Sport
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.
epa07049493 Moenchengladbach's Nico Elvedi celebrates after scoring a goal during the German Bundesliga soccer match between Borussia Moenchengladbach and Eintracht Frankfurt in Moenchengladbach, Germany, 26 September 2018.  EPA/ULRICH HUFNAGEL CONDITIONS - ATTENTION:  The DFL regulations prohibit any use of photographs as image sequences and/or quasi-video.

Fast perfekter Saisonstart: Nico Elvedi freut sich über sein Tor für Borussia Mönchengladbach gegen Eintracht Frankfurt. Bild: EPA/EPA

Nico Elvedis Sehnsucht nach regelmässigen Nati-Einsätzen wächst

Nico Elvedi (22) verkörpert die Zukunft des Schweizer Nationalteams – doch wann beginnt sie?

etienne wuillemin / Aargauer Zeitung



Der Blick ist herzlich. Die Augen sind wach. Immer wieder lächelt er. Schnell wird klar: Da sitzt ein Fussballer, der mit sich und der Welt gerade ziemlich zufrieden ist. Wäre da nur nicht dieser kleine Schönheitsfehler.

Nico Elvedi ist vor wenigen Tagen 22 Jahre jung geworden. Er hat gerade ziemlich aufregende Tage hinter sich. Am Samstag gewann er mit Borussia Mönchengladbach bei den Bayern. Nicht irgendwie, nein, gleich 3:0. «Und eigentlich muss man auch sagen: verdientermassen», sagt er. Dazu feierte er auch noch ein kleines Jubiläum, es war sein 100. Pflichtspiel für Mönchengladbach.

«Die Entscheidung, mit 18 Jahren von Zürich in die Bundesliga zu wechseln, war genau richtig.»

ARCHIV --- ZUM WECHSEL VON NICO ELVEDI ZU GLADBACH STELLEN WIR IHNEN FOLGENDES BILD ZUR VERFUEGUNG --- Der Luzerner Adrian Winter, links, im Spiel gegen Nico Elvedi, Mitte, von Zuerich beim Fussball Meisterschaftsspiel der Super League zwischen dem FC Luzern und dem FC Zuerich am Montag, 25. Mai 2015, in der Swissporarena in Luzern. (KEYSTONE/Urs Flueeler)

Nico Elvedi verliess noch als Teenager die Super League um in der Bundesliga zu spielen. Bild: KEYSTONE

Einhundert? Es ist eine ziemlich imposante Zahl. Vier Jahre ist es her, seit Elvedi als noch knapp 18-Jähriger den FC Zürich verliess, um die Bundesliga zu erobern. Um den Wechsel gab es eine heftige Debatte. «Zu früh», sagten die einen. «Genau richtig», die anderen. Schliesslich hiess der Trainer bei Gladbach ja Lucien Favre und ist bekannt dafür, Junge zu fördern und fordern. Elvedi sagt im Rückblick: «Ich würde es genau wieder so machen.»

Sein Weg gibt ihm recht. Momente des Zweifelns gab es gleichwohl. «Ziemlich am Anfang litt ich an einer Knieverletzung, konnte einen Monat nicht spielen. Da fragte ich mich schon: War der Wechsel wirklich richtig?»

Er war es.

Der Durchbruch gelang ihm jedoch nicht mehr unter Favre, der den Verein nach fünf Niederlagen zu Saisonbeginn im September 2015 verliess. Sondern unter Nachfolger André Schubert. Bei Elvedis Startelfdebüt hiess der Gegner – genau – Bayern München, schon damals war die Erfahrung ausschliesslich positiv, 3:1 siegte Gladbach. Es war der 5. Dezember 2015

Persönlich

Nico Elvedi kam im Mai 2016 als 19-Jähriger zu seinem Debüt als Nationalspieler. Der Gegner damals war der gleiche wie jener am nächsten Freitag: Belgien. Bis anhin musste Elvedi mit der Rolle als Ergänzungsspieler vorliebnehmen. An der WM hiess das Duo in der Innenverteidigung Fabian Schär und Manuel Akanji.

