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IMAGE DISTRIBUTED FOR WWE - Professional wrestling superstar Hulk Hogan inducts the late Randy

Der «Hulkster» ist für die WWE wieder der Held, der er immer war. Bild: AP

Hulk Hogan wieder in der «WWE Hall of Fame» – verjährt Rassismus nach 3 Jahren?

Benedikt Niessen / watson.de



«Hogan Knows Best» hiess die Reality-TV-Show über Wrestling-Legende Hulk Hogan, die vor über 10 Jahren auch über die deutschen Fernseher flimmerte. Dass er es nicht immer besser weiss, zeigte der Ex-König des Wrestlings in den letzten Jahren häufig.

Mal sprach er über die Mordfantasien, die er nach seiner Scheidung mit Ex Linda Hogan hatte, dann landete ein Sexvideo von ihm im Internet. Wegen rassistischer Aussagen auf einem Teil des Videos, wurde er dann vor drei Jahren aus der «Hall of Fame» der World Wrestling Entertainment (WWE), des grössten Wrestling-Unternehmens der Welt, geworfen. Jetzt, drei Jahren später, wurde der 64-Jährige wieder aufgenommen.

Was war passiert?

Nachdem das Internetportal gawker.com 2012 einen Ausschnitt eines Sexvideos aus dem Jahr 2007 mit Terry Bollea, wie Hulk Hogan bürgerlich heisst, veröffentlichte, erstritt Hogan nach einem vierjährigen Rechtsstreit eine Entschädigung von 140 Millionen Dollar. Das Unternehmen stellte daraufhin einen Insolvenzantrag.

Im Zuge der Gerichtsverhandlungen kam auch heraus, dass auf einem Teil des Sexvideos auch rassistische Äusserungen von Hogan zu hören seien. Eine Mitschrift des Clips, dessen Inhalt eigentlich nicht an die Öffentlichkeit kommen sollte, wurde von den Portalen «National Enquirer» und «RadarOnline» veröffentlicht.

FILE -In this Tuesday, March 1, 2016 file photo, Terry Bollea, known as professional wrestler Hulk Hogan, watches potential jurors at the Pinellas County Courthouse, in St. Petersburg, Fla., as jury selection began in his case vs. Gawker Media. Opening statements are scheduled to begin Monday, March 7, 2016, in the civil trial between pro wrestler Hulk Hogan and a popular news website. (Scott Keeler/The Tampa Bay Times via AP, Pool, File)

Hogan bei einer Gerichtsverhandlung 2016. Bild: AP/Pool Tampa Bay Times

«Ich bin ein Rassist, zu einem gewissen Grad»

Laut den Insidern soll er über die «wirklich schlechten Entscheidungen» seiner Tochter Brooke Hogan gesprochen haben. Nachdem er Millionen in Brookes Musikkarriere investiert habe, soll nun ein «schwarzer Milliardär» angeboten haben, sie zu finanzieren. «Ich weiss nicht, ob Brooke den Sohn von diesem schwarzen Typen gebumst hat», wurde Hogan zitiert. Anschliessend benutzt Hogan mehrmals abfällig das N-Wort. Zitiert wird er auch mit den Aussagen «Ich bin ein Rassist, zu einem gewissen Grad» und «Ich schätze, wir sind alle ein bisschen rassistisch».

Der über Jahrzehnte grösste Star der WWE wurde anschliessend aus der Geschichte der Liga gelöscht. Sein Profil, seine Merchandise-Produkte, alles. Und auch in der Hall of Fame wurde er gelöscht. Es schien so als habe es Hulk Hogan nie gegeben. Nur zwei Sätze widmeten sie dem Skandal:

«WWE hat den Vertrag mit Terry Bollea (aka Hulk Hogan) beendet. WWE ist offen für alle Menschen, wie man an der Vielfalt unserer Angestellten, Performer und Fans auf der ganzen Welt erkennen kann.»

