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Young Boys' Sekou Sanogo and his team BSC Young Boys celebrate after the penalty shootout at the UEFA Champions League third qualifying round second leg match between Switzerland's BSC Young Boys and Ukraine's FC Shakhtar Donetsk at the Stade de Suisse stadium in Bern, Switzerland, on Wednesday, August 3, 2016. (KEYSTONE/Manuel Lopez)

Mitten im Berner Jubel weint Sékou Sanogo Tränen der Erleichterung und Freude.

Sékou Sanogo weint nach YB-Sensation – der spezielle Weg des ivorischen Mittelfeldmotors

Beim gestrigen Sensationserfolg der Young Boys überstrahlte einer das starke Kollektiv – Sékou Sanogo. Der Mittelfeldspieler machte ein auffallend starkes Spiel für eine Mannschaft, die er schon zwei Mal in Richtung Bundesliga verlassen wollte.



Sanogo erobert die Bälle, Sanogo grätscht in jeden Ball, Sanogo spielt präzise Pässe zu seinen Mitspielern. Der Ivorer im YB-Dress war bei der fulminanten Wende der Hauptstädter in der Champions-League-Qualifikation omnipräsent. SRF-Kommentator Dani Kern drückte es während des Spiels so aus: «Erstaunlich, wie dieser Sanogo die Bälle scheinbar magnetisch anzieht.» 

23.07.2016; St.Gallen; Fussball Super League - FC St.Gallen - BSC Young Boys; Alain Wiss (St.Gallen) gegen Sekou Sanogo (YB)
(Steffen Schmidt/freshfocus)

Sékou Sanogo – der typische Abräumer im Mittelfeld. Bild: freshfocus

Die möglichen Playoff-Gegner

Manchester City
FC Porto
Villarreal
Ajax Amsterdam
Borussia Mönchengladbach​

Nach dem gewonnenen Penaltyschiessen war die Freude bei den Young Boys riesengross. Und bei Sékou Sanogo kam wahrscheinlich noch hinzu, dass er selber wusste: «Heute habe ich bärenstark gespielt.» Die Emotionen überkamen den 27-Jährigen und es flossen Tränen der Freude und Erleichterung.

HSV-Transfer platzt in letzter Sekunde

Manch einer erinnerte sich gestern an die Geschichten rund um den YB-Mittelfeldspieler. Der Ivorer wollte nach Deutschland und die Abnehmer waren auch da – doch jetzt kickt er immer noch in Bern

Der verhinderte Olympia-Held

Matchwinner für YB war natürlich auch Yuya Kubo, der zwei Tore erzielte und einen Elfmeter versenkte. Der Japaner wäre eigentlich bei Olympia. Doch weil sich Alexander Gerndt im Hinspiel in Lemberg verletzte, erhielt er kurzfristig die Freigabe nicht und musste in Bern bleiben. Es hat sich für YB gelohnt.

Rückblende: Im vergangenen Winter war der Deal mit dem Hamburger SV eigentlich schon unter Dach und Fach. Doch die Verantwortlichen in Bern sendeten die finalen Unterlagen zu spät in die Hansestadt und so fiel der Transfer zum Bundesliga-Dino in allerletzter Minute ins Wasser. Der damalige Hamburger Sportdirektor Peter Knäbel sagte dazu: 

«Das ist sehr ärgerlich. Mir tut es leid für den Spieler, der gerne für den HSV gespielt hätte.»

HAMBURG, GERMANY - OCTOBER 01:  Peter Knäbel talks to the media as he is announced as the new director of professional football for Hamburger SV at Imtech Arena on October 1, 2014 in Hamburg, Germany.  (Photo by Stuart Franklin/Bongarts/Getty Images)

Peter Knäbel sagte, YB sei schuld. Bild: Bongarts

Gegenseitige Schuldzuweisungen der Klubs folgten. Der YB-Sportchef Fredy Bickel meinte, Hamburg habe es verpasst, den Wechsel nach der ersten Kontaktaufnahme schneller perfekt zu machen. Bickel sagte später zum «Blick»:

«Auch mir tut es für Sékou enorm leid.»

19.03.2016; St.Gallen; Fussball Super League - FC St.Gallen - BSC Young Boys; Sportchef Fredy Bickel (YB)
(Steffen Schmidt/freshfocus)

Fredy Bickel sagte, der HSV sei schuld. Bild: Steffen Schmidt/freshfocus

Knäbel und Bickel sind sich wohl heute noch nicht einig, wer denn jetzt genau der Schuldige war. Klar war aber, Sanogo bleibt in Bern. Da kam er allerdings nur in sieben von möglichen 18 Partien überhaupt zum Einsatz – eine ernüchternde Bilanz. 

Auch der Wechsel zu Stuttgart scheiterte

Die Rückrunde verlief für YB, auch ohne viele Spielminuten von Sanogo, sehr erfolgreich. Gerade mal drei Niederlagen mussten die Gelb-Schwarzen hinnehmen – der zweite Platz hinter Ligakrösus Basel sicherte sich die Mannschaft von Adi Hütter klar und man freute sich auf die Qualifikation für die Königsklasse.

