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Formel 1: Verstappen ist sauer auf Red Bull – Perez macht Kampfansage

230501 -- BAKU, May 1, 2023 -- First placed Red Bull Racing s Mexican driver Sergio Perez C, second placed Red Bull Racing s Dutch driver Max Verstappen R and third placed Ferrari s Monegasque driver  ...
Max Verstappen (r.) hat ein frustrierendes Wochenende hinter sich – wirklich zufrieden ist nur Teamkollege und Sieger Sergio Perez (m.).Bild: www.imago-images.de

Max Verstappen sauer auf Red Bull – und wegen des Teamkollegen droht noch mehr Stunk

Beim Rennen in Baku gewann Sergio Perez vor Red-Bull-Kollege Max Verstappen. Dieser kritisierte in der Folge sein eigenes Team – und wegen der Kampfansage von Perez drohen Red Bull noch ungemütlichere Zeiten.
02.05.2023, 16:08
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Max Verstappen ist unzufrieden mit seinem Team – einmal mehr. Am Sonntag wurde er beim Grossen Preis von Aserbaidschan «nur» Zweiter, wofür er vor allem eine Entscheidung von Red Bull verantwortlich macht. In der 10. Runde wurde Verstappen von seinem Rennstall aufgefordert, in die Box zu fahren. Das tat der 25-jährige Niederländer dann auch, was ihn schlussendlich wohl den Sieg kostete.

Denn kurz zuvor hatte AlphaTauri-Fahrer Nyck de Vries die Streckenabsperrung touchiert und sein Auto am Streckenrand abgestellt. Es folgte eine Safety-Car-Phase, die sowohl Verstappens Teamkollege Sergio Perez als auch Ferrari-Pilot Charles Leclerc für einen Reifenwechsel nutzten und durch den geringeren Zeitverlust vor Verstappen blieben. Dieser kritisierte nach dem Rennen: «Wir müssen überprüfen, ob da bei uns wirklich alles ideal gelaufen ist.» Er habe zunächst gedacht, dass sich de Vries einfach verbremst habe, doch auf den Bildern sei deutlich ersichtlich, dass ein Rad schief stand. «Es war daher klar, dass dieser Wagen nicht aus eigener Kraft zurück an die Box kommen würde.»

Das Problem für Red Bull war jedoch, dass alles innerhalb kürzester Zeit geschehen war. Wie Motorsport Total schreibt, lagen nur 19 Sekunden zwischen de Vries' Unfall und dem Funkspruch an Verstappen. Und zu dem Zeitpunkt wusste nicht einmal das Team von de Vries, dass dieser nicht mehr weiterfahren konnte. Erst acht Sekunden nach dem Boxenbefehl erklärte der 28-jährige Niederländer, dass er nicht weiterfahren könne, weil sein linkes Vorderrad gebrochen sei. Danach dauerte es weitere 37 Sekunden, bis das Safety-Car auf die Strecke beordert wurde. Viel zu spät für Red Bull, um zu reagieren.

Verstappen wurde eigene Forderung zum Verhängnis

So sagt auch Teamchef Christian Horner: «Das Safety-Car war einfach Pech.» Im Nachhinein wäre es zwar klüger gewesen, noch eine Runde abzuwarten, doch sei bei de Vries nicht ersichtlich gewesen, dass er nicht weiterfahren könne. «Es sah so aus, als habe er sich verbremst und wäre nicht eingeschlagen. Wir hätten nie damit gerechnet, dass ein Safety-Car kommt», erklärte Horner.

Die Highlights des Rennens.Video: YouTube/FORMULA 1

Doch trotz seiner Unzufriedenheit mit der Entscheidung des Teams war Verstappen nicht ganz unschuldig am verfrühten Boxenstopp. Kurz vor dem Ausfall von de Vries hatte sich der zweifache Weltmeister über seine Reifen beschwert und bekundet, bald auf die harte Mischung wechseln zu wollen. «Ich kämpfe in Kurve 2 und 3 ziemlich stark», so Verstappen. Als sein Renningenieur Gianpiero Lambiase ihn zu beruhigen versuchte, unterbrach der Fahrer ihn und sagte: «Aber ich rutsche.» Ausserdem kam Perez immer näher, weshalb Horner und Co. den «Zeitpunkt für einen Boxenstopp aus strategischer Sicht für ideal hielten».

