«Peinlich ist das nicht, aber die Schweiz muss sich extrem an der eigenen Nase nehmen»
Erwartet wurde ein klarer Sieg. Mit fortschreitender Dauer der Partie hätte man im Schweizer Lager auch einen mageren 1:0-Sieg angenommen. Doch dazu kam es nicht. Als das Spiel im kalifornischen Santa Clara schon fast vorbei war, gelang Katar fast aus dem Nichts das 1:1.
«Die Schweiz muss sich extrem an der eigenen Nase nehmen. Das hat man total unnötig aus der Hand gegeben», betonte SRF-Experte Benjamin Huggel. «Peinlich ist das aber nicht. Fussball ist ein Sport, der viele Unwägbarkeiten beinhaltet und manchmal läuft es nicht so, wie man es möchte.»
Der 41-fache Nationalspieler fand den Grund für die gefühlte Niederlage in der mässigen Schweizer Leistung nach der Pause. «Das war zu wenig entschlossen, es kamen technische Fehler dazu. Die Katarer stellten die Seiten besser zu, weshalb die Schweizer nicht mehr so gut zur Grundlinie kamen. Es war keine gute zweite Halbzeit.» Hätte die Mannschaft ihre Leistung in den ersten 45 Minuten noch einmal abrufen können, sei er überzeugt, dass sie souverän gewonnen hätte.
Huggel stellte fest, dass die von Trainer Murat Yakin vorgenommenen Wechsel nichts brachten. «Die eingewechselten Spieler brachten keinen Mehrwert», sagte er. Er habe sich auch gewundert, weshalb Johan Manzambi, der zuletzt im Zentrum zum Einsatz kam, auf der rechten Angriffsseite spielte. «Er kam dort nicht so zum Zug.»
Die Schweiz ist nun gefordert, von den drei budgetierten Punkten gegen Katar landete nur einer auf ihrem Konto. «Gut, ist der Ausrutscher im Startspiel passiert», fand Huggel wenigstens etwas Positives. In den weiteren Spielen gegen Bosnien-Herzegowina und Kanada hat es die Schweiz nach wie vor in den eigenen Füssen, ihre Vorrundenggruppe zu gewinnen, «und das muss weiter das Schweizer Ziel sein».
Eines war für TV-Experte Benjamin Huggel nach dem enttäuschenden 1:1 gegen Katar klar: «Wenn die Schweiz nicht an ihrem Leistungslimit spielt, reicht es nicht, um ein WM-Spiel zu gewinnen.» (ram)
