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Ein Trio, das nicht als solches funktioniert: Marcel Koller, Bernhard Burgener und Marco Streller (von links nach rechts).

Ein Trio, das nicht als solches funktioniert: Marcel Koller, Bernhard Burgener und Marco Streller (von links nach rechts). Bild: Keystone/mwa/mlu

Der FCB und sein Trio ohne Durchblick: Der Unnahbare, der Überforderte, der Unsichtbare

Trainer Marcel Koller, Sportchef Marco Streller und Präsident Bernhard Burgener – sie alle stehen für die grosse FCB-Krise.

Céline Feller / CH Media



Die Spannung ist gross. Rund 30 Journalisten warten im Medienzentrum des St. Jakobs-Parks auf Marcel Koller. Der Trainer des FC Basel dominierte in dieser Woche die Schlagzeilen. Nach der 1:3-Pleite gegen YB haben sich seine Spieler gegen ihn ausgesprochen. Geschlossen beklagten sie sich erst bei Sportchef Marco Streller und dann bei Präsident Bernhard Burgener.

Was die drei Parteien dazu denken, war bislang ungewiss. Der FCB liess sich nichtssagend zitieren. Koller gab sich am Tag der geplatzten Bombe betont locker. Doch wie wird das, wenn er von einer Medienschar auf die Geschehnisse angesprochen wird? Was hat er zu sagen?

Kurz nach dem Start der Pressekonferenz am Freitag ist klar: nicht viel. Der Klub hat entschieden, dass sich Koller mit Ausnahme eines Statements nicht zu den Vorkommnissen äussern wird. Also liest der Trainer seine vorbereiteten Sätze halb ab, halb erzählt er frei.

Wirklich glaubwürdig ist das aber nicht. Er bestätigt die Gespräche, die stattgefunden haben, und sagt: «Der Inhalt bleibt intern, da bitte ich um Verständnis. Wir sind alle nicht zufrieden mit der Situation. Ich sehe es aber positiv, dass die Spieler Emotionen zeigen und dass sie etwas verändern wollen. Der Austausch war konstruktiv.»

Der Unnahbare

Basels Cheftrainer Marcel Koller, vor dem Fussball Meisterschaftsspiel der Super League zwischen dem FC Basel 1893 und dem BSC Young Boys im Stadion St. Jakob-Park in Basel, am Sonntag, 2. Dezember 2018. (KEYSTONE/Gian Ehrenzeller)

Marcel Koller. Bild: KEYSTONE

Danach soll der Fokus auf das Sportliche, die richtungsweisende Partie gegen den FC Zürich, gelegt werden. Doch das gelingt nicht wirklich. Immer wieder ist die Revolte Thema. Koller solle doch bitte erklären, wie er diese Woche erlebt hat: «Sehr intensiv». Er wird gefragt, ob er das Vertrauen der Mannschaft spürt: «Absolut». Schliesslich, so sein Eindruck, «geben nach so einem Vorfall alle im Training mehr Gas».

Und das Vertrauen der Führung? «Absolut, das Vertrauen ist da». Auf die Frage, ob der Klassiker gegen den FCZ sein letztes Heimspiel als FCB-Trainer ist, kontert er mit einer Gegenfrage: «Wieso meinen Sie?» und fügt an: «Ich gehe nicht davon aus.»

Wie ernst gemeint, wie wahr und zukunftsträchtig seine Antworten sind, ist schwer einzuschätzen. Genauso wie Koller seit seinem Amtsantritt immer war. Zu unnahbar gibt er sich seit Tag eins, zu undurchsichtig ist, ob seine Aussagen nur dazu dienen, die Schuld von sich zu schieben.

Es wäre ein cleverer Schachzug Kollers, der zwar viel falsch gemacht hat, seit er Cheftrainer der Basler ist. Er ist aber nicht der Einzige, der Fehler begangen hat. Denn auch seine beiden Vorgesetzten Marco Streller und Bernhard Burgener sind nicht frei von Fehleinschätzungen. Im Gegenteil. Mit ihren Irrtümern haben alle Probleme begonnen.

Die Karriere von Marcel Koller

Der Überforderte

Der Sportchef des FC Basel, Marco Streller gibt ein TV Interview vor dem Fussball Meisterschaftsspiel der Super League, des FC Basel gegen den FC Luzern, am Mittwoch, 26. September 2018, im Stadion St. Jakob-Park  in Basel. (KEYSTONE/Alessandro della Valle)

Marco Streller. Bild: KEYSTONE

Einer der ersten grossen Fehler war Strellers Haltung, dass der FCB Welten von YB entfernt ist. Zum Ausdruck brachte er das mit dieser Aussage im April 2017: «Vier bis acht Junge im Kader zu haben, ist realistisch. Im Moment ist der Abstand zu den Young Boys so gross, dass man dieses Risiko eingehen kann.» Ein Trugschluss, wie sich wenige Monate später zeigen sollte.