Es drohen ungemütliche Zeiten für Red Bull – trotz grossem Erfolg

Der Mexikaner verteidigte die Führung in Baku in der Folge bis zum Schluss und feierte damit nach dem Erfolg im Sprintrennen vom Samstag auch am Tag darauf einen Sieg. So verkürzte Perez den Rückstand auf seinen Teamkollegen in der WM-Wertung auf sechs Punkte. Im Anschluss erklärte der 33-Jährige: «Ich will den Titel genau so sehr gewinnen wie Max.»

So könnten ungemütliche Zeiten auf Red Bull zukommen, obwohl der österreichische Rennstall bisher alle vier Rennen gewann. Bereits zum Ende der letzten Saison krachte es zwischen den beiden Teamkollegen gehörig, als der bereits als Weltmeister feststehende Verstappen sich in Brasilien weigerte, Perez vorbeizulassen, um wichtige Punkte im Kampf um Platz 2 zu holen. «Das zeigt, wer Verstappen wirklich ist», sagte Perez damals. Verstappen erklärte hingegen, dass er seine Gründe habe, Perez nicht vorbeizulassen.

Perez' Kampfansage könnte also durchaus zu erneuten Auseinandersetzungen zwischen den beiden Red-Bull-Piloten führen, obwohl nach der letzten Saison und auch in diesem Jahr Einigkeit demonstriert wird. Zumal Verstappen vor keinem Konflikt zurückscheut, wie er am Samstag einmal mehr bewiesen hat. Beim Sprintrennen kam es zu einer Berührung zwischen seinem Auto und dem Mercedes von George Russell, infolge welcher Verstappens Bolide beschädigt wurde und an Leistung verlor.

Die Auseinandersetzung zwischen Verstappen und Russell.Video: YouTube/FORMULA 1

Russell erklärte die Berührung nach dem Rennen mit seinen wegen des frühen Zeitpunkts im Rennen kalten Reifen und dem fehlenden Grip, für ihn war es ein normaler Rennzwischenfall. Dies sah auch die Rennleitung so, was Verstappen gemäss Motorsport-Total mit Unverständnis quittierte: «Ich verstehe nicht, wie er mein Auto beschädigen und dabei die Position behalten kann. Das finde ich einfach lächerlich.» Nach dem Rennen konfrontierte er den Engländer und sagte ihm: «Erwarte das nächste Mal dasselbe, ‹Dickhead›.»

Das nächste Mal könnte bereits am nächsten Wochenende sein. Dann macht die Formel 1 zum zweiten Mal in Miami halt. Genügend Zündstoff für ein spannendes Rennwochenende ist in jedem Fall vorhanden.

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quelle: keystone / darko bandic
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40 Kommentare
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G. Laube
02.05.2023 13:51registriert April 2020
'Bereits zum Ende der letzten Saison krachte es zwischen den beiden Teamkollegen gehörig, als der bereits als Weltmeister feststehende Verstappen sich in Brasilien weigerte, Perez vorbeizulassen, um wichtige Punkte im Kampf um Platz 2 zu holen.'

...und nun denkt Egomane Verstappen trotzdem noch, dass ihm sein Teamkollege immer helfen sollte, weil ja Maxi schliesslich wieder Weltmeister werden will, und der Papi sonst ganz böse wird.

Perez ich drücke Dir die Daumen, und hoffe dass Du dieses Jahr den Titel holst!
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Thor Mjölnir
02.05.2023 13:39registriert August 2022
Verstappen, ein schneller Fahrer, aber ein verzogenes Kind.
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V òó B
02.05.2023 13:53registriert April 2020
Hmm... Zuerst reklamieren weil die Reifen keinen Grip mehr haben, und dann reklamieren weil man an die Box muss.
Dumm gelaufen wegen dem Timing, er hätte gerade so gut auch davon profitieren können. So ist halt Motorsport
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