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epa06928035 Read Madrid forward Vinicius Junior (C) drives through Juventus players during the second half of the International Champions Cup soccer match between Real Madrid and Juventus at FedExField in Landover, Maryland, USA, 04 August 2018.  EPA/JIM LO SCALZO

Vinicius Junior zieht im Testspiel gegen Juve gleich mehrere Gegenspieler auf sich. Bild: EPA/EPA

Vinicius Junior – wird die Real-Hoffnung der nächste Ronaldo oder der nächste Ödegaard?

Vinicius Junior soll bei Real Madrid möglichst bald die Nachfolge von Cristiano Ronaldo antreten und zum nächsten internationalen Superstar aufsteigen. Nach ersten ansprechenden Testspiel-Auftritten spielt der 18-jährige Brasilianer aber plötzlich nicht mehr. Erinnerungen an ein anderes Wunderkind werden wach.



Schon vor eineinhalb Jahren nahm ihn Real Madrid unter Vertrag, 45 Millionen Euro überwiesen die Königlichen für den damals 16-Jährigen an Flamengo Rio de Janeiro. Seit diesem Sommer spielt Vinicius Junior nun auch wirklich in Madrid, nachdem ihn der spanische Rekordmeister noch ein Jahr in der brasilianischen Millionenstadt parkiert hatte.

Schon damals galt der junge Stürmer als eines der grössten Talente im Weltfussball. Nicht nur die Madrilenen, auch Barcelona, Chelsea und Manchester City hätten ihn gerne verpflichtet. Am Ende machte Real das Rennen, ganz zur Freude von Präsident Florentino Perez, dem seit jeher ein Faible für brasilianische Fussballer nachgesagt wird. 

«Er hat uns überzeugt mit seinen unglaublichen Dribblings, Sprints und Toren, gepaart mit einer herausragenden Technik», schwärmte Perez bei seiner Vorstellung. Für ihn war klar, dass es Vinicius sein wird, der dereinst in die grossen Fussstapfen des zu Juventus Turin abgewanderten Cristiano Ronaldo tritt. Dass er das Zeug dazu hat, bewies der heute 18-Jährige in der letzten Saison bei Flamengo. In 37 Spielen erzielte er sieben Tore und bereitete vier vor.

Plötzlich nicht mehr erste Wahl

Geglänzt hat Vinicius vor allem auf dem linken Flügel, da, wo auch Ronaldo jahrelang für Furore sorgte. Während des International Champions Cup, einem Vorbereitungsturnier in Übersee, deutete der Brasilianer ein erstes Mal an, zu was er fähig sein könnte: Feine Technik, gekonnte Übersteiger, begeisternde Tempo-Dribblings. Sogar den einen oder anderen Assist liess er sich gutschreiben.

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Die Vinicius-Highlights aus dem Testspiel gegen Milan. Video: YouTube/AshStudio7

«Er ist die Gegenwart und die Zukunft unseres Vereins», sagte sein Landsmann Marcelo, der selbst mit 18 zu Real gekommen war. Und Perez posaunte: «Wir glauben, dass er einer der Grössten der neuen, kommenden Ära bei Real werden kann. Er ist eine der grössten Hoffnungen im brasilianischen und im Weltfussball.»

Doch den neuen Real-Trainer Julen Lopetegui hatte Vinicius nicht komplett überzeugen können. Im UEFA Super Cup gegen Atlético Madrid und beim LaLiga-Saisonstart gegen Getafe spielte das Supertalent plötzlich keine Minute mehr. Lopetegui schickte den 1,77-Meter-Mann mit der Zahnspange und den auffälligen Ohrringen nicht einmal zum Aufwärmen, setzte lieber auf die jungen Spanier Marco Asensio oder Borja Mayoral.

Offensichtlich hält Lopetegui seinen wertvollen Schützling taktisch noch nicht für reif genug. Der 51-Jährige lässt einen attraktiven One-Touch-Kombinationsfussball, mit guter Raumverteidigung, schnellen Verlagerungen und Diagonalbällen spielen. Die jugendliche Verspieltheit von Vinicius ist dem neuen Trainer deshalb noch ein Dorn im Auge, Disziplin ist viel wichtiger.

Leiht Real ihn noch aus?

Spanische Medien spekulieren deshalb, dass Vinicius eventuell ein Jahr an einen schwächeren Liga-Konkurrenten ausgeliehen werden könnte. Dort soll der junge Brasilianer erst einmal Spielpraxis sammeln und sich ans Niveau in der spanischen Primera Division gewöhnen. Mehrere Klubs sollen Interesse an einem solchen Leihgeschäft haben.

Zur Diskussion steht aber auch eine Saison in der «Castilla», Reals Nachwuchsmannschaft in der dritten spanischen Liga. Dort spielte bis im Januar 2017 auch noch ein gewisser Martin Ödegaard. Der Norweger galt wie Vinicius einst als grösstes Talent im Weltfussball. Mit 16 wechselte er für 2,8 Millionen Euro zu Real Madrid, konnte sich aber nie durchsetzen. Gerade haben ihn die Königlichen zum zweiten Mal hintereinander ausgeliehen. Neu spielt der 19-Jährige bei Vitesse Arnheim, einem Mittelklasse-Klub in der holländischen Eredivisie.

Ein Schicksal, dass auch Vinicius Junior drohen könnte? Wohl kaum. Der Brasilianer wirkt körperlich weiter und fussballerisch gefestigter, als es Ödegaard im selben Alter war. Vinicius' Glück ist sicherlich auch, dass er mit 45 Millionen Euro zu teuer war, dass ihn Real so schnell fallen lassen könnte wie einst sein norwegisches Wunderkind. (pre)

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    Alle Leser-Kommentare
  • Scrj1945 23.08.2018 17:57
    Highlight Highlight 7 tore in 37 spielen ist jetzt nicht gerade der wahnsinn die einem bei einem „supertalent“ umhauen
  • messanger 23.08.2018 14:56
    Highlight Highlight Ich finde Ödegaard ziemlich gut. Dass er bei Real noch nicht spielt, hängt mit der grossen Qualität Real's im Offensivbereich zusammen. Seine Konkurennten dort wären Isco und Asensio.

    https://twitter.com/mixedknuts/status/841255351274110976
  • leu84 23.08.2018 14:53
    Highlight Highlight Man kann einen Cristiano Ronaldo nicht mit diesen Teenagern vergleichen. CR7 konnte sich bei Manchester United entwickeln. Obwohl ManUtd damals noch ein Topverein war, hat man dort nie denselben Druck wie bei Real. Dank dem Assistenten Queiroz konnte man dem damals noch eher unbekannten CR7 kontaktieren und verpflichten. Dann quasi in top Zustand, wechselte er nach Madrid.
    Ich finde es auch verstörend, wie manche Medien einen Jugendlichen, der etwas besser spielt als gleichaltrige, so zu hypen. Es läge aber auch den Klubs gut, solche Teenager nicht gleich den Medien zu präsentieren.
  • The greatest man who ever inhaled oxygen 23.08.2018 14:52
    Highlight Highlight Ödegaard ist gerade mal 19 und schon wird er als gescheitert betrachtet? Man beschwert sich über den grossen Druck den junge Spieler bekommen aber selbst schreiben die Medien von gescheitert wenn man mit 19 nicht Real Stammspieler ist. Mit diesem Alter erreicht fast keiner eine wichtige Rolle bei einem Grossclub ausser komplette Ausnahme Talente damals wie CR7, Messi oder Mbappe heute.

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