Verprügelt nach viralem Heiratsantrag – hat der Amateur-Schiri alles vorgetäuscht?
Im Fall Pascal Kaiser gibt es einen üblen Verdacht. So habe der Amateur-Schiedsrichter, der nach seinem Heiratsantrag im Stadion von Bundesligist Köln verprügelt wurde, den Angriff womöglich nur inszeniert. Die Staatsanwaltschaft ermittelt nun wegen des Verdachts auf vorgetäuschte Straftaten, wie der Tagesspiegel und Focus mit Berufung auf Informationen aus Ermittlerkreisen berichten.
Kaiser hatte seinem Partner Moritz Ende Januar im Vorfeld des Bundesliga-Spiels zwischen dem 1. FC Köln und dem VfL Wolfsburg einen Heiratsantrag gemacht. Dies sahen nicht nur die rund 50'000 Zuschauerinnen und Zuschauer, sondern Millionen Menschen aus aller Welt in den sozialen Medien.
In der Folge meldete sich ein früherer Arbeitgeber, dass Kaiser als Abteilungsleiter Geld und Material im Wert von mehreren Tausend Euro unterschlagen habe. Kaiser wehrte sich gegen die Vorwürfe. Wegen des aufkommenden Hasses zog er sich online zurück, und stellte unter anderem sein Instagram-Profil auf privat.
Vor anderthalb Wochen berichtete der Amateur-Schiedsrichter gemäss L'Équipe dann davon, dass er bei sich zu Hause körperlich angegriffen worden sei. Er habe am Vortag Drohungen erhalten und deshalb die Polizei kontaktiert. Diese versicherte ihm jedoch, dass keine unmittelbare Gefahr bestehe. Als er nach Hause kam, hätten in seinem Garten drei Männer auf ihn gewartet und ihn attackiert. Dabei wurde er am rechten Auge verletzt. Kaiser teilte danach ein Bild von seinem in Mitleidenschaft gezogenen Gesicht und setzte den Angriff mit dem öffentlichen Heiratsantrag in Verbindung.
Ein Angriff, der gemäss neuster Erkenntnisse womöglich nur inszeniert wurde. Hier gilt festzuhalten, dass es sich nur um einen Verdacht handelt, bewiesen ist noch nichts. IT-Forensiker hätten gemäss Berichten in den deutschen Medien aber Hinweise gefunden, dass die angeblichen Droh-Mails fingiert worden sein könnten – möglicherweise durch Kaiser selbst oder seinen Partner. Die Staatsanwaltschaft und die Polizei hätten deshalb Ende der letzten Woche Kaisers Haus durchsucht und dabei zahlreiche Datenträger sichergestellt. Unter anderem auch die Handys der beiden Verdächtigen.
Weiter seien Kaiser und sein Partner rechtsmedizinisch untersucht wurden, um herauszufinden, ob auch die körperlichen Attacken vorgetäuscht worden seien. Es soll geklärt werden, ob sich der Schiedsrichter die Verletzungen selbst zugefügt hat, er von seinem Partner geschlagen wurde oder tatsächlich dritte Personen verantwortlich waren.
Gegenüber Focus habe der Oberstaatsanwalt bestätigt, dass die Staatsanwaltschaft Köln Ermittlungen wegen des Anfangsverdachts des Vortäuschens von Straftaten aufgenommen habe. So werde der Beschuldigte verdächtigt, Körperverletzungen zu seinem Nachteil vorgetäuscht und die Drohnachrichten selbst verfasst zu haben.
Kaiser und sein Anwalt äusserten sich zu den Vorwürfen bisher nicht, wie es heisst. Partner Moritz habe hingegen bereits eine Aussage gemacht. Aus Kaisers Schweigen dürften keinerlei Rückschlüsse gezogen werden, teilte sein Anwalt mit. Es gilt die Unschuldsvermutung. (nih)
- Wegen Olympia hatte sie Albträume – jetzt weint Mikaela Shiffrin nur Tränen der Freude
- «Hatte mehr Druck nach der Pisten-Kritik»: Rast fährt im Slalom zur Silbermedaille
- «So viel verloren»: Vonns Hund starb kurz nach Olympia-Sturz
- Silber für die Schweiz! Sensationelle Fähndrich sichert im Teamsprint Medaille
