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epa06624711 Switzerland's midfielder Blerim Dzemaili (2-L) celebrates with his teammates Granit Xhaka (L) and Ricardo Rodriguez (C) after scoring the 1-0 lead during the International Friendly soccer match between Greece and Switzerland at the Olympic stadium in Athens, Greece, 23 March 2018.  EPA/GEORGIA PANAGOPOULOU

Die Schweizer jubeln über den Führungstreffer gegen Griechenland. Bild: EPA/ANA-MPA

Schweizer Sieg nach mühsamem Kick: «Wir müssen diese Winnermentalität beibehalten»

Die Schweizer starten in Griechenland mit einem 1:0-Sieg zur mehrmonatigen WM-Testserie. Für die knappe Differenz sorgte an einem lauen und kalten Abend Blerim Dzemaili. Thema waren neben dem Sieg die verschiedenen taktischen Pläne der SFV-Protagonisten.



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Nach einem mehrtägigen Teambuilding mit teilweise intensiven Einheiten kamen die Schweizer erst mit reichlich Anlauf in Fahrt. Sie hatten dabei zunächst ein paar halbwegs gefährliche Vorstösse des ansonsten blassen Gastgebers zu überstehen, ehe sich Vladimir Petkovics Ensemble dank einem spektakulären Seitfallzieher Blerim Dzemailis (59.) einen Vorteil verschaffte und die minimale Marge mehrheitlich ungefährdet im Stil eine Elf verwaltete, die im Sommer zum vierten Mal in Serie eine WM-Endrunde bestreitet.

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Der einzige Treffer der Partie durch Dzemaili. Video: streamable

Das dritte Ergebnis ohne Gegentor in Folge war am Ende eines vorwiegend ereignislosen Abends durchaus zufriedenstellend, wird aber in der internen Analyse kaum im Vordergrund stehen. Für Petkovic dürften beim Countdown weit mehr Aspekte eine Rolle spielen, als gegen die Griechen seit 2004 nicht mehr verloren zu haben. Der SFV-Taktgeber hatte im Vorfeld vorgeben, den eigenen Stil in den Fokus zu rücken – das zumindest gelang mit einer unkonventionellen Gruppierung vollumfänglich.

« Ich habe mit den Systemen etwas experimentiert, weil ich verschiedene Spieler habe, die verschiedene Rollen spielen können. Breel Embolo ist so einer, Blerim Dzemaili ebenfalls. Wir wollten das Zentrum stärken, weil das an der WM sehr wichtig sein wird.»

Vladimir Petkovic.

Im Duell mit dem im November an Kroatien gescheiterten Playoff-Teilnehmer überraschten die Schweizer mit einem grösseren System-Repertoire als in einem üblichen Wettkampfspiel. Die Auswertung der Erkenntnisse mit Blick auf die kommenden Aufgaben dürfte durchaus spannend sein, aber besonders genussvoll fühlte sich der Plan B oder C nicht an.

Bild

Die Schweizer versuchten es gegen Griechenland mit einer ungewohnten Formation. screenshot: srf

Ordentliche Defensive, unauffällige Offensive

Brasilien, in 86 Tagen der WM-Auftaktgegner mit Starstatus, hinterliess beim überzeugenden Warm-up gegen den Gastgeber Russland in Moskau (3:0) mehr Eindruck als die Schweizer.

Die SFV-Auswahl tat sich im nahezu leeren Athener Olympiastadion bis zum Führungstor schwer. Der triste Rahmen akzentuierte das lange schleppende Geschehen; knapp 5000 Zuschauer, unter ihnen Lara Gut, erschienen in der Arena, die 70'000 Fans Platz bieten würde – das griechische Desinteresse färbte auf die Beteiligten ab.

epa06624353 Swiss alpine ski racer Lara Gut, girlfriend of Swiss soccer player Valon Behrami, attends an International Friendly soccer match between Greece and Switzerland at the Olympic stadium in Athens, Greece, 23 March 2018.  EPA/LAURENT GILLIERON

Ein Star auf der Tribüne – Lara Gut war in Athen live dabei.  Bild: EPA/KEYSTONE

Vladimir Petkovic experimentierte zwar nicht in personeller Hinsicht, aber auf taktischer Ebene wagte der Nationalcoach im ersten von vier WM-Testläufen eine Systemänderung - ein 4-1-2-2-1 statt das bewährte 4-2-3-1. Valon Behrami platzierte der Selektionär unmittelbar vor der Viererkette mit dem Duo Akanji und Schär im Zentrum. Und vor dem Rückkehrer von Udinese Calcio kam die Kombination Xhaka/Freuler zum Zug.

