«Ich habe viele Spiele geschaut und kenne das Team mehr oder weniger. Ich habe schon gewisse Ideen im Kopf, aber natürlich brauche ich die Zeit, um das Team auf dem Platz kennenzulernen und auch die Spieler in der Kabine. Es ist auch nicht einfach, mit so einem Trainerwechsel umzugehen, aber ich kenne die Situation als Spieler und habe deshalb die Voraussetzungen das bestmöglich zu handeln.»
Stephan Lichtsteiner macht den Schritt vom FC Wettswil zum grossen FC Basel.Bild: keystone
«Mein Fussball passt nach Basel und zu den Spielern»: Das sagt FCB-Trainer Lichtsteiner
Der FC Basel gab am Montag die Trennung von Trainer Ludovic Magnin bekannt. Am Abend verkündete der Meister und Cupsieger dann die Verpflichtung von Trainer Stephan Lichtsteiner. Am heutigen Dienstag sprach der 42-Jährige nun erstmals als FCB-Trainer zu den Medien und auch Sportdirektor Daniel Stucki äusserte sich zu seinem Entscheid. Das waren die wichtigsten Aussagen:
Stephan Lichtsteiner …
… über den Job als FCB-Trainer:
«Die Herausforderung ist enorm. Vor allem mit den drei Big Games (Europa League gegen Pilsen, Super League gegen Leader Thun und Cup in St.Gallen) vor der Tür ohne grosse Vorbereitungszeit. Ich bin zur Entscheidung gekommen, dass ich das packen kann und wir haben ein langfristiges Projekt geplant und deshalb habe ich mich schnell entschieden, das anzunehmen.»
… darüber, was es für den Job braucht:
«Es braucht vor allem Überzeugung, einen klaren Weg, klare Ideen, und die habe ich. Es wird ein Fussball sein, der nach Basel und zu den Spielern passt. Ich habe die Überzeugung, dass wir hier einen langen und erfolgreichen gemeinsamen Weg gehen können.
… über Xherdan Shaqiri:
«Als Spieler hätte ich nicht gedacht, dass ich mal noch Trainer von ihm werde. Er ist ein aussergewöhnlicher Fussballer, der den Unterschied machen kann und ich freue mich enorm auf die Zeit mit ihm.»
Xherdan Shaqiri ist der grosse Star beim FC Basel.Bild: KEYSTONE
… über seine Pläne:
«Ich habe meine Spielphilosophie, die ich einbringen will. Ich will das Team jetzt optimal auf die drei Spiele vorzubereiten, dass sie Optionen haben, dass sie wissen, was auf sie zukommt, und nebenher soll natürlich das Spiel weiterentwickelt werden, dass wir irgendwan dahinkommen, dass wir meinen Fussball kommen. Wir wollen einen dominanten Fussball spielen und darauf arbeite ich hin.»
… über den italienischen Einfluss aus seiner Zeit bei Juventus:
«Der FCB muss um Titel spielen und ich bin der Überzeugung, wenn man über Jahre erfolgreich sein will, muss man dominanten Fussball spielen. Catenaccio ist deshalb nicht erste Priorität.»
… über seine Führungsart:
«Mir ist wichtig, dass jeder Spieler weiss, was er auf seiner Position zu tun hat, was sein Mehrwert ist. Wenn ich es schaffe, dass die Spieler mir vertrauen und mein System verstehen, werden wir dominieren. Für mich steht das Team immer im Vordergrund und da geht nichts drüber.»
… darüber, wie gut er das Team schon kennt:
«Ich habe viele Spiele geschaut und kenne das Team mehr oder weniger. Ich habe schon gewisse Ideen im Kopf, aber natürlich brauche ich die Zeit, um das Team auf dem Platz kennenzulernen und auch die Spieler in der Kabine. Es ist auch nicht einfach, mit so einem Trainerwechsel umzugehen, aber ich kenne die Situation als Spieler und habe deshalb die Voraussetzungen das bestmöglich zu handeln.»
