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McGrath gewinnt Wengen-Slalom – Schweizer Iten begeistert mit Aufholjagd

Slalom der Männer, Wengen
1. Atle Lie McGrath (NOR) 1.45,99
2. Lucas Pinheiro Braathen (BRA) +0,47
3. Henrik Kristoffersen (NOR) +0,81
4. Loïc Meillard (SUI) +1,30

6. Matthias Iten (SUI) +2,07
18. Daniel Yule (SUI) +2,99

Out: Paco Rassat (FRA).
Nicht im 2. Lauf: 40. Sandro Simonet (SUI), 45. Ramon Zenhäusern (SUI), 47. Luca Aerni (SUI), Out: Tanguy Nef (SUI), Marc Rochat (SUI).
Atle Lie McGrath of Norway reacts in the finish area during the second run of the men's Slalom race at the Alpine Skiing FIS Ski World Cup, in Wengen, Switzerland, Sunday, January 18, 2026. (KEYS ...
Atle Lie McGrath schlängelte sich am schnellsten durch die Slalomstangen am Lauberhorn.Bild: keystone

McGrath gewinnt Wengen-Slalom – Meillard frustriert, Iten begeistert mit Aufholjagd

Wie schon im Vorjahr dominieren die Norweger den Slalom in Wengen. Atle Lie McGrath gewinnt, Henrik Kristoffersen feiert seinen 100. Podestplatz im Weltcup. Den Schweizern bleibt erneut der undankbare 4. Platz. Grund zur Freude hat Matthias Iten.
18.01.2026, 13:4918.01.2026, 15:50

Die Bilder, sie gleichen sich: 2025 stehen drei Norweger auf dem Slalom-Podest in Wengen. Ein Jahr später sind es wieder drei Wikinger, die sich das Treppchen teilen – in Person von Lucas Pinheiro Braathen startet mittlerweile jedoch einer von ihnen für Brasilien, das Heimatland seiner Mutter.

Atle Lie McGrath siegt vor seinem Jugendfreund Pinheiro Braathen, Platz 3 geht wie schon vor einem Jahr an Henrik Kristoffersen. Für McGrath ist es der fünfte Sieg im Weltcup, der zweite beim Slalom-Klassiker im Berner Oberland, nachdem er schon 2025 triumphierte. Dank konstant guten Leistungen übernimmt der 25-Jährige die Führung in der Disziplinenwertung. Pinheiro Braathen, der Sieger von 2022, steht in Wengen zum dritten Mal auf dem Podest.

Kristoffersen durchbricht Schallmauer

Und doch stiehlt den aufgrund ihrer Freundschaft als «Ski-Zwillinge» bekannten McGrath und Braathen am Sonntag ein anderer die Show: Henrik Kristoffersen. Zwar belegt der 31-Jährige «nur» Platz 3. Sein neunter Podestplatz in Wengen ist aber gleichzeitig der 100. im Weltcup. Etwas, das vor ihm nur drei andere Skifahrer geschafft haben: Ingemar Stenmark (155 Podestplätze), Marcel Hirscher (138) und Marc Girardelli (100). Marco Odermatt wird in Anbetracht von 98 Podestplätzen der nächste sein, der in diesen illustren Kreis vorprescht.

«Ja, 100 ist ziemlich viel», sagt ein fast sprachloser Kristoffersen nach dem Rennen gegenüber SRF. Er sei sehr zufrieden, konstatiert er – zumal er komplett leer gewesen sei. «Ich war die ganze letzte Woche krank und sechs Tage im Schlafzimmer. Das letzte Mal, dass ich die Skischuhe anhatte, war in Adelboden im zweiten Slalom-Lauf.» Umso beeindruckender war seine Leistung in Wengen.

Allgemein scheinen die Batterien des 31-Jährigen aber noch nicht leer. «Ich hoffe, dass ich noch nicht fertig bin als Skifahrer. Wenn alles so läuft, wie ich es will, dann fahre ich noch bis Olympia 2030», sagt er.

Gemischte Gefühle bei den Schweizern

Wie schon im Vorjahr klassieren sich die Schweizer direkt hinter dem Podest. Fehlten Tanguy Nef damals lediglich vier Hundertstel, ist der Abstand dieses Mal deutlicher. Loïc Meillard büsst in der Entscheidung zwei Plätze ein, in der Endabrechnung fehlt ihm rund eine halbe Sekunde auf das Podest. «Im zweiten Lauf hat alles gefehlt, es war schlecht», sagt der Weltmeister nach dem Rennen sichtlich angefressen.

Das sagt Loïc Meillard:

«Der 2. Lauf war richtig schlecht, damit kann ich gar nicht zufrieden sein.»

In einer anderen Gefühlslage befindet sich Matthias Iten. Er macht dank Laufbestzeit 17 Ränge gut und klassiert sich im 6. Schlussrang. Der 26-jährige Zuger bestätigt damit seine tolle Form und erfüllt mit seinem besten Karriereresultat auch gleich die Selektionskriterien für die Olympischen Spiele. «Unglaublich, Wahnsinn. Ich habe mir am Start gesagt: Das Herz in die Hand nehmen und angreifen. Der Plan ist voll aufgegangen.»

Das sagt Matthias Iten:

«Unglaublich, es ist Wahnsinn. Ich habe mir gesagt, Herz in die Hand nehmen und angreifen, den Plan habe ich umgesetzt. Vor heimischem Publikum ist es unglaublich. Anfangs Saison hätte ich es mir nicht erträumen lassen können, dass ich an die Olympischen Spiele reise, da fehlen mir die Worte.»

Daniel Yule verpasst als 18. seine zweite Top-15-Klassierung und damit die Erfüllung der Selektionskriterien um acht Hundertstel. Die letzten Chancen bietet sich dem Walliser in einer Woche in Kitzbühel und wenige Tage darauf in Schladming. (nih/sda)

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Die letzten Schweizer Sieger im Skiweltcup
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Abfahrt Männer: Marco Odermatt gewinnt am 17. Januar 2026 in Wengen.

quelle: keystone / peter schneider
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Kamera abgeräumt und Zielsturz – von Allmen fährt sich noch tiefer in die Herzen der Fans
Beim Sieg von Marco Odermatt in der Lauberhorn-Abfahrt verpasste Franjo von Allmen das Podest knapp. Das lag vor allem an seinem hohen Risiko an einer Schlüsselstelle – seinem Status als Fanliebling dürfte dies aber eher geholfen haben.
In der letzten Saison schoss Franjo von Allmen direkt in die Weltspitze im Ski-Weltcup. Ein Sieg im Super-G am Lauberhorn, ein zweiter Platz in der legendären Abfahrt an selber Stelle und natürlich WM-Gold in Abfahrt und Team-Kombination waren die Highlights seiner erst zweiten Saison auf höchster Stufe. Mit seiner lockeren Art und der stets guten Laune wurde er schnell zum grössten Fanliebling neben Marco Odermatt. Seine actionreiche Fahrweise ist natürlich ebenso zuträglich.
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