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Joey Barton (l.) und Darius Vassell hätten heutzutage wohl kaum noch eine Chance auf einen Platz im Kader der «Citizens».
Joey Barton (l.) und Darius Vassell hätten heutzutage wohl kaum noch eine Chance auf einen Platz im Kader der «Citizens».bild: imago

Das Duell der Neureichen: So sahen PSG und Manchester City vor den Scheich-Millionen aus

Das Spiel Paris Saint-Germain gegen Manchester City ist eines von hervorragenden Ballkünstlern und 22 der besten und teuersten Fussballern der Welt – doch das war nicht immer so.
28.04.2021, 16:2728.04.2021, 17:22

Heute Abend treffen im Halbfinale der Champions League mit Manchester City und Paris Saint-Germain zwei Teams aufeinander, die zu den absoluten Topteams Europas gehören. Das ist jedoch ein eher neues Phänomen, noch vor einigen Jahren kämpften die Teams gegen den Abstieg. Werfen wir einen Blick zurück in eine Zeit vor dem vielen Geld aus dem Nahen Osten. Eine Zeit, in der die beiden heutigen Kontrahenten mit Titeln nichts zu tun hatten und nur von der Champions League träumen konnten. Genauer gesagt in die Saison 2006/07.

Vor 14 Jahren kämpften PSG und ManCity nämlich gegen den Abstieg. Die Franzosen befanden sich neun Spieltage vor Schluss auf dem zweitletzten Platz der Ligue 1 und die Engländer trennten am Ende der Saison nur vier Punkte von einem Abstiegsplatz. Für Manchester City war dies der Tiefpunkt, 2008 übernahm die «Abu Dhabi United Group» um Scheich Mansour den Klub und ab der Saison 2010/11 gab es vier Meistertitel und nur einen Platz ausserhalb der Top 3 der Premier League.

Paris Saint-Germain hingegen musste ein Jahr später bis zum letzten Spieltag zittern und schaffte erst im vorletzten Spiel den Sprung über den Strich. Seit Qatar Sports Investments und Nasser Al-Khelaifi PSG im Jahr 2011 übernahmen, wurden die Pariser siebenmal Meister. Doch wie sahen die Teams aus, bevor mehrere hundert Millionen investiert werden konnten?

Paris Saint-Germain

Die mögliche Aufstellung von PSG für heute Abend.
Die mögliche Aufstellung von PSG für heute Abend.bild: screenshot lineupbuilder.com
Eine mögliche Aufstellung von PSG in der Saison 2006/07.
Eine mögliche Aufstellung von PSG in der Saison 2006/07.bild: screenshot lineupbuilder.com

Der Gesamtwert des PSG-Kaders hat sich seit 2007 fast verzehnfacht. Während heute Weltstars wie Kylian Mbappé (160 Mio. Euro) und Neymar (110 Mio. Euro) bei Paris Saint-Germain spielen, war der damals 33-jährige Pauleta (8,5 Mio. Euro) der wertvollste Spieler. Der Gesamtwert des Kaders hat sich von knapp 86 Millionen auf 829 Millionen Euro gesteigert. Natürlich sind die Marktwerte in den letzten 14 Jahren allgemein angestiegen, doch ist ein solcher Unterschied dennoch markant.

Jubeln Neymar (l.) und Mbappé auch heute?
Jubeln Neymar (l.) und Mbappé auch heute?Bild: keystone

Bei Namen wie Ander Herrera, Julian Draxler, Moise Kean und Mauro Icardo, die zusätzlich zu den obigen elf Spielern noch auf der Bank sitzen, wäre es wohl für fast alle der Spieler aus der Saison 2006/07 nahezu ein Ding der Unmöglichkeit, einen Platz im heutigen Kader zu ergattern. Schauen wir die Spieler mal im Einzelnen an:

