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Idyllisch: der Hafen der Hauptstadt Torshavn.
Idyllisch: der Hafen der Hauptstadt Torshavn.Bild: KEYSTONE

Das hier sehen die 600 Schweizer Fans, die heute auf den Färöern sind

Auf die Engländer haben sie gehofft, auf die Schweizer freuen sie sich: Auf den Färöern erwarten sie heute für das WM-Qualifikationsspiel rund 600 Fans aus der Schweiz. Und der Trainer ist moderat optimistisch: «Wir sind besser in Form als im letzten Herbst.»
09.06.2017, 09:1209.06.2017, 13:36

Die Legende geht so: Wenn jeweils die Gruppen für die Qualifikationsphase ausgelost werden, sitzen die Färinger vor den TV-Geräten und beten zum Himmel. Möge der Fussballgott ihnen doch endlich einmal England als Gegner zulosen.

Erhört wurden die Wünsche der Nordländer noch nie. Auch in der Qualifikation für die WM 2018 in Russland gehört England nicht zu den Gegnern der Färöer. Schon zum 14. Mal wurde nichts aus dem Kräftemessen mit den Briten, deren Premier League die Färinger so leidenschaftlich verfolgen.

Eine malerische Gasse in Torshavn – noch gänzlich ohne Schlachtenbummler.
Eine malerische Gasse in Torshavn – noch gänzlich ohne Schlachtenbummler.Bild: KEYSTONE

Wenn schon nicht England, dann wenigstens die Schweiz, sagen sich dieser Tage jedoch die Menschen auf dem Archipel im Nordatlantik zwischen Island und Schottland. Die reisefreudigen und gut betuchten Schweizer sorgen auf den Färöern in dieser Woche für Rekordwerte in der Touristenszene. Die Restaurants in der Hauptstadt Torshavn sind voll und die Hotels ausgebucht. Viele Besucher aus der Schweiz fliegen mangels Schlafgelegenheit sofort nach dem Spiel in der Nacht zum Samstag mit Charter-Maschinen wieder zurück.

So gutes Wetter wie eigentlich nie

Rund 600 Schweizer Fans erwarten sie heute Abend. Viele Schweizer haben gleich nach der Auslosung im Sommer 2015 Flüge und Hotels gebucht. «In den letzten sechs Monaten ist kein Tag vergangen, an dem wir aus der Schweiz nicht mehrere Telefonanrufe wegen Ticketanfragen bekommen haben», erzählt Heri Rogvi, der Medienchef des Fussballverbandes der Färöer. Und dann macht er noch einen bemerkenswerten Vergleich zum Gastspiel von Europameister Portugal im vergangenen Oktober. «Aus Portugal reisten nur vier Fans an.»

Klar wollen da die Färinger gute Gastgeber sein. «Sogar das Wetter meint es gut mit euch», sagt Nationalcoach Lars Olsen zu den Schweizer Journalisten. «Kein Wind, kein Regen. Das gibt es eigentlich nie auf den Färöern. In dieser Woche scheint nur die Sonne.» Was gut für die Schweizer Besucher ist, ist eher schlecht für Olsens Team. «Unsere Chancen wären grösser, wenn es sehr windig wäre. Das sind wir uns mehr gewohnt als alle unsere Gegner.»

Hier wird gespielt: im Torsvollur-Stadion.
Hier wird gespielt: im Torsvollur-Stadion.Bild: EPA/KEYSTONE

Gute Nachwuchsarbeit

Aber auch bei durchaus angenehmen äusseren Bedingungen will Olsen mit seinem Team gegen den «grossen, grossen Favoriten» eine gute Figur abgeben, indem sie «mutiger und aggressiver» auftreten würden als im November in Luzern. Damals verloren die Färöer 0:2 und war Olsen überhaupt nicht zufrieden mit seinem Team.

Sie hätten sich unter Wert geschlagen, so der Däne. «Aber diesmal werden wir stärker sein, weil wir jetzt im Wettkampf-Rhythmus sind. Im Herbst war es für uns schwierig, weil die Meisterschaft auf den Färöern schon im Oktober zu Ende gegangen war und die meisten meiner Spieler drei Wochen ohne Matchpraxis waren.»

Im Normalfall sind die Färöer tatsächlich ein unangenehmer Gegner. Immerhin sind sie im FIFA-Ranking auf Platz 80 klassiert und damit trotz nur knapp 45'000 Einwohnern an der Schwelle zum vorderen Drittel. Bei der letzten Gruppenauslosung waren die Färinger im vierten von sechs Töpfen eingeteilt. «Wir machen im Moment die beste Phase unserer Geschichte durch», sagt Rogvi nicht ohne Stolz. Und durchaus zu recht: Erst vor wenigen Wochen hat sich das U17-Team als erste färingische Auswahl für eine EM-Endrunde qualifiziert.

Die Färinger im Abschlusstraining: Gespielt wird auf Kunstrasen.
Die Färinger im Abschlusstraining: Gespielt wird auf Kunstrasen.Bild: KEYSTONE

Island: Vorbild, auf das man etwas neidisch ist

Der Aufschwung soll weitergehen, indem die Infrastruktur verbessert wird. Im Moment gibt es 18 Fussballplätze auf den Färöern. Die Diskussion ist nun offenbar, ob der isländische Weg beschritten werden und mit dem Bau von Fussball-Hallen begonnen werden soll. Oder ob man das Geld eher in die Beheizung von Kunstrasenplätzen investieren soll. «Wir haben dank dem Golfstrom milderes Klima als Island. Deshalb brauchen wir nicht unbedingt so viele Hallen wie die Isländer», meint Rogvi.

Fast scheint es, als wollten die Färinger nicht immerzu mit dem kleinen, grossen Nachbarn verglichen werden, auch wenn ihnen die Isländer sprachlich und kulturell durchaus näher stehen als das Mutterland Dänemark. Denn beim Stichwort Island kommt auf den Färöern auch ein bisschen Neid auf. Schliesslich hatten die Isländer im letzten Sommer an der EM, worauf die Färinger seit bald 30 Jahren warten: eine grosse englische Fussball-Party. (ram/sda)

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