«Wir haben eine gute Woche hinter uns, in der wir das neue System trainieren konnten. Es ist ein Plan B, die letzten zehn Minuten waren ein Plan C. Es ist gut, wenn man verschiedene Systeme spielen kann. Einen Plan C braucht man immer, vor allem auch gegen grosse Gegner, wenn man mal hinten rein stehen muss.» 

Granit Xhaka

In der Rückwärtsbewegung adaptierten die Spieler die taktischen Umstellungen des Trainers von ein paar individuellen Auszeiten abgesehen ordentlich, aber im offensiven Bereich war gegen den soliden, indes keineswegs sonderlich auffälligen Kontrahenten rasch einmal absehbar: Mit einer Aufstellung ohne eigentlichen Spielmacher hinter der isolierten Spitze Haris Seferovic wird es den Schweizern schwerfallen, im gegnerischen Strafraum Akzente zu setzen.

Switzerland's Haris Seferovic, front, duels for the ball with Greece's Kostas Manolas during an international friendly soccer match between Greece and Switzerland at the Olympic stadium in Athens, Friday, March 23, 2018. (AP Photo/Thanassis Stavrakis)

Haris Seferovic hatte in der Sturmspitze einen schweren Stand. Bild: AP/AP

Ein Matchwinner mit schwierigen Ausgangslage

Der Serie-A-Professional Blerim Dzemaili beispielsweise bemühte sich nach Kräften im linken Couloir, wohler wäre ihm zweifellos im Zentrum des Spiels. Daran ändert sein wunderbares Tor in der 59. Minute im Prinzip wenig. In jener Szene profitierte er von der perfekten Flanke des kräftigen Solisten Seferovic und von seiner Qualität, eine gute Vorlage eben auch verwerten zu können.

«Das Goal war schön, der Match war für die Verhältnisse gut. Es war nicht einfach, wenn man sieht, wie viele Leute da gewesen sind und wie die Stimmung war. Wir haben das beste daraus gemacht, wieder gewonnen und müssen schauen, dass wir jetzt die Winnermentalität beibehalten. Im Grossen und Ganzen ist der Match super gewesen.»

Blerim Dzemaili

Dem Matchwinner ist hoch anzurechnen, dass mit einer schwierigen Ausgangslage das Beste anzufangen wusste. Der Routinier demonstrierte Flexibilität, die ohne den zu Gunsten von Stoke Citys Liga-Prioritäten geschonten Topskorer Xherdan Shaqiri gefragt waren. Andere wie Akanji lösten ihren Part vor dem eigenen Tor zumeist ohne Schwierigkeiten, Remo Freuler, zum vierten Mal in der Startformation, fand kaum Raum und Zeit vor, Spuren zu hinterlassen und sich nachhaltig aufzudrängen. (zap/sda)

Das Telegramm:

Griechenland - Schweiz 0:1 (0:0)
Olympiastadion, Athen. - 5000 Zuschauer. - SR Hugo Miguel (Por). - Tor: 59. Dzemaili (Seferovic) 0:1.
Griechenland: Karnezis; Torosidis (63. Christodoulopoulos), Manolas (79. Stafylidis), Sokratis, Retsos; Bakasetas, Samaris (73. Kourbelis), Zeca, Donis (63. Bakakis); Fortounis (76. Pelkas); Mitroglou (73. Koulouris).
Schweiz: Sommer; Lichtsteiner (60. Lang), Schär, Akanji, Rodriguez (80. Frei); Behrami (60. Gelson Fernandes); Freuler (60. Zuber), Xhaka; Embolo (73. Oberlin), Dzemaili; Seferovic (60. Gavranovic).
Bemerkungen: Schweiz ohne Shaqiri (nicht im Aufgebot/geschont) sowie Mehmedi, Zakaria und Derdiyok (alle verletzt). 41. Schuss von Embolo gegen den Aussenpfosten. Verwarnung: 13. Sokratis (Foul). (sda)

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Video: watson/Sandro Zappella, Lya Saxer

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