Ohnehin bringt Streller seine offensive Kommunikationsstrategie immer wieder in die Bredouille. War die Deutlichkeit als Spieler eine seiner Stärken, ist sie als Sportchef eine seiner Schwächen. Schwächen weist auch seine Kaderplanung auf. Wer im Sommer erneut die besten Spieler verkauft und glaubt, auch ohne ebenbürtigen Ersatz YB Paroli bieten zu können, der ist mutig. Oder naiv.

Dass ihn seine Irrtümer – Valentin Stocker als 1:1-Ersatz für Renato Steffen zu verpflichten ist nur einer davon – noch nicht den Job gekostet haben, liegt nur daran, dass Burgener ihn braucht. Vereinsikone Streller ist das Aushängeschild, weil Burgener keines sein will.

Die Karriere von Marco Streller

Der Unsichtbare

Die neue Clubleitung des FC Basel mit Bernhard Burgener spricht an der Pressekonferenz nach der ausserordentlichen Mitgliederversammlung des FC Basel im Medienzentrum des St. Jakob-Parks in Basel am Freitag, 7. April 2017. (KEYSTONE/Georgios Kefalas)

Bernhard Burgener. Bild: KEYSTONE

Das wiederum ist ein zentrales Problem des Präsidenten. Niemand erwartet von ihm, dass er so oft anwesend ist wie sein Vorgänger. Aber: In Zeiten der immer schlimmer werdenden Krise sollte der Verein wichtiger sein als irgendwelche Verhandlungen für Box- oder Fussballrechte.

Aber Burgener stellt die Finanzen an erste Stelle. Auch beim FCB. Er will sparen, wo es geht. Zehn Millionen jährlich. Transfers werden punktuell abgesegnet, Streller bekommt kein Budget, mit dem er kaufen kann, wen er für gut befindet.

Ein Führungsstil, der in einem Fussballverein nicht funktioniert. Genauso wenig wie es hilft, wichtige Stellen während einer laufenden Saison neu zu besetzen. So geschehen mit jener des operativen Leiters. Mit einem Mann, der im Fussball weitestgehend ein Unbekannter ist.

Koller, Streller und Burgener haben mit ihren Fehlern alle ihren Anteil an der aktuellen Krise. Doch der grösste Irrtum ist die Zusammensetzung dieses Trios. Wird es nicht bald aufgelöst, blickt der FCB in eine noch düsterere Zukunft.

Die Abgänge des FC Basel in die Bundesliga

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    Alle Leser-Kommentare
  • Peter Muster 09.12.2018 17:59
    Highlight Highlight dieses Basel ist ein auto das man abschleppen muss, neue ersatzteile sind teuer die man bekommt sind unbrauchbar, motor schwach, getriebe kränkelt, pneus ohne profil, lenkung navigation kaputt! kein mechaniker in sicht der an dieser karre noch etwas reparieren kann
    und eine patrone trifft sowieso nichts (...)

    vor 4j für YB. jetzt passt es zum FCB
  • Flinti 09.12.2018 00:26
    Highlight Highlight Wie lange braucht ihr um einen Kommentar hochzuladen?
  • Flinti 08.12.2018 23:11
    Highlight Highlight Alle wollten, dass die Dominanz des FCB endlich gebrochen wird, was ja auch geschah, blöd dabei ist, dass der Nachfolger, noch um einige Nummern besser ist, als der FCB und damit die Meisterschaft noch eintöniger!
    Was nun Super League?
  • demian 08.12.2018 15:33
    Highlight Highlight Erstaunlich wie schnell das Duo Burgener/Streller den Verein von der Spitze gestossen hat.

    Was gut für die Spannung der Liga wäre, wenn YB nicht so saustark wäre.
  • Quacksalber 08.12.2018 15:28
    Highlight Highlight Es ist doch nur ein Spiel und um so schöner, wenn der FCB eines Tages wieder den Rank kriegt. Bis dahin gewinnen halt andere.
  • Sloping 08.12.2018 14:17
    Highlight Highlight Seit Burgener das FCB Schiff übernommen hat, tuckert es führungslos herum. Und das geht in keinem Konzern gut, sei es im Sport oder der Privatwirtschaft. Es mehrten sich neben den sportlichen auch die organisatorischen Peinlichkeiten: Die Feier, bei der man die Frauen ausschloss und Heusler einen Einzahlungsschein verschickte. Oder das Einigeln nach der Trainerentlassung von Wicky. Ebenso das Toben von Streller in der Kabine, bei dem er die Autorität des Trainers komplett begrub. Während die alte Führung ihren Job auf CL Niveau machte, ist dies höchstens Kreisklasse.
  • hävi (the return) 08.12.2018 13:53
    Highlight Highlight Na ja, ist jetzt schon alles ein bisschen Boulevard.
    Ich glaube übrigens, dass Koller nicht so ein böser Trainer sein soll.
    Ich habe die Bilder gesehen mit den strahlenden Ösi Spielern, die ihn umarmten, und in den Medien meinten, dass ein grosser Teil des Erfolges, Koller zu verdanken sei.
    • hävi (the return) 08.12.2018 20:26
      Highlight Highlight Schaue praktisch keinen TV.
      Aber verständlich wenn Ihre Experten auf dieselbe Meinung kommen.
      🤔
      Danke.
      (lesen Sie wieder einmal ein Buch)

