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EM-Quali: Die Schweizer Nati vergibt eine 2:0-Führung gegen Rumänien

epa10700928 Switzerland's players react after the UEFA European Qualifiers match between Switzerland and Romania at the Swissporarena stadium in Lucerne, Switzerland, 19 June 2023. EPA/MICHAEL BU ...
Enttäuschte Schweizer trotten nach dem 2:2 gegen Rumänien davon.Bild: keystone

Nati vergibt ein 2:0 gegen Rumänien: «Es fühlt sich an wie eine Niederlage»

Die Schweiz gibt gegen Rumänien auf fahrlässige Weise eine 2:0-Führung aus der Hand und muss sich mit einem 2:2 zufriedengeben. Es ist der erste Punktverlust im vierten Qualifikationsspiel.
19.06.2023, 19:4520.06.2023, 00:11
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Wie konnte das passieren? Bis zur 90. Minute sah alles nach einem klaren Sieg für die Schweiz aus, die über fast die gesamte Spieldauer dominiert hatte. Der Ballbesitz des Teams von Trainer Murat Yakin, der anfänglich sogar bei 80 Prozent lag, pendelte sich irgendwann bei 70 Prozent ein.

Immer wieder fanden die Spieler die Schnittstellen in der Fünferabwehr der Rumänen. Besonders Captain Xhaka fiel wiederholt mit starken Zuspielen auf und markierte im Zentrum seine Präsenz. Auf der Seite überzeugten Shaqiri und Vargas mit ihrer Wendigkeit und Übersicht.

«Sehr enttäuscht, dass wir das 2:0 hergeben. Das darf nicht passieren. Ich weiss nicht, was passiert ist, wir laufen zwei Mal in den Konter rein. Ich glaube, das hat nichts mit den Wechseln zu tun. Alle Spieler hier sind die besten der Nation. Das war ein Geschenk für den Gegner heute, obwohl wir eigentlich gut gespielt haben. Wir nehmen die positiven Sachen weiter. Es fühlt sich wie eine Niederlage.»
Xherdan Shaqiri

Und doch stand es am Schluss Unentschieden. Innert zwei Minuten liess sich die Verteidigung zweimal übertölpeln. Der in der 57. Minute eingewechselte Valentin Mihaila kam erst nach einer Flanke unbedrängt zum Abschluss, dann entwischte er seinem Bewacher nach einem Ball in die Tiefe.

Ein bisschen erinnerte es an das Spiel gegen Andorra vom Freitag. Nach der 2:0-Führung liess man erneut mehrere Chancen aus und wurde am Schluss bestraft. Während es in Andorra beim Anschlusstreffer blieb, kam es gegen Rumänien knüppeldick. Dass kurz vor Abpfiff der Abschluss von Uran Bislimi bloss an der Tor-Umrandung landete, war bezeichnend für die ganze Partie. Die fehlende Effizienz hat der Schweiz im Spitzenspiel der Gruppe I zwei Punkte gekostet.

Brillanter Amdouni

Davor hatte einmal mehr Zeki Amdouni geglänzt. In der 28. Minute löste er sich im richtigen Moment vom Gegenspieler und war für die Hereingabe von Ruben Vargas zur Stelle. 13 Minuten später profitierte er bei einem Konter von einem perfekt getimten Aussenristpass von Xherdan Shaqiri und schob den Ball zum zweiten Mal ein.

So zurückhaltend Amdouni abseits des Platzes jeweils wirkt, so auffällig ist er auf dem Rasen. Es waren seine Tore vier und fünf in seinem erst fünften Spiel fürs Nationalteam. Einzig in seinem ersten Einsatz, als er in der Nations League gegen Tschechien in der 79. Minute eingewechselt wurde, hatte er nicht getroffen. In vier Partien in Serie für die Schweiz zu treffen, gelang zuletzt Blaise N'Kufo vor 15 Jahren zum Auftakt der Qualifikation für die WM 2010.

«Es ist brutal schwer, die richtigen Worte zu finden. Ich hatte das Gefühl, dass wir eigentlich 90 Minuten dominant waren. Wir hatten genug Chancen, um 4:0, 5:0 oder 6:0 zu gewinnen. Respekt an Rumänien, dass sie nicht aufgegeben haben. Aber wir sind selbst schuld, das darf nicht passieren. Die zweite Halbzeit gegen Andorra war nicht gut, jetzt müssen wir die Augen öffnen.»
Granit Xhaka

In der 44. Minute hatte er sogar die Chance auf den Hattrick, doch sein Abschluss landete knapp neben dem Tor. Wie auch viele der Versuche seiner Mitspieler in der zweiten Halbzeit.

Zwei statt fünf Punkte Vorsprung

Und so blieb den Schweizer Fans, welche die Mannschaft zuvor schon minutenlang gefeiert hatte, ganz zum Schluss der Jubel im Hals stecken. Es hätte der erste Sieg gegen Rumänien seit 29 Jahren werden können – nein, werden müssen. Nun geht die Durststrecke noch etwas weiter und statt möglicher fünf sind es für die Schweiz weiter nur zwei Punkte Vorsprung auf den ersten Verfolger in der Gruppe.

«Wenn du so einen Aufwand betreibst, und das Resultat am Ende so aussiehst, bist du natürlich unzufrieden. Wir müssen uns an der eigenen Nase nehmen. Es kamen routinierte Spieler rein, das System wurde nicht geändert. Wir haben einfach das dritte Tor nicht gemacht. Wenn du es nicht fertig spielst, dann verdienst du den Sieg auch nicht.»
Nati-Trainer Murat Yakin

Zum Rückspiel in Rumänien kommt es zum Abschluss der Qualifikation am 21. November. Davor bestreitet die Schweiz noch fünf Spiele, je zwei davon im September und Oktober.

Schweiz - Rumänien 2:2 (2:0)
Luzern. - 14'400 Zuschauer (ausverkauft). - SR Orsato (ITA).
Tore: 28. Amdouni (Vargas) 1:0. 41. Amdouni (Shaqiri) 2:0. 89. Mihaila (Morutan) 2:1. 92. Mihaila (Morutan) 2:2.
Schweiz: Sommer; Fernandes (91. Schär), Akanji, Elvedi, Rodriguez; Freuler, Zakaria (75. Sow), Xhaka; Shaqiri (90. Bislimi), Vargas (75. Steffen); Amdouni (59. Seferovic).
Rumänien: Moldovan; Manea, Nedelcearu, Burca, Dragusin, Sorescu (73. Olaru); Hagi (58. Mihaila), Screciu (84. Cicaldau), Stanciu, Coman (58. Morutan); Alibec (73. Puscas).
Bemerkungen: Schweiz ohne Cömert (überzählig), Embolo, Itten, Lotomba und Widmer (alle verletzt).
Verwarnungen: 23. Fernandes. 26. Hagi. 40. Akanji. 45. Sorescu. 94. Morutan. 99. Steffen. (abu/sda)

Die Tabelle

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101 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
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MetalUpYour
19.06.2023 22:43registriert August 2016
Was hat nur den Yakin geritten, in dieser Situation die halbe Mannschaft auszuwechseln. Meine Güte. Taktisch völlig verfehlt.
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Walser
19.06.2023 22:36registriert Februar 2018
Taktisches Totalversagen von Yakin.
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BigMic
19.06.2023 22:42registriert Januar 2014
85' gut spielen reicht eben nicht, sowas darf einfach nicht passieren. Das unterscheidet uns eben von richtigen Spitzenmannschaften. Vercoacht?
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