Wieso sich viele Fans wegen WM-Tickets von der FIFA betrogen fühlen
Der Ticketverkauf für die Fussball-WM 2026 sorgte bereits für einige Schlagzeilen. Da waren das erste Verkaufsfenster exklusiv für Besitzer einer Visa-Karte, die horrenden Preise auch aufgrund des dynamischen Preismodells oder die ungeplante Verkaufsphase, die wohl auch damit zu tun hatte, dass sich viele Tickets schlechter verkauften, als FIFA-Präsident Gianni Infantino es behauptet hatte.
Nun gibt es erneut Ärger. Der Grund dafür ist die Zuweisung der definitiven Plätze für Ticketkäuferinnen und -käufer in der vergangenen Woche. Wie üblich bei FIFA-Turnieren oder auch bei Olympischen Spielen konnten Fussballfans lediglich Tickets für die verschiedenen Kategorien kaufen, nicht für spezifische Plätze. Wo man dann innerhalb der Kategorie genau sitzen würde, war zum Zeitpunkt des Kaufs unklar.
Einige Fans fühlen sich jetzt aber betrogen, wie The Athletic berichtet. So hätten manche von ihnen nämlich Plätze zugewiesen bekommen, die ursprünglich einer tieferen Kategorie zugeordnet waren. Die FIFA habe den Stadionplan im Nachhinein verändert, werfen diese Fans dem Weltfussballverband vor. Das der «New York Times» zugehörige Medium zeigt dies am Beispiel des Stadions in Seattle:
Bei mehreren Stadien seien Änderungen vorgenommen worden. Erst vor Kurzem habe die FIFA die Stadionpläne ohne Fansektoren neu veröffentlicht, nachdem die Fans bereits erfahren hatten, welche Plätze ihnen zugewiesen wurden.
Ein Fan, der 862 US-Dollar (rund 680 Schweizer Franken) für ein Ticket der Kategorie 1 bezahlt und eines in dem im neuesten Stadionplan von Kategorie 2 hochgestuften Sektor erhalten hat, bezeichnete die Angebote der FIFA als «irreführend». Eine andere Person, der dasselbe in einem anderen Stadion passiert ist, sagte: «Es ist einfach frustrierend, wenn du für etwas bezahlst und etwas anderes bekommst.»
Viel machen können sie dagegen aber nicht. So wies die FIFA bereits im Oktober in ihren Nutzungsbedingungen für die Tickets aus, dass die Stadionpläne lediglich der Orientierung dienen und sich noch ändern könnten.
Doch nicht nur das sorgte für Aufregung. Gemäss den Berichten seien kaum Tickets an der Seite des Felds verteilt worden. Dafür hätten die meisten Käuferinnen und Käufer von Tickets in Kategorie 1 Plätze in den Ecken, hinter dem Tor oder weiter oben zugewiesen bekommen. Die Fans vermuten, dass die besseren Plätze Sponsoren, VIPs oder Inhabern von Hospitality-Tickets vorbehalten sind.
Der Plan, der beim Kauf von Hospitality-Tickets angezeigt wird, verstärkt diese Vermutung. Hier jener vom Spiel der Schweizer Nati gegen Katar in San Francisco, wo die Tickets für 3400 Dollar (2690 Franken) erhältlich sind – bei anderen Spielen kosten diese bis zu über 6000 Dollar (etwa 4750 Franken):
Im unteren Plan sind die Sektoren für Hospitality-Tickets oder VIPs nicht ausgewiesen. Käuferinnen und Käufern der Kategorie 1 wurde also die Hoffnung auf einen der besten Plätze gemacht – diese ging nun anscheinend aber für kaum jemanden in Erfüllung, gerade bei den attraktiveren Spielen. Bei gewissen Partien sind in der aktuell laufenden letzten Verkaufsphase zudem exakt in den Bereichen, die an anderer Stelle als Hospitality-Sektoren gekennzeichnet sind, keine normalen Tickets erhältlich.
«Es fühlt sich so an, als hätte die FIFA uns beim Kauf der Tickets mit den Plänen absichtlich in die Irre geführt und uns denken lassen, dass wir an der Seite des Felds sitzen könnten, obwohl dies nie eine Möglichkeit war», sagt ein weiterer Fan gegenüber «The Athletic» und fügt an: «Es ist schwer, sich nicht verarscht zu fühlen.»
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