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Montmelo, 12.6.2015, Motorrad, Moto2, Grand Prix Katalonien, Training, Dominique Aegerter, Technomag Racing Interwetten. (Simone Rosa/Semedia/EQ Images) SWITZERLAND ONLY

Dominique Aegerter steht in seiner Karriere an einem Scheideweg. Bild: Semedia

Eklat im Team von Dominique Aegerter – nun steht eine grosse Töffkarriere auf dem Spiel

Töff-Star Dominique Aegerter hat sich heute per sofort von seinem Manager Robert Siegrist getrennt. Nun muss er die schwierigste Situation seiner Karriere alleine meistern.



Dominique Aegerter steht im Gesamtklassement noch immer auf Platz 9 der zweitwichtigsten Töff-WM. Es ist also eine Krise auf hohem Niveau. Aber eine schwere Krise.

Mitten in der heikelsten Phase der Vorbereitung für die nächste Saison hat Robert Siegrist sein Mandat nach vier Jahren niedergelegt. «Wir gehen nicht im Streit auseinander», sagt der Zürcher Rechtsanwalt. «Wir werden freundschaftlich verbunden bleiben.» Der Zeitpunkt für die Trennung sei jetzt richtig. Die Zukunft müsse von seinen Nachfolgern aufgegleist werden.

17.08.2014; Bruenn; Motorsport - GP Tschechien;
Dominique Aegerter (M, SUI) verlaengert seinen Vertrag mit dem Team Technomag carXpert. Links Teambesitzer Frederic Cormingbeuf,  rechts Manager Robert Siegrist (Waldemar Da Rin/freshfocus)

Dominique Aegerter und Ex-Manager Robert Siegrist. Bild: Waldemar Da Rin/freshfocus

Dominique Aegerter bestätigt die Trennung. «Wir haben in der Sache per E-Mail und Telefon kommuniziert. Ich will dann schon noch ein persönliches Gespräch.» Aber er hoffe, dass die Freundschaft erhalten bleibt.

Das Problem: Dominique Aegerter sollte sich zu hundert Prozent aufs Fahren konzentrieren. Aber das ist zur Zeit einfach nicht möglich und der enttäuschende 17. Platz beim letzten GP in Brünn ist eine Folge der zu grossen Belastung neben der Rennpiste. «Ja, ich habe den Kopf nicht frei»,  gesteht der Berner.

Vertragsverlängerung und Markenwechsel

Erstens geht es um die Verlängerung des Vertrages mit dem bisherigen Team. Die Träume, anderorts zu ähnlich guten Bedingungen fahren zu können, habe sich zerschlagen. Reumütig muss Dominique Aegerter beim Schweizer «Dream Team» verlängern und sich mit Manager Fred Corminbeuf wieder vertragen. «Der Vertragsentwurf steht, ich bin aber mit einigen Details noch nicht einverstanden.» Es wird ihm mangels Alternativen am Ende nichts anderes bleiben, als alle Details so zu akzeptieren wie Fred Corminboeuf will.

Zweitens braucht Dominique Aegerter einen neuen Cheftechniker. Die Zusammenarbeit mit dem unerfahrenen Franzosen Florian Chiffoleau wird nach nur einem Jahr beendet. Aber wer wird sein Nachfolger? Idealerweise ein deutschsprachiger Mann. «Ich hoffe, es gelingt uns Alfred Willeke zu verpflichten.» Der ehemalige Cheftechniker von Tom Lüthi (bis 2015) will bis zum GP von England am übernächsten Wochenende Bescheid geben.

Moto2 rider Dominique Aegerter of Switzerland is ready for the free practice ahead of Sunday's Japanese Grand Prix at Twin Ring Motegi circuit in Motegi, north of Tokyo, Japan, Friday, Oct. 10, 2014. (AP Photo/Shizuo Kambayashi)

Nicht mehr ganz so cool: Dominique Aegerter hat derzeit viel um die Ohren. Bild: shizuo kambayashi/AP/KEYSTONE

Drittens stehen im Herbst alle persönlichen Sponsorverträge zur Verlängerung an. Dominique Aegerter verdient den grössten Teil seines Geldes durch den Verkauf der Werbefläche auf Kombi und Helm, die ihm das Team überlässt.

Viertens steht ein Markenwechsel an. Anders als sein Teamkollege Tom Lüthi kommt Dominique Aegerter mit der Kalex nicht klar. Nach zwei Jahren auf dem deutschen Fabrikat kehrt er deshalb auf nächste Saison zum Schweizer Töffhersteller Suter zurück. Auf diesem Fabrikat hat er 2014 seinen einzigen GP-Sieg gefeiert. Aber dieser Wechsel muss noch in vertragliche Formen gegossen werden. Da stehen viele Gespräche an.

Bruder hilft Aegerter aus der Patsche

Um all das muss sich Dominique Aegerter kümmern. Inzwischen steht ihm sein Bruder Kevin zur Seite. Aber Kevin Aegerter ist ein temperamentvoller Rock’n’Roller ohne juristische Kenntnisse und mit wenig diplomatischer Begabung für heikle Verhandlungen.

epa05344491 Swiss Moto2 rider Dominique Aegerter of the CarXpert Interwettwn team takes a bend during the training session of the Motorcycling Grand Prix of Catalunya at Catalunya circuit in Montmelo, near Barcelona, northeastern Spain, 03 June 2016. The Motorcycling Grand Prix of Catalunya will take place on 05 June 2016.  EPA/TONI ALBIR

Aegerter muss dringend wieder Resultate liefern. Bild: EPA/EFE

Dominique Aegerter ist überfordert – ausgerechnet in der kritischsten Phase seiner Karriere. Das ist er sich bewusst. «Eine weitere Saison wie diese kann ich mir nicht leisten.»

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    Alle Leser-Kommentare
  • saukaibli 23.08.2016 15:51
    Highlight Highlight Aegerter hatte in den letzten Jahren bereits Angebote von Top Teams der Moto2, weiss der Geier wieso er die nicht angenommen hat und stattdessen bei diesem - sorry - Hobby-Team unterschireben hat. Ohne die besten Techniker hat man in dieser Klasse auf dauer keine Chance, wo man mit einer Sekunde Rückstand teilweise schon nicht mehr in den Top 20 ist. So geht es auf und ab, je nachdem ob die Techniker grade ein passendes Setup bereit haben oder nicht. Ich wünsche Domi und Tom, dass sie endlich mal ein einem Top Team fahren können, erst dann wird man sehen, wie gut die beiden wirklich sind.
  • SwissGTO 23.08.2016 15:21
    Highlight Highlight Wozu hatte er denn einen Manager wenn Domi sich um alles Kümmern müsste?

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