Daniel Stucki …
… über die Gründe für die Magnin-Entlassung:
«Wir haben die letzten Spiele vor der Winterpause keine gute Leistung gezeigt, die Entwicklung hat stagniert oder war gar eher negativ. Wir haben Magnin unterstützt, ihm im Trainingslager möglichst gute Möglichkeiten verschafft. Dann kamen die Spiele nach der Pause, wo wir gegen Sion nur fünf Minuten wirklich gut aufgetreten sind, gegen Salzburg war schlecht und im Klassiker hat es trotz Sieg zu wenig positive Zeichen gegeben.»
Ludovic Magnin wurde trotz des Siegs in Zürich entlassen.Bild: keystone
… über den Entscheid für Lichtsteiner:
«Er war sehr wissbegierig, als er zu uns gestossen ist, hat sich eingelassen auf die Herausforderung. Er ist sehr akribisch, detailbesessen, hat mich an Lucien Favre erinnert. Er macht lieber etwas mehr, als es einfach so zu belassen, wie es ist. Das Gesamtpaket ist sehr interessant für den FCB und strahlt einiges aus. Wir sind überzeugt, dass er ein Trainer für mehrere Jahre sein kann und das Potenzial für grössere Klubs als den FC Basel hat.»
… über den Zeitpunkt:
«Wir haben den Zeitpunkt vor diesen wichtigen Spielen bewusst gewählt. Stephan war schon länger auf unserer Liste potenzieller Nachfolger für Ludovic Magnin irgendwann und hätten ihn gerne als U21-Trainer gehabt. Da wir jetzt in diese Situation gekommen sind, haben wir uns entschieden, Stephan ohne den Zwischenschritt zum Trainer der Profis zu machen.»
… über eigene Fehler:
«Wenn gewisse Spieler nicht an das Leistungsniveau von der Vorsaison herankommen, liegt das einerseits am Staff, aber auch an den Spielern. Wenn die Transfers nicht einschlagen, ist das auch unser Fehler. Wir wären nicht selbstkritisch genug, wenn wir die Schuld nur dem Trainer zuschieben und sagen, wir hätten alles richtig gemacht, denn dem war nicht so.»
Daniel Stucki gibt sich selbstkritisch.Bild: keystone
… über Transfers im Sturm:
«Wir haben Albian Ajeti als klare Nummer 1 im Sturm tituliert, er hat Ende letzter Saison hervorragend performt und die neue Saison gut angefangen. Danach ist er in eine Baisse gefallen, aber wir vertrauen noch immer auf ihn. Broschinski hat sich noch nicht adaptiert. Wir haben versucht, uns zu verstärken und haben noch bis zum 14. Februar Zeit. Wir sind immer noch dran.»
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Lichtsteiner über die Spieler beim FCB:
Lichtsteiner über seine Führungsart:
«Mir ist wichtig, dass jeder Spieler weiss, was er auf seiner Position zu tun hat, was ihr Mehrwert ist. Wenn ich es schaffe, dass die Spieler mir vertrauen und mein System verstehen, werden wir dominieren. Für mich steht das Team immer im Vordergrund und da geht nichts drüber.»
Lichtsteiner über Pläne mit dem Team:
«Ich will ihnen klare Optionen geben für die Offensive, wo es Räume gibt, wo wir angreifen können, und auch zeigen, wo der Gegner gefährlich ist. Danach soll das Spiel weiterentwickelt werden, das Team wird klare Anweisungen bekommen, wo ich was haben will. Wir haben grosse Qualität im Kader und können das schnell umsetzen, da bin ich überzeugt. Kontakt hatte ich zum Team noch nicht gross, das erste Training findet am Nachmittag statt.»
Stucki über Transfers:
«Wir haben Albian Ajeti als klare Nummer 1 im Sturm tituliert, er hat Ende letzter Saison hervorragend performt und die neue Saison gut angefangen. Danach ist er in eine Baisse gefallen, aber wir vertrauen noch immer auf ihn. Broschinski hat sich noch nicht adaptiert. Wir haben versucht, uns zu verstärken und haben noch bis zum 14. Februar Zeit. Wir sind immer noch dran.»
Stucki über Entlassung Magnins:
«Es hat sich nichts elementar geändert. Wir haben die letzten Spiele vor der Winterpause nicht gut absolviert von der Leistung her, die Entwicklung hat stagniert oder war gar eher negativ. Wir haben Magnin aber unterstützt, ihm im Trainingslager möglichst gute Möglichkeiten verschafft. Dann kamen die Spiele nach der Pause, wo wir gegen Sion nur fünf Minuten wirklich gut aufgetreten sind, gegen Salzburg war schlecht und im Klassiker hat es trotz Sieg zu wenig positive Zeichen gegeben.»
