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Houston Rockets guard James Harden gestures during the first half of an NBA basketball game against the Portland Trail Blazers in Portland, Ore., Saturday, Jan. 5, 2019. (AP Photo/Craig Mitchelldyer)

Harden gibt seinen Teamkollegen Anweisungen. Bild: AP

«Es ist lächerlich, wie gut er ist» – James Harden dominiert die NBA

James Harden definiert offensive Brillanz in der NBA gerade neu. Der 29-jährige ist in Houston zum Alleinunterhalter aufgestiegen und dürfte auch in diesem Sommer wieder zum wertvollsten Spieler der Liga gewählt werden.

Nicola Berger / CH Media



Es ist ratsam, vorsichtig zu sein, wenn es in Nordamerika um Superlative geht. In Zeiten von Donald Trump, und gerade im Milliardengeschäft des Profisports, wo Überhöhungen zur Tagesordnung gehören, weil das gut ist fürs Geschäft. Und doch lohnt es sich, Daryl Morey zuzuhören. Der General Manager der Houston Rockets sagt: «Man könnte argumentieren, dass James Harden der beste Offensivspieler in der Geschichte des Basketballs ist.»

Grosse Worte, ja, aber ihnen sind ja auch grosse Taten vorausgegangen von ihm, James Harden, 29, aufgewachsen als Sohn einer alleinerziehenden Mutter in Compton, Kalifornien, diesem düsteren Vorort von Los Angeles, berühmt für Kriminalität und Rapper, der auf den Baseballcaps von vielen Schweizer Jugendlichen prangt, die so suggerieren wollen, aus welch hartem Holz sie geschnitzt sind und was für eine schwere Kindheit sie hinter sich haben.

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Highlights der laufenden Saison. Video: YouTube/NBA

In Hardens Biografie ist das raue Umfeld Comptons nicht Fiktion, sondern Realität, er lebte in einem Wohnwagen. Und schaffte es aus dem Problembezirk in die Elite der USA, sportlich wie finanziell: Harden verdient in mehr als 30 Millionen Dollar pro Jahr.

Hardens Markenzeichen war lange sein unverkennbarer Bart. Man kann in Houston Imitate davon kaufen; Fans kleben sich die Kopien bei Heimspielen ins Gesicht, um dem Star zu huldigen – der Leitspruch lautet: «Fear the Beard», fürchtet den Bart, und Houstons Widersacher tun das fraglos. Denn Harden ist: Aktueller NBA-Topskorer, All-Star, im Vorjahr wurde er zum wertvollsten Spieler der Liga gewählt und dürfte die Auszeichnung im Sommer erneut erhalten.

«Lächerlich gut»

Gerade hat Harden in 31 Partien in Folge mindestens 30 Punkte erzielt, es ist ein Fabelwert, wie ihn die NBA in der Moderne noch nicht gesehen hat. Zuletzt gelang Wilt Chamberlain 1962 eine solche Serie. Harden ist in Houston unter dem Trainer Mike D’Antoni zu einer Art Alleinunterhalter aufgestiegen, die Verletzungen der zwei wichtigsten Einzelspieler der Rockets nach Harden, Chris Paul und der Schweizer Clint Capela, sorgten zuletzt dafür, dass noch mehr Verantwortung auf Hardens Schultern lag.

Houston Rockets center Clint Capela (15) shakes guard James Harden's hand after drawing a foul during the second half of an NBA basketball game against the Brooklyn Nets, Monday, Nov. 27, 2017, in Houston. Houston won the game 117-103. (AP Photo/Eric Christian Smith)

An Hardens Seite ist Clint Capela weiter gereift. Bild: AP

Ihn scheint das nicht zu stören, im Gegenteil, Harden scheint über unerschöpfliche Energie zu verfügen: Er wirft und wirft, dribbelt und dribbelt, skort und skort. Niemand scheint ihn stoppen zu können, beziehungsweise schon, aber nur mit Fouls, die sich Harden teilweise ziemlich theatralisch erarbeitet. D’Antoni, der Coach, sagt: «Er dominiert Abend für Abend. Es ist lächerlich, wie gut er ist.»

Hardens Brillanz ist auch darin begründet, dass er in der NBA eine Anomalie darstellt. Es gibt viele Profis, die sich ohne Unterbruch inszenieren, die Liga ist eine gewaltige Unterhaltungsmaschinerie. Harden entzieht sich diesen Tendenzen, auch wenn er vor ein paar Jahren einmal mit Khloe Kardashian liiert war, einer Grande Dame des Eigenmarketings.

Zu «Sports Illustrated» sagte er einmal: «Ich brauche keine Bilder von mir, wie ich ein Auto steuere. Wen interessiert das? Was spielt es für eine Rolle, wo ich esse und welche Schuhe ich trage? Ich habe all diese Ablenkungen eliminiert, sie kosteten zu viel Energie.»

Houston Rockets Power Dancers and staff dance wearing beards mimicking Rockets' James Harden during a timeout in the first half of an NBA basketball game against the Cleveland Cavaliers, Sunday, March 1, 2015, in Houston. (AP Photo/Pat Sullivan)

Auch die Cheerleader der Rockets tragen einen Bart. Bild: AP

Air Jordans Mahnung

Harden konzentriert sich auf den Sport, die Hingabe, das ist die Hoffnung, soll irgendwann in einem Titel zinsen. Im Vorjahr kam Harden dem grossen Wurf sehr nahe, doch die Rockets vermochten eine 3:2-Führung im Western Conference Final gegen die Golden State Warriors nicht zu verteidigen. Das Fehlen eines Titels bleibt der Schönheitsfehler in seinem Lebenslauf.