  • salamandre 08.12.2018 13:49
    Highlight Highlight Was ich gar nicht für möglich gehalten habe ist, mit welcher Geschwindigkeit sich dieser Riesenklub (CH Verhältnisse) gerade selber an die Wand fährt.
  • Joe Smith 08.12.2018 13:27
    Highlight Highlight Ich fasse den Kommentar zusammen: Koller äussert sich defensiv, nicht gut. Streller äussert sich offensiv, nicht gut. Während der Saison soll man keine Personaländerungen vornehmen, aber das Führungstrio muss sofort noch während dieser Saison personell verändert werden. Aha.
  • Switch_on 08.12.2018 13:10
    Highlight Highlight Uff ich hatte schon Angst heute kommt kein Artikel über die so schlechte FCB Führung😅
    • Paulxanta 08.12.2018 16:00
      Highlight Highlight Dieses Trio gehört in die Wüste geschickt sost können Sie bald wieder gegen OB spielen. 😂😂
    • Switch_on 09.12.2018 12:51
      Highlight Highlight Ach was. das nur ist ne Momentaufnahme
  • niklausb 08.12.2018 12:53
    Highlight Highlight Es reicht jetzt mit dem Medialen bashing! Lasst die Herren doch mal arbeiten. Jede Erfolgswelle geht mal zu Ende und dann gehts einen Moment bis die Talsohle überwunden ist. YB wurde ja auch nicht ratz fatz Meister. Sondern durch gute Arbeit und genügend Zeit und Vertrauen in die entsprechenden Personen. Erzwingen kann man den Erfolg nicht. Das ist gerade im Fussball immer wider gut sichtbar. Siehe CL und PSG.
    • loquito 08.12.2018 13:15
      Highlight Highlight Hahaha 32 Jahre mussten wir warten. Gute Arbeit sieht anders aus. Ich wünscche euch eine weniger lange Durststrecke. Und trotzdem, ein soooo dominantes Team in 1 Jahr so kaputt zu machen, da braucht es schon spezielles Können....
    • niklausb 08.12.2018 14:13
      Highlight Highlight Ioquito. Die letzten 3-4 jahre liess man die leute bei YB arbeiten ohne rein zu pfuschen diw restlichen 28jahre waren eben pfusch
    • Switch_on 09.12.2018 14:05
      Highlight Highlight Meine Meinung Niklausb
      Aber Polemik und Schadenfreude verkauft sich halt besser
  • Nelson Muntz 08.12.2018 12:44
    Highlight Highlight Burgener interessiert sich einzig und alleine für den eSports des FCBs. Passt auch zu seinen „Wurzeln“. Er will dort wohl gross Kohle machen und nicht zwingend YB auf dem Rasen paroli bieten.
    • Asmodeus 08.12.2018 14:07
      Highlight Highlight Hört doch mal auf über die eSports rumzujammern.

      Das ist das mit Abstand kleinste Problem beim FCB.
    • Nelson Muntz 08.12.2018 16:32
      Highlight Highlight ich jammere nicht, mein Lieber. Ist nur eine Feststellung. Die Probleme des FCBs sind mir übrigens egal.

Kommentar

Bernhard Burgeners Achillesferse ist getroffen – er hat seinen letzten Rückhalt verloren

Die Fans des FC Basel fordern Präsident Bernhard Burgener sowie die komplette Führung dazu auf, zurück zu treten. Sie trauen ihr nicht mehr zu, den Club aus der Krise zu führen. Damit verliert Burgener seinen letzten Rückhalt.

Bernhard Burgener ist ein Mensch des Entertainments und der Filme. Seine Videothek machte ihn zum Millionär, mit seiner Firma Constantin Film produziert er laufend Blockbuster, welche die Massen ins Kino locken. Und so bedient sich der cinephile Burgener oft bei Metaphern aus der Welt der Filme. «Momente des Misserfolgs schweissen zusammen. Und auch Helden müssen leiden», sagte der Präsident des FC Basel beispielsweise nach dem desaströsen 1:7 bei YB 2018. Ob Burgener sich selbst damals …

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