Sport
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Russian President Vladimir Putin, center, poses for a photo with world soccer legends, former German soccer player Lothar Matthaus, left, FIFA President Gianni Infantino, second left, former Mexican soccer player Jorge Campos Navarrete, right, First Vice President of the Russian Football Union Nikita Simonyan, second right and former Danish soccer player Peter Schmeichel, background, during a meeting in the Kremlin in Moscow, Russia, Friday, July 6, 2018. (Alexei Druzhinin, Sputnik, Kremlin Pool Photo via AP)

FIFA-Präsident Gianni Infantino mit Russlands Präsident Wladimir Putin. Bild: AP/Pool Sputnik Kremlin

FIFA-Boss Infantino schwärmt: «Die beste WM aller Zeiten»

Für den Schweizer FIFA-Präsidenten Gianni Infantino ist bereits vor dem Final am Sonntag zwischen Frankreich und Kroatien klar: Russland hat die beste Fussball-WM der Geschichte gesehen.

Christian Finkbeiner, moskau/keystone-sda



«Fantastisch, wunderbar, unglaublich!» Gianni Infantino wählte die Superlative, als er sich am Freitag gegenüber der Weltpresse zum Turnier in Russland äusserte. Vor zwei Jahren habe er bereits gesagt, Russland werde die beste WM aller Zeiten durchführen. «Und heute kann ich das mit noch mehr Überzeugung sagen: Es war die beste WM der Geschichte.»

FIFA President Gianni Infantino gestures as he arrives to a news conference during the 2018 soccer World Cup at the Luzhniki stadium in Moscow, Russia, Friday, July 13, 2018. (AP Photo/Francisco Seco)

Infantino tritt in der Jacke der WM-Volunteers vor die Medien. Bild: AP

Der FIFA-Präsident bedankte sich beim russischen Volk, den Organisatoren, Staatspräsident Wladimir Putin und den über 100'000 Volunteers. «Sie waren das Herz dieser WM. Seit Beginn des Turniers spüren wir ihre Freude, ihre Leidenschaft und die Begeisterung.» Die Wahrnehmung der Welt gegenüber Russland habe sich verändert, Vorurteile seien abgebaut worden. «Russland ist ein wunderschönes Land, reich an Kultur und Geschichte und mit viel Menschlichkeit.»

Auch aus logistischer Sicht war die 21. Fussball-Weltmeisterschaft für den Präsidenten ein voller Erfolg. Von der Infrastruktur, über die Hotels, die Flughäfen, die Sicherheit oder den Verkehr bis zu den Vorbereitungen und die Umsetzungen: Alles sei phänomenal gut gewesen, sagte Infantino. Alles habe reibungslos funktioniert. «Spasibo, Russia.»

1 Million Besucher, 3 Milliarden TV-Zuschauer

Neben seinen persönlichen Eindrücken nannte Infantino auch Fakten. Die Auslastung der Stadien lag bei 98 Prozent, über eine Million Besucher, viele davon aus Südamerika, besuchten in den letzten vier Wochen Russland. Drei Milliarden Zuschauer verfolgten die bislang 62 Spiele weltweit im Fernsehen, für den Final am Sonntag zwischen Frankreich und Kroatien werden über eine Milliarde erwartet. Auf die digitalen Inhalte der FIFA gab es über elf Milliarden Zugriffe.

Die besten Bilder der Fussball-WM 2018 in Russland

Auch sportlich habe das Turnier die Erwartungen erfüllt. «Es gab nur ein 0:0, dafür einige fantastische Spiele mit vielen Emotionen und Begeisterung», so Infantino. Die FIFA habe den Fussball zurückgebracht. Dieser sei der Hauptakteur gewesen – und nicht etwa Funktionäre oder Politiker. Auch der Videobeweis habe sich bewährt, ebenso das Anti-Doping-Programm, habe es doch trotz zahlreicher Tests noch keinen Dopingfall gegeben. Und die FIFA hätte sich aktiv gegen Diskriminierung gestellt.

«Fussball kann nicht alle Probleme lösen»

Den kritischen Fragen wich Infantino nicht aus. Angesprochen auf Themen wie die Menschenrechtslage in Russland oder die militärische Besetzung der Krim, sagte er: «Es gibt viele Ungerechtigkeiten, viele Sachen, die nicht funktionieren, mit denen viele Bürger nicht zufrieden sind und die wir gerne ändern würden. Diese sind aber die Realität, aber nicht nur in einer Region oder einem Land, sondern in der ganzen Welt.»