Elvedi ist in der Zürcher Gemeinde Greifensee aufgewachsen. Von dort wechselte er mit 10 Jahren zum FCZ. Nun spielt und lebt er bei Mönchengladbach. Seine Freundin Alexandra lebt in Zürich und studiert an der ETH Architektur. Im Sommer verbrachten die beiden zusammen mit Akanji, Embolo und dessen Freundinnen eine Woche auf Ibiza. In der Freizeit geht Elvedi gerne ins Kino und mag gute Restaurants.

Eine Woche später begann Elvedi noch einmal als Ersatzspieler. Doch seither hat er jedes einzelne Bundesligaspiel von Anfang an bestritten. Elvedi ist die Konstanz in Person. Borussias Manager Max Eberl sagte im Telefongespräch mit dieser Zeitung kurz vor der WM gar: «Elvedi ist einer der meistunterschätzten Spieler der Bundesliga.» Aber Eberl sagt eben auch: «Er darf ruhig ein bisschen mehr Selbstvertrauen zeigen.»

BELEK, TURKEY - JANUARY 10: Manager Max Eberl reacts during a Borussia Moenchengladbach training session on day 5 of the Bundesliga Belek training camps at Maxx Royal Golf Resort on January 9, 2016 in Belek, Turkey.  (Photo by Alex Grimm/Bongarts/Getty Images)

Gladbach-Manager Max Eberl ist zufrieden mit Elvedi. Bild: Bongarts

Wie denkt der Verteidiger selbst darüber? «Es ist so, ich bin nicht der Lauteste, «ich darf noch etwas mehr aus mir herauskommen. Und ich habe das Ziel, in den nächsten Jahren ein Leader zu werden.» Dass manch einem Fussballer seine Bescheidenheit gut anstehen würde, ist gleichwohl zu erwähnen

«Ich habe einige schöne Erlebnisse in der Nati hinter mir. Aber nun wächst auch das Bedürfnis, zu spielen.»

Nico Elvedi

Wenn es einen kleinen Makel gibt auf seinem Weg, dann diesen: Elvedi spielt nicht immer als Innenverteidiger, sondern sehr häufig auch als rechter Aussenverteidiger. In der letzten Saison war diese Position fast immer sein Zuhause. Er sieht es pragmatisch – «Hauptsache, ich spiele». In dieser Saison sind die Aussichten aber gut, regelmässig in der Innenverteidigung spielen zu können. Es könnte der entscheidende Schritt sein für Elvedi, um auch in der Nationalmannschaft häufiger zum Zug zu kommen.

Eines scheint längst klar: Elvedi gehört die Zukunft. Die Frage ist einfach: Wann beginnt sie? An der WM hiess das Stammduo Akanji/Schär. Und gerade Letzterer steht an einem heiklen Punkt der Karriere. In Newcastle gehört er nicht zu den Stammkräften.

Switzerland's Nico Elvedi, right, fights for the ball with England's Chuba Akpom during the UEFA U21 Euro qualifier soccer match between Switzerland and England at the Stockhorn Arena in Thun, Switzerland, March 26, 2016. (KEYSTONE/Peter Schneider)

Regelmässige Einsätze im Nati-Dress fehlen Elvedi noch. Bild: KEYSTONE

Elvedi hat bereits zwei Endrunden erlebt, die EM in Frankreich und die WM in Russland. Zum Einsatz kam er nie. «Ich habe einige schöne Erlebnisse in der Nati hinter mir und konnte wertvolle Erfahrungen sammeln», sagt er. «Aber nun wächst auch das Bedürfnis, zu spielen.» Die Sehnsucht nach Einsätzen im Schweizer Dress.