Lichtsteiner über seine Art:
«Die Öffentlichkeit sieht mich beim Arbeiten als Fussballer und Trainer, da geht es um Leistung und Siege. Da ist keine Zeit für Spässe wie im Privatleben. Wenn man Erfolg haben wird, hat man manchmal keine Zeit dafür. Ich bin, glaube ich, schon kein so böser Mensch ausserhalb, ich habe eine Familie, man kann also schon mit mir leben. Für mich ist der Fussball aber schon enorm wichtig und ich habe mich immer sehr mit dem Sport identifiziert und habe mich an Titeln gemessen.»
Stucki über Transfers:
«Es arbeiten im Hintergrund viele Menschen an den Transfers. Ich bin natürlich das Gesicht, im Positiven sowie im Negativen wie aktuell. Aber ich werde deshalb nicht negativ und mache einfach weiter meinen Job.»
Lichtsteiner über Familie:
«Meine Kinder gehen in Zürich in die Schule und werden deshalb dort bleiben. Ich werde schauen, wie ich das handeln werde, aber definitiv nach Basel ziehen werde ich nicht.»
Was Lichtsteiner verändern will:
«Ich habe meine Spielphilosophie, die ich einbringen will. Ich will das Team jetzt optimal auf die drei Spiele vorzubereiten, dass sie Optionen haben, dass sie wissen, was auf sie zukommt, und nebenher soll natürlich das Spiel weiterentwickelt werden, dass wir irgendwan dahinkommen, dass wir meinen Fussball kommen. Wir wollen einen dominanten Fussball spielen und darauf arbeite ich hin.»
Lichtsteiner über Trainerprüfung:
«Im Sommer habe ich die Abschlussprüfung. Ich muss noch einige Kurse absolvieren, aber das ist alles machbar, das habe ich vorher abgeklärt. Das war mir auch wichtig, dass das möglich ist.»
Stucki über eigene Fehler:
«Im Nachhinein wäre es gut gewesen, hätte Magnin eine Person im Staff gehabt, die ihn von Anfang an versteht, damit er nicht in ein gemachtes Double-Sieger-Umfeld kommt. Ich habe ihn aber bis zum Schluss unterstützt und auch viel weggeblockt, was medial gekommen ist. Wenn gewisse Spieler nicht an das Leistungsniveau von der Vorsaison herankommen, liegt das einerseits am Staff, aber auch an den Spielern. Wenn die Transfers nicht einschlagen, ist das auch unser Fehler. Wir wären nicht selbstkritisch genug, wenn wir die Schuld nur dem Trainer zuschieben und sagen, wir hätten alles richtig gemacht, denn dem war nicht so.»
Stucki über Schritt von Wettswil zu Basel:
«Er war sehr wissbegierig, als er zu uns gestossen ist, hat sich eingelassen auf die Herausforderung. Er ist sehr akribisch, detailbesessen, hat mich an Lucien Favre erinnert. Er macht lieber etwas mehr, als es einfach so zu belassen, wie es ist. Das Gesamtpaket ist sehr interessant für den FCB und strahlt einiges aus.»
Lichtsteiner über den italienischen Einfluss:
«Der FCB muss um Titel spielen und ich bin der Überzeugung, wenn man über Jahre erfolgreich sein will, muss man dominanten Fussball spielen. Catenaccio ist deshalb nicht erste Priorität.»
Lichtsteiner über Shaqiri:
«Er ist ein aussergewöhnlicher Fussballer, der den Unterschied machen kann und ich freue mich enorm auf die Zeit mit ihm.»
Stucki über Lichtsteiners neuen Co-Trainer:
«Es ist wichtig, dass er eine Vertrauensperson mitnimmt, der ihn schon kennt. Das hat Ludovic Magnin am Anfang vielleicht gefehlt, jetzt ist der Trainerstaff um eine Person grösser, bleibt aber erst einmal, wie er ist, und im Sommer richten wir ihn dann neu aus.»
