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Conference League: Malta dank den Hamrun Spartans im Europacup dabei

Die Spartaner kommen! Malta feiert seine Fussballhelden aus Hamrun

Fussballzwerg Malta stellt ein Team in der Gruppenphase der Conference League. Die Hamrun Spartans sorgen für euphorische Jubelfeiern auf der kleinen Mittelmeerinsel.
29.08.2025, 08:2529.08.2025, 12:50
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Die Conference League ist ja für manch einen Fussballpuristen der schönste der drei Europacup-Bewerbe. Während in der Champions League Jahr für Jahr die immer gleichen Real Madrids, Manchester Citys und Bayern Münchens dieser Fussballwelt aufeinandertreffen, ist die Teilnehmerliste der Conference League stets eine kleine Wundertüte.

In diesem Jahr öffnen wir sie und heraus kommen: die Hamrun Spartans. Erstmals überhaupt ist ein Klub aus Malta in der Gruppenphase eines Europacups vertreten. Ein 2:2 im lettischen Riga gegen einen Klub mit dem kryptischen Namen FK RFS reichte dem maltesischen Meister am Donnerstagabend nach einem 1:0-Sieg im Hinspiel für die Qualifikation.

Der Erfolg in der Ferne wurde in der Heimat tüchtig gefeiert. Eine Strasse in Hamrun, die mit der Hauptstadt Valletta verwoben ist, war in ein Public Viewing verwandelt worden.

Dank Zeman-Philosophie nach oben

Es ist ein Team aus No-Names des internationalen Fussballs, das diesen Erfolg geschafft hat. Den höchsten Marktwert auf Transfermarkt besitzt mit 400'000 Euro ein 29-jähriger Litauer, bloss drei maltesische Nationalspieler deuten nicht darauf hin, dass hier ein Klub die halbe Liga zusammengekauft hat.

Der Geschäftsmann Joseph Portelli hatte den Klub vor sechs Jahren übernommen und damals seine Vision präsentiert, es mit den Hamrun Spartans in die Europacup-Gruppenphase zu schaffen. «Anfangs wurden solche Äusserungen als unrealistisch abgetan, aber am Donnerstag hat die Mannschaft diesen Traum verwirklicht», schrieb die Times of Malta. Zuletzt wurden die Spartans drei Mal in Folge Meister.

Portelli professionalisierte die Strukturen und fand mit Giacomo Modica den richtigen Trainer. Der 61-jährige Italiener war jahrelang der Assistent des legendären Zdenek Zeman und setzt auf Fitness, Disziplin und hohes Pressing. «Seine Philosophie ist von Zeman beeinflusst und basiert auf körperlicher Intensität. Der Ball soll mit möglichst wenig Ballberührungen nach vorne gelangen», beschreibt es der Geschäftsführer des Klubs, Marcel Bonnici. «Es ist kein Stil, der auf technischer Brillanz basiert, sondern auf Einsatz und Zielstrebigkeit.»

Mit dem historischen Erfolg verlässt Maltas Fussballverband eine «Zwergen-Gruppe». Nun warten von allen europäischen Verbänden nur noch jene von Andorra, San Marino und Montenegro darauf, einmal in einer Europacup-Gruppenphase vertreten zu sein.

Mal schauen, womit uns die Wundertüte Conference League im nächsten Jahr überraschen kann.

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