KEYSTONE/PHOTOPRESS-ARCHIV/Str)
Bei den Punkterichtern kam Andreas Däschers Stil erst nicht gut an.Bild: PHOTOPRESS-ARCHIV

Gut bewertet wurde ausdrücklich der klassische Stil mit nach vorne gestreckten Armen. In Norwegen entwickelt und von Birger Ruud als Olympiasieger von 1932 und 1936 erfolgreich umgesetzt.

Die Haltungsnoten für den Schweizer fielen also schlechter aus. Sein neuer, ja revolutionärer Stil galt zunächst als «unsauber» oder «unkonventionell», setzte sich aber durch.

In den 1980er-Jahren entwickelt Jan Boklöv Andreas Däschers Erfindung zum modernen V-Stil weiter. Aber auch er wurde – wie einst Andreas Däscher – von den Punktrichtern bestraft, die den V-Stil als «schlecht» klassierten. Und auch der Schwede gewann – wie Andreas Däscher – nie bei einer WM oder auf der Olympischen Bühne eine Medaille, aber immerhin 1989 den Weltcup.

Andreas Däscher spricht über seine Weiterentwicklung im Skispringen.Video: YouTube/Tibor Zavrl

Andreas Däschers und Jan Boklövs Geschichte zeigt ein gängiges Muster der Sportgeschichte: Innovation wird meist erst skeptisch beurteilt. In seiner DNA sind die Gralshüter des Sports konservativ und bilden so das Gegengewicht zur Dynamik der Jugend.

Nach seiner Karriere baute Andreas Däscher in Meilen ZH ein Sanitär-Geschäft auf. Er starb am 4. August 2023 im Alter von 96 Jahren im Alterszentrum des Ortes. Als «vergessener» grösster Pionier und Revolutionär des Skispringens.

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