Als Fabian Schär im WM-Achtelfinal gesperrt war, durfte sich Elvedi Hoffnungen machen auf einen Einsatz. Doch Nationaltrainer Petkovic setzte auf Johan Djourou. Das war zu diesem Zeitpunkt keine Überraschung. «Und doch war ich enttäuscht», gibt Elvedi zu

Umfrage

Wer soll in der Innenverteidigung an der Seite Manuel Akanjis spielen?

  • Abstimmen

832 Votes zu: Wer soll in der Innenverteidigung an der Seite Manuel Akanjis spielen?

  • 6%Fabian Schär.
  • 92%Nico Elvedi.
  • 1%Timm Klose.
  • 1%Ich weiss es nicht.

Umso mehr hofft er nun, bald berücksichtigt zu werden. Die Chancen stehen gut, dass er zumindest eines der beiden Spiele gegen Belgien (Freitag) und Island (Montag) bestreiten darf. Und dass damit der kleine Schönheitsfehler in den aktuellen Glückstagen von Nico Elvedi bald verschwindet

Wenn 70 Kinder, 3 Fussballprofis auseinander nehmen

Play Icon

Video: watson

Sie waren «Golden Boys»: Zum besten Talent der Welt gekürt

Mehr zur Schweizer Nati

«In der Nati ist keiner so klug wie du» – offener Brief an Valon Behrami

Link to Article

Gelson Fernandes tritt aus der Nati zurück: «Es war mir eine Ehre»

Link to Article

Behrami macht den Neymar und wird Schauspieler – auf diese Filme freuen wir uns

Link to Article

«Vertrauensverhältnis zum Coach ist verschwunden» Das sagt ein Experte zum Behrami-Eklat

Link to Article

Die Nati in der Verjüngungskur – so könnte das Kader bei der EM 2020 aussehen

Link to Article

Sie waren vor 10 Jahren unsere grössten Hoffnungen – das wurde aus ihnen

Link to Article

Petkovic provoziert den Neustart – was der gestrige Tag für die Nati bedeutet

Link to Article

27 zeitlose Klassiker: Die  schönsten Tore der Schweizer Nati

Link to Article
Alle Artikel anzeigen

Abonniere unseren Newsletter

12
Bubble Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 48 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
12Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • let,s go 10.10.2018 14:48
    Highlight Highlight Elvedie ist sehr sicher ein interessaner Ersatz für Schär.
  • Hayek1902 10.10.2018 13:38
    Highlight Highlight Elvedi hat den Vorteil, dass er auch 3er Kette gewohnt ist. In meinen Augen ist es Zeit, dass Schär langsam ins zweite Glied tritt, wenn er nicht endlich mal wieder irgendwo Stammspieler wird. Elvedi ist jünger, besser und hat in meinen Augen noch mehr Potential nach oben.
    • Mr_Boulala 11.10.2018 09:05
      Highlight Highlight Schär hat zwar schwierige Jahre in seinen Klubs hinter sich und auch bei Newcastle sieht es momentan nicht gut aus. Aber ich finde Schär war in der Nati meist ziemlich gut und verstehe Petkovic dass er weiter auf ihn setzt. Stand jetzt sehe ich Schär noch vor Elvedi.
      Dazu ist Schär auf gefährlich bei Standards was auch fürs Team nicht schlecht ist.
  • H.P. Liebling 10.10.2018 13:05
    Highlight Highlight Ok, Schär hat sich seine Einsätze für diese WM nochmals verdient gehabt. Nun erwarte ich von Petkovic aber den Umbruch! Eine (theoretische) Viererkette mit

