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epa07124164 Hertha BSC fans light pyrotechnics during the German Bundesliga soccer match between Borussia Dortmund and Hertha BSC in Dortmund, Germany, 27 October 2018.  EPA/FRIEDEMANN VOGEL CONDITIONS - ATTENTION:  The DFL regulations prohibit any use of photographs as image sequences and/or quasi-video.

Hertha-Fans zündeten in Dortmund Pyros im Gästeblock. Die Polizei schritt ein, dann eskalierte die Situation. Bild: EPA/EPA

Hertha verbietet alle Banner und Fahnen – Fans drohen mit Boykott



Die Krawalle in Dortmund hat Hertha BSC noch nicht aufgearbeitet, da wartet schon das nächste Hochsicherheitsspiel.

Hertha BSC hat nach den Ausschreitungen von Dortmund die Sicherheitsvorkehrungen für das Spiel gegen RB Leipzig am Samstag (18.30 Uhr/Sky) drastisch erhöht.

Gegen den bei vielen Berliner Fans verhassten Klub sieht sich die Hertha-Führung nun sogar gezwungen, die Daumenschrauben für die Anhänger noch enger zu stellen. Denn die Gewaltexzesse vom Spiel bei Borussia Dortmund (2:2) sollen sich in keinem Fall wiederholen.

«Der Fussball soll im Fokus stehen», sagte Hertha-Manager Michael Preetz vor dem Spiel gegen die Roten Bullen im Olympiastadion: «Das sollte auf und ausserhalb des Platzes unter der Überschrift ‹Fair-Play› stattfinden und idealerweise eine Bewerbung für guten Fussball in der Bundesliga sein.»

Konfrontationskurs mit den eigenen Fans

Angesichts der jüngsten Verfehlungen der eigenen Fans klang das zunächst wie ein Appell, wie es ihn schon häufig gegeben hatte. Bis Hertha am Donnerstag nach einer Sicherheitsbesprechung eine Mitteilung herausgab.

Bis auf Weiteres ist das «Einbringen von Bannern, Spruchbändern, Blockfahnen und Doppelhaltern» ins Olympiastadion ab sofort untersagt.

Die verschärften Sicherheitsmassnahmen gelten sowohl für die Heim- als auch Auswärtsbereiche. Hertha geht damit auf Konfrontationskurs mit den eigenen Fans. Die Auseinandersetzung zwischen Tribüne und Verein erreicht somit eine neue Stufe. 

Die Mitteilung von Hertha im Wortlaut:

«Im Nachgang der Sicherheitsbesprechung am Donnerstag (01.11.18) zum anstehenden Heimspiel am Samstag (03.11.18) um 18:30 Uhr im Olympiastadion gegen RB Leipzig möchte Hertha BSC mitteilen, dass wir folgende Massnahmen umsetzen werden:

- Hertha BSC untersagt das Einbringen von Bannern (nicht gemeint sind Zaunfahnen und Fanclubbanner), Spruchbändern, Blockfahnen und Doppelhaltern.

- Das gilt sowohl für die Heim- als auch für die Auswärtsfans. Zudem gilt dieses Verbot ab sofort und bis auf Weiteres.

- Hertha BSC möchte die Sicherheit aller Zuschauer bestmöglich gewährleisten.

Es werden deshalb auch verschärfte Sicherheitsmassnahmen insbesondere bei den Einlasskontrollen ergriffen. Ebenso wird die Anzahl des Sicherheitspersonals erhöht.

Wir bitten daher alle Zuschauer um eine frühzeitige Anreise.»

Mitteilung zum kommenden Heimspiel gegen den RB Leipzig. herthabsc.de

«Auch ein möglicherweise unverhältnismässiger Einsatz rechtfertigt keine Gewalt», sagte Preetz. In Dortmund war die Situation eskaliert, nachdem Hertha-Fans mit extremer Gewalt reagiert hatten, als ihnen eine als Sichtschutz dienende Blockfahne von der Polizei entrissen wurde.

epa06304783 Hertha fans cheer for their team during the UEFA Europa League group J soccer match between Hertha BSC and FC Zorya Luhansk in Berlin, Germany, 02 November 2017.  EPA/FELIPE TRUEBA

Bild: EPA/EPA

50 Verletzte in Dortmund – die Aufarbeitung dauert an

Eine Provokation für die Anhänger. Bei den Ausschreitungen waren 50 Personen (5 Beamte, 45 Berliner Fans) verletzt worden. Die Aufarbeitung dauert an.