Der Fussball könne nicht alle Probleme lösen, aber er könne gerade auch für Politiker eine Inspiration sein. «Das, was uns oft fehlt, ist die Fähigkeit, einen Dialog zu führen», sagte Infantino. «Wenn man nicht miteinander diskutiert und Verständnis füreinander aufbringt, können wir auch nichts erreichen.» Er glaube, dass mit dieser WM die Grundlage für einen solchen Dialog geschaffen worden sei.

Fans of Peru stand to pose for pictures with passing fans from other countries, as visitors and Russians alike gathered to celebrate and cheer on their teams on the eve of the 2018 soccer World Cup, on Nikolskaya Street in Moscow, Russia, Wednesday, June 13, 2018. (AP Photo/Rebecca Blackwell)

Die zahlreichen Fans aus Peru brachten gute Stimmung nach Russland. Bild: AP

Teilnehmerzahl 2022 offen

Infantino äusserte sich auch zum nächsten Turnier, das im November und Dezember 2022 in Katar stattfinden wird. «Stand heute haben wir 2022 eine WM mit 32 Mannschaften. Damit sind wir glücklich», so der 48-jährige Walliser. «Wenn aber alle denken, es wäre positiv, bereits in Richtung Katar etwas zu ändern und das Teilnehmerfeld zu vergrössern, dann halten wir uns alle Optionen offen.» In den nächsten Monaten werde mit den Organisatoren und allen anderen Stakeholdern das Gespräch gesucht.

Die Aufstockung auf 48 Teams, die spätestens 2026 erfolgen wird, verteidigte Infantino. «Die Zahl der FIFA-Mitglieder hat sich erhöht, die Qualität des Fussballs verbessert. Länder wie Italien, die Niederlande, Chile, Kamerun, die USA oder die Türkei, die ansonsten fast immer an einer WM dabei sind, haben gefehlt.» 48 Teams seien noch immer weniger als 25 Prozent der FIFA-Mitgliedsverbände. Für ein Land gebe es für die Entwicklung des Fussballs keinen grösseren Katalysator als eine WM-Teilnahme. «Das hat man bei Panama gesehen. Die Menschen feierten das Tor gegen England, als hätten sie den WM-Titel gewonnen.»

