Sport
Kommentar

Alain Sutter ist beim FCSG das Opfer seines eigenen Erfolgs geworden

Sportchef Alain Sutter, Trainer Peter Zeidler, Praesident Matthias Hueppi vom FC St. Gallen, von links, nach einer Medienkonferenz vor der Wiederaufnahme der Super League, am Freitag, 19. Juni 2020, i ...
Arbeiten nicht mehr zusammen: Alain Sutter, Peter Zeidler und Matthias Hüppi (von links).Bild: keystone
Kommentar

Alain Sutter ist in St.Gallen Opfer seines eigenen Erfolgs geworden

Der FC St.Gallen trennt sich von Sportchef Alain Sutter und verpflichtet Roger Stilz. Der frühere Schweizer Internationale Sutter ist zum Opfer seines eigenen Erfolgs geworden. Der Entscheid, nicht mit Sutter weiterzuarbeiten, ist nachvollziehbar, birgt aber auch Risiken.
03.01.2024, 17:4303.01.2024, 17:43
Patricia Loher / ch media

Es ist beim FC St.Gallen der erste grosse Knall, seit die neue Führung am Werk ist. Der Klub trennt sich per sofort von Sportchef Alain Sutter. Zwischen Sutters Vorstellung im Kybunpark und der Bekanntgabe der Freistellung sind auf den Tag genau sechs Jahre vergangen. Das lange gut aufeinander abgestimmte Triumvirat mit Sutter, Trainer Peter Zeidler und Präsident Matthias Hüppi ist Geschichte.

Der Entscheid des Verwaltungsrates kommt überraschend. Der FC St.Gallen belegt zur Winterpause Rang zwei, das Stadion ist fast immer voll, der Rückhalt in der Region ungebrochen und die Transferpolitik der Ostschweizer ging in den vergangenen sechs Jahren meistens auf.

Sutter war ein wichtiger Pfeiler

Der FC St.Gallen hat sich in der Schweiz einen guten Ruf erarbeitet, wurde einmal Vizemeister und erreichte zweimal den Cupfinal. Dank attraktivem Fussball und umsichtiger Finanzpolitik hat der Klub das Image der grauen Maus abgestreift.

Sutter war auf diesem Weg ein wichtiger Pfeiler. Der frühere Schweizer Internationale, der zuvor noch nie Sportchef eines Super-League-Klubs war, liess sich durch nichts aus der Ruhe bringen, galt aber als scharfer Analytiker und als einer, der auch harte Entscheide fällen konnte. Sutter ist ein Mensch, dem Grundsätze und Werte wichtig sind. Er weiss, wie er arbeiten will. Und er weiss auch, wie er nicht arbeiten will.

Der FC St.Gallen ist auch dank Sutter in den vergangenen Jahren immer grösser geworden. Deshalb will sich der Verein in der sportlichen Leitung breiter aufstellen, sprich, die Kompetenzen auf zwei Personen aufteilen. Damit konnte sich Sutter offenbar nicht arrangieren. Die Trennung ist die logische Konsequenz. Der 55-Jährige ist damit ein Opfer seines eigenen Erfolgs geworden.

Schweiz: FC Basel - FC St. Gallen Fu
Sutter hatte bezüglich Weiterentwicklung des Klubs eine andere Meinung als der Verwaltungsrat.Bild: www.imago-images.de

Mit Roger Stilz kommt nun ein Mann, der neue Ansichten einbringen wird und möglicherweise auch andere Führungsansprüche hat als Sutter. Der 46-jährige aus Tübach, der 20 Jahre in Deutschland gearbeitet hat, wird der neue Vorgesetzte von Trainer Zeidler.

Wie harmonieren Zeidler und Stilz?

Zeidler ist in St.Gallen neben Präsident Hüppi zum stärksten und mächtigsten Mann aufgestiegen. Er muss sich erstmals seit seinem Amtsantritt im Frühling 2018 mit anderen Ansichten und mit einer neuen Person an seiner Seite auseinandersetzen. Entscheidend wird sein, wie sich Trainer und Sportchef finden, wie sie harmonieren.

Gut geführte Unternehmen fällen unpopuläre oder überraschende Entscheide dann, wenn es rund läuft. Der FC St.Gallen hat sich für diesen Weg entschieden. Es ist ein Weg, der auch Risiken birgt. (bzbasel.ch)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet, um die Zahlung abzuschliessen.)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.
Die illustre Karriere von Alain Sutter
1 / 29
Die illustre Karriere von Alain Sutter
Alain Sutter war einer der talentiertesten Schweizer Fussballer aller Zeiten. Seine Karriere verlief allerdings nicht immer gradlinig. Das grosse Auf und Ab in Bildern …
quelle: halloffame.ch
Auf Facebook teilenAuf X teilen
Virales Video zeigt, wie wir heimlich alle am liebsten auf unser Gepäck warten würden
Video: watson
Das könnte dich auch noch interessieren:
WM-Held zwischen Ballon-d'Or-Ehre und Patzer-Serie
Vozinha, der kapverdische Nationaltorhüter, sorgt weiter für Schlagzeilen – diesmal allerdings nicht nur positiv. Der 40-Jährige, der nach starken Auftritten an der WM 2026 zum viralen Phänomen wurde, kassierte gleich in zwei aufeinanderfolgenden Partien fragwürdige Gegentore.
Bei der 1:3-Niederlage der Kapverden gegen Mali in der Qualifikation für den Afrika-Cup 2027 verschätzte sich Vozinha bei einem Herauslaufen komplett und servierte Dorgeles Nene praktisch den Ball zum entscheidenden 3:1.
Zur Story