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Der Schweizer Volkan Oezdemir ist einer der grössten Aufsteiger der MMA-Szene.
Der Schweizer Volkan Oezdemir ist einer der grössten Aufsteiger der MMA-Szene.Bild: KEYSTONE

Volkan «No Time» Oezdemir – die wichtigsten Fragen und Antworten zum Schweizer MMA-Star

Der Schweizer Volkan Oezdemir überzeugt bei seinem ersten Auftritt auf der grösstmöglichen Bühne. Wer ist dieser Aufsteiger der MMA-Szene und was sind diese Mixed Martial Arts überhaupt?
30.07.2017, 16:0631.07.2017, 07:36

Wer ist Volkan Oezdemir?

Volkan Oezdemir ist ein Schweizer Mixed-Martial-Arts-Kämpfer aus Fribourg. Er ist der Sohn einer Schweizerin und eines Türken. Seinen ersten professionellen MMA-Kampf absolvierte er 2010. Erst seit diesem Jahr kämpft er im Rahmen der Ultimate Fighting Championship (UFC). Oezdemir kämpft in der zweithöchsten Gewichtsklasse, den Halbschwergewichten. Beim UFC-214-Event hatte der Schweizer seinen ersten Auftritt auf der grösstmöglichen Weltbühne. Zu seiner Kämpfer-Karriere inspiriert wurde er nach eigenen Angaben von Kung-Fu-Filmen mit Jackie Chan oder Bruce Lee.

Volkan Oezdemir in Zahlen
Alter: 27
Grösse: 185,42 cm
Gewicht: 92,99kg
Kampfbilanz: 15 Siege (11 k.o., 1 Aufgabe, 3 Entscheidungen), 1 Niederlage (Aufgabe)

Was ist MMA?

MMA oder Mixed Martial Arts ist eine Kampfsportart, bei der Techniken aus verschiedenen Kampfsportarten angewendet werden. Die Kämpfer bedienen sich sowohl der Schlag- und Tritttechniken des Boxens, Kickboxens, Taekwondo, Muay Thai und Karate als auch der Bodenkampf- und Ringtechniken des Jiu-Jitsu, Ringens, Judo und Sambo. Im Gegensatz zu anderen Kampfsportarten, darf bei MMA auch im Bodenkampf geschlagen und getreten werden. 

So geht es im MMA-Ring zu und her.
So geht es im MMA-Ring zu und her.Bild: EPA/EPA

Was ist die UFC?

Die Ultimate Fighting Championship (UFC) ist eine Mixed-Martial-Arts-Organisation aus den USA. Sie ist weltweit der grösste Veranstalter von MMA-Events. Gekämpft wird in der UFC in neun verschiedenen Gewichtsklassen.

  • Strawweight: (Stroh- oder Strohhalmgewicht) bis 115 lb (52,15 kg)
  • Flyweight (Fliegengewicht): 125 und weniger lb (57 und weniger kg)
  • Bantamweight (Bantamgewicht): 126 bis 135 lb (57 bis 61 kg)
  • Featherweight (Federgewicht): 136 bis 145 lb (61 bis 66 kg)
  • Lightweight (Leichtgewicht): 145 bis 155 lb (66 bis 70 kg)
  • Welterweight (Weltergewicht): 155 bis 170 lb (70 bis 77 kg)
  • Middleweight (Mittelgewicht): 170 bis 185 lb (77 bis 84 kg)
  • Light Heavyweight (Halbschwergewicht): 185 bis 205 lb (84 bis 93 kg)
  • Heavyweight (Schwergewicht): 205 bis 265 lb (93 bis 120 kg)

Die Kämpfe gehen über drei oder fünf Runden, die je fünf Minuten dauern. Gekämpft wird in einem achteckigen Ring mit einem Durchmesser von 9,75 Metern. Anstelle von Ringseilen wird die Kampffläche durch einen Maschendrahtzaun begrenzt. Es wird mit dünnen, an den Fingern offenen Handschuhen gekämpft. Sie dienen dazu, die Hände zu schützen und Platzwunden zu vermeiden, bieten jedoch kaum Dämpfung.

Die besten Knockouts der UFC-Geschichte.Video: YouTube/UFC - Ultimate Fighting Championship

Ein MMA-Kampf kann auf vier verschiedene Arten beendet, respektive gewonnen werden.

