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Franzoni siegt am Lauberhorn – von Allmen im Super-G vor Odermatt

Super-G der Männer, Wengen
1. Giovanni Franzoni (ITA) 1.45,19
2. Stefan Babinsky (AUT) +0,35
3. Franjo von Allmen (SUI) +0,37
4. Marco Odermatt (SUI) +0,53

7. Stefan Rogentin (SUI) +0,91
12. Vincent Kriechmayr (AUT) +1,28
19. Alexis Monney (SUI) +2,30
22. Loïc Meillard (SUI) +2,61
28. Justin Murisier (SUI) +2,85
30. Marco Kohler (SUI) +3,05
31. Alessio Miggiano (SUI) +3,25​
epa12653133 Giovanni Franzoni of Italy reacts in the finish area during the men's Super-G race at the FIS Alpine Skiing World Cup event in Wengen, Switzerland, 16 January 2026. EPA/PETER SCHNEIDE ...
Noch weiss er es nicht: Giovanni Franzoni hat soeben die Siegesfahrt in Wengen hingelegt.Bild: keystone

Italiener überragt am Lauberhorn alle – von Allmen im Super-G auf dem Podest, Odermatt 4.

Ein junger Italiener weist die Schweizer Speedfahrer im Super-G in Wengen in die Schranken. Der 24-jährige Giovanni Franzoni gewinnt zum ersten Mal im Weltcup. Franjo von Allmen wird Dritter, Marco Odermatt Vierter.
16.01.2026, 14:4719.01.2026, 09:41

Franzoni, der sein Potenzial in den letzten Tagen und Wochen mehrfach angedeutet hatte, legte mit Startnummer 1 eine Zeit auf den Hochgeschwindigkeitskurs, an der sich die Konkurrenz die Zähne ausbiss. Der Österreicher Stefan Babinsky büsste als Zweiter bei anfangs prächtigen Bedingungen 35 Hundertstel ein, Lokalmatador Von Allmen 37, Odermatt mehr als eine halbe Sekunde. Mit fortschreitender Renndauer wurde die Sicht etwas diffuser.

Von Allmen, vor dem Jahreswechsel Dritter in Livigno, verpasste im Canadian Corner beinahe ein Tor, kam aber noch einmal nahe an Franzoni heran. Erst das Ziel-S sorgte für den Unterschied. Odermatt handelte sich die halbe Sekunde Rückstand im Brüggli-S ein, wo er entscheidend Tempo und Zeit einbüsste. Drei Ränge hinter ihm klassierte sich Stefan Rogentin.

Das sagt Franjo von Allmen:

«Unnötiger Fehler. Man sollte es eigentlich wissen, dass man dort Geduld haben sollte, sonst wird es schwierig, Tempo mitzunehmen. Das sind so kleine Dinge, wo Millisekunden entscheiden. Da geht es so schnell, dass man nicht immer alles beeinflussen kann. Aber trotzdem bin ich zufrieden mit dem Ergebnis.»

Von Allmen zu ungestüm, Odermatt zu spät dran

Während sich der Vorjahressieger Von Allmen im SRF-Interview ärgerte («Man sollte langsam wissen, dass man dort Geduld haben muss.»), zeigte sich Odermatt mit seinem 29. Top-10-Ergebnis in Folge im Super-G trotz verpasstem Podest zufrieden. «Oft gewinne ich im Brüggli-S Zeit - nicht einfach so, sondern weil ich dort immer etwas riskiere. Heute wartete ich etwas zu lange. Ohne Fehler könnte ich ganz vorne stehen, mit einem kleineren wäre es ein Podestplatz. Alles im Lot», meinte er.

Das sagt Marco Odermatt:

«Dieses Mal habe ich es im Brüggli-S vergeben, aber ich gewinne dort sonst nicht Zeit, weil ich es zurückhaltend fahre, sondern weil ich viel riskiere und es oft super getroffen habe. Wir wollten heute noch länger warten, dann habe ich aber zu lange gewartet und dann fehlt Geschwindigkeit.

Ich bin trotzdem sehr zufrieden mit dem 4. Platz. Es war ein solides Rennen, ohne Fehler kann ich ganz vorne dabei sein, mit einem kleineren Fehler bin ich auf dem Podest, also ist alles im Lot.»

Franzoni ist der erste italienische Super-G-Sieger in Wengen. Der letzte Sieg eines südlichen Nachbarn an den Lauberhornrennen datiert von 2013, als Christof Innerhofer in der Abfahrt triumphiert hatte. «Es ist verrückt, mir fehlen die Worte. Ich hatte heute viel Druck, versuchte es aber zu geniessen», sagte Franzoni.

So überwältigt Franzoni war, sein erster Weltcupsieg überraschte nur ansatzweise. Im Dezember war er als Dritter im Super-G von Gröden zum ersten Mal auf das Podest gestiegen. In den beiden Abfahrtstrainings stellte er am Mittwoch und Donnerstag jeweils mit mehr als einer Sekunde Vorsprung die klare Bestzeit auf. 2021 war er Junioren-Weltmeister im Super-G, ein Jahr später Junioren-Weltmeister in der Abfahrt und in der Kombination.

Das sagt Sieger Franzoni:

«Es war unglaublich. Ich hatte viel Druck mit der Startnummer 1. Eigentlich bevorzuge ich es, erst den anderen zuzuschauen und die Piste so besser zu verstehen. Aber ich habe diese Tage einfach versucht, die Fans, die Landschaft und mein Skifahren zu geniessen.»

Franzoni drei Jahre nach dem Sturz

Wegen eines Sturzes in Wengen wurde sein Aufstieg vor drei Jahren vorübergehend gestoppt. Beim Aufschlag in den Fangnetzen des Canadian Corner zog er sich Anfang 2023 eine komplexe Sehnenverletzung am rechten Oberschenkel zu und fiel länger aus. Sein bestes Weltcup-Resultat vor dieser Saison war Rang 4 Ende 2024 in Beaver Creek.

Am Samstag steht in Wengen die Abfahrt auf dem Programm. 2025 sorgten Odermatt und Von Allmen in dieser für einen Schweizer Doppelsieg. Der Start ist auf 12.30 Uhr angesetzt. (nih/sda)

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quelle: keystone / peter schneider
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4 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
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raab23@gmail.com
16.01.2026 13:08registriert Mai 2022
Auch ein odermatt kann nicht immer gewinnen.
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James McNew
16.01.2026 12:37registriert Februar 2014
Du bist einen weiten Weg gekommen, lieber Nico!
Der Lauberhorn-Super-G ist eröffnet – Franzoni führt, «Schweizer-Päckli» folgt demnächst\nDu bist einen weiten Weg gekommen, lieber Nico!
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