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Moise Kean sass am vergangenen Samstag zum ersten Mal auf der Juve-Bank.
Moise Kean sass am vergangenen Samstag zum ersten Mal auf der Juve-Bank.bild: instagram

Die alte Dame hat jetzt einen 16-Jährigen: Das ist Juves «neuer Balotelli»

Das Fussballtalent Moise Kean steht kurz vor seinem Debüt in der ersten Mannschaft von Juventus – er könnte heute in der Champions League zum ersten eingesetzten Spieler mit Jahrgang 2000 werden. Der Berater des Italieners mit ivorischen Wurzeln – kein Geringerer als Mino Raiola – treibt den Wert seines Rohdiamanten bereits in die Höhe.
18.10.2016, 12:1018.10.2016, 19:01

«Er zeigt ein höheres Level, als ein im Jahr 2000 geborener zeigen sollte», sagt Juve-Coach Massimiliano Allegri über den 1,82 Meter grossen Stürmer Moise Kean. Der «Mister» hat das 16-jährige Nachwuchstalent am Wochenende für das Meisterschaftsspiel gegen Udinese und jetzt auch für die Champions-League-Partie gegen Lyon in sein Kader berufen, um auf die Verletzung von Marko Pjaca zu reagieren. Der Sturm der «Bianconeri» besteht also aus den drei Weltstars Higuain, Dybala und Mandzukic, sowie dem Teenager Moise Kean. 

In der Sommervorbereitung spielte Kean mit der Primavera in einem Testspiel noch gegen Barzagli und Co. – jetzt steht er bereits im A-Kader von Juventus.

Zum Debüt reichte es Kean am Wochenende noch nicht, wohl auch, weil das Spiel gegen Udinese (Endstand 2:1 für Juventus) bis zur letzten Minute offen war. Gut möglich, dass Allegri den Teenager ins Spiel gebracht hätte, wenn die Partie früher entschieden gewesen wäre. 

«Bei uns kann er wachsen. Er hat sehr viel Qualität und nicht nur eine starke Fähigkeit, sondern viele.»
Allegri über Kean.

Sollte Kean jedoch in den nächsten Spielen zum Handkuss kommen, würde er damit einen Uralt-Rekord brechen. Der letzte 16-Jährige, der bei der Alten Dame die Ehre hatte, war Nicola Zanini am 10. Februar 1991 – er war zu diesem Zeitpunkt genau 16 Jahre und 10 Monate alt. Zudem könnte Kean der erste eingesetzte 2000er in der Champions League werden.

Moise Kean weiss, wo er hin will.

Der Junge, der es nicht schwer findet, gegen ältere zu spielen

Eigentlich spielt Moise Kean derzeit noch für die «Primavera», die U19 von Juventus, was für seine zarten 16 Jahre eigentlich schon beeindruckend ist. Bereits im Jahr 2014 wurde er, als er unter gleichaltrigen in 13 Spielen 26 Tore erzielte, zwei Stufen nach oben geschickt. Seither kickt er mit älteren Mit- und Gegenspielern. «Für mich ist das normal. Ich finde es nicht schwer», sagte er dereinst zur rosaroten italienischen Sportbibel «Gazzetta dello Sport».

Wir stellen vor: Moise Kean.quelle: instagram

Sein Trainer bei Juves U19 ist Fabio Grosso, seines Zeichens Weltmeister 2006 mit Italien. Der ehemalige Verteidiger hält viel von seinem Offensiv-Juwel: «Er kann im Sturm oder auf dem Flügel spielen. Mit seiner Schnelligkeit und Kraft kann er offene Räume sehr gut ausnutzen. Wenn er über die linke Seite kommt, zieht er gerne zur Mitte, um den Abschluss mit seinem starken rechten Fuss zu suchen.» 

Das erste Tor von Kean mit den Profis von Juventus.