  • Aufgabe (auch Submission oder Tap-Out genannt): Ein Kämpfer klatscht mehrmals mit der flachen Hand auf die Matte, tippt mehrmals seinen Gegner an oder gibt verbal auf.
  • Knockout: Ein Kämpfer wird von einem erlaubten Schlag oder Tritt getroffen und wird entweder ohnmächtig oder ist nicht in der Lage, den Kampf weiterzuführen.
  • Technischer Knockout: Es gibt grundsätzlich drei mögliche Wege, die zu einem TKO führen können. Zum einen ein «Referee Stoppage», in dem der Ringrichter den Kampf abbricht, weil einer der Kämpfer nicht mehr in der Lage ist sich «intelligent zu verteidigen». Ausserdem kann der Ringarzt einen Kampf abbrechen, wenn eine Verletzung einen Kämpfer zu stark hindert oder die Blutung aus einer Platzwunde nicht gestillt werden kann. Schliesslich kann das eigene Team eine Aufgabe signalisieren.
  • Kampfrichterentscheidung: Nachdem es nach 3 beziehungsweise 5 Runden keinen Sieger gibt, liegt die Entscheidung bei den 3 Kampfrichtern. Es gilt ein „10-Punkte-System“, in dem der Gewinner einer Runde 10 Punkte bekommt und der Verlierer 9 oder weniger.

Was ist UFC 214?

UFC 214 war ein MMA-Event, der in der Nacht auf Sonntag (Schweizer Zeit) stattfand. Der Hauptkampf des Events war das Duell zwischen Daniel Cormier und Jon Jones. Dort ging es um den Titel in der Halbschwergewicht-Klasse. Das Duell zwischen Volkan Oezdemir und dem Briten Jimi Manuwa war der zweite Kampf in dieser Klasse am selben Abend.

Jon Jones holt sich den Gürtel am UFC 214.
Jon Jones holt sich den Gürtel am UFC 214.Bild: AP/Los Angeles Daily News

Wie schlug sich Oezdemir?

Der Schweizer präsentierte sich sehr gut. Er schlug seinen Gegner Jimi Manuwa, die Nummer 3 der Gewichtsklasse, nach nur 42 Sekunden k.o. Bereits vor dem Kampf hat er angekündigt, dass er nicht vorhat, den Kampf über die erste Runde hinauszulassen. Bereits in seinem letzten Kampf sorgte der Fribourger für ein schnelles Ende: Nach nur 28 Sekunden hat er damals seinen Gegner Misha Cirkunov ausgeknockt. Weil seine Kämpfe meistens schnell enden und weil er möglichst Schnell den Titel gewinnen will, hat er sich den Spitznamen «No Time» zugelegt.

Der Kampf im Video.Video: YouTube/Bushido 戦い

Wie steht es um seine Titelchancen?

Oezdemir ist derzeit der Shootingstar der MMA-Szene. Im Februar kommt er in Houston kurzfristig zu seinem UFC-Debüt, weil sich ein anderer Fighter verletzt. Seither hat er einen kometenhaften Aufstieg hinter sich. Der Titel in der Halbschwergewicht-Klasse ist das erklärte Ziel des 27-Jährigen. Früher oder später wird er wohl den aktuellen Titelhalter fordern wollen. Der nächste grosse Kampf winkt Oezdemir, der in seiner Gewichtsklasse die Nummer 4 ist, wohl bereits noch in diesem Jahr.

Oezdemir im Interview nach dem gestrigen Kampf (englisch).Video: YouTube/MMAFightingonSBN

Ist Oezdemir nur eine Kampfmaschine?

Nein. Volkan Oezdemir ist nicht nur unglaublich selbstbewusst, er hat offenbar auch noch einen guten Sinn für Humor. Vor dem Kampf gegen Manuwa, bot er seinem Gegner, wie es sich für einen Schweizer gehört, Schokolade an. Manuwa lehnte ab, und kassierte im später im Kampf dafür die Quittung.

Privat spielt er gerne mit seinem Hund und verbringt Zeit mit seiner Freundin, die «Mit MMA überhaupt nichts zu tun hat». Sein bester Freund und Manager, Frédéric Engelund, sagt über den Fribourger: «Er ist im Käfig ein ganz anderer Mensch. Sein Vorname ist perfekt für Volkan. Er ist der entspannteste Mensch, den ich kenne. Und dann im Käfig explodiert er.»

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