WWE damals in einer Stellungnahme

Auch andere Wrestler der WWE reagierten geschockt. Wie etwa Booker T: 

Es folgte die Entschuldigung von Hogan: «Vor acht Jahren habe ich während eines Gesprächs abstossende Worte benutzt. Dass ich diese beleidigenden Worte gewählt habe, ist untragbar. Es gibt keinen Vorwand und ich entschuldige mich dafür, das getan zu haben», so Hogan in einem vom Magazin «People» zitierten Statement. «Ich bin nicht so, wie es dieser Vorfall erscheinen lässt. Ich glaube fest daran, dass jede Person auf der Welt wichtig ist.»

3 Jahre später darf Hogan zurück

Jetzt ist Hogan zurück in der «WWE Hall of Fame». Das Unternehmen schreibt:

«Diese zweite Chance folgt auf Hogans zahlreiche öffentliche Entschuldigungen und seiner freiwilligen Arbeit mit jungen Leuten, bei der er ihnen hilft, aus seinen Fehlern zu lernen.»

Hogan twitterte seinen über zwei Millionen Followern: «Ich habe für diesen Tag gebetet und ich habe endlich das Gefühl, es zurück nach Hause geschafft zu haben.»

Nicht die Frage nach dem Wann, sondern nach dem Wie

Für Hogan und die WWE macht die erneute Zusammenarbeit Sinn. Ihr grösster Superstar aller Zeiten ist zurück und endlich kann das Unternehmen wieder mit ihm werben. Und Hogan kann wieder in dem Zirkus mitmischen, wo er eine Legende ist.

Verjährt Rassismus nach 3 Jahren?

Das ist schwer zu sagen. Viele Wrestling-Fans sind sich da nicht einig. Die einen appellieren an eine zweite Chance und seine Reue. Die anderen Fans wollen seine Aussagen nicht vergessen und sehen die Wiederaufnahme nach drei Jahren als eklatantes Zeichen. Doch es ist nicht die Frage nach dem Wann, sondern die nach dem Wie, die zu kritisieren ist. 

Hogan entschuldigte sich mehrmals für seine Aussagen und beteuert, dass für ihn alle Menschen gleich seien. Vielleicht ist das mittlerweile wirklich so nach drei Jahren Bedenkzeit. Vielleicht wurde aus dem Rassist ein weltoffener Mensch. Doch die WWE verpasste es mal wieder Diskriminierung vernünftig zu verurteilen. Sie schrieben zwei Sätze, um den rassistischen Hogan zu kicken und löschten ihn einfach, um das Problem zu begraben. Drei Jahre später nehmen sie ihn einfach so wieder auf. Mit einem dreizeiligen Text. War es das?

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Hulk Hogan vs Andre The Giant bei Wrestlemania III gilt als eines der besten Matches der Geschichte. Video: YouTube/Johnny Rage

Rassismus ist kein Problem, das man einfach so aus der Welt schafft, unter den Teppich kehrt oder das verjährt. Für das börsennotierte Unternehmen WWE scheinbar schon. Eben jene WWE, die zuletzt mit Regenbogenfarben beim Event des Jahres oder mehr Frauenkämpfen für Vielfalt warb, aber in Saudi-Arabien für viel Geld ein Event abhielt auf dem die Frauen nicht auftreten durften und ein syrischstämmiger Kanadier aus politischen Gründen zu Hause gelassen wurde.

Die WWE muss sich erneut vorwerfen, dass sie es verpasste, seinem Millionen-Publikum etwas mitzugeben und für die Vielfalt einzustehen, mit der sie sich gerne (wenn es denn gerade passt) brüstet. Aber vielleicht tut das nun Hulk Hogan, der seine zweite Chance nutzen könnte.

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    Alle Leser-Kommentare
  • paradelica 18.07.2018 12:40
    Highlight Highlight Booker T. betitelte Hogan einst selbst versehentlich als Nigger :D
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  • Ökonometriker 18.07.2018 08:47
    Highlight Highlight Der Mann verwendet so viel Bräunungscrème, dass er selbst quasi als schwarz gilt. Da ist Rassismus gleich doppelt dumm. Aber Skandale bringen publicity...

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