  • Mickaël Landreau, 27, Torhüter, Marktwert: 7,0 Mio. Euro
    Landreau war von 2006 bis 2009 bei Paris. Zu einem Topklub schaffte er es nie, dennoch wurde er mit Nantes und Lille je einmal Meister. Er stand elfmal im Tor der französischen Nationalmannschaft, kam jedoch nie bei einer WM- oder EM-Endrunde zum Einsatz.
  • Sylvain Armand, 25, Verteidiger, 7,5 Mio. Euro
    Armand blieb bis 2013 bei Paris und wurde dort einmal Meister. Sein Marktwert stieg nie mehr höher als 2007 und zum Nationalspieler wurde der Franzose auch nie.
  • David Rozehnal, 25, Verteidiger, 5,0 Mio. Euro
    Rozehnal wechselte nach der Saison zu Newcastle und spielte unter anderem noch bei Lazio Rom, dem HSV und Lille, wo er Meister wurde. Der Tscheche spielte in 60 Länderspielen und kam auch bei den Europameisterschaften 2004 und 2008 sowie der WM 2006 zum Einsatz.
  • Mario Yepes, 30, Verteidiger, 5,0 Mio. Euro
    Yepes spielte zwischen 2010 und 2013 noch bei AC Mailand und wurde dort Meister. Der Kolumbianer stand ausserdem in 102 Länderspielen und der WM 2014 auf dem Rasen.
Mario Yepes mit der Nummer 3 wurde auch im WM-Viertelfinale gegen Brasilien eingesetzt.
Mario Yepes mit der Nummer 3 wurde auch im WM-Viertelfinale gegen Brasilien eingesetzt.Bild: EPA/EPA
  • Bernard Mendy, 24, Verteidiger, 2,5 Mio. Euro
    Mendy schaffte es nie, sich wirklich durchzusetzen. Ab 2008 spielte er noch für Hull in der Premier League, bevor er über Odense und Brest nach Indien gelangte.
  • Jérôme Rothen, 28, Mittelfeld, 6,5 Mio. Euro
    Rothens höchster Marktwert war bei 15 Millionen Euro im Jahr 2004 als er zu Paris kam. Ab 2009 wurde er mehrmals verliehen und dann aus seinem Vertrag entlassen. Er kam auf 13 Länderspieleinsätze inklusive elf Minuten an der EM 2004 für Frankreich.
  • Clément Chantôme, 18, Mittelfeld, 1,5 Mio. Euro
    Chantôme kam bis 2015 noch zu einigen Einsätzen für PSG und wurde zweimal Meister. Er wurde jedoch nach und nach verdrängt. Heute spielt er bei Poissy in der 4. Französischen Liga.
  • Édouard Cissé, 28, Mittelfeld, 3,0 Mio. Euro
    Cissé wechselte nach der Saison 2006/07 zu Besiktas und spielte zwischen 2009 und 2012 noch für Marseille und Auxerre in der Ligue 1. Mit Olympique Marseille wurde er einmal Meister. Zu Nationalmannschaftseinsätzen reichte es ihm nie.
Jérôme Rothen.
Jérôme Rothen.Bild: IMAGO / PanoramiC
  • Bonaventure Kalou, 28, Mittelfeld, 4,5 Mio. Euro
    Der Bruder von Salomon Kalou spielte in 51 Länderspielen für die Elfenbeinküste und kam an der WM 2006 zu zwei Kurzeinsätzen. In seiner Klubkarriere gewann er 2002 den UEFA-Cup mit Feyenoord Rotterdam, wurde jedoch nach dem Abgang von Paris 2007 nie mehr wirklich eingesetzt.
  • Pauleta, 33, Stürmer, 8,5 Mio. Euro
    Pauleta war der teuerste und wohl auch beste Spieler im Kader von Paris. Mit 15 Toren wurde er sogar noch Torschützenkönig der Ligue 1, war jedoch über seinen Zenit hinaus. Der Portugiese war Stammspieler bei den Weltmeisterschaften 2002 und 2006 sowie der EM 2004 als Portugal bis ins Finale vorstiess. Bevor Cristiano Ronaldo ihn ablöste, war er Rekordtorschütze seines Landes. 2008 beendete er seine Karriere.
  • Pierre-Alain Frau, 26, Stürmer, 3,5 Mio. Euro
    Frau kam vor der Saison aus Lyon, wo er zweimal Meister geworden war. In der Rückrunde des zweiten Titels war er jedoch bereits an Lens ausgeliehen worden. Frau konnte bei Paris nicht durch seine Torgefahr überzeugen und verliess den Verein 2008 in Richtung Lille, wo er erneut Meister wurde. In der Nationalmannschaft wurde er nie eingesetzt.
Pauleta jubelt mit David Rozehnal und Sylvain Armand (v.r.)
Pauleta jubelt mit David Rozehnal und Sylvain Armand (v.r.)Bild: IMAGO / PanoramiC

