2. Lucas Pinheiro Braathen (BRA) +0,47
3. Henrik Kristoffersen (NOR) +0,81
4. Loïc Meillard (SUI) +1,30
6. Matthias Iten (SUI) +2,07
18. Daniel Yule (SUI) +2,99
McGrath gewinnt Wengen-Slalom – Meillard frustriert, Iten begeistert mit Aufholjagd
Die Bilder, sie gleichen sich: 2025 stehen drei Norweger auf dem Slalom-Podest in Wengen. Ein Jahr später sind es wieder drei Wikinger, die sich das Treppchen teilen – in Person von Lucas Pinheiro Braathen startet mittlerweile jedoch einer von ihnen für Brasilien, das Heimatland seiner Mutter.
Atle Lie McGrath siegt vor seinem Jugendfreund Pinheiro Braathen, Platz 3 geht wie schon vor einem Jahr an Henrik Kristoffersen. Für McGrath ist es der fünfte Sieg im Weltcup, der zweite beim Slalom-Klassiker im Berner Oberland, nachdem er schon 2025 triumphierte. Dank konstant guten Leistungen übernimmt der 25-Jährige die Führung in der Disziplinenwertung. Pinheiro Braathen, der Sieger von 2022, steht in Wengen zum dritten Mal auf dem Podest.
Kristoffersen durchbricht Schallmauer
Und doch stiehlt den aufgrund ihrer Freundschaft als «Ski-Zwillinge» bekannten McGrath und Braathen am Sonntag ein anderer die Show: Henrik Kristoffersen. Zwar belegt der 31-Jährige «nur» Platz 3. Sein neunter Podestplatz in Wengen ist aber gleichzeitig der 100. im Weltcup. Etwas, das vor ihm nur drei andere Skifahrer geschafft haben: Ingemar Stenmark (155 Podestplätze), Marcel Hirscher (138) und Marc Girardelli (100). Marco Odermatt wird in Anbetracht von 98 Podestplätzen der nächste sein, der in diesen illustren Kreis vorprescht.
«Ja, 100 ist ziemlich viel», sagt ein fast sprachloser Kristoffersen nach dem Rennen gegenüber SRF. Er sei sehr zufrieden, konstatiert er – zumal er komplett leer gewesen sei. «Ich war die ganze letzte Woche krank und sechs Tage im Schlafzimmer. Das letzte Mal, dass ich die Skischuhe anhatte, war in Adelboden im zweiten Slalom-Lauf.» Umso beeindruckender war seine Leistung in Wengen.
Allgemein scheinen die Batterien des 31-Jährigen aber noch nicht leer. «Ich hoffe, dass ich noch nicht fertig bin als Skifahrer. Wenn alles so läuft, wie ich es will, dann fahre ich noch bis Olympia 2030», sagt er.
Gemischte Gefühle bei den Schweizern
Wie schon im Vorjahr klassieren sich die Schweizer direkt hinter dem Podest. Fehlten Tanguy Nef damals lediglich vier Hundertstel, ist der Abstand dieses Mal deutlicher. Loïc Meillard büsst in der Entscheidung zwei Plätze ein, in der Endabrechnung fehlt ihm rund eine halbe Sekunde auf das Podest. «Im zweiten Lauf hat alles gefehlt, es war schlecht», sagt der Weltmeister nach dem Rennen sichtlich angefressen.
Das sagt Loïc Meillard:
In einer anderen Gefühlslage befindet sich Matthias Iten. Er macht dank Laufbestzeit 17 Ränge gut und klassiert sich im 6. Schlussrang. Der 26-jährige Zuger bestätigt damit seine tolle Form und erfüllt mit seinem besten Karriereresultat auch gleich die Selektionskriterien für die Olympischen Spiele. «Unglaublich, Wahnsinn. Ich habe mir am Start gesagt: Das Herz in die Hand nehmen und angreifen. Der Plan ist voll aufgegangen.»
Das sagt Matthias Iten:
Daniel Yule verpasst als 18. seine zweite Top-15-Klassierung und damit die Erfüllung der Selektionskriterien um acht Hundertstel. Die letzten Chancen bietet sich dem Walliser in einer Woche in Kitzbühel und wenige Tage darauf in Schladming. (nih/sda)