Dass Hertha gegen Leipzig, das bei vergangenen Duellen wegen des Sponsorings des Getränkekonzerns Red Bull immer wieder Ziel Berliner Anfeindungen gewesen war, nun mit neuen Restriktionen aufwartet, war zu erwarten.

«Was soll ich meinem kleinen Jungen sagen, wenn ich den in die Schule schicke und der wird da gepiesackt? Was sage ich dem dann? Die Lösung ist mit Sicherheit nicht Gewalt», sagte Preetz.

Auf der anderen Seite stellen die neuen Massnahmen einen neuen Tiefpunkt im Verhältnis zwischen Hertha und den Fans dar.

Nicht umsonst sagte Preetz:

«Im Dialog mit unseren Fans sind wir seit eh und je. Mindestens mit denen, die mit uns reden wollen.»

Eingerissen ist der Kontakt, da die Internationalisierungsstrategie des Marketing-Chefs Paul Keuter vor allem von Hertha-Traditionalisten abgelehnt wird.

Neue Einlauflieder, Imagekampagnen – all das stiess der Ostkurve sauer auf. Und auch die Ablehnung der neuen Fahnen-Politik im Internet ist gross. 

Auf der Facebook-Seite von Hertha diskutieren Fans das neue Bannerverbot kontrovers:

Michael findet, dass der Vereinsführung Fingerspitzengefühl fehlt ...

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Bild: screenshot facebook

Nomis sieht es ähnlich ...

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Bild: screenshot facebook

Florian bezeichnet es als «Eigentor» ...

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Bild: screenshot facebook

Lars kann mit den Ultras nichts anfangen, aber ...

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Bild: screenshot facebook

Laut Chrille sollte das Stadion leer bleiben ...

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Bild: screenshot facebook

Markus fordert Stimmungsboykott ...

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Bild: screenshot facebook

Björn auch ...

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Bild: screenshot facebook

Klaus will sogar seine Vereinsmitgliedschaft kündigen ...

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Bild: screenshot facebook

Joachim findet das Verbot richtig ...

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Bild: screenshot facebook

Pascal sagt: «Selbst schuld» ...

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Bild: screenshot facebook

Jannis auch ...

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Bild: screenshot facebook

Wie die Fanszene am Samstag im Stadion auf das Verbot reagiert, wird interessant zu beobachten sein. 50'000 Zuschauer werden erwartet. Wie viele an diesem Tag tatsächlich lautstark die Hertha unterstützen werden, bleibt offen ...

(as/sid)

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    Alle Leser-Kommentare
  • Redly 02.11.2018 22:18
    Highlight Highlight Das ist endlich ein Verein, der ein klitze-kleines etwas tut. Danke.
    Wenn solche gewaltbereiten ‚Fans‘ Boykott machen, dann ist das super.
    Weil ohne diese gewinnen Sport, Verein und vernünftige Zuschauer.
  • äti 02.11.2018 20:34
    Highlight Highlight Ich frage mich immer, was schauen die Fans die hinter den Fahnenträger stehen? Die sehen doch praktisch nichts. Ist das Spiel eher unwichtig oder benutzen sie Handy-TV? Müssen die auch Eintritt zahlen?
    • TheWall_31 02.11.2018 23:58
      Highlight Highlight Dabei sein und die Mannschaft unterstützen ist wichtiger, als alles haargenau zu sehen. Vom Spiel kriegt man noch deutlich genug mit.
  • Ruggedman 02.11.2018 16:17
    Highlight Highlight Nur weiter so. Anstatt eine lebendige Fankultur wird es so nur noch Eventfans geben die sich den Arsch platt sitzen und konsumieren. USA lässt grüssen.
    • Astrogator 02.11.2018 21:22
      Highlight Highlight Was der Pöbel als Fankultur bezeichnet gilt unter zivilisierten Menschen nun mal als sinnlose Gewalt und ist nicht zu tolerieren.

