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Football Soccer Britain - Swansea City v Leicester City - Premier League - Liberty Stadium - 12/2/17 Leicester City's Demarai Gray looks dejected with Shinji Okazaki after the match Action Images via Reuters / Paul Childs Livepic EDITORIAL USE ONLY. No use with unauthorized audio, video, data, fixture lists, club/league logos or

Die Niederlagen setzen zu: Stürmer Shinji Okazaki (r.) tröstet Verteidiger Demarai Gray. Bild: Paul Childs/REUTERS

Hinten schlecht, vorne erbärmlich – Leicester im freien Fall

Je höher der Aufstieg, desto tiefer der Fall. Dieser Spruch scheint momentan auf keinen Fussballklub besser zuzutreffen als auf Leicester. Das Team droht als zweiter englischer Meister nach Manchester City 1938 abzusteigen.

Donat Roduner
Donat Roduner



Der Aufstieg letzte Saison war steil. Sehr steil sogar. Leicester City spielte sich in der Premier League in Trance und schrieb eins der schönsten Märchen, das der Fussball je geschrieben hat. Der 1:5000-Aussenseiter wurde Meister.

So feierte Leicester den Sensationstitel mit dem Pokal

Der Glanz der vergangenen Saison ist aber schnell verflogen. Wenn man die «Foxes» aktuell spielen sieht, erinnert nichts mehr an die glorreiche Zeit. Die Mannschaft befindet sich im freien Fall. Die Meisterschafts-Resultate im Jahr 2017 sagen eigentlich alles:

Leicesters-Ligaresultate 2017:

Middlesbrough (a) 0:0
Chelsea (h) 0:3
Southampton (a) 0:3
Burnley (a) 0:1
Manchester United (h) 0:3
Swansea (a) 0:2
Die nächsten Gegner: Liverpool (h), Hull (h), Arsenal (a)

Offensive inexistent

«Wir haben zwei Probleme: Wir kassieren Tore und schiessen keine. Wir müssen miteinander reden, um Lösungen zu finden. Es ist unmöglich, so weiterzumachen», sagt Trainer Claudio Ranieri. Tatsächlich ist die Diskrepanz bezüglich Torverhältnis frappant. Die letzte Saison schloss Leicester mit 68:36 Toren ab, aktuell steht das Team nach 25 von 38 Runden bei 24:43. Aktuell ist Leicester die einzige Mannschaft aus den Topligen Europas, die im Meisterschaftsbetrieb im Jahr 2017 noch keinen Treffer erzielen konnte.

Steigt Leicester ab?

Symptomatisch dafür steht Jamie Vardy, die Symbolfigur des Erfolgs, der mit 24 Saisontreffern wesentlich am Meistermärchen mitgewirkt hat. Aktuell ist der 30-jährige Stürmer aber nicht mehr wiederzuerkennen. In den letzten 513 Minuten hat er nicht nur kein Tor geschossen, er hat keinen einzigen Abschluss auf das gegnerische Gehäuse gebracht. 

Getroffen hat er nicht mehr seit seinem Dreierpack gegen Manchester City Mitte Dezember, insgesamt steht er erst bei fünf Treffern. Noch schlechter sieht es diesbezüglich bei seinem ehemals kongenialen Offensivpartner Riyad Mahrez aus, der die vergangene Saison mit 17 Toren und elf Assists beendete. Der Algerier hat bis jetzt lediglich drei Mal eingenetzt – drei Mal vom Penaltypunkt. Zum Vergleich: Letzte Saison hatten Vardy und Mahrez nach 25 Runden zusammen 32 (!) Tore auf dem Konto.

Strohhalm Champions League?

Offensichtlich schwer wiegt der Abgang von N'Golo Kanté, den man für das verzichtbarste Teilchen im Meisterpuzzle gehalten und im Sommer hat ziehen lassen. Nun wütet das französische Laufwunder, das die Leicester-Defensive zusammengehalten hat, im Mittelfeld von Chelsea und macht die «Blues» wohl ihrerseits zum Meister. 

«Huth und Morgan ohne Kanté vor ihnen sind halt wie Huth und Morgan», meint Leicester-Fan und -Experte mit verweis auf die lottrige Innenverteidigung.

Dass Leicester nicht noch einmal Meister werden würde, war eigentlich allen klar – wohl auch jenen, die wieder darauf gewettet haben. Wesentlich besser stehen nun die Chancen jener, die ihr Geld auf den Abstieg der Titelhalter gesetzt haben. Nach der Niederlage dieses Wochenende gegen Swansea beträgt die Marge auf den ersten Abstiegsplatz nur noch einen Punkt. Zu wenig, sollte die aktuelle Tendenz anhalten. 

epa05657906 Manchester City's Jesus Navas (R) in action against Chelsea's N'Golo Kante (front) during the English Premier League soccer match between Manchester City and Chelsea FC in Manchester, Britain, 03 December 2016.  EPA/NIGEL RODDIS EDITORIAL USE ONLY. No use with unauthorized audio, video, data, fixture lists, club/league logos or 'live' services. Online in-match use limited to 75 images, no video emulation. No use in betting, games or single club/league/player publications.

Weiter in Dunkelblau, aber jetzt für Chelsea: N'Golo Kanté. Bild: NIGEL RODDIS/EPA/KEYSTONE

In den East Midlands hofft man auf ein Erfolgserlebnis auf dem Platz, denn den Branchenüblichen Trainerwechsel wird es vorerst nicht geben. Der thailändische Vereinsbesitzer Vichai Srivaddhanaprabha hat Meistermacher Ranieri in einem öffentlichen Statement den Rücken gestärkt. Der Italiener selbst versucht die Ruhe zu bewahren: «Wir haben unsere Form und unser Selbstvertrauen verloren und müssen ruhig bleiben. Es ist jetzt wichtig, stark zu sein. Wir müssen eine Lösung finden.»

Der Tabellenkeller:

Bild

bild: srf

Ob diese Lösung in der Premier League angesichts der nächsten Affichen (siehe oben) gefunden werden kann, darf angezweifelt werden. Aber warum nicht in der Champions League? Abgesehen von der 0:5-Klatsche gegen Porto, als das Weiterkommen als Gruppensieger bereits gesichert war, lief es dort wie geschmiert.

abspielen

Die legendären Worte von Ranieri, als die erstmalige Champions-League-Qualifikation festgestanden hatte. Video: streamable

Ab kommender Woche steht das Achtelfinal-Duell gegen Sevilla auf dem Programm. Eine schwierige aber keine unmögliche Aufgabe. Und man stelle sich vor, Leicester triumphiert am Schluss auch noch auf der grössten europäischen Bühne ... dann wäre auch der Abstieg egal.

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