19.07.2016; Biel; Fussball Uhrencup - BSC Young Boys – Galatasaray Istanbul;
Sekou Sanogo (YB) und Sportchef Fredy Bickel (YB)
 (Urs Lindt/freshfocus)

Nach gescheitertem Medizintest beim VfB Stuttgart – Sékou Sanogo bleibt bei den Young Boys.
Bild: freshfocus

Und Sékou Sanogo? Er wollte im Sommer eigentlich zum VfB Stuttgart. Von 1,5 Millionen Euro Ablöse war die Rede und der Vertrag bis 2018 lag bereit. Doch auch dieser Wechsel in die Bundesliga kam nicht zu Stande. Die «Bild»-Zeitung schrieb damals, dass Sanogo den Medizintest wegen «muskulären Auffälligkeiten» nicht bestanden hatte. Dem YB-Sportchef war es recht:

«Wir nehmen Sanogo mit offenen Armen zurück.»

Fredy Bickel im Interview
derbund.ch

Europäische Bühne statt Zweitklassigkeit

Der VfB Stuttgart stieg in der abgelaufenen Saison in die 2. Bundesliga ab und vielleicht ist ja Sanogo jetzt irgendwie froh, spielt er bei den Young Boys. Denn statt dem SV Sandhausen oder den Würzburger Kickers als Gegner winken nun in den CL-Playoffs europäische Spitzenmannschaften wie Manchester City, der FC Porto oder Borussia Mönchengladbach. 

03.08.2016; Bern; Fussball Champions League 3. Qualifikationsrunde - BSC Young Boys - Schachtar Donezk; 
YB jubelt nach dem Spiel
 (Urs Lindt/freshfocus)

Nach dem Coup gegen Schachtar warten auf YB attraktive Gegner in den CL-Playoffs.
Bild: freshfocus

Ob sich der Ivorer das vor etwas mehr als fünf Jahren überhaupt nur erträumen konnte? Wohl kaum. Im Winter kam der damals 22-jährige Sanogo von Africa Sports aus der Elfenbeinküste ins Berner Oberland nach Thun. Ein Jahr später wurde er für eineinhalb Jahre ins Waadtland zu Lausanne ausgeliehen. 

Durchgestartet

Sékou Sanogo kam gestärkt zurück, war in der Saison 2013/14 im Thuner Mittelfeld gesetzt und verpasste nur auf Grund von Verletzungen einige Spiele. Im Sommer 2014 sah der grosse Bruder aus der Hauptstadt die Chance und lotste den Afrikaner ins Stade de Suisse. Auch in der ersten Saison bei YB spielte Sanogo regelmässig und erst im besagten Frühling 2016, nach einer Verletzungspause in der Vorrunde, schaffte er den Sprung in die ersten Elf bei YB nicht mehr. 

27.04.2014; Thun; Fussball Super League - FC Thun - FC St.Gallen;  Sekou Sanogo (Thun) jubelt nach dem 3:0. (Christian Pfander/freshfocus)

Bei Thun entwickelte sich Sanogo so gut, dass YB anklopfte.
Bild: Christian Pfander/freshfocus

Das ist jetzt alles vergessen. Gestern war wohl auch der hinterletzte YB-Fan froh um die Dienste von Sékou Sanogo – und das Abenteuer geht ja noch weiter. Knüpft der Mittelfeldmotor an die gestrige Leistung an, wird vielleicht der Traum von einer grossen europäischen Liga ja dann doch noch wahr.

 

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8Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • gupa 04.08.2016 11:48
    Highlight Highlight Die BILD schreibt von einem gescheiterten Medizintest, andere Quellen wie der Kicker schreiben von gescheiterten Verhandlungen (Vertragsdauer). Kann jeder selbst entscheiden wem er lieber glauben will :)
  • Phipsli 04.08.2016 09:45
    Highlight Highlight Die einzigen «muskulären Auffälligkeiten» welche ich bei Sanogo sehen kann ist das er Bärenstark ist. Ein Sanogo in Form ist ein Toppsieler, bleibt zu hoffen, dass er sein Level halten kann und dies eine Saison bei YB durchzieht...
    • Datsyuk * 04.08.2016 13:09
      Highlight Highlight Phipsli, du siehst das völlig richtig. Jetzt lassen wir einmal alles Politische und andere Themen beiseite:
      Wer hier ist YB-Fan? Was sind die schönsten Erinnerungen? Wer hat alles einen YB-Meistertitel erlebt? Ich wurde 1987 geboren.. :(
    • branchli1898 04.08.2016 13:47
      Highlight Highlight Erste halbe Stunde YB - Tottenham, zwar nur die Hälfte mitbekommen da im absoluten Freudes-Unglaube Delirium...aber für mich das höchste.
    • smoenybfan 04.08.2016 13:52
      Highlight Highlight Für einen Titel bin ich deutlich zu jung. Die schönsten Erinnerungen?
      Die ersten 30 Minuten gegen Tottenham, die Schneeschlacht gegen Stuttgart, das 3:2 gegen Basel nach harter Saison beim Comeback von Gerndt, YB in Liverpool (selbst von zuhause aus) um ein paar aufzuzählen.
      Und dann selbstverständlich das Spiel gestern, ich bin immer noch einfach nur baff, aber glücklich :)
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