Manchester City

Die mögliche Aufstellung von Manchester City für heute Abend.
Die mögliche Aufstellung von Manchester City für heute Abend.bild: screenshot lineupbuilder.com
Eine mögliche Aufstellung von Manchester City in der Saison 2006/07.
Eine mögliche Aufstellung von Manchester City in der Saison 2006/07.bild: screenshot lineupbuilder.com

Wie bei Paris lesen sich die Aufstellungen von Manchester City wie aus zwei verschiedenen Welten. Links die mit mehreren Weltklassespielern gespickte Auswahl von Pep Guardiola und rechts das maximal durchschnittliche Team aus dem Jahr 2007. Der Kader der «Citizens» hat heute einen Wert von 1,03 Milliarden Euro, während damals das gesamte Team (89,15 Mio. Euro) weniger Wert war als Kevin de Bruyne oder Raheem Sterling (beide je 100 Mio. Euro) alleine.

Kein anderer Topklub erfuhr eine solche Wertsteigerung wie Manchester City und Paris Saint-Germain. Die Werte sind in Millionen Euro angegeben.quelle: transfermarkt.ch

Auf der Bank könnten mit dem angesprochenen Sterling sowie Gabriel Jesús, Ferrán Torres, Sergio Agüero oder Fernandinho noch einige weitere Spieler sitzen, die damals ziemlich sicher einen Stammplatz bekommen hätten. Doch wer hat damals überhaupt bei den «Skyblues» gespielt?