Am Rande des All-Star-Games rief auch Michael Jordan, der beste Basketballer aller Zeiten, das wieder in Erinnerung. «Sechs Meistertitel sind schwieriger zu erreichen als Hardens Scoringserie», sagte Jordan. Er wollte es als Witz verstanden haben, doch bei allen Superlativen, mit denen Harden gerade überhäuft wird, klang Jordan wie die Stimme der Vernunft.

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Video: watson/nico franzoni

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14Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • DonSaiya 20.02.2019 16:38
    Highlight Highlight Nicht zu vergessen die "Hardens school of defense" welche man, zumindest früher, fast wöchentlich beim Shaqtin' a fool bewundern konnte :-)
  • creator54 20.02.2019 14:36
    Highlight Highlight GIANNIS FOR MVP
  • Jaromir 20.02.2019 14:13
    Highlight Highlight Ob Harden MVP wird, hängt mit den Anzahl Siegen am Ende der Saison zusammen. Wenn Houston u d Harden ein starkes Finish hinlegen, wird er es wohl werden.
    Die anderen Kandidaten sind Giannis und Paul George. Giannis spielt eine überragende Saison bei der Nummer 1 im Osten und wenn OKC Rang 2 im Westen erreicht und PG weiterhin so Punktet und effizient ist, hat auch er sehr gute Chancen MVP zu werden. Vorallem war PG im letzten Difektduell mit beiden Kontrahenten jeweils der beste Spieler auf dem Feld.
  • Der_Andere 20.02.2019 14:12
    Highlight Highlight Michael Jordan mag einer der besten aller Zeiten sein. 6 Titel und seine Karriere in allen Ehren. Aber um Titel zu hohlen reicht es oft nicht, ein sportliches Genie zu sein. Wir reden von Teamsport.

    Wer Titel erringen will braucht ein gutes Umfeld und ein Team in dem die Qualität und die Chemie stimmt. Ansonsten scheiterst du unglaublich schnell, wenn der Einzelakteur einmal einen schlechten Abend einfährt. Oder hast auch mal Glück.

    Jordan hatte das in Chigaco. Johnson bei den Lakers. Bird bei den Celtics. James in Miami. Ob Houston die Qualität als Team hat ist möglich, aber fraglich.
    • Töff aus Leidenschaft 20.02.2019 18:32
      Highlight Highlight James hat es auch in Cleveland mit eine mittelmässigem team geschaft
    • Der_Andere 20.02.2019 19:33
      Highlight Highlight Ich sage auch nicht es ist unmöglich. Aber je mittelmässiger das Team, desto mehr Wettkampfglück ist auch nötig um den Titel zu hohlen. Der talentierte Einzelspieler kann viel ausmachen. Aber gegen breitere Teams schaust du längerfristig in die Röhre.

      Leicester gewann 2016 auch entgegen jeder Prognose die Premier League. Etwas das sie vielleicht nie mehr schaffen werden.

      Genau so wie James es mit Cleveland vielleicht nie mehr geschafft hätte. James hat 11 Saisons in Cleveland gespielt und wurde trotzdem nur 1 mal Meister.


  • de_spy 20.02.2019 13:51
    Highlight Highlight Harden MVP? Da wette ich noch immer dagegen: #TeamGiannis - denn bei den Bucks stimmt auch der Teamerfolg mit Platz 1 im in der Spitze stärkeren Osten.
  • Roaming212 20.02.2019 13:36
    Highlight Highlight Auch wenn man von seiner Leistung den Hut ziehen muss, die Art wie er spielt ist einfach nur zum einschlafen. Iso-Basketball ist das hässlichste was es gibt. Da schau ich lieber Team-Basketball bei den Bucks.
  • dave1771 20.02.2019 13:18
    Highlight Highlight Einfacher viele Punkte zu werfen bei einem schlechten Team. Z.b. bei den Warriors musst du deine Punkte mit anderen Stars teilen. Trotzdem ein sackstarker Spieler
    • MacB 20.02.2019 13:26
      Highlight Highlight Basketball ist ein Teamsport. Kriegst du nie gute Zuspiele, kannst du auch nicht skoren.

      Nach deiner Logik müssten die Topskorer in Fussball, Eishockey und Co. stets aus schlechten Teams kommen...tun sie aber nie!
    • MrFaeh 20.02.2019 13:41
      Highlight Highlight Ich denke ein Harden würde auch bei den Warriors seine 30+ Punkte pro Spiel halten können. Er ist ein genialer, überlegter Spieler, der weiss wie er sich positionieren muss um die Punkte abzustauben. Er ist ein Leader, der jedes Team weiterbringen kann. Egal ob Warriors oder Houston.
    • Jaromir 20.02.2019 14:08
      Highlight Highlight @MacB
      Dies stimmt so nicht. Harden macht fast alle seine Punkte mit Drives zum Korb, Pull up 3ern, Step Back 3ern und Freiwürfen. Das Team von Houston ist so konzipiert, dass der Center das Pick and Roll mit Harden spielt und die restlichen 3 Spieler machen das Spielfeld breit und stehen für Catch and Shoot 3er bereit. Dadurch ist Harden nicht auf Zuspiele angewiesen.
      Wobei ich anmerken möchte, dass ich Houston nicht als schlechtes Team bezeichnen würde.
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