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31Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • länzu 14.07.2018 23:59
    Highlight Highlight Seine Kasse wird sicher gefüllt sein. Das Niveau war hingegen bedenklich schwach. Vielleicht 5 Spiele waren wirklich packend. Der Rest eher langweiliges Gekicke. Und in vier Jahren wird es bestimmt noch viel schlimmer werden. Aber, das stört ja den Walliser Strahlemann nicht. Hauptsache Cocktail hier, Empfang da und immer schön lächeln auf der Ehrentribüne.
    • rodolofo 15.07.2018 08:35
      Highlight Highlight Ist es nicht bei jeder Weltmeisterschaft so?
      Vorher sind die Erwartungen jeweils riesig.
      Professionelle Werber schrauben sie weiter nach oben, denn das Bier soll in Strömen fliessen!
      Später nerven und verzetteln wir uns in Diskussionen über Fehl-Entscheide von Schiedsrichtern, über grobe Reingrätscher, hinterlistige Theaterdarsteller, taktische Minimalisten und über Doppelbürger, die ihre Hände nicht nur für Ringkämpfe und versteckte Hands auf dem Spielfeld gebrauchen, sondern die mit diesen Händen -oh Schreck!- DAS DOPPELADLER-ZEICHEN machen!!!
      Eigentlich wie im richtigen Leben...
  • Pazzo:) 14.07.2018 23:44
    Highlight Highlight Etwas vom Schlimmsten an dieser WM fand ich die Politische Instrumentalisierung von Mohamed Salah. Dieses Foto mit dem Tschetschenischen Präsidenten Ramsan Kadyrow (anti-humanist) geht ja mal garnicht.
  • Peter Panther 14.07.2018 23:15
    Highlight Highlight Könnte die FIFA nicht auch nicht autorisierte tatoos bestrafen? Wäre ein Riesengeschäft!
  • FrancoL 14.07.2018 20:23
    Highlight Highlight Es kommt auf den Kontext an, den man bewerten will. Ich war nicht vor Ort und kann somit lediglich die Spiele, die ich gesehen habe, beurteilen.
    Da würde ich aus meiner Sicht nicht von der besten WM sprechen, zu viele Begegnungen waren spielerisch nicht sehr hochstehend. Die Spannung war da, aber auch ein etwas langweiliges Warten auf das Elfmeterschiessen.
    Für eine Top WM haben die Deutschen, Spanier und andere Top-Teams zu wenig geboten.
  • DaveKnobs 14.07.2018 13:38
    Highlight Highlight 16 mia. Ausgaben, 21 Tote auf den Baustellen, viele der Stadien werden verwahrlosen da nicht verwendet,, Versammlungsverbot für alle Russen in den Wettkampfstädten etc.
    Die FIFA predigt mal wieder Wasser und säuft Wein...
    • rodolofo 15.07.2018 08:46
      Highlight Highlight Mir ist folgende Stellungnahme zugeschickt worden:
      "Wir weisen diesen Kommentar als anti-Russische Propaganda zurück!
      Bei uuns in Russland Aalle Lieute sind perfeekte Djemokraten! Weerden Ihnen geben iimmer perfeekte Aantwort!
      Diese Fusball-Weeltmeisterschaft ist eine perfeekte Gescheenk von Wladjimir Putin an Russische Voolk und an ganze Weelt!
      Besser spielen Fusball, als nachdenken über Poljitik und scheene Leben!
      Leute, das nachdenken iiber Poljitik und scheene Ljeben, sind Terrorist!
      Herzliche Griisse
      Wladjimir Putin
  • Rumbel the Sumbel 14.07.2018 13:28
    Highlight Highlight Würde auch von Sepp Blatter wieder und wieder erklärt. Wird auch in Zukunft so sein. Welche WM es schlussendlich war, wissen nur die Götter oder soll jeder für sich selber entscheiden😎😎
  • Barracuda 14.07.2018 12:27
    Highlight Highlight Aus rein fussballerischer Sicht hat mich noch nie eine WM so kalt gelassen wie diese. Die Höhepunkte waren vorhanden, aber sehr rar. Die Stadien teilweise schlecht besetzt und bis zu 80% mit Zuschauern gefüllt, die sich nicht für das Spiel interessierten. Es gab viele Zufallsresultate und noch nie gab es so wenige Mannschaften, die durchgehend überzeugen konnten (Frankreich noch am ehesten). Die KO-Phase war grösstenteils ernüchternd, stellvertretend dafür ist Kroatien, die in allen KO-Spielen in die Verlängerung und sogar zweimal in die Lotterie mussten und es so in den Final "schafften".
  • Fulehung1950 14.07.2018 11:03
    Highlight Highlight Weil ITA, NED, USA, TÜR nicht dabei sind, wird aufgestockt? Meine Güte, wer die QuLi nicht schafft, ist zu schlecht für die Endrunde. Punkt!

    Da könnte man ja eine Endrunde mit 144 durchführen. Dann sind sicher alle „Grossen“ dabei....
  • Fulehung1950 14.07.2018 11:00
    Highlight Highlight Den Spruch von der/den „best ........ ever“ kennen wir von anderen Autoren: von Havelange über Samaranch und Kasper bis zu Blatter, Bach und Infantino. Anstelle der Pünktli setze man Fussball- oder Ski-WM oder „Games“. Kennen wir.