    Lichtsteiner/Lang - Akanji - Elvedi - Rodriguez

    ist in der Defensive wohl eine der Top-Auswahlen Europas und somit unumgänglich!
    • Fowler 10.10.2018 14:00
      Highlight Highlight Ich würde rechts eher auf Mbabu setzen. Wenn Petko für die Zukunft baut, bringt es auch nichts nun auf Lang zu setzen, so leid es mir für ihn tut.
    • Forrest Gump 10.10.2018 14:56
      Highlight Highlight Verstehe nicht, wieso man sich immer einredet, dass das eine Top-Verteidigung sein soll? Von den 4 war einzig Lichtsteiner bei einem absoluten Topclub und der hat seinen Zenit leider überschritten. Rodriguez ist gut, aber es hat schon seine Gründe, warum er nur bei Milan spielt. Akanji hat sicher viel Potential und Elvedi ist ein solider Bundesligaspieler. Da sind uns Deutschland, Frankreich, England, Belgien, Spanien, Italien, Brasilien, Argentinien, etc. um Längen Voraus.
    • Jol Bear 10.10.2018 21:33
      Highlight Highlight @FortestGump: von den aufgezählten Teams würde ich die aktuelle Verteidigung von Argentinien, Deutschland, England und Italien klar schwächer einschätzen als Lang-Elvedi-Akanji-Rodriguez.
  • cheko 10.10.2018 12:59
    Highlight Highlight Wir auch endlich Zeit, dass Vladimir auf Nico setzt!
  • Jimmy Dean 10.10.2018 12:47
    Highlight Highlight Ich wünsche Nico Elvedi alles, alles Gute für seine Zukunft in unserer Nati. Zumindest die Chance auf einige Einsätze von Beginn hat er sich mehr als verdient. Hoffe unser Trainer sehr das auch bald ein.
  • zellweger_fussballgott 10.10.2018 12:47
    Highlight Highlight "An der WM hiess das Stammduo Akanji/Schär. Und gerade Letzterer steht an einem heiklen Punkt der Karriere. In Newcastle gehört er nicht zu den Stammkräften."
    Schär stand seit er den FC Basel verliess eigentlich nur an heiklen Punkten in der Karriere... Weder bei Hoffenheim noch La Coruna sich hundertprozentig durchgesetzt und bei Newcastle stehen seine Chancen trotz vielen Niederlagen wieder schlecht. Schär´s einziger Vorteil ist eigentlich, dass in der Nati im Gegensatz zum Club auf ihn immer Verlass ist.
    • bam_bam 10.10.2018 16:36
      Highlight Highlight Da gibt es eigentlich nicht viel hinzuzufügen. Irgendwie habe ich aber noch das Gefühl das Schär der Nati oft etwas mehr bring als nur sein können. Neben Lichtsteiner ist er einer der wenigen die es auch mal schaffen Emotionen ins Spiel zu bringen, und die Nati spielt in letzter Zeit umso besser je mehr Emotionen im Spiel sind... Das war meiner Meinung nach auch das Problem gegen Schweden, das Feuer hat ein wenig gefehlt ohne Schär und Lichtsteiner auf dem Platz.
      Von den rein fussballerischen Qualitäten würd ich aber auch auf Mbabu und Elvedi setzten.
    • Staedy 10.10.2018 20:40
      Highlight Highlight Meine Worte - ja es gibt sie wirklich noch, die welche Sachverstand in ihrer Meinung haben. Danke für die 100% Einschätzung.

Ein Spiel für die Geschichtsbücher – hier alle Tore des 5:2-Wahnsinns gegen Belgien

Die Schweiz schlägt Belgien nach 0:2-Rückstand mit 5:2 und feiert einen der grössten Siege ihrer Geschichte. Seferovic erzielt drei Tore, Shaqiri zeigt ein Wahnsinnsspiel und die Belgier wissen kaum, wie ihnen geschieht.

Wer hätte das gedacht? Die Schweizer Nati dreht einen frühen und deutlichen Rückstand gegen Belgien und qualifiziert sich für das Final-Four-Turnier der UEFA Nations League.

Wie das Team von Vladimir Petkovic gegen die Weltnummer eins Moral gezeigt hat, zeugt von ganz, ganz grosser Klasse. Keine Mannschaft der gesamten Nations League hat mehr Treffer als die Schweiz erzielt, das zeugt von einer gewaltigen Offensiv-Power.

Alle Treffer der heutigen Partie gibt's hier im Video.

Schweiz – …

Artikel lesen
Link to Article