Stucki zieht Vergleich zu Guardiola:
«Es gibt diverse Beispiele, wo es geklappt hat. Guardiola war ein Jahr bei Barças Nachwuchs und ist dann sehr erfolgreich gewesen, Kompany als Spielertrainer bei Anderlecht, dann mit Burnley abgestiegen und jetzt bei Bayern. Es gibt auch negative Beispiele, aber es gibt auch erfahrenere Trainer, die dann gescheitert sind. Es ist eine optimale Chance, jemanden mit dieser Winnermentalität jetzt – zwar früher als geplant – zu verpflichten. Wir vertrauen dem Projekt und geben alles dafür, dass es klappt.»
Lichtsteiner darüber, wie viel Mut es braucht, den Job anzunehmen:
«Es braucht vor allem Überzeugung, einen klaren Weg, klare Ideen, und die habe ich. Es wird ein Fussball sein, der nach Basel und zu den Spielern passt. Ich habe die Überzeugung, dass wir hier einen langen und erfolgreichen gemeinsamen Weg gehen können.
Stucki über Kontakt zu Lichtsteiner:
«Wir hatten ihn schon auf der Liste als potenzieller Nachfolger für Ludovic Magnin irgendwann und hätten ihn deshalb als U21-Trainer gerne gehabt. Da wir jetzt in diese Situation gekommen sind, haben wir uns entschieden, Stephan ohne den Zwischenschritt zum Trainer der Profis zu machen.»
Stucki über den Zeitpunkt:
«Wir haben den Zeitpunkt vor diesen wichtigen Spielen gewählt. Wir sind in der Sportkommission aber der Meinung, dass er ein Trainer für Jahre und nicht nur Monate beim FC Basel sein kann, auch wenn er Potenzial für grössere Klubs hat. Deshalb sprechen wir hier von einem Projekt.»
Lichtsteiner über Kontakt mit FCB:
«Wir sind schon lange in Kontakt durch meine Zeit als U16-Trainer hier. Es gab auch mal die Idee, dass ich die U21 übernehme. Deshalb gab es den Kontakt schon und nun gab es diese Möglichkeit.»
Lichtsteiner über die Gedanken nach der FCB-Anfrage:
«Die Herausforderung ist enorm. Vor allem mit den drei Big Games vor der Tür ohne grosse Vorbereitungszeit. Ich bin zur Entscheidung gekommen, dass ich das packen kann und wir haben ein langfristiges Projekt geplant und deshalb habe ich mich schnell entschieden, das anzunehmen.»
Die Pressekonferenz beginnt
Trainer Stephan Lichtsteiner und Sportdirektor Daniel Stucki sind da – hier lest ihr alle wichtigen Aussagen.
Wichtige Spiele stehen bevor
Für Lichtsteiner beginnt die Zeit als FCB-Trainer gleich mit ereignisreichen zehn Tagen. Der 42-Jährige steht am Donnerstag erstmals an der Seitenlinie im St.Jakob-Park. Dann geht es in der Europa League gegen Viktoria Pilsen um das Erreichen der K.o.-Phase, wofür der FCB aber auch Schützenhilfe von anderen Klubs braucht. Am Sonntag ist dann Super-League-Leader Thun beim Tabellen-4. zu Gast, bevor am Mittwoch der Cup-Viertelfinal in St.Gallen auf dem Programm steht.
Aus der 1. Liga Classic zum FCB
Stephan Lichtsteiner ist mit 108 Länderspielen und als Ex-Profi von unter anderem Juventus und Arsenal zweifellos eine grosse Figur des Schweizer Fussballs. Als Trainer beschränkt sich seine Erfahrung bisher jedoch auf die Basler U16 und anderthalb Jahre beim viertklassigen Wettswil.

Herzlich Willkommen!
Am Montag nach dem 4:3-Sieg im Klassiker beim FC Zürich gab der FC Basel die Trennung von Trainer Ludovic Magnin bekannt. Als Nachfolger wurde Stephan Lichtsteiner verpflichtet. Am heutigen Dienstag um 11 Uhr stellt Sportdirektor Daniel Stucki den neuen Coach auf einer Pressekonferenz vor. Hier bist du live dabei!
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