    Das einzige, was mich bei Infantino positiv über rascht: im Gegensatz zu den anderen genannten weicht er den Fragen nach Menschenrechten in Russland nicht aus und anerkennt, dass da „Nachholbedarf“ besteht. Seine Feststellung, das Sport verbinde, aber Probleme nich löse, ist richtig und er fordert die Hitzköpfe zum Dialog auf. Das ist doch schon etwas.
  • Freilos 14.07.2018 08:39
    Highlight Highlight Inwiefern kann Infantino Vergleiche ziehen? Es ist seine erste seit er bei der FIFA arbeitet.
    • Pisti 14.07.2018 10:06
      Highlight Highlight Seine erste als Fifa-Präsident arbeiten tut der schon länger dort.
    • James_Bond 14.07.2018 11:02
      Highlight Highlight Nein, tut er nicht
    • Freilos 14.07.2018 12:09
      Highlight Highlight Ab dem Jahr 2000 war er bei der UEFA und wechselte 2015 zur FIFA. Also seine erste WM seit er bei der FIFA arbeitet.
  • ATHENA 14.07.2018 07:59
    Highlight Highlight Also ganz ehrlich. Infantino hat sich daran ergötzt, dass er neben all den Staatschef in der Loge sitzen durfte. Seine selbstgefällige Haltung macht ihn NULL sympathisch. Aber kein Wunder sagt er das jetzt. Wenn er sich sowieso schon bei allen eingeschleimt hat, wäre es jetzt komisch, etwas anderes zu sagen.
  • urbankey 14.07.2018 07:25
    Highlight Highlight Infantino ist der beste Fifa Präsident aller Zeiten. - Pahahahahahahaha... Schenkelklopfer!
  • rodolofo 14.07.2018 06:48
    Highlight Highlight Ja, auch bei der FIFA "rollt der Rubel"!
    Und der Blatter ärgert sich, dass er nicht mehr kräftig mit absahnen kann...
  • the_hoff 14.07.2018 04:28
    Highlight Highlight Ist nicht jede WM die beste aller Zeiten?
  • Crecas 14.07.2018 03:57
    Highlight Highlight Hahhaha, welch ein Clown. Würdiger Nachfolger Blatters.
  • Max Cherry 14.07.2018 00:26
    Highlight Highlight Der schlechteste FIFA Präsident aller Zeiten.
  • Angelo C. 14.07.2018 00:03
    Highlight Highlight Absolut und neidlos anerkannt 👍🏼!

    Stadien und Plätze überall sehr gepflegt und top, Organisation in jeder Beziehung perfekt, Stimmung (auch unter den Russen) ausgezeichnet, freundlicher Umgang mit den Gästen aus der ganzen Welt, die sich durchs Band weg lobend in den zahlreichen Umfragen äussern.

    Plus attraktive Spiele mit teils dramatischen Ausgang.
    Sehenswerte Halbfinals und sehr spannendes Finale....

    Was kann man also mehr erwarten 🤔?!

    Und komme mir jetzt keiner der notorisch nörgelnden Kleingeister mit den zur Sache überflüssigen Putin-Sprüchen vorbei 😊!
    • Lew Bronstein 14.07.2018 08:58
      Highlight Highlight Ja, Menschenrechte und Rechtsstaat mögen was für "Kleingeister" sein. Trotzdem werde ich Diktaturen weiterhin kritisieren, auch wenn sie eine Fussball-WM ausrichten.
    • Sebastian Wendelspiess 14.07.2018 13:04
      Highlight Highlight @chip Kritisierst du wirklich alle Diktaturen,?
    • Lew Bronstein 14.07.2018 15:14
      Highlight Highlight @Sebastian: Du etwa nicht?
    Weitere Antworten anzeigen
  • Clife 13.07.2018 23:38
    Highlight Highlight Videobeweis schön und gut aber in der KO-Runde wurde sie nicht benutzt, obwohl es eindeutig strittige Szenen gegeben hat...dieser Italiener, der für den Videobeweis verantwortlich ist, muss mal ausgewechselt werden.
  • Divorce 13.07.2018 23:12
    Highlight Highlight Jetzt im ernst? Vorurteile wurden abgebaut? Dann war es also nur ein vorurteil, dass es immer noch verboten ist, sich positiv über homosexuelle menschen zu äussern? Gut zu wissen...
  • w'ever 13.07.2018 22:52
    Highlight Highlight ist die beste WM aller zeiten die, die für die FIFA am meisten umsatz gebracht hat?

Petr Cech feiert sein Debüt als Eishockey-Goalie – und wird zum grossen Helden

Erst vergangenen Donnerstag wurde bekannt, das Premier-League- und Champions-League-Sieger Petr Cech seine Karriere fortsetzt. Im Eishockey und nicht etwa im Fussball. Der Tscheche unterschrieb beim englischen Amateurteam Guildford Phoenix – natürlich als Torhüter.

Gestern Abend feierte er nun bereits sein Debüt – und wie! Beim Stand von 2:2 ging das Spiel zwischen Guildford und den Swindon Wildcats 2 ins Penaltyschiessen. Cech hielt zwei der ersten vier Penaltys, sein Gegenüber allerdings auch.

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