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Le president du FC Sion Christian Constantin reagit avant la rencontre de 16eme de finale de la Coupe Suisse de football entre le FC Stade Lausanne Ouchy et le FC Sion au Stade Juan-Antonio-Samaranch ce samedi 16 septembre 2017 a Lausanne. (KEYSTONE/Valentin Flauraud)

Der Mann, dem wieder einmal die Schlagzeilen gehören: Sion-Präsident Christian Constantin. Bild: KEYSTONE

Kommentar

Das wüste Tun in der Wüste müsste uns mehr beschäftigen als ein paar Ohrfeigen

Die Schläge von Sion-Präsident Christian Constantin gegen TV-Experte Rolf Fringer sind eine Lappalie im Vergleich dazu, wie noch weiter oben im Fussball-Geschäft betrogen, bestochen und beschissen wird. Doch das juckt fast keinen.

pedro lenz / schweiz am wochenende



An hiesigen Online-Stammtischen unterhalten sich Sportfans darüber, ob Christian Constantin für seine Ohrfeigen mit der Todesstrafe oder nur mit lebenslänglichem Stadionverbot bestraft werden müsste. Dabei könnte beinahe der Eindruck entstehen, neben der Ohrfeigenaffäre gebe es im Fussballsport gegenwärtig gar keine Probleme.

Leicht könnte dabei vergessen gehen, dass gegen Scheich Nasser Al-Khelaifï, Geschäftsmann aus Katar, Präsident von Paris Saint-Germain und Initiant des Neymar-Transfers, eine Strafuntersuchung wegen Bestechung läuft. Schon am Donnerstag berichteten Medien wie die britische «BBC» oder die spanische Sportzeitung «Marca» über den bösen Verdacht, unter den der schwerreiche Scheich geraten ist.

Brazilian soccer star Neymar walks away with the chairman of Paris Saint-Germain Nasser Al-Khelaifi, left, following a press conference in Paris Friday, Aug. 4, 2017. Neymar arrived in Paris on Friday the day after he became the most expensive player in soccer history when completing his blockbuster transfer to Paris Saint-Germain from Barcelona for 222 million euros ($262 million). (AP Photo/Michel Euler)

Der Scheich und sein Spielzeug: PSG-Boss Al-Khelaifï und 222-Millionen-Transfer Neymar. Bild: AP

Al-Khelaifï soll Bestechungsgelder für die Fernsehrechte der Fussballweltmeisterschaften 2026 und 2030 bezahlt haben. Und obwohl der Mann aus dem Wüstenstaat in dieser Sache von der Schweizer Staatsanwaltschaft durchleuchtet wird, scheint die Nachricht hierzulande keine grossen Wellen zu werfen. Auf den Scheich sei die Staatsanwaltschaft im Zusammenhang mit Untersuchungen gegen den ehemaligen FIFA-Generalsekretär Jérôme Valcke gekommen. Die Strafbehörden vermuten, der Krösus aus Katar habe den FIFA-Mann gut bezahlt, um an die TV-Rechte zu kommen.

Ist der Ball ein Würfel und Fringer bald Sportchef in Sion?

Dass in oberen Fussballkreisen möglicherweise im ganz grossen Stil betrogen, geschoben, bestochen und beschissen wird, nehmen wir Fussballfans mit einem Schulterzucken zur Kenntnis. Was kümmern uns millionenschwere Kriminalfälle, wenn wir uns an den Ohrfeigen von Constantin so wunderbar ergötzen können.

Vielleicht ist ja dann am Ende sowieso alles gar nicht wahr und der FIFA-Generalsekretär ist unschuldig und der Scheich ist unschuldig und die Erde ist eine Scheibe und der Ball ist ein Würfel und Christian Constantin engagiert Rolf Fringer als Sion-Sportchef.

Wahrscheinlich hat das hiesige Desinteresse am Scheich damit zu tun, dass finanzielle Delikte so furchtbar kompliziert und schwer nachzuvollziehen sind, während ein paar Ohrfeigen doch ein allgemein leicht verständliches Delikt darstellen. Wir lassen das alles mal einfach so stehen und freuen uns, dass endlich wieder in der heimischen Fussball-Meisterschaft gespielt wird.

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