Die Leistung von Moise Kean in der Primavera in dieser Saison ist beeindruckend. In allen drei Ligaspielen hat er getroffen, dazu war er auch in der UEFA Youth League, der Champions League für Nachwuchs-Teams, in beiden Partien erfolgreich. 

Kean bei seinem Tor in der Youth Champions League gegen Sevilla.

Auch in den U-Nationalmannschaften hat Kean schon auf sich aufmerksam gemacht. Bereits mit 15 Jahren hat er für die italienische U17-Nationalmannschaft debütiert, seither hat er in 11 Spielen 5 Tore erzielt. Dass er für Italien und nicht für die Elfenbeinküste antritt, ist für Kean selbstverständlich: «Meine Ursprünge sind in der Elfenbeinküste, das vergesse ich nicht. Aber ich bin in Italien geboren und aufgewachsen. Ich werde das Shirt ehren.»

Unter Raiolas Fuchtel

Wie goal.com berichtet, liegt für das Jugendtalent in Turin bereits ein Dreijahres-Profivertrag bereit. Ob Kean diesen tatsächlich unterschreibt, ist indes noch nicht sicher, denn der Agent des 16-Jährigen ist kein geringerer als Mino Raiola. 

Angeblich will Raiola im Juve-Vertrag eine Klausel verankern, dass sein Schützling ein Jahr ins Ausland ausgeliehen werde, bevorzugt nach Holland oder Belgien.

Und Raiola macht mit Kean, was er auch mit seinen anderen Klienten wie Pogba, Ibrahimovic oder Balotelli gemacht hat: Er jubelt sie hoch und heizt Gerüchte um Wechsel an. Auf die Frage des «Corriere dello Sport», wer 2017 wechseln könnte, sagte Raiola: «Kean. Nicht nur weil ich sein Agent bin.»

«Er ist 16, aber wenn er so weiter macht, kann Moise eine Nr. 1 werden. Er kann auch einer von Juves grossen Stars werden. Er hat Talent, ist physisch stark und opfert sich selbst auf. Er weiss, welche Möglichkeit sich ihm bietet, er hat eine beängstigende Entschlossenheit.»
Mino Raiola über Moise Kean
Ist Moise Kean ein Bad Boy? 

Interesse am 16-Jährigen soll es zudem schon aus England von Manchester City und Arsenal geben. Diese Umstände wird Raiola nutzen, um seinem Schützling bei Juve einen satten Vertrag auszuhandeln. 

Die Parallelen zu Mario Balotelli

Dass es ist ein schmaler Grat zwischen Selbstbewusstsein und Arroganz ist, zeigt sich auch bei Moise Kean. Sein selbstbewusstes Auftreten hat ihm auch schon die Gerüchte eingebracht, dass er schwer zu trainieren sei.

Mario Balotelli (links) und Moise Kean.
Mario Balotelli (links) und Moise Kean.bild: watson

Der junge, talentierte italienische Stürmer mit afrikanischen Wurzeln, der etwas extrovertiert auftritt – kein Wunder wird Moise Kean schon als «neuer Balotelli» bezeichnet. «Super Mario», der nun bei Nizza seinen zweiten Frühling erlebt, galt als riesiges italienisches Sturmtalent und startete schon als Teenager bei Inter durch. Als wären es der Parallelen nicht genug, haben beide Spieler mit Mino Raiola den gleichen Berater.

Gegenüber der Gazzetta dello Sport verrät Moise Kean dann auch, dass er tatsächlich viel vom Original-Balotelli halte, allerdings nur auf dem Feld: «Ich bewundere ihn sehr als Spieler, weniger mag ich seine dummen Dinge, die er gemacht hat.» 

Wenn Moise Kean bald für Juve debütiert und trifft, dann wird er selbst entscheiden können, in welche Richtung seine Karriere geht. Mit Mino Raiola an seiner Seite wird er schnell ein gepflegt-arrogantes Image aufbauen. Mal schauen, ob der «neue Balotelli» dann weniger dumme Dinge macht als das Original. Es wäre unterhaltungstechnisch eigentlich schade. 

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