      Langfristig werden die Vereine mit "Eventfans" besser fahren und für die "echten Fussballfans" gibt es schliesslich Unterschichten-TV von RTL und Konsorten., so gewinnen alle.
    • Ruggedman 02.11.2018 22:57
      Highlight Highlight Schon nur das Wort Pöbel...
      Der von dir genannte Pöbel unterstützt das Team in allen Situationen und meist aus eigener Kasse.
      Sinnlose Gewalt finde ich auch daneben aber in diesem Fall hat die Polizei auch nicht gerade deeskalierend gewirkt.
      Ich habe einfach Mühe, wenn Pyros mit Gewalt gleich gestellt wird. Gerade die BL lebt von der ausgezeichneten Stimmung und hat trotz "Pöbel" fast immer volle Stadien.
    • Mynamesjeff 02.11.2018 23:56
      Highlight Highlight Deine Naivität gegenüber Freiraum für anderst denkende/lebende möchte ich nicht besitzen. Ist das noch lustig wenn alle still auf ihrem Stuhl hocken und es keine Emotionsgebundene Fantreue mehr gibt?
    Weitere Antworten anzeigen
  • TheRealSnakePlissken 02.11.2018 15:35
    Highlight Highlight Genau wie unsere kindischen FCZ -Südkürvler. In der Masse mutig, untersagt man ihnen mal ein paar ihrer Kindereien, heulen sie gleich rum ("Menschenrecht auf Randale und Taucherfackelabbrennen in Menschenmengen" ) 😜 💩
  • TheWall_31 02.11.2018 15:26
    Highlight Highlight Zum Thema: Die Hertha-Vereinsführung hat gerade bewiesen, dass sie absolut am Ziel vorbeischiesst. Damit hetzt man alle gegen sich auf.

    Zum vorangegangenen Thema: Pyros sind verboten, ja. Aber der verantwortliche Leiter der Polizei muss sich an der eigenen Nase nehmen. Seine Leute schicken und eine Zaunfahne entreissen lassen - kein Wunder, gibt es Verletzte. Egal was dahinter versteckt ist, auch die Polizei sollte wissen, dass das ein Heiligtum ist und nicht angefasst zu werden hat...
    • Redly 02.11.2018 18:44
      Highlight Highlight Wer ein Stück Stoff heilig findet, scheint nicht sehr reflektiert...
    • SDF 02.11.2018 18:49
      Highlight Highlight Auflösen. Die Polizei hat gewonnen :)
    • Nelson Muntz 02.11.2018 19:57
      Highlight Highlight Heiligtum? Gewalt gegen Polizisten? Selber schuld? Deine Eltern sind sicherlich stolz auf dich 🤦🏻‍♂️
    Weitere Antworten anzeigen
  • zellweger_fussballgott 02.11.2018 14:51
    Highlight Highlight Ich verstehe das nicht wirklich. Man straft damit zwar auch die Verantwortlichen für die Krawalle in Dortmund, aber straft gleichzeitig alle anderen Fans, die nichts damit zu tun haben und friedlich sind. Ich finde das Verbot etwas unverhältnismässig und ist eine Kollektivstrafe, welche vor allem auch solche Fans trifft, die Gewalt ebenfalls ablehnen... Damit hat man sich selbst gehörig ins Bein geschossen meiner Meinung nach...
    • Mynamesjeff 02.11.2018 15:25
      Highlight Highlight Bis zum Zeitpunkt als die Dortmunder Polizei nach den Bannern Griff, war auch niemand Gewalttätig im Stadion. So wie ich das sehe, oder?
    • kanu 02.11.2018 15:37
      Highlight Highlight Ist es zu rechtfertigen, wenn ein Polizist einem Fan zu lange in die Augen schaut? Jeder pachtet für sich die Hoheheit und wenn ich sie nicht habe lange ich zu!
      Es ging nur um ein Banner und da drehen schon welche durch und nun geht es wieder um Stoff und drehen auch schon alle durch, geht zurück ins Mittelalter.
      Wenn sich alles beruhigt hatt, kommt alles wieder normal.
    • maxi 02.11.2018 15:38
      Highlight Highlight Die verantwortlichen der Krawalle werden ganz bestimmt nicht bestraft. Die polizei wird sich hüten ihren Einsatzleiter abzustrafen.
    Weitere Antworten anzeigen

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