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A store employee hangs the Olympique Lyonnais jersey on the store shelf of Switzerland soccer player Xherdan Shaqiri at the OL Store, in Decines-Charpieu near Lyon, France, Wednesday, August 25, 2021. (KEYSTONE/Jean-Christophe Bott)

Das Trikot mit der Rückennummer 29 wird hoffentlich nicht zum Ladenhüter im OL-Shop. Bild: keystone

Shaqiri vor dem Debüt in Frankreich – er soll Lyon zurück an die Spitze führen

Xherdan Shaqiri dürfte am Sonntagabend mit Lyon gegen Strasbourg seine ersten Schritte in der Ligue 1 machen. Danach soll der 29-Jährige den Weg des Klubs zu alter Stärke ebnen.



In den letzten Tagen war es auf dem Trainingsgelände von Lyon etwas ruhiger als sonst. Viele Spieler waren mit ihrer Nationalmannschaft unterwegs, wie etwa Captain Léo Dubois mit den Franzosen, Emerson mit den Italienern oder Bruno Guimarães und Lucas Paqueta mit den Brasilianern.

Die Blicke im grossen Trainingscenter waren auch deshalb auf die beiden Neuen gerichtet, in die der Klub so viele Hoffnung setzt: auf Xherdan Shaqiri und Jérôme Boateng.

Shaqiri Müller Boateng Bayern

Thomas Müller (Mitte) ist noch in München, Shaqiri (vorne) und Boateng mittlerweile in Lyon. Bild: imago-images.de

Reizvolle Aufgabe nach schwierigen Jahren in Liverpool

Die beiden Neuzugänge, die bei Bayern München zusammen 2013 die Champions League gewonnen haben, haben sich in Décines, in der Vorortgemeinde von Lyon, wo das Stadion und das Trainingscenter liegen, überraschend wiedergefunden. Innert weniger Tage und kurz vor Ablauf der Transferfrist unterschrieben sie wie auch Emerson für den früheren Serienmeister. Sie sollen Olympique Lyon zurück an die nationale Spitze und in den erweiterten Kreis der europäischen Topklubs bringen.

Für Shaqiri ist es eine reizvolle Aufgabe, auf die er sich trotz seines beeindruckenden Palmarès und anderen Optionen rasch festgelegt hat. Hätte der Schweizer Internationale im Sommer nicht derart entschieden auf einen Wechsel nach Lyon gepocht, wäre er wohl nicht zustande gekommen - oder wie Sportchef Juninho sagt: «Es wäre noch schwieriger geworden.» Auch so war es für Lyon ein finanzieller Kraftakt, Shaqiri von Liverpool zu bekommen und ihn mit einem hochdotierten Dreijahresvertrag auszustatten.

Siebenkampf um drei Plätze

Lyon ist seit über 20 Jahren einer der prägendsten Klubs in Frankreich. Seit 1998 klassierte sich Lyon in der Ligue 1 nur dreimal nicht in den ersten vier, und in der vorletzten Saison stand es im Halbfinal der Champions League. Trotzdem schrillten im Frühjahr die Alarmglocken, nachdem die Champions League zum zweiten Mal in Folge verpasst worden war.

In Frankreich ist ein Verdrängungskampf im Gange. Der Platz unter den besten drei und damit die Chance auf die Champions League ist Jahr für Jahr schwieriger zu erreichen. Paris Saint-Germain ist dank den katarischen Besitzern enteilt, auch Monaco, Nice und Rennes können sich auf milliardenschwere Geldgeber verlassen. Zählt man Marseille und Lille dazu, gibt es sieben Klubs, für die ein Platz in den ersten drei das Ziel oder sogar die Pflicht ist.

Stockende Entwicklung

Shaqiri spricht davon, Lyon wieder dorthin zu führen, wo es einst gestanden hat. Dabei denkt er an die erfolgreichste Phase des Klubs, an die Jahre zwischen 2002 und 2008, als Lyon seine einzigen sieben Meistertitel gleich am Stück gewann. Der Genfer Patrick Müller war damals ein wichtiger Bestandteil des Erfolges, genauso wie der aktuelle Sportchef Juninho und einige Spieler aus dem eigenen Nachwuchs wie der später zu Real Madrid transferierte Karim Benzema.

Dass mit Shaqiri, Boateng und Emerson gestandene Spieler mit Siegermentalität geholt wurden, ist kein Zufall. In den letzten Jahren fehlte es der Mannschaft an Konstanz. Gerade die Jungen aus dem eigenen Nachwuchs brillierten nur phasenweise und liessen – so heisst es aus dem Umfeld des Klubs – auch immer wieder die nötige Disziplin vermissen.

Das Rezept von Olympique Lyonnais basiert, seit Jean-Michel Aulas 1987 Präsident wurde, zu einem wesentlichen Teil auf der Nachwuchsakademie, die neben Benzema in jüngerer Vergangenheit auch Grössen wie Corentin Tolisso, Samuel Umtiti, Alexandre Lacazette, Nabil Fekir oder Anthony Martial hervorgebracht hat. Immer wieder wurden eigene Spieler oder jung zugekaufte Talente für viel Geld weitergegeben. Zwischen 2017 und 2019 flossen so über 200 Millionen Euro in die Vereinskasse.

Shaqiri weiss sehr genau, was ihn erwartet – und vor allem, was von ihm erwartet wird. Mit Trainer Peter Bosz sprach er schon vor seinem Wechsel mehrmals. Und der 72-jährige Aulas, der in den letzten Jahrzehnten rund um seinen Klub ein ganzes Business-Feld inklusive eigenem Stadion aufgebaut hat, sagte es bei der Vorstellung seines neuen Spielers charmant, aber unmissverständlich. Shaqiri soll auch führen, das heisst: die anderen besser machen. (ram/sda)

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