  • Nicky Weaver, 27, Torhüter, Marktwert: 2,0 Mio. Euro
    Diese Saison war Weavers einzige als Stammtorhüter in der Premier League. Ansonsten spielte er unter anderem für Charlton und Sheffield Wednesday.
  • DaMarcus Beasley, 24, Verteidiger, 3,25 Mio. Euro
    Beasley war von PSV Eindhoven für ein Jahr an City ausgeliehen und spielte danach noch unter anderem für die Glasgow Rangers und Hannover 96. Er wurde je zweimal Meister in Schottland und den Niederlanden. Zudem spielte er in 126 Spielen für die USA und nahm an den Weltmeisterschaften 2002, 2006, 2010 und 2014 teil.
  • Sylvain Distin, 28, Verteidiger, 7,3 Mio. Euro
    Distin kam aus Paris nach Manchester und spielte dort fünf Jahre lang. Nach der Saison 2006/07 verliess er City und hatte bei Portsmouth und Everton noch bis 2014 einen Stammplatz in der Premier League.
  • Richard Dunne, 26, Verteidiger, 5,9 Mio. Euro
    Der 80-fache irische Internationale war von 2000 bis 2009 kaum aus Citys Innenverteidigung wegzudenken. Danach spielte er noch für Aston Villa und die Queens Park Rangers in der Premier League.
Micah Richards (r.) wurde 2011 gemeinsam mit Mario Balotelli englischer Meister.
Micah Richards (r.) wurde 2011 gemeinsam mit Mario Balotelli englischer Meister.Bild: IMAGO / Paul Marriott
  • Micah Richards, 18, Verteidiger, 4,0 Mio. Euro
    Richards schaffte es nie so richtig dem Prädikat Talent zu entwachsen. In der Nationalmannschaft wurde er nie bei einer Endrunde eingesetzt und im Klub wurde er zwar zweimal Meister, doch verkam ab 2012 zu einem Bankwärmer.
  • Joey Barton, 23, Mittelfeld, 7,4 Mio. Euro
    Barton dürfte einigen noch als Hitzkopf bekannt sein. Er spielte ab 2003 bei Manchester City und verliess den Verein 2007 in Richtung Newcastle. Dort war er wie bei Queens Park, Marseille und Burnley zumeist Stammspieler. ​
  • Stephen Ireland, 19, Mittelfeld, 3,4 Mio. Euro
    Ireland war bis 2010 bei den «Skyblues» und kam dort auch häufig zum Einsatz. Bei Aston Villa und Stoke City wurden die Einsatzzeiten immer kürzer und so trat der sechsfache Nationalspieler Irlands im Alter von 31 Jahren zurück.
  • Georgios Samaras, 21, Flügel, 8,0 Mio. Euro
    Samaras hatte seine beste Zeit nach seinem Wechsel von Manchester zu Celtic Glasgow, wo er viermal Meister wurde. Der Grieche spielte 81 Mal in der Nationalmannschaft und nahm zwischen 2008 und 2014 an allen grossen Turnieren teil.
Joey Barton (stehend) war kein Kind von Traurigkeit.
Joey Barton (stehend) war kein Kind von Traurigkeit.Bild: IMAGO / Mary Evans
  • Trevor Sinclair, 33, Flügel, 2,7 Mio. Euro
    Sinclair war bereits kurz vor seinem Karriereende und spielte nach 2007 nur noch eine Saison in der zweiten englischen Liga. Zuvor spielte er für West Ham und Queens Park lange in der Premier League. Der Engländer stand in zwölf Länderspielen inklusive vier Einsätzen bei der WM 2002 auf dem Platz.
  • Darius Vassell, 26, Stürmer, 4,1 Mio. Euro
    Vassell konnte in der Saison in 32 Spielen nur drei Tore erzielen und spielte danach nur noch in einer Saison mehr als zehnmal in der Premier League. Für die Nationalmannschaft kam der Engländer 22 Mal zum Einsatz und war Teil des Kaders an der WM 2002 und der EM 2004.
  • Bernardo Corradi, 30, Stürmer, 3,2 Mio. Euro
    City war bereits der 13. Verein von Corradi und auch dort blieb er nur eine Saison lang. Er spielte unter anderem auch für Valencia, Lazio und Parma. Für Italien stand er 13 Mal auf dem Rasen.
Samaras stand in 81 Länderspielen für Griechenland auf dem Rasen.
Samaras stand in 81 Länderspielen für Griechenland auf dem Rasen.Bild: EPA/EPA

Wenn das heutige Champions-League-Halbfinale vor 14 Jahren stattgefunden hätte, wäre das definitiv kein hochklassiges Spiel zweier der besten Mannschaften der Welt gewesen. Es hätten wohl auch nicht mehrere Millionen Menschen den Fernseher eingeschaltet, um Georgios Samaras und Bernard Mendy im Laufduell zu sehen.

Doch für Fussballromantiker wäre es vielleicht eine Reise zurück in eine bessere Zeit. Für diese gäbe es heute als mögliches Alternativprogramm das deutsche Drittligaduell zwischen Dynamo Dresden und MSV Duisburg. Nun kann jede*r für sich selbst entscheiden, welcher Fussball der schönere ist.

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19 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
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Taranaki
28.04.2021 17:27registriert Oktober 2020
Ich bin gar kein Anhänger dieser Entwicklung im Fussball. Da ist mittlerweile zu viel Geld im Spiel. Der Fussball soll wieder nahbarer sein für die Zuschauer.

Jedoch die Anhänger von PSG, City etc als Modefans zu bezeichnen ist auch falsch. Ein 10 jähriger sieht diese Vereine im TV und sie spielen gut. Früher war es United, Real, Arsenal, Barca etc heute kommen andere Vereine dazu und andere sind weg. Der Zuschauer bewunderte schon immer den schönen Fussball.
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inVain
28.04.2021 16:49registriert Mai 2017
Irgendwie fehlt mir der junge Gelson Fernandes in dieser City-Mannschaft.
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fools garden
28.04.2021 16:32registriert April 2019
Selbst in Frankreich finden sich ausserhalb Paris